Archiv der Kategorie: Medienschmankerl

Schweiz: Mulmige Gefühle bei Konzernen

Die OECD und die G-20 erörterten in Paris: Konzerne sollen in jenen Ländern ihre Steuern entrichten, wo sie ihre Umsätze erzielen. Und für sie soll ein Mindest-Steuersatz gelten. Dagegen regt sich Widerstand – so in der Schweiz – dem Sitz großer Konzerne. Diese Analyse biete ich ehrenamtlich auf unserem Blog als Engagierter in der „Vereinigung der Medienkultur . Spenden sind willkommen. IBAN: AT 31 2011 1300 0310 1325

Hans Högl

Es kreisen Bilder von Medien um kuriose Clowns, TV-Politikkomiker und Schauspieler auf der größten Bühne der Welt, dem Fernsehen. So stand gestern der Brite Boris Johnson im Zentrum, vor ein paar Tagen galt der Blick dem siegreichen TV-Star und politischen Komiker und neuen Präsidenten in der Ukraine. Ohne Unterlass vernehmen wir Tweets vom Egozentriker und Geschäfts-Politik-Dealer der USA, dann wieder von politischen Spielernaturen in Italien. Es sind kuriose männliche Politikclowns, die von den Massen aus Verzweiflung über das öffentliche (Un) Wohl gewählt werden. Doch bahnt sich eine Hoffnung an?

In der Schweiz geht eine Angst um. Schweiz liebt internationale Steuer-Flüchtlinge. Doch Konzerne sollen laut OECD nicht sosehr dort Steuern entrichten, wo sich ihren Sitz, ihr Gesäß niederlassen, sondern wo sie ihre Umsätze erzielen. Und es soll eine Mindeststeuer gelten. Da erschrickt der Verband der Konzerne in der Schweiz: das käme einer „substantiellen Erosion des Steuersubstrats“ gleich.

Ecce: Vokabeln mit klassisch-antiken Sprachwurzeln: substantiell, Erosion und Substrat- ein Schleier für das Gemeinte. Und da orten maßgebliche Schweizer Kreise dies als gefährlichsten Angriff der internationalen Gemeinschaft auf die Schweiz. Das käme noch teurer als jener auf das Bankgeheimnis. Aber ereignet sich denn das erörterte Wunder?

Der Schweiz als beliebten Sitz größter Firmen drohen Milliardenausfälle, schreibt die „Neue Zürcher“ am 22. Juli 2019 auf der Titelseite. Denn 400 Fachleute der G-20 Staaten trafen sich bei der OECD in Paris und diskutierten über neue Regeln der Besteuerung. „Doch so gut die Laune des OECD-Steuerchef war, so mulmig dürfte den Teilnehmern aus der Schweiz zumute gewesen sein. Denn die Schweiz gehört zu den Ländern, die wohl die Rechnung für diese „Party“ zahlen müssen. Eine Party – welche Sinn-Verdrehung von etwas, das die Alltagsmoral Vergehen heißt, aber was bisher die Weltpolitik als legal betrachtete.

Und so will der Schweizer Bund, den Schaden begrenzen – mit Bündnispartnern, die da sind: Niederlande, Irland, Luxemburg und – siehe da – auch mit dem so hochgelobten Skandinavien und mit Kanada und Singapur. In der Aufzählung fehlen mir die Londoner City und Steueroasen in den USA.

Und da handelte ein angesehener Kleinstaat im Herzen Europas Jahrzehnte im wohlverstandenen ach` so liberalen Eigeninteresse: Er bietet größten Wirtschaftskonzernen und Leuten mit Supergehältern an, ihren Steuersitz in einem wunderschönen Kantönli zu wählen und Brosamen ihrer Riesengewinne zu versteuern, was dann anderen Ländern und ihren Budgets fehlt. Während kleine und mittlere Betriebe und die Mittelschichten und die kleinen Leute ihren Steuervorschreibungen nachkommen und die Staatsbudgets einigermaßen füllen, entziehen sich die Manager der Großkonzerne und dahinter ihre Financiers ihrer Pflicht und dies ganz legal und mit bisheriger stillschweigender internationaler Zustimmung.

Viele Staaten Europas bieten Sozialleistungen oft nur auf Pump, sind zwar nicht so
hochverschuldet wie Griechenland und Italien, aber doch in einem so gefährlichen Ausmaß, dass sie eines Tages ihre Sozialleistungen nicht mehr stemmen und als Bankrotteure zur Kasse gebeten werden.

In Hamburg wurden 500 in der Elbe getauft

Hans Högl

Gewisse Extra-Ereignisse erfuhr ich durch Bekannte und kennzeichne sie als Medienschmankerl.
In der Regel dringt Solches kaum von der Elbe bis an die Donau.

500 Menschen wurden beim großen Elbtauffest der Evangelischen Kirche in Hamburg gesegnet. „Die Taufe schließt nicht aus, sondern öffnet das Tor zur Welt“, sagte Bischöfin Kirsten Fehrs bei dem Open-Air-Gottesdienst. Insgesamt beteiligten sich 65 Gemeinden und 93 Pastoren, die im Anschluss an die Predigten an verschiedenen Taufstationen in der Elbe und am Strand die Zeremonien vollzogen. Laut Veranstalter handelte es sich dabei um das größte Tauffest Deutschlands. Rund 5000 Gäste waren dabei.(dpa)

VOEST-Chef: Klare Worte beim Abschied

Hans Högl

Wien (OTS) – „Starker Abgang“ lautet der Titel des Interviews, das Esther Mitterstieler mit Voestalpine-Chef Wolfgang Eder geführt hat – zu hören in „Saldo – das Wirtschaftsmagazin“ am Freitag, den 7. Juni um 9.42 Uhr in Ö1 (ORF-Radio). Folgendes Resumé des Interviews brachte die Austrian Presse Agency (apa) und sparte dabei Heikles aus, das wir ergänzen. In den vergangenen 15 Jahren war Eder Vorstandschef. Anfang Juli gibt er diesen Posten ab. Er fragt sich, ob die Stahlindustrie in Europa und Österreich noch eine Zukunft hat, wenn die Politik nicht aufwacht.

Dr. Eder sagte ferner: Ende 1985 war die alte Voest Alpine (ein für Österreich sehr großer Staatsbetrieb) „quasi bankrott„. (Jahrzehntelang musste die Voest von Staatsfinanzen durchgefüttert werden. Verantwortlich waren die Großparteien ÖVP und SPÖ, wobei die SPÖ den Vorrang in Staatsbetrieben hatte. Lange Zeit hatten parteipolitische Aktionen den Vorrang gegenüber dem Wirtschaftlichen. Das ist bekannt und bekunden Voest-Arbeiter klar im Gespräch. Die Zeitschrift „Datum“ erwähnt, dass Frauen von Voest-Arbeitern beim Einkaufen beschimpft wurden). Wolfgang Eder: Es gab 85.000 Mitarbeiter. Er war Koordinator der Strukturreform. Und Ende 1995 hatte die VOEST um 70.000 Mitarbeiter weniger. Exakt 15.070. Ich traute zuerst meinen Ohren nicht und hörte dies noch einmal. Ja – es war zutreffend: Es wurden 70.000 Mitarbeiter abgebaut, entlassen oder freigesetzt. Eder verwendete alle drei Worte. Das war für ihn persönlich d a s einschneidenste Ereignis. Und sein Team war glücklich, und es war der größte Erfolg, dass am 31. August 2005 die letzte staatliche Aktie abgegeben wurde. Sehr wichtig findet Eder, den Mitarbeitern gegenüber sehr ehrlich mitzuteilen, wie es um den Betrieb steht.

Folgendes klammerte die apa-Version aus: Zur politischen Lage sagte Eder: Das Image Österreichs habe in den letzten Jahren sehr gelitten, und viele Kollegen aus dem Ausland begegneten ihm mit „breitem Kopfschütteln“. „Die Regierung Kurz hat viel an Good will verspielt“. Dies betrifft nicht die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, sondern das Image Österreichs. Und dies wirkt sich indirekt auf die Wirtschaft aus. „In den letzten 15-20 Jahren ist in Österreich zu viel Außergewöhnliches passiert“. Und das sieht Eder sehr kritisch.

Ferners stört ihn das Plakative in der politischen Kommunikation. Sein Tipp: „Zuerst denken, dann handeln“. Statt der öffentlichen Meinung nachzuhecheln, sollten sich die Politiker lieber Zeit nehmen, in Ruhe über Zukunftsthemen nachzudenken. Und dies ohne Handy. Eine Auszeit von ein paar Tagen sei in Unternehmen üblich, um eine neue Strategie zu finden, so Eder. In Zeiten der großen Koalition sei oft das Land nur verwaltet worden. In den Phasen der „Alternativregierungen“ sei zumindest am Anfang etwas weiter gegangen. (Eder nannte keine Namen).

Als die wichtigsten Themen für die kommende Zeit sieht Eder, dass die geplante Steuerreform (in die Wege geleitet durch Bundeskanzler Kurz) zu Ende geführt wird, die in die richtige Richtung geht, dann die Entbürokratisierung und schließlich die Frage der Pensionen, um die sich jede Partei drückt. Auch das sparte die Kurzfassung der apa-Nachricht aus.

 

Bevölkerung in Frankreich: Jeder Dritte kommt von auswärts

Hans Högl

Ein Grundanliegen der Medienkultur ist es, sachliche Informationen zu finden. In Vorbereitung auf eine Burgundreise stieß ich auf das wertvolle Buch Günter Liehr: Frankreich. Ein Länderporträt, Berlin 2013. Darin werden im Sinne des Verständnisses für andere Länder und Menschen viele Positiva und Besonderheiten von Frankreich dargestellt, aber auch Aspekte, die aus mitteleuropäischer Sicht nachdenklich stimmen. Dem Buch entnehme ich auf S. 90 folgenden Text.

Klare Zahlen existieren in Frankreich zu keiner Einwanderungsgruppe; denn es dürfen keine statistischen Angaben über Abstammung und Religion gesammelt werden. Minderheiten existieren (formal) in Frankreich nicht. Es gibt nur Staatsbürger, Citoyens. Dem offiziellen Dogma zufolge soll die ethnische Zugehörigkeit keine Bedeutung haben. Die Republik gibt sich farbenblind.

Die Fiktion der Herkunftslosigkeit blendet aber Realitäten aus, die für eine große Zahl von Citoyens von großem Belang sind. So behindert sie die Auseinandersetzung mit Phänomenen wie der rassischen Benachteiligung bei der Arbeitssuche.

Die republikanische Schule steckt in einer Krise. Für die Kinder der Zuletzgekommenen hat die Gesellschaft nur wenige Perspektiven zu bieten. Zu einem großen Teil sind sie in ghettoähnliche Vorstadtsiedlungen abgeschoben, haben meist zwar die französische Staatsangehörigkeit, aber nicht viel mehr. Und gerade Kinder algerischer Immigranten machen permanent die Erfahrung, auf Misstrauen und Vorurteile zu stoßen, die aus kolonialen Zeiten stammen.

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Eine Notiz zu Österreich und Wien: Nun Österreichs Politik ist zuletzt sehr kritisch im In- und Ausland beurteilt worden. Wenig bekannt ist, dass die Stadt Wien seit Jahrzehnten darauf achtet, dass die Großstadt Wien bevölkerungsmäßig durchmischt ist. D.h. die großen Sozialbauten befinden sich in a l l e n Stadtbezirken, auch in sogenannten Nobelgegenden. Ebenso wenig ist bekannt, dass es in Österreich schon seit der Monarchie einen offiziellen islamischen Religionsunterricht in Schulen gibt, der staatlicherseits bezahlt wird.

 

Hervorragende „Wiener Zeitung“

Hans Högl

Wir befürworten als Team in der Medienkultur die bisherige Finanzierung des ORF durch die Gebührenzahler. Dies trägt zu dessen Unabhängigkeit bei. Auch die FPÖ-Angriffe auf Armin Wolf sind im Prinzip zurückzuweisen, wenngleich er in seinem Stil auch gelegentlich fragwürdig ist. Doch der ORF darf nicht immun sein versus partieller Kritik: So verhält sich doch der TV- Sender ORF 1 erwiesenermaßen fast identisch wie ein Privatsender.

Ich höre regelmäßig den weithin anerkannten ORF-Hörfunksender Ö 1. Da gibt es wunderbare Sendungen wie kürzlich im Ö1-Journal-Panorama über die Eroberer von Mexiko und Peru, stammend aus der Extremadura in Spanien. Übrigens: ein Gastbeitrag. Deren Entlohnung ist mehr als mager. Auch andere Sendungen sind zurecht hochgeschätzt: wie z.B. die Radiokollegs, „Menschenbilder“ , Ambiente. Aber mich verwundert die gelegentliche Phantasielosigkeit in der Themenauswahl von Ö 1- Journalen. Da gibt es immer wieder den Lieblingsfeind Trump und die Waffenlobby in den USA. Wie heute früh. Ja, schön und gut. Aber es gibt auch anderes in der Welt. In Spurenelementen erfahre ich etwas über die Korruptionsverteidiger von Rumäniens Sozialdemokraten.

Welche Welt tut sich mir in der Lektüre der „Wiener Zeitung“ auf! So heute: Ich lese von der künftigen Kanzlerin Brigitte Bierlein: von ihrer Kritik an Ex-Innenminister Kickl in Asylfragen, von Ihren Sorgen um die Pressefreiheit in Österreich und den fragwürdigen Inseraten durch Regierungen (aller Parteien!). Und ich lese, dass die Sozialdemokraten in Dänemark vor einem Sieg stehen, weil sie „links und migrationskritisch“ sind und so die Rechtspopulisten halbieren. Ferner erfuhr ich, dass die Bundesforste in OÖ einen Wassernutzungsvertrag mit einer US-Firma geschlossen haben. Weiters: dass das Aramäische, die Sprache Christi, die noch in Maalula bei Damaskus gesprochen wird, in Gefahr ist, zu verschwinden…..Wo höre und erfahre ich das im ORF? Ich lasse mich gern korrigieren! Wer kann denn alles sehen und hören! Ich halte die ausführlichen Texte in Österreichs Qualitätsblättern für sehr wichtig. Ja, selbst im „Kurier“. Mich wundert auch, dass im ORF kaum irgendwann Journalisten der wirklich ausgezeichneten „Kleinen Zeitung“ zu Wort kommen. NB. Der ORF zitiert nie die „Wiener Zeitung“!

Ohrfeigen von Eltern in der Schweiz

Hans Högl

Aus der Schweiz, dem Land des großen Pädagogen J. Heinrich Pestalozzi (gest. 1827), erfahre ich eine Information mit Seltenheitswert. Darum ist dies ein Fund für die „Medienkultur“, und ich weise diese Information unserer Rubrik „Medienschmankerl“zu. In einem Gespräch mit einem Experten konnte der folgende, wirklich überraschende Inhalt der „Neuen Zürcher“ als richtig bestätigt werden. Der Hinweis auf Pestalozzi deutet an, dass dieser große Schweizer Pädagoge schon seit langem für eine liebenswerte Erziehung eintrat, was im Kontrast zur gegebenenfalls vorhandenen Praxis steht. Überraschend dazu ist auch die rechtliche Lage.

„Eine Ohrfeige hat noch niemandem geschadet. Dieser Meinung scheinen viele Eltern auch heute noch zu sein. Laut einer gemeinsamen Studie der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften und der Haute Ecole de Travail Social Fribourg erleben rund zwei Drittel aller Jugendlichen in der Schweiz elterliche Gewalt in der Erziehung. Jeder Fünfte muss sogar schwere Übergriffe wie Fausthiebe oder Schläge mit Gegenständen hinnehmen. Trotzdem landen nur die wenigsten Fälle vor Gericht – wohl auch deshalb, weil körperliche Züchtigung in der Schweiz, im Gegensatz etwa zu Deutschland, noch immer zulässig ist, wenn sie ein «gewisses Mass» nicht überschreitet. Mein Kollege Alois Feusi ist dem Phänomen der elterlichen Gewalt nachgegangen – und hat einen der seltenen Gerichtsprozesse dazu besucht.“

Im Jahr 2017 rückten Angehörige ….Stadtpolizei Zürich und .. Winterthur rund 180-mal wegen familiärer Gewalt gegen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren aus; 2018 waren es etwa 200 Fälle. …Fest steht allerdings, dass die Zahl der nicht ans Licht gekommenen Fälle sehr viel höher liegt. ….Die Forscher befragten 8317 durchschnittlich zwischen 17 und 18 Jahre alte Jugendliche aus zehn Kantonen; 1200 von ihnen leben im Kanton Zürich. Die Befragten besuchten Berufsschulen, Schulen der Übergangsausbildung, Fachmittelschulen und Gymnasien. 41,2 Prozent der Befragten mussten in ihrer Kindheit und Jugend Züchtigungen wie Ohrfeigen, Schubsen und Stossen oder hartes Anpacken hinnehmen. 21,9 Prozent mussten auch schwere Gewalt wie Fausthiebe oder Schläge mit Gegenständen über sich ergehen lassen.–Die Autoren des Forschungsberichts zur elterlichen Gewaltanwendung betonen, dass ihre Stichprobe keine schweizweite Repräsentativität beanspruche. Die Quelle: NZZ-online 20.Mai 2019. Der Text wurde etwas gekürzt.

EU-Wahlkampfbrief der FPÖ als Realsatire der besonderen Art

Die „Soziale Heimatpartei“ und ihre vorgeblichen Patrioten hätten tatsächlich österreichische Interessen in großem Umfang verkauft ? Das könnte das Skandal-Video von Ibiza nahelegen. Umso skuriller ein EU-Wahlkampfslogan der FPÖ: Nur sie würde einen Ausverkauf österreichischer Interessen stoppen..

Udo Bachmair

>>Sie hätten einen großen Teil der Interessen ans Ausland verkauft, von der Umleitung der Bauaufträge bis hin zur Wasserversorgung. Das wäre Korruption pur.
>>Sie hätten-am Rechnungshof vorbei-Millionenspenden für die eigene Partei abgezweigt und damit noch mehr Geld in Inserate und Wahlpropaganda fließen lassen.
>>Sie hätten die „Kronen Zeitung“ -ohnehin viele Jahre auf Strache-Kurs-an eine vermeintliche Oligarchennichte verscherbelt und sie mit „zack zack zack“ noch gefügiger gemacht.

All das und mehr ließe sich aus jenem Video schließen, in dem FPÖ-Chef Strache und sein Adlatus Gudenus offenherzig über die Umgestaltung der Republik sprechen und damit den Eindruck von Machtrausch und Geldgier erwecken.

Da kommt einem auch der Ausspruch des „FPÖ-Wolfs im Schafspelz“, Norbert Hofer, in den Sinn:
„Sie werden sich noch wundern, was alles möglich ist“

Als Realsatire der besonderen Art erweist sich nun ein FPÖ-Wahlkampf-Brief, der heute in den meisten Postkästen gelandet ist. Unter den strahlenden Konterfeis von Strache und EU-Spitzenkandidat Vilimsky heißt es da unter anderem:

„Nur wenn Sie am 26. Mai wirklich zur Europawahl gehen und Ihre Stimme der FPÖ geben, kann der AUSVERKAUF ÖSTEREICHISCHER INTERESSEN GESTOPPT werden.“……

Sand- Abbau gefährdet Umwelt

Hans Högl-Kurznotiz aus NZZ online

In Medien hat es Seltenheitswert, dass über Sand im Konnex der Umweltfrage gesprochen wird. Darum greife ich diesen Kurztext auf. Im Übrigen: Vor einiger Zeit hat auch ARTE über den SAND als Rohstoff eine Doku gebracht.

Das Uno-Umweltprogramm (UNEP) verlangt die Regulierung des Rohstoffs Sand. Sand ist laut Angaben des UNEP der nach Volumen zweitgrösste weltweit gehandelte Rohstoff nach Wasser. Bevölkerungswachstum und Bauboom sowie unregulierter Sandabbau können die Umwelt gefährden. In seinem ersten Sandbericht zeichnet das Uno-Umweltprogramm Gefahren und Lösungen auf.

EU-Wahlkampf: In der FPÖ-Falle

Hans Högl

Einen bemerkenswerten Kommentar schrieb der EU-Korrespondent der als halb-links-sozial-liberal geltenden Tageszeitung „Der Standard“, und zwar THOMAS MAYER am 26. April 2019.

Seine Diagnose: Ein Gutteil der österreichischen Medienbranche konzentriert sich ausschließlich auf e i n Feindbild, die FPÖ, anstelle selber konstruktive Lösungen zu bieten. Und gerade damit stärkt man diese Gruppierung, die immer wieder sehr Bedenkliches von sich gibt. Von einem Mitarbeiter Jörg Haider weiß man, dass Haider dieses Spiel der Provokation bewusst und wiederholt praktizierte und sich so in den Mittelpunkt des Interesses schob. So verkündigte Haider das ganze Land Kärnten großspurig als völlig tschetschenenfrei- es gab damals einen einzigen Tschetschenen, von dem er Kärnten befreite…

Es gilt die Frage zu stellen, warum die nationalistischen Parteien in Europa soviel Auftrieb erfahren, darauf gab Prof. Ötsch bei unserer Veranstaltung im Presseclub Concordia teilweise ganz andere Antworten, als immer nur den Verweis auf die populistische Sprache. Er deutete das Wiedererstehen der Rechten auch als Folge der Finanzkrise (die Verantwortlichen wurden nie zur Rechenschaft gezogen) und mit der reellen Situation der Einkommenseinbußen breiter Kreise und er sagte auch, dass in Osteuropa es schwere Fehler eben sozialdemokratischer Parteien waren, die zum Aufstieg von Rechtspopulisten wie in Ungarn beitrugen.

Zuletzt leisteten die Sozialdemokraten Rumäniens ein Schmuckstück, indem sie jede Korruption per Gesetz als nicht strafwürdig deklarierten. Warum fehlt dazu der große Aufschrei? Heute wählt Spanien: Vergessen wir nicht: in Andalusien beträgt die Arbeitslosigkeit 20 % und nach Andalusien drängen nun viele illegale Migranten als Ersatz für die gesperrte Balkanroute. Wir werden erfahren, wie die rechtspopulistische Partei Vox abschneidet. Den Spaniern, die Vox wählen, missfällt auch, dass die Sozialdemokraten Spaniens -laut Wiener Zeitung- die Kreuze und Bilder der Monarchie aus den Schulen entfernten und die Konservativen dies nicht rückgängig machten.

Der Kommentar selbst im Wortlaut:

Muss die FPÖ täglich demonstrativ geächtet werden, so wie andere Rechte quer durch Europa? Der Intensivwahlkampf zu den Europawahlen hat in Österreich gerade erst begonnen. Er wird relativ kurz ausfallen, denn schon in vier Wochen sind die Bürger dazu aufgerufen, sich für eine von sechs wahlwerbenden Parteien oder die Liste von Johannes Voggenhuber zu entscheiden. Ideologisch gesehen wäre die Bandbreite dabei also gar nicht so klein für ein EU-Land, in dem nur 18 von insgesamt 751 Mandaten im Europäischen Parlament zu vergeben sind.

Aber noch bevor diese ihre Klingen politisch so richtig gekreuzt haben, scheint es wieder einmal nur noch ein großes Thema zu geben: die FPÖ. Nicht dass extremistische Ausritte in deren Reihen zu ignorieren wären. Die Frage „Wie hältst du es mit den Blauen?“ ist aber so überbordend, dass alle anderen europarelevanten – und in Wahrheit viel wichtigeren – Themen verdrängt werden: Wer hat die besten Konzepte zum Klimawandel? Zur Schaffung von Jobs? Zur Bewältigung der Folgen der Digitalisierung, der Migration? Zur lebenslangen Weiterbildung? Und, und, und.

Stattdessen geht es im Kreis, um die FPÖ. Muss sie demonstrativ täglich geächtet werden, so wie andere Rechte quer durch Europa? Fragwürdige Positionierung Den bisher negativen Höhepunkt lieferte SPÖ-Spitzenkandidat Andreas Schieder in der „ZiB 2“ des ORF. Gleich zwei Mal hielt er ein Bild von Lega-Chef Matteo Salvini in die Kamera, der eine Maschinenpistole in Händen hält – ganz so, als wäre Italiens rechter Innenminister ein Amokläufer. Viel tiefer können sich ernsthafte Parteien im EU-Wahlkampf nicht positionieren: Indem sie stilistisch wie ihre rechten Gegner werden.

Die blauen Wahlstrategen dürfen sich freuen. Noch bevor sie mit ihren EU-skeptischen Slogans so richtig losgelegt haben, sind sie schon wieder in aller Munde. Alle gegen die FPÖ: In der schrillen Polarisierung fühlen sich freiheitliche Politiker am wohlsten. Ein Grund, warum Kleinparteien dann oft Probleme bekommen. Man kennt das von früheren Wahlen zur Genüge. Die sogenannten proeuropäischen Parteien diverser Richtungen täten gut daran, sich in Wahlkämpfen durch Ideen zu unterscheiden, mit Lösungen, ja sogar mit positiver Stimmung und Konzepten für das zukünftige Europa Wahlkampf zu betreiben – für ihre Sache, nicht nur gegen etwas. Eines fällt EU-weit übrigens auch auf: Die Rechtsparteien beherrschen das Handwerk zu mobilisieren, sie hauen sich rein. Die traditionellen Volksparteien sorgen hingegen kaum für Begeisterung. (Thomas Mayer, 26.4.2019) –
derstandard.at/2000102122621/EU-Wahlkampf-In-der-FPOe-Falle

Junge Praktikanten in Brüssel

Hans Högl- Medientipp angesichts der EU-Wahl

NEUE KRÄFTE FÜR DIE EU.Junge Praktikanten in Brüssel.
Reportage, Erstausstrahlung.Deutschland, 2019

Sie sind jung, haben einen sicheren Job gekündigt, um in Brüssel ein Praktikum von fünf Monaten in den EU-Institutionen zu machen. Die EU ist für sie attraktiv, denn sie hat Macht und ist für die Karriere nützlich. Mit der Schottin Rosie Birchard und dem Deutsch-Uruguayer Jeremy Dommnich schaut ARTE hinter die Kulissen der EU-Institutionen.

19:40 – 20:10, ARTE- 03.05. FREITAG