Archiv für den Monat: Dezember 2019

Riesige Summen mit Waffenverkauf

dpa meldet:

Weltweite Rüstungsindustrie verkauft um 4,6 Prozent mehr Waffen.

2018 verkauften die 100 wichtigsten Produzenten von Rüstungsgütern Waffen und militärische Dienstleistungen im Gesamtwert von 420 Milliarden Dollar ( 380 Milliarden Euro), wie das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri in einem am Montag veröffentlichten Bericht mitteilte. Das waren 4,6 Prozent mehr als im Vorjahr.  Weil ausreichende Daten aus China fehlen, werden Güter aus der Volksrepublik von Sipri nicht berücksichtigt.

Absoluter Spitzenreiter bei den Waffenverkäufen bleiben die USA, die 7,2 Prozent mehr Waffen verkaufen als 2017 und somit 59 Prozent aller Verkäufe ausmachten. Erstmals seit 2002 – seit dem Jahr verfügt Sipri über vergleichbare Daten inklusive Material aus Russland – nehmen Konzerne mit Sitz in den Vereinigten Staaten gleich alle fünf Toppositionen unter den führenden Rüstungsunternehmen ein.

Die Zahlen der vier gelisteten deutschen Konzerne sanken dagegen insgesamt um 3,8 Prozent. Wachsenden Lieferungen militärischer Fahrzeuge von Rheinmetall an die Bundeswehr stand laut Sipri ein Rückgang der Verkaufszahlen beim Schiffbauer ThyssenKrupp entgegen. Damit hat Deutschland einen Anteil von 2,0 Prozent an den weltweiten Waffenverkäufen

Schweizer u. ORF- Publikumsrat. Termine 2020

Hans Högl

Der Österr. Rundfunk (ORF) hat einen Publikumsrat, also eine Hörer- und Sehervertretung. In dieser Art existiert er nicht beim ZDF und nicht bei der ARD. Über die Effizienz des ORF-Publikumsrates gibt es geteilte Meinungen: Die Idee ist gut, die Umsetzung nicht immer befriedigend, und dessen Bekanntheit ist recht begrenzt. Immerhin: Es gibt seit Neuestem eine größere Anzahl jüngerer Publikumsräte.

In der Schweiz erfassen die vier regionalen Publikumsräte auch private Medien.Sie sind auch nicht nicht sehr bekannt. Roger Blum (Prof. der Publizistik) verfasste ein Buch über die eingehenden Beschwerden in der Schweiz und über die fundierten Antworten.(Roger Blum: Unseriöser Journalismus). 80 % der Beschwerden wurden als unsachgemäß widerlegt. Immerhin erfahren die Beschwerdeführer eine klare Antwort. Das trägt zur Medienkompetenz bei.

An den Plenarsitzungen des ORF-Publikumsrats kann das Publikum teilnehmen. Sie sind – im Gegensatz zu den Sitzungen der Arbeitsausschüsse – öffentlich. Die Sitzungen finden im ORF-Zentrum, 1136 Wien, Würzburggasse 30, im Großen Sitzungssaal, statt.Tatsächlich kommen sehr wenige Gäste.

Sitzungstermine 2020
Donnerstag, 12. März 2020, 10.00 Uhr
Donnerstag, 4. Juni 2020, 10.00 Uhr
Donnerstag, 10. September 2020, 10.00 Uhr
Donnerstag, 26. November 2020, 10.00 Uhr

Unerwünschte E-Mail Werbung. Für Sammelklagen!

Hans Högl

Endlich ist es mir gelungen, eine Adresse zu finden, mit der ich Werbe-Mails abbestellen konnte. Daraufhin erhielt ich folgende Antwort:

vielen Dank für Ihre Nachricht! Ihren Widerruf der Zustimmung zur Kontaktaufnahme über alle Kanäle gemäß § 107 (1) TKG 2003 nehmen wir hiermit zur Kenntnis und versichern, dass wir Sie auf diesem Wege nicht unerwünscht zu Werbezwecken kontaktieren werden, bis Sie uns Ihre explizite Einwilligung erteilen.

Was bedeutet das für Sie? Wir werden künftig keine Gelegenheit mehr haben, Sie per Telefon oder elektronischer Kommunikation (z.B. E-Mail, SMS) über unsere Produkte und Dienstleistungen, sowie Sonder- und Werbeaktionen (z.B. Test- und Folgeangebote, Gewinnspiele, Presse-Shop etc.) informieren zu können.
Sie können uns die Einwilligung dazu jederzeit gerne erteilen.

Ja, das will ich nicht. Ferner erwähne ich Werbe-Mails von Amazon. Mit No Reply verhindert Amazon ein Abbestellen. Ohne recht zu wissen, ist man Vorzugskunde und dann trudelt die Aufforderung ein, per Kreditkarte monatlich einen Beitrag zu entrichten. Eine Kreditkartenfirma teilt einem mit, man könne die Beträge zurückfordern. Hier gilt es wiederum die richtige Adresse zu finden. Solche Methoden und andere Anliegen sollten Grund genug für Sammelklagen sein. Dagegen haben sich Deutschland und Österreich ausgesprochen, obwohl die EU dies plant.

Vorbildhaft: Nachrichten in einfacher Sprache

Hans Högl

Manchmal liegen Ideen sozusagen in der Luft. Am 19. November wies ich auf unserem Blog darauf hin- und ebenfalls vor ein paar Tagen in der Generalversammlung der „Vereinigung für Medienkultur“, dass der Deutschlandfunk und das Schwedische Fernsehen in vorbildhafter Weise Nachrichten-Texte in einfacher Sprache bringen. Dies sei auch nun teilweise bei der Österr. Presseagentur APA der Fall, wurde ergänzt.
NB.Ich habe von diesem Anliegen auch die ORF-Abteilung Public Value informiert.

Eben heute wird in orf.news.at ERFREULICHERWEISE mitgeteilt:

ORF III präsentiert diese Woche im Rahmen der Sendung „Österreich Heute – das Magazin“ um 19.30 Uhr erstmals Nachrichten in Einfacher Sprache. Redaktionell betreut wird die Aktion von „Österreich Heute“-Moderatorin Vera Schmidt, die von der inklusiven Lehrredaktion des „Kurier“ unterstützt wird.Die Lehrredaktion, finanziert durch den Fonds Soziales Wien (FSW), bietet sechs Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit, täglich drei bis fünf Nachrichten in Einfacher Sprache zu produzieren.

In unserer Generalversammlung kam auch zum Ausdruck, dass es im Fernsehen sehr viele Sendungen zum Kochen gibt, aber kein Sprachangebot, um leicht Deutsch zu lernen. Dies ist eigentlich erstaunlich für den ORF, wo er sich doch verbal sehr für Offenheit versus Migration und Integration einsetzt.

Auto-Büffel. SUV und Klima

Die Autoindustrie ist ein extrem wichtiger Werbeträger für die Medien. Darum erfährt man selten Kritik an den verbreiteten SUVs und deren Klimafolgen.

Hans Högl

SUV, mein Kokon. «Hier drinnen bin ich einsam, wild und frei wie der Büffel in der Prärie», schreibt Autorin Sarah Pines über ihr Lebensgefühl als SUV-Fahrerin in einer amerikanischen Vorstadt. Marktforscher kennten die Zielgruppe der SUV-Fahrer genau: unsicher, eitel und ichbezogen. «Genau, ruft es bis heute in mir, genau so war’s, das war ich! Ausgemacht hat es mir nie etwas.(NZZ online 2.Dez.2019.