Archiv der Kategorie: Medienschmankerl

Türklinken und Corona-Virus

Text-Übernahme vom Deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung (Hans HÖGL)

Eine Übertragung des Virus über Lebensmittel oder importierte Produkte ist laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung unwahrscheinlich. Dennoch sollte man sich regelmässig die Hände waschen und die Hygieneregeln bei der Zubereitung von Lebensmitteln beachten. Da Viren hitzeempfindlich sind, könne das Risiko durch das Erhitzen von Lebensmitteln verringert werden.

Wie stabil Coronaviren sind, hängt von vielen Faktoren ab. Dazu gehören Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Beschaffenheit der Oberfläche. Im Allgemeinen sind Viren nicht besonders stabil auf trockenen Oberflächen, schreibt das Bundesinstitut für Risikobewertung. Das Virus könne allerdings bis zu drei Stunden als Aerosol, bis zu 24 Stunden auf Karton und bis zu zwei bis drei Tagen auf Edelstahl und Plastik infektiös bleiben. Durch direktes Niesen oder Husten einer infizierten Person können die Erreger auf Besteck oder Geschirr gelangen und dort eine Zeit lang überleben. Eine Infektion über Türklinken sei theoretisch auch möglich, allerdings nur, wenn die Viren durch Husten oder Niesen direkt auf die Klinke gelangen würden. Ist beim Niesen oder Husten kein Taschentuch bereit, sollte man die Armbeuge vor Mund und Nase halten. Generell wird davon abgeraten, sich mit den Händen ins Gesicht zu fassen.

Medien: Coronakrise. Rückblende auf Rinderseuche, Schweinegrippe. 

Hans Högl

Ein Rückblick in die Medienwelt ist wertvoll, Misstrauen eine Königstugend. Zur  Rinderseuche (BSE) im Jahr 2001 traf der Medienexperte Wolf Schneider eine sehr kritische Medienbeurteilung. Sicherlich: die Corona-Krise existiert und bisher starben daran hunderttausende. (Laut NZZ online waren es am 14. Mai 2020 es 292.000 Menschen). Die tödliche Gefahr durch den Corona-Virus besteht. Aber es gilt die Dimension einer Krise abzuschätzen und etwas über die mediale Präsentation zu reflektieren.

Wer traf folgende Aussage? Es war Wolf Schneider, der 16 Jahre die renommierte Hamburger Journalistenschule leitete. Er war jahrzehntelang journalistisch tätig: für die „Süddeutsche“ war er Korrespondent in Washington, Chef vom Dienst beim „Stern“, Chefredakteur bei der „Welt“ und „Geo“-Reporter. Seine Evaluation ist zu lesen in  Schneider/Paul-Josef Raue: Das neue Handbuch des Journalismus und des Online-Journalismus, Hamburg 2012 (rororo) in der überarbeiteten Neuausgabe. Die Zitate finden sich auf Seite 17.

Nun zu  bestürzenden Aussage: Millionen Deutsche lebten wegen der Rinderseuche in großer Angst. Im Januar 2001 galt den Deutschen der Rinderwahnsinn als ihre größte Sorge, vor der Arbeitslosigkeit. „Der bereits angesprochene Rinderwahnsinn von 2001 wie auch die Schweinegrippe von 2010 waren Seuchen, die nicht nur durch Viren und Bazillen, sondern durch Journalisten verbreitet wurden.“ (Ebenda).

An BSE (Rinderwahnsinn) starb in Deutschland nicht ein Mensch, aber Millionen leben in Angst“….„An der Schweinegrippe starben damals weit weniger Deutsche als an der einheimischen Wintergrippe, und frühzeitig tauchten Indizien auf, dass die Pharmaindustrie hier eine Hysterie anzettelte, um sich Milliarden in die Taschen zu schaufeln. Niemals gab es einen seriösen Grund, eine der beiden Nachrichten aufzumachen; ins Vermischte hätten sie gehört.“. „Aufmachen“ meint etwas zu Schlagzeilen zu machen, um größte Aufmerksamkeit zu erreichen.

Zur Schweinegrippe liest man in Wikipedia in einem ellenlangen Artikel schließlich den Satz: Bis zum 25. Oktober 2009 waren der WHO weltweit mehr als 440.000 laborbestätigte Infektionen mit dem H1N1-2009-Virus („Schweine-Grippe) gemeldet worden, von denen mindestens 5.700 tödlich verliefen. Lassen wir diese Zahl auf der Zunge „zergehen“: Weltweit 5.700 Todesfälle! Das ist die Einwohnerzahl einer mitteleuropäischen Kleinstadt oder Marktgemeinde. Und da wird von weltweiter Pandemie gesprochen.

 

Coronafälle schon im Oktober 2019 in Wuhan bei Militärwettspielen?

Hans Högl:

Im Qualitätsblatt des Wiener „Standard“ fand sich in der Rubrik Etat am 9. Mai 2020, 07:00  online eine äußerst bemerkenswerte Nachricht. Da diese Information sonst- wie es scheint- kaum beachtet wurde, bringen wir diese auf dem Blog der Medienkultur. Der Verfasser: Sigi Lützow. Der Titel:  Coronapandemie: Ein militärischer Anfangsverdacht.

Jannis Bonek neigt nicht zum Dramatisieren. Der 20-jährige Wiener würde niemals behaupten, einer der ersten Österreicher gewesen zu sein, die mit dem Coronavirus in Berührung gekommen sind. Es spricht einiges dafür, dass Jannis Bonek schon Ende Oktober des Vorjahres an Covid-19 erkrankt war, „es spricht aber auch einiges dagegen“, sagt der Orientierungsläufer.

Jannis Bonek in Wuhan bei seinem wegen Corona idealen Sport: „Im Orientierungslauf ist ja jeder Kontakt mit anderen verboten.“Foto: Mike Gottlieber

 

Sportlerkollegen, die wie Bonek vor einem halben Jahr an den Militärweltspielen in Wuhan teilgenommen haben, sind da weniger zurückhaltend. „Als wir in Wuhan eingetroffen sind, sind wir alle erkrankt. Auch viele Athleten anderer Delegationen“, sagte der italienische Fechter Matteo Tagliariol dem Corriere della Sera. Der 37-jährige Degenolympiasieger von 2008 fieberte nach seiner Heimkehr aus China hoch, konnte kaum atmen. Schließlich habe sich sein zweijähriger Sohn infiziert, dann seine Freundin. Als die Pandemie im Entstehen war, lag für Tagliariol der Schluss nahe: „Das war Covid-19.“

Schweiz-Corona-Grundrechte

Hans Högl. Text aus NZZ.online 9.Mai 2020

Nicht nur das Parlament, auch die Schweizer Bevölkerung begegnet dem grössten Grundrechtseingriff seit dem Zweiten Weltkrieg mit bemerkenswerter Indifferenz: Bewegungs-, Versammlungs- und Wirtschaftsfreiheit wurden bereitwillig preisgegeben. Hätte der Bundesrat Mitte März eine Ausgangssperre verordnet, wäre dieser Entscheid wahrscheinlich kaum hinterfragt worden.- Erstaunlich? Nicht wirklich. Bereits Gustave Le Bon beschrieb in seinem 1895 erschienenen Buch «Psychologie der Massen», wie sich die Menschen unter dem Eindruck einer Bedrohung auf ein gemeinsames Ziel einigen und zusammenrücken. Da wird nicht mehr aufgemuckst. In einer Güterabwägung zwischen Freiheit und Gesundheit haben wir uns für die Gesundheit entschieden. Wir mussten zusehen, wie das Gesundheitssystem in Norditalien zusammenbrach und die Armee die Toten in Lastwagen abtransportierte. Wir haben gesehen, wie schnell sich das Virus auch in der Schweiz ausbreitete. Mit einer solchen Gefahr vor Augen war der vorübergehende Verzicht auf Bürgerrechte nachvollziehbar. Freiheit bedeutet auch, dass man sie freiwillig einschränken kann. Zumindest eine Zeitlang.

Kein Zutritt für Hunde und Alte: Bedenklich ist dagegen, wie lange wir uns weigerten, nur schon laut über die Verhältnismässigkeit der Massnahmen nachzudenken. Doch die Grundrechtseingriffe…gehen weit über polizeiliche Kontrollen der Zufahrt zum Alpstein hinaus: Als der Kanton Uri allen über 65-Jährigen Hausarrest erteilte, pfiff ihn der Bundesrat zwar zurück. Doch den Tessiner Staatsrat liess er wochenlang gewähren. Senioren, die es trotz Einkaufsverbot wagten, einen Negozio aufzusuchen, oder keine andere Wahl hatten, weil die Nachbarschaftshilfe versagte, mussten damit rechnen, weggeschickt zu werden. An nicht wenigen Ladentüren klebte neben dem Schild «Vietato l’ingresso ai cani» (Eintritt für Hunde verboten) ein Zettel mit der Aufschrift Eintrittverbot für Menschen über 65.  

SPD will ein Aus der US-Atomwaffen

Hans Högl -Medienschmankerl

SPD-Spitze will US-Atomwaffen aus Deutschland verbannen

Partei- und Fraktionsführung sprechen sich gegen die nukleare Teilhabe der Bundesrepublik aus. Die Sozialdemokraten positionieren sich so für die Zeit nach Merkel und wollen offenbar ein grosses Kampfjet-Geschäft mit den USA verhindern, auf der Atomwaffen transportiert werden können. Quelle NZZ

Tele-Gymnastik. Medientipp

Hans Högl

Das Bayerische Fernsehen bringt während der Woche anschaulich und brauchbar Tele-Gymnastik für Jung und Alt.

Dauer 15 Minuten. Je ab 8:20 und ab 9:30.

Die Angebote sind unterschiedlich z.B.Gesunder Rücken, Happy Balance, Entspannungstraining, Fit auch ohne Sport, Prävention Osteoporose, Tanz-Aerobic, Schlank und Fit, Yoga-Pilates…

Afrika und Coronakrise

Kurztext aus den Salzburger Nachrichten (11.4.2020)

Langsam breitet sich die Coronakrise auch in Afrika aus, und die Salzburger Nachrichten gönnen uns einen Blick auf Gesundheitssysteme in Afrika, was zu denken gibt. Hier in aller Kürze und ohne langen Kommentar.

In Nigeria stehen laut einer Studie bloß 120 Intensivbetten für 195 Millionen Einwohner bereit. Äthiopien meldet 50 Beatmungsgeräte für 109 Millionen Einwohner.Ein Trost: In Afrika sind nur 3 % der Menschen älter als 65 Jahre. (Hans Högl). Ja, nicht sehr weit hat es unsere Moderne gebracht.
NB. Österreich verzeichnet am Karfreitag alleine 1.000 freie Intensivbetten.

Blick auf vielfältiges Sterben

Bemerkenswerter Textausschnittt aus dem Newsletter der österr. ARGE Schöpfungsverantwortung:

Ein nüchterner Blick auf breitere Realität

Vor allem darf eines nicht übersehen werden: Das Corona-Sterben ist nur eines von vielen Massensterben auf unserem Planeten! Gleichzeitig sterben zahllose Menschen an den Folgen der Luftverschmutzung, der Wasser- und Bodenvergiftung, der Atomkraft und Gentechnik, der Abholzung und Verbrennung der Wälder, durch Waffeneinwirkung, Drogenkonsum, an Krankheiten, die eigentlich leicht behandelbar sind, und an Zivilisationskrankheiten. Darüber hinaus sterben täglich mehr und mehr Tier- und Pflanzenarten aus.(Zitat von Hans Högl)

Risiken der Weltgesellschaft

Hans Högl. Hinweis auf das Buch von Ulrich Beck: Risikogesellschaft (1986)

Es macht perplex, wie hellsichtig der Soziologe Ulrich Beck 1986 auch die Schattenseiten der Globalisierung für die Weltgesellschaft sieht: die Gefahren der atomaren Rüstung und die ökologischen. Sinngemäß betrifft dies auch weltweite Gefahren durch gefährliche Viren.

Ulrich Beck: „Die Potenzierung der Risiken lässt die Weltgesellschaft zur einer Gefahrengemeinde schrumpfen“.
„Der Machtgewinn des technisch-ökonomischen Fortschritts wird immer mehr überschattet durch die Produktion von Risiken.“Diese lassen sich nur in einem frühen Stadium als latente Nebenwirkungen legitimieren. Die Risikoproduktion lässt sich nicht mehr lokal und gruppenspezifisch beschränken, sondern enthält eine Globalisierungstendenz.

Woher kommt das Wort „Quarantäne“?

Hans Högl- Rückgriff auf die Wiener Zeitung

Zum Wort Quarantäne.Das maßgebliche Wörterbuch zur Herkunft von Wörtern ist das Buch (Friedrich) Kluge: Etymologisches Wörterbuch. Demnach kommt das Wort Quarantäne vom französischen Ausdruck „quarantaine“(italienisch:quaranta, Latein: quadraginta).

Das ist eigentlich die Anzahl von 40 Tagen. Die Benennung erfolgte – so R. Sedlacezek in seiner Spalte in der Wiener Zeitung (25.3) nach der früher üblichen vierzigtägigen Hafensperre für Schiffe mit seuchenverdächtigen Personen, und er geht auf biblische Hintergründe der Zahl 40 ein. Für Personen, die sprachinteressiert sind, ist diese Spalte in der Wiener Zeitung von Interesse.