Archiv der Kategorie: Medienkompetenz

FILMTIPPS: Blick auf den Süden der Welt

Während übliche Magazine für Weihnachten massentaugliche Unterhaltung empfehlen, greife ich humanitäre Film-Tipps auf- von Baobab, einer entwicklungspolitischen Wiener NGO (H.Högl):

DIE JURTENKINDER – EINE SCHWEIZERIN HILFT DEN ÄRMSTEN DER MONGOLEI

Schweiz, 2017:Wer das urbane Zentrum von Ulan Bator verlässt, entdeckt zahllose Jurten und einfache Holzhäuser, die sich ringartig um die Stadt legen. Hier wohnen die Ärmsten. Alkohol, Gewalt und Missbrauch sind alltäglich. Christine Jäggi kämpft dagegen an.
Mo, 23.12., 15:10, SRF 1

ZERISSENE FAMILIEN – GEFLÜCHTETE KÄMPFEN UM IHRE KINDER

Deutschland:2015 flüchtete die Syrerin Fteim Almousa nach Deutschland, vier Jahren später dürfen ihr Mann und drei Kinder nachkommen. Doch die älteste Tochter erhält kein Visum. Die erneute Trennung belastet, das Einleben in Deutschland ist herausfordernd.Vermag die Mutter, ihre enge Beziehung zu ihren Kindern wiederzubeleben?
Mo, 23.12., 19.40, ARTE

STERNSTUNDE KUNST: MAGNUM-FOTOGRAF RAGHU RAI: FOTOGRAFIE UND SPIRITUALITÄT

Österreich, 2019:Seit 50 Jahren fotografiert Raghu Rai Indien, dokumentiert und kommentiert die politischen Konflikte, Völkermorde, Flüchtlingsgeschichten wie auch die Alltagsrealität der Menschen in seinem Land. Seine Fotos von der Giftgaskatastrophe von Bhopal, seine Arbeiten über Aufstieg und Fall von Indira Gandhi und die Fotoserien mit Mutter Theresa oder mit dem Dalai Lama machten ihn weltberühmt.
Di, 24.12., 13:00, SRF INFO

KLEINE GLÄSER – GROSSE WIRKUNG

Info/Dok, 2016:Eine Brille für nur einen Dollar – es gibt sie wirklich. Martin Aufmuth im deutschen Erlangen hat sie erfunden. Weltweit ist er mit seinem Brillenprojekt unterwegs, nun warten neue Herausforderungen in Brasilien auf ihn. Dokumentarfilmerin Antje Christ begleitet den Brillenerfinder von São Paolo und bis in den Dschungel Amazoniens.
Di, 24.12., 23:35, SRF INFO

SYRIEN OHNE CHRISTEN? – DER MUT DER VERZWEIFELTEN

Deutschland, 2019:Seit dem Bürgerkrieg 2011 sind hunderttausende syrische Christen nach Europa geflohen. Viele weitere wollen das Land verlassen. Einer der ältesten christlichen Gemeinschaften der Welt droht der Untergang. Eine kleine, deutsche Hilfsorganisation versucht vor Ort in Syrien zu helfen und die Menschen zum Bleiben zu bewegen.
Do, 16.12., 19:40, ARTE

Bedenklicher Boulevard

Mit Halbwahrheiten, Schwarweiß-Malerei und Fake-News trumpft der Boulevard politisch immer wieder auf. Aber auch im Chronikteil mangelt es nicht an entsprechenden Tendenzen, wie u.a. ein jüngstes Beispiel aus der „Krone“ zeigt.

Udo Bachmair

Basis für eine Kurzmeldung in seriösen Tageszeitungen war am Freitag eine schlichte Polizeiaussendung. Demnach sei in Baden ein 15-jähriges Mädchen von ihrem 25-jährigen Freund mehrere Wochen in dessen Wohnung festgehalten worden. Gegen den Mann werde laut Polizei „unter anderem wegen Freiheitsentzugs ermittelt“.

Was machte nun die „Krone“ in ihrer Samstagausgabe daraus ? Zunächst einmal einen „Aufmacher“ über eine „Horrortat in Baden“. Gleich drei Chronikreporter verfertigten einen aufgeblasenen Bericht mit allen boulevardesken Ingredienzien von Klischees, Übertreibungen und spekulativen Vermutungen.

Der Verdächtige habe die 15-Jährige „vermutlich gefügig, ja hörig, gemacht. Doch als sie genug von den Sexspielen hatte, drehte er durch.“

Selbstverständlich durfte in dem Bericht die rumänische Herkunft des „Brutalo“ (so der Ausdruck in der Printausgabe) nicht fehlen. So sind sie halt, die Ausländer, lautet da wieder einmal die indirekte Botschaft.. „Der 25-Jährige sperrte den Teenager einen Monat lang in ein Haus – und dürfte sein hilfloses Opfer während dieser Zeit mehrmals missbraucht haben“.

Peinlich für das Massenblatt, dass sich die ganze so genüsslich aufbereitete Story heute als Fake herausgestellt hat. Das Mädchen war von zu Hause ausgerissen und hatte sich in der Wohnung des Freundes versteckt. Freiwillig, wie die Polizei mitteilt. Von Freiheitsentzug könne keine Rede mehr sein. Einen sexuellen Missbrauch hat es offenbar auch nicht gegeben.

Eine Entschuldigung des Boulevard-Blatts für den spekulativ ausgewalzten Bericht liegt bis dato nicht vor. Es berichtet heute Sonntag online über Ermittlungen gegen das Mädchen wegen Verleumdung. In der heutigen Printausgabe jedoch sucht man eine Korrektur bzw. ein Dementi der Falschmeldung von gestern vergeblich.

Der Boulevard leistet mit einer Causa wie dieser dem Ruf des Journalismus insgesamt einen denkbar schlechten Dienst. Seriöse und investigative Medien sind geforderter denn je.

Licht-Fest: Religiöse Tradition in Schweden

Religiosität ist in der Moderne ein Randthema, Privates. Siehe Erörterungen um Handke, in dessen Werk Religiöses präsent, aber in Medien kaum erwähnt ist. Den Soziologen galt lange der religiöse Faktor als obsolet. Darum rücke ich hier im Sinne der Medienkultur exemplarisch die Lucia-Feier in den Blick.

Hans Högl

In ganz Schweden gilt das Lucia-Fest am 13. Dezember als großes Fest. Das Stockholmer Freilichtmuseum Skansen griff den westschwedischen Brauch des Lucia-Festes auf. Lucia ist eine katholische Heilige, sie kam in einer wohlhabenden Familie um 286 in Sizilien auf die Welt. Lucia ist die Leuchtende, Lichtsymbol – für den winterdunklen Norden.

Zum Brauch: Das älteste Mädchen der Familie trägt ein weißes Gewand mit einem Kranz und Kerzen auf dem Kopf. Ihr folgen kleine Mädchen ebenfalls in Weiß und mit Kerzen in Händen und alle singen zu Ehren von Santa Lucia. Zum Lucia-Fest der Schwedischen Kirche in Wien kamen kürzlich mehrere hundert Menschen-in die gesteckt vollen Sofiensäle. Dies ist Einzel-Ausdruck einer wenig beachteten religiösen Präsenz eines Landes, das weithin unterschwellig als entchristlicht, säkularisiert gilt. Das Lucia-Fest wurde auch im schwedischen Fernsehen sehr würdevoll dargeboten -in einer 40-minütigen Sendung.

ent-Trump-ung

Ob Donald Trumps Amtsenthebung gelingt? Der Streit unter den demokratischen Präsidentschaftskandidaten und Umfragen legen eher dessen 2. Amtszeit nahe. Ein Grund, Hintergründe über ihn zu erfahren als unablässige, nervenden Mätzchen in Nachrichten.

Hans Högl

Naomi Klein fragt, warum Trump Präsident der USA wurde? Einer der mit „alternativen Fakten“ gegen Einwanderer und Klimawissenschaft hetzt? Für Naomi Klein ist Trump kein politischer Unfall, und es gilt, nicht nur Trump selbst zu kritisieren, sondern auch Botschaften unserer Gesellschaft:

„Gier ist gut. Im Leben zählt finanzieller Erfolg. Weiße Männer sind die Krone der Schöpfung. Die Natur ist dazu da, von uns ausgeplündert zu werden. Die Schwachen haben ihr Schicksal verdient, und dem reichsten einen Prozent stehen die goldenen Hochhäuser zu. Dinge, die der öffentlichen Hand gehören, sind suspekt und nicht schützenswert. (Naomi Klein: Gegen Trump, Frankfurt am Main 2017, p.345).

Die gute Nachricht ist, dass wir uns „enttrumpt“ haben und unser Ego zugunsten eines Projekts zurückstellen oder den Wert der vielen Dinge im Leben erkennen, die man nicht mit Geld kaufen kann-, und womöglich glücklicher werden. Naomi Klein tritt ein für ein kostenloses Studium, will den Mindestlohn verdoppeln und dass Flüchtlinge willkommen sind (p. 350 ff.). Sie bekennt, ihr Buch „in äußerst kurzer Zeit“ fertiggestellt zu haben, aber bringt Trumps Ansichten auf den Punkt.

Ich empfehle aber die brillante Biographie über Trump von dem Pulitzer-Preisträger: Michael d` Antonio: Die Wahrheit über Donald Trump, Berlin 2016 (USA 2015). „New York Times Book Review“ rezensierte es sehr positiv.

Es zeigt Trump in all seinen Facetten, stellt schonungslos sein Leben dar, als Gründer einer Privatuniversität und Betrüger, als unerträgliches Großmaul und Angeber, als Medienphänomen, seine Taktlosigkeit, Frauengeschichten. Es basiert auf Interviews mit Trump selbst, bringt Belege und es entstand vor der Wahl Donald Trumps und schildert seine Sozialisation als Immobilien-Geschäftsmann, seine deutsche Herkunft. Sein Großvater hieß Fred Trumpf, und ließ in den USA ankommend gleich das „f“ verschwinden (p.52). Trumps Mutter stammt aus Schottland (p.75). .

Schweizer u. ORF- Publikumsrat. Termine 2020

Hans Högl

Der Österr. Rundfunk (ORF) hat einen Publikumsrat, also eine Hörer- und Sehervertretung. In dieser Art existiert er nicht beim ZDF und nicht bei der ARD. Über die Effizienz des ORF-Publikumsrates gibt es geteilte Meinungen: Die Idee ist gut, die Umsetzung nicht immer befriedigend, und dessen Bekanntheit ist recht begrenzt. Immerhin: Es gibt seit Neuestem eine größere Anzahl jüngerer Publikumsräte.

In der Schweiz erfassen die vier regionalen Publikumsräte auch private Medien.Sie sind auch nicht nicht sehr bekannt. Roger Blum (Prof. der Publizistik) verfasste ein Buch über die eingehenden Beschwerden in der Schweiz und über die fundierten Antworten.(Roger Blum: Unseriöser Journalismus). 80 % der Beschwerden wurden als unsachgemäß widerlegt. Immerhin erfahren die Beschwerdeführer eine klare Antwort. Das trägt zur Medienkompetenz bei.

An den Plenarsitzungen des ORF-Publikumsrats kann das Publikum teilnehmen. Sie sind – im Gegensatz zu den Sitzungen der Arbeitsausschüsse – öffentlich. Die Sitzungen finden im ORF-Zentrum, 1136 Wien, Würzburggasse 30, im Großen Sitzungssaal, statt.Tatsächlich kommen sehr wenige Gäste.

Sitzungstermine 2020
Donnerstag, 12. März 2020, 10.00 Uhr
Donnerstag, 4. Juni 2020, 10.00 Uhr
Donnerstag, 10. September 2020, 10.00 Uhr
Donnerstag, 26. November 2020, 10.00 Uhr

Initiative gegen Aus für ORF-Büchersendung

Kürzlich ist die ORF-TV-Büchersendung „lesArt“ zum ( vorläufig?) letzten Mal ausgestrahlt worden. Nun sollen ORF 1 und ORF 2 wieder ganz ohne Büchersendung auskommen. Dagegen regt sich massiver Protest.

Udo Bachmair

Eine Initiative rund um Gerhard Ruiss, Sprecher der Aktion „Wir für den ORF“, hat bereits zahlreiche Protestunterschriften gegen das Aus für die renommierte Büchersendung sammeln können. Immerhin 12 Jahre bereits waren in „lesArt“ Autorinnen, Autoren und deren Bücher vorgestellt worden. Zuletzt allerdings nur mehr 4 Mal im Jahr kurz vor Mitternacht. Nun also scheint das Ende von „lesArt“ endgültig besiegelt.

Damit jedoch will sich die Initiative keineswegs abfinden. Es gehe absolut nicht an, dass eine so wichtige Sendung in der einzigen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt des Landes abgeschafft wird. Eine Maßnahme, die durch nichts zu rechtfertigen sei. Die Initiative sieht sie als „ignoranten und kulturfeindlichen Akt gegenüber Büchern, dem Schreiben und Lesen von Literatur.“

Man könnte diese Maßnahme auch als feindlichen Akt gegenüber der österreichischen Medienkultur sehen.

Es wird an die Führung des ORF appelliert, die Entscheidung zur Abschaffung von „lesArt“ umgehend rückgängig zu machen und die Büchersendung auszubauen statt abzuschaffen.

Weitere Unterstützungsunterschriften an Gerhard Ruiss unter gr@literaturhaus.at

Klimafrage: Positivexempel

Bekanntlich haben Negativmeldungen Priorität in Medien. Hier aber ein Positivexempel zur Klimafrage. Doch fast alle Medien blasen wieder n u r in das Warnungshorn und malen nur Schreckensszenarios und produzieren Hoffnungslosigkeit!

Hans Högl

Wolfgang Pekny gehört zu den prominentesten österreichischen Aktivisten in Klima- und Umweltfragen. Er hat sich schon in den 80-iger Jahre bei gewagten Greenpeace-Aktionen beteiligt und wurde öfters verurteilt. Er ist aber der Ansicht, dass diese Aktionen irgendwann nicht mehr gesteigert werden können. Heute führt er das Unternehmen „footprint“ und berät Führungsspitzen in der Wirtschaft und Bankwelt. Wir wollen diese nicht explizit nennen.

„Wir galten damals in den 80-iger Jahren als Idioten“, sagte er in einer internen Sitzung der „Initiative Zivilgesellschaft“( die „Medienkultur“ ist ein Mitglied) und nahm auch zur Ozonfrage Stellung. „Hier ist uns ein Erfolg gelungen“. Da gelang es Techniker FCKW-freie Kühlschränke herzustellen. Und so konnte berichtet werden – immer wieder als „kurz notiert“ und so beiläufig jetzt im November, dass das „OZON-LOCH kleiner“ geworden ist. „So klein wie seit rund 30 Jahren nicht mehr“. Wiener Zeitung, am 9.November 2o19. Ich erfuhr in meiner früheren Lehrtätigkeit, als ich die Wirkungsmechanismen die zur Ozongefahr führten, Anerkennung von Seiten der Studierenden, dass ich aus einer diffusen Angst konkrete Befürchtungen machte.

Bündnis von Boulevard und Populismus als demokratiepolitische Gefahr

„Öffentlich-rechtliche Qualität im Diskurs“ ist das Thema der Reihe „Texte“, die regelmäßig von der engagierten ORF-Abteilung „Public Value“ veröffentlicht werden. Dabei steht unter anderem der demokratiepolitische Wert des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im Vordergrund.

Udo Bachmair

Einer der wieder zahlreichen Beiträge der jüngsten Ausgabe der „Texte“ befasst sich mit dem Stellenwert des ORF im Umfeld einer Medienlandschaft, die vor allem im Wiener Zentralraum von einer nahezu beispiellosen Dominanz des Boulevards geprägt ist. Die Reichweiten der drei Massenblätter Kronenzeitung, Heute und Österreich, lassen die seriöser Tageszeitungen, wie des Standard, der Presse, der Wiener Zeitung etc. weit hinter sich zurück.

Als wichtiges Gegenstück zum überbordenden Boulevard, aber auch zu Desinformation oder Fake News in den sogenannten Sozialen Medien, erweist sich der ORF. Bei aller in Einzelfällen durchaus berechtigten Kritik an manchen Inhalten muss der ORF im Gegensatz zu den Privaten gesetzlich verbriefte Auflagen bzgl. Ausgewogenheit und Qualitätsjournalismus einhalten. Nur so kann er auch ein glaubwürdiges Gegenüber zum Boulevard bleiben.

Grundsätzlich gehe es darum, so die Politologin Katrin Stainer-Hämmerle in ihrem Beitrag, eine „Zweckbündnis von Boulevard und Populismus“ zu verhindern. Dazu Florian Hartleb in seinem Buch „Die Stunde der Populisten“: „Auf der einen Seite werden Skandalismus, Sensationsgier sowie die Vermarktung negativer Ereignisse gefördert. Auf der anderen Seite wird dem populären Geschmack durch Neidgefühle, Bestätigung latenter Vorurteile, Simplifizierungen und Pauschalierungen gefrönt“.

Hauptaufgabe eines öffentlichen Mediums, wie des ORF, wäre es nun, die Koalition zwischen Medien und Populismus zu erschweren. Wer, wenn nicht der ORF und mit ihm andere seriöse Medien, sind diesbezüglich gefordert. Denn nicht nur im ORF-Gesetz, auch in einer Erklärung des Europarates ist festgehalten, dass der öffentliche Rundfunk rechtsstaatliche Werte, insbesondere die Wahrung der Menschenrechte und des politischen Pluralismus, zu fördern habe.

Ist die deutsche Wochenzeitung DIE ZEIT aus einem Guss?

Zur Evaluation eines Mediums ist es sinnvoll, vergangene Äußerungen dazu von maßgeblichen Medien – Persönlichkeiten aufzugreifen und diese Worte mit dem Ist-Zustand des Mediums zu vergleichen. Wir ersuchen unser Publikum um Kommentare dazu.

Hans Högl

Marion Gräfin Dönhoff war Chefredakteurin und Mitherausgeberin der deutschen Wochenzeitung Die ZEIT. Sie hinterließ ein Buch, eigentlich einen Sammelband von Artikeln, mit dem Titel „Zivilisiert den Kapitalismus“, Stuttgart 1997. Nun – das ist lange her, dennoch scheint Ihre Stellungsnahme auch heute bedenkenswert. Marion Dönhoff starb 2002.

M. Gräfin Dönhoff: „Wenn Leser sich hin und wieder beklagen, dass beispielsweise DIE ZEIT nicht aus einem Guß ist, dass vielmehr der politische Teil liberal, die Wirtschaft eher konservativ und das Feuilleton links ist, dann lässt sich nur sagen, Gott sei Dank, ist es so.“

Wäre es anders, würde dies bedeuten, dass jener böse Spruch wahr ist, der da sagt: Im Kapitalismus ist Pressefreiheit die Freiheit von 200 Leuten, ihre Meinung zu sagen- wobei mit jenen 200 Leuten die Eigentümer gemeint sind. …. Ein anderer Vorwurf lautet, die liberalen Zeitungen ….stehen meist „ein wenig links von der Mitte“. Beweis: Sie regen sich enorm über die Entgleisungen der Rechten auf, während sie die Missgriffe der Linken offenbar halb so schlimm finden.

„Dieser Vorwurf trifft gelegentlich zu, aber das getadelte Verhalten erklärt sich unschwer aus der deutschen Geschichte, denn schließlich entstand der Nazismus ja aus einer Pervertierung konservativer Wertvorstellungen und nicht aus marxistischer Ideologie. Darum ist erhöhte Wachsamkeit und scharfe Kritik an Rückfällen in illiberale Grundtendenzen – die es vor den Nazis gab – so wichtig.“ p. 79.

Für qualitative Printmedien in Warteräumen!

Wir sind Medien!Schreiben wir -mit anderen Worten an Spitäler usw. oder einfacher: sprechen wir es mündlich an!

Hans Högl

Sehr geehrter Herr Direktor, sehr geehrte Frau Direktorin!

Für den Service Ihrer Institution bin ich sehr dankbar. Mein Schreiben ist eine Anregung. Zu meinem Hintergrund: Ich engagiere mich in der „Vereinigung für Medienkultur“ (siehe Wikipedia) . Unser Blog ist abrufbar unter www.medienkultur.at , wo wir die österreichischen Medienlandschaft aus Korn nehmen. Anlässe sind zur Genüge da. Aber wir heben bewusst positive Beispiele und konstruktiven Journalismus hervor. Denn es gibt – trotz allen Geredes- seriöse Publizistik. Leider sind wirklich guten Beiträge selten wie Perlen. Hierzulande verweise ich auf die wenig gelesene, aber nüchterne „Wiener Zeitung“.

Nun zur Ihrer Institution: Es betrifft Ihren viel frequentierten Warteraum. Hier werden den Besuchern massenhaft jene Medien (Gratis- Zeitungen) angeboten, die von fragwürdiger Qualität sind.

Meine Anregung, die Ihrer Institution wenig, vielleicht gar nichts kostet. Wenden Sie sich an die Abo-Abteilung der „Wiener Zeitung“. Sie ist sicherlich bereit, fünf bis zehn Exemplare gratis auch Ihrer Institution zur Verfügung zu stellen. Ich sehe andernorts die „Wiener Zeitung“ gratis aufliegen. Aber Sie sind findig und haben andere Ideen. Es gibt Qualitätsblätter, nicht nur die bekannten, sondern auch aus Bundesländern wie die „Salzburger Nachrichten“ oder die „Kleine Zeitung“- beide mit sehr gutem Österreichteil. Oder Sie bieten gute Magazine wie Geo oder Bücher zum Lesen an.

Dies ist mein Anliegen im Sinne von mehr Medienkompetenz. Versuchen wir die Chance! Wir sind Medien!

Mit besten Grüßen ……..