Archiv der Kategorie: Medienschmankerl

130 km/h auf deutschen Autobahnen?!

Hans Högl

Welches Medium und welche Person hätte es  vor ein paar Jahren zu schreiben oder zu sagen gewagt, dass Dieselautos in deutschen Großstädten verboten würden. Das würden doch die übermächtigen Autolobbies niemals zulassen, ist doch der übliche Sager. Und nun kommt es vielleicht noch dicker: Es erwägt eine Kommission im Auftrag  des deutschen Verkehrsministeriums im Sinne der Klimaziele die Geschwindigkeit auf Autobahnen auf 130 k/h zu begrenzen. Ob das nicht einen Wirbel bei den Porsche-Fahrern hervorruft mit Flüchen wie: Wo bleibt da die Freiheit?

 

Silicon Valley stellt Philosophen ein

Gastbeitrag aus Neuer  Zürcher (27.12.18) (H.HÖGL)
Amerika entdeckt die Philosophie als Fitnessstudio des Geistes. Laut Medien wie «Business Insider», «Wired» oder «Forbes» werden im Silicon Valley reihenweise Chief Philosophy Officers und praxisorientierte Philosophen eingestellt. Das kritische Hinterfragen der Geschäftsstrategie, analytisches Denken in komplexen Systemen, die Fähigkeit, präzis zu formulieren und den Blick aufs Ganze zu bewahren, seien entscheidende Voraussetzungen für Innovation und Profit. Gemäss Alison Simmons, Vorsteherin des Philosophie-Departments an der Harvard University, beschäftigen die Studierenden derzeit besonders die ethischen Implikationen der technologischen und wirtschaftlichen Durchdringung unserer Lebenswelt. Die philosophischen Fakultäten haben Auftrieb.

US-Militärbudget 2018: 716 Mrd.$

Kurznotiz aus der Wiener Zeitung (Hans Högl)

Es sind manchmal sehr kurze Meldungen, die im Sinne der Medienkultur extrem relevant sind.

Präsident Trump hofft mit Russland und China in der Zukunft über die Abrüstung verhandeln zu können, schrieb die Wiener Zeitung am 4. Dez.

Trump auf Twitter: „Die USA gaben in diesem Jahr 716 Milliarden Dollar (für Rüstung) aus. Verrückt.“

China erobert die Welt

Medientipp von Baobab. Globales Lernen (Wien)

Die Welt des Xi Jinping.

ARTE Die 19.Dez.  20.15- 21:30   Frankreich, 2018, Dokumentarfilm, Erstausstrahlung

Unter der Führung des übermächtigen Xi Jinping ist China auf dem Weg zur führenden Weltmacht des 21. Jahrhunderts. Welche Ziele verfolgt der geheimnisvolle Autokrat, der in seiner Jugend tief durch den Maoismus geprägt wurde? Was ist sein Antrieb? Innenpolitisch strebt Xi nach der „perfekten Diktatur“, außenpolitisch möchte er die internationalen Regeln neu schreiben. ARTE zeichnet den Aufstieg und die politischen Zukunftspläne des chinesischen Präsidenten nach.

 

 

Österreich – auch Industrieland

Kurznotiz (Hans Högl)

Der (deutsche) Urlauber sucht Österreichs Berge oder Wien auf. Weniger geläufig ist das Bild Österreichs, dass es sehr gute Ingenieure und Maschinenbauer hat. Wieviele wissen, dass BMW-Motore in Österreich gebaut werden? Darum bringen wir folgende Notiz- auch für uns Österreicher selbst.

Erster BMW 24 bei Magna Steyr in Graz vom Band gelaufen.

Dies ist neben dem BMW 5 der zweite in Österreich produzierte Bayer. Seit 2003 wurden mehr als 1,2 Mio BMW und Mini-Modelle in Österreich produziert. Neben dem BMW Werk in Dingolfing. Wr. Zeitung

Leben im Wald: Filmtipp

Hans Högl

Die Wiener Zeitung gibt zurecht dem Film vier von fünf positiven Sternchen. Der Film basiert auf einer wahren Geschichte. Ein  Kriegsveteran umgeht die Zivilisation, indem er mit seiner halbwüchsigen Tochter in  Wäldern haust und  davon lebt, was die Natur hergibt.  Doch das bleibt nicht unbemerkt und die Polizei verpflichtet die beiden zur Wiedereingliederung. Ein eindrucksvoller Film -ohne das übliche Herumballern. Er zeigt den wertschätzenden Bezug von Vater und Tochter. Die Regisseurin über das Mädchen: dies ist kein Typus des heutigen Amerika. Ein Film auf  Englisch mit deutschen Untertiteln: Leave No Trace (Lasse keine Spur).  USA 2018

Bulgarien: Aufdecker-Journalisten festgenommen

Hans Högl

Gastbeitrag. Bulgarisches  “ Wirtschaftsblatt“

Bulgarien ist für westliche Medien ein Niemandsland. Diese Lücke möchte ich schließen.
Der Journalist der Webseite BIVOL , Dimitar Stoyanov, und sein rumänischer Kollege Atila Biro von RISE Project sind von der bulgarischen Polizei  vor einiger Zeit, wie jetzt bekannt wird,  verhaftet worden. Dies geschah, nachdem sie über die Vernichtung von Dokumenten  über erhebliche Missbräuche mit Mitteln aus den europäischen Förderfonds Alarm geschlagen hatten, schreibt das „Wirtschaftsblatt“in der Online-Ausgabe.  Die Journalisten enthüllten,  wie sich das große Bauunternehmen GP Group  Aufträge verschaffte. Das kam durch ein kompliziertes Netzwerk  zustande. Ihre   Büros befanden sich im selben Gebäude wie diese von GP Group. Alle Dokumente, die Bivola untersuchte, führten zu GP Group, die mit dem vertrauten Freund des Premiers Boyko Borisov, dem Chef von Lukoil Bulgaria Valentin Zlatev, verbunden ist, sowie zu russischen Oligarchen, die ein Geschäft in Bulgarien betreiben. Der Aufstieg von GP Group ging Hand in Hand mit dem Business von Lukoil, weil das Unternehmen Auftragnehmer all ihrer Projekte war. Ebenso war die Firma an den Projekten im Familienunternehmen von Zlatev beteiligt. Ihr Eintritt in den Bereich des Infrastrukturbaus geschah  während der ersten Premier-Amtszeit von Borisov.  Im September 2012 kam zu den drei Aktionären von GP Group ein neuer hinzu – Stefan Filipov Totev. Nach den Worten der Parteiführerin der Bewegung 21 Tatyana Doncheva ist das „der Zahnarzt des Premiers“. Sei es zufällig oder nicht, fiel der Einstieg von Totev in die GP Group mit einem Zeitraum zusammen, in dem das Unternehmen Aufträge für Hunderte von Millionen an Land zu ziehen begann. Die meisten von denen wurden im Rahmen von europäischen Programmen vergeben – es handelte sich dabei um den Bau von U-Bahn-Strecken, Straßen, Sporthallen, um Wasserprojekte  usw.
Die beiden Reporter wurden festgenommen, nachdem sie einen Bericht über die Vernichtung von Dokumenten im Rahmen des von ihnen untersuchten Falls erstattet hatten. Darin wurde beschrieben, wie das komplizierte Korruptionsschema zur Abzapfung von EU-Mitteln bis hin zur höchsten Verwaltungsebene reichte. Dank der blitzschnellen Reaktion des rumänischen Botschafters waren die Journalisten einige Stunden, nachdem sie festgenommen worden waren, befreit.

Urlaubstage und Freiwilligenarbeit

Hans Högl. Beitrag wegen konstruktiven Journalismus

Nach deutschem Vorbild sollen österreichische Arbeitnehmer/innen, die sich freiwillig engagieren, laut Bundesjugendvertretung bis zu fünf freie Tage bekommen. Bundespräsident Van der Bellen sagte in seiner Rede zum Nationalfeiertag: „Fördern wir mündige, selbständige und mitfühlende Bürgerinnen und Bürger“.

Laut Sozialministerium leisten 46 Prozent der Österreicher ab 15 Jahren in irgendeiner Form Freiwilligenarbeit. Wir beziehen uns hiermit auf die „Wiener Zeitung“ ( 7. Nov).  Es soll   die Diskussion darüber angestoßen werden, und Ziel ist ein Rechtsanspruch.

 

Europa-Visionär: Richard Coudenhove-Kalergi und Familie

Hans Högl

Am 24.Oktober bringt 3-sat einen Film über die Familie des Pan-Europa-Gründers Richard Coudenhove-Kalergi. Dies hat  Seltenheitswert. Die Wiener Historikerin Helene Maimann ist  Regisseurin des Films. Warum ich das aufgreife: Im Namen der Medienkultur erinnerten wir vor ein paar Jahren an diesen weithin vergessenen Visionär Europa im Haus des Europäischen Parlaments und freuen uns, dass daran indirekt angeknüpft wird.

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Keine Agrarprodukte von Afrika?

H a n s H ö g l

Erstaunliches lese ich eben im Wiener Gratisblatt „Heute“, noch dazu auf Seite zwei unter News Flash: Da heißt es auf sieben kurzen Zeilen: Deutschlands Entwicklungsminister Gerd Müller will einen Zollstop für afrikanische Agrarprodukte. Das irritiert mich. Ich finde Näheres in deutschen Medien, keinen Hinweis im „Standard“, aber eine Kurzmeldung in der Wiener „Presse“ fasst dies klar zusammen.

Es war ein flammender Appell, den der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller am Mittwoch in einem Interview in Richtung Brüssel äußerte: „Öffnet die Märkte für alle afrikanischen Güter.“ Nur wenn Europa Afrika in der Landwirtschaft zum Selbstversorger und Exporteur werden lasse, könnte sich dort die Wirtschaft entwickeln und Arbeitsplätze entstehen, so Müller weiter. Und das sorge dann auch dafür, dass der Migrationsdruck Richtung Norden geringer würde.“

Dies ist endlich wieder ein Zeichen von konstruktivem Journalismus, also im Sinne von Problemlösung, und der deutsche Minister verwendet Worte wie „öko-sozial und Global Marshallplan“ -wohl bezogen auf das subsaharische Afrika.  Es sind Ideen, die Josef Riegler, ein früherer österreichischer Minister, immer noch und wieder bei Vorträgen darlegt, aber Riegler sagt im kleinen Kreis:: „Die Eliten greifen meine Ideen nicht auf.“ Ob sich dies nach Jahrzehnten ändert? Riegler wird wie in Wien bei der „Berta von Suttner-Mission“ auch Ende September bei einem Kongress in Schladming darüber reden. Den Kongress organisiert EVAL, eine Gruppierung innerhalb der „Initiative Zivilgesellschaft“.