Schweizer u. ORF- Publikumsrat. Termine 2020

Hans Högl

Der Österr. Rundfunk (ORF) hat einen Publikumsrat, also eine Hörer- und Sehervertretung. In dieser Art existiert er nicht beim ZDF und nicht bei der ARD. Über die Effizienz des ORF-Publikumsrates gibt es geteilte Meinungen: Die Idee ist gut, die Umsetzung nicht immer befriedigend, und dessen Bekanntheit ist recht begrenzt. Immerhin: Es gibt seit Neuestem eine größere Anzahl jüngerer Publikumsräte.

In der Schweiz erfassen die vier regionalen Publikumsräte auch private Medien.Sie sind auch nicht nicht sehr bekannt. Roger Blum (Prof. der Publizistik) verfasste ein Buch über die eingehenden Beschwerden in der Schweiz und über die fundierten Antworten.(Roger Blum: Unseriöser Journalismus). 80 % der Beschwerden wurden als unsachgemäß widerlegt. Immerhin erfahren die Beschwerdeführer eine klare Antwort. Das trägt zur Medienkompetenz bei.

An den Plenarsitzungen des ORF-Publikumsrats kann das Publikum teilnehmen. Sie sind – im Gegensatz zu den Sitzungen der Arbeitsausschüsse – öffentlich. Die Sitzungen finden im ORF-Zentrum, 1136 Wien, Würzburggasse 30, im Großen Sitzungssaal, statt.Tatsächlich kommen sehr wenige Gäste.

Sitzungstermine 2020
Donnerstag, 12. März 2020, 10.00 Uhr
Donnerstag, 4. Juni 2020, 10.00 Uhr
Donnerstag, 10. September 2020, 10.00 Uhr
Donnerstag, 26. November 2020, 10.00 Uhr

Unerwünschte E-Mail Werbung. Für Sammelklagen!

Hans Högl

Endlich ist es mir gelungen, eine Adresse zu finden, mit der ich Werbe-Mails abbestellen konnte. Daraufhin erhielt ich folgende Antwort:

vielen Dank für Ihre Nachricht! Ihren Widerruf der Zustimmung zur Kontaktaufnahme über alle Kanäle gemäß § 107 (1) TKG 2003 nehmen wir hiermit zur Kenntnis und versichern, dass wir Sie auf diesem Wege nicht unerwünscht zu Werbezwecken kontaktieren werden, bis Sie uns Ihre explizite Einwilligung erteilen.

Was bedeutet das für Sie? Wir werden künftig keine Gelegenheit mehr haben, Sie per Telefon oder elektronischer Kommunikation (z.B. E-Mail, SMS) über unsere Produkte und Dienstleistungen, sowie Sonder- und Werbeaktionen (z.B. Test- und Folgeangebote, Gewinnspiele, Presse-Shop etc.) informieren zu können.
Sie können uns die Einwilligung dazu jederzeit gerne erteilen.

Ja, das will ich nicht. Ferner erwähne ich Werbe-Mails von Amazon. Mit No Reply verhindert Amazon ein Abbestellen. Ohne recht zu wissen, ist man Vorzugskunde und dann trudelt die Aufforderung ein, per Kreditkarte monatlich einen Beitrag zu entrichten. Eine Kreditkartenfirma teilt einem mit, man könne die Beträge zurückfordern. Hier gilt es wiederum die richtige Adresse zu finden. Solche Methoden und andere Anliegen sollten Grund genug für Sammelklagen sein. Dagegen haben sich Deutschland und Österreich ausgesprochen, obwohl die EU dies plant.

Vorbildhaft: Nachrichten in einfacher Sprache

Hans Högl

Manchmal liegen Ideen sozusagen in der Luft. Am 19. November wies ich auf unserem Blog darauf hin- und ebenfalls vor ein paar Tagen in der Generalversammlung der „Vereinigung für Medienkultur“, dass der Deutschlandfunk und das Schwedische Fernsehen in vorbildhafter Weise Nachrichten-Texte in einfacher Sprache bringen. Dies sei auch nun teilweise bei der Österr. Presseagentur APA der Fall, wurde ergänzt.
NB.Ich habe von diesem Anliegen auch die ORF-Abteilung Public Value informiert.

Eben heute wird in orf.news.at ERFREULICHERWEISE mitgeteilt:

ORF III präsentiert diese Woche im Rahmen der Sendung „Österreich Heute – das Magazin“ um 19.30 Uhr erstmals Nachrichten in Einfacher Sprache. Redaktionell betreut wird die Aktion von „Österreich Heute“-Moderatorin Vera Schmidt, die von der inklusiven Lehrredaktion des „Kurier“ unterstützt wird.Die Lehrredaktion, finanziert durch den Fonds Soziales Wien (FSW), bietet sechs Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit, täglich drei bis fünf Nachrichten in Einfacher Sprache zu produzieren.

In unserer Generalversammlung kam auch zum Ausdruck, dass es im Fernsehen sehr viele Sendungen zum Kochen gibt, aber kein Sprachangebot, um leicht Deutsch zu lernen. Dies ist eigentlich erstaunlich für den ORF, wo er sich doch verbal sehr für Offenheit versus Migration und Integration einsetzt.

Auto-Büffel. SUV und Klima

Die Autoindustrie ist ein extrem wichtiger Werbeträger für die Medien. Darum erfährt man selten Kritik an den verbreiteten SUVs und deren Klimafolgen.

Hans Högl

SUV, mein Kokon. «Hier drinnen bin ich einsam, wild und frei wie der Büffel in der Prärie», schreibt Autorin Sarah Pines über ihr Lebensgefühl als SUV-Fahrerin in einer amerikanischen Vorstadt. Marktforscher kennten die Zielgruppe der SUV-Fahrer genau: unsicher, eitel und ichbezogen. «Genau, ruft es bis heute in mir, genau so war’s, das war ich! Ausgemacht hat es mir nie etwas.(NZZ online 2.Dez.2019.

SCHWEIZ: Die Reichsten werden reicher

Manchmal geht es schlicht einfach darum, über verlässliche Nachrichten zu verfügen. Die Neue Zürcher Zeitung -so sagen auch Universitätskreise- gilt als wissenschaftlich zitierbar. Darum hier diese kurze Notiz.

NZZ-online am 29.Nov.2019

Die Vermögen der 300 Reichsten in der Schweiz nehmen 2019 wieder zu. Zusammen kommen sie auf 702 Milliarden Franken, das sind 27 Milliarden mehr als im Vorjahr. Unangefochten an der Spitze der Liste steht unverändert die Familie des verstorbenen Ikea-Gründers Ingvar Kamprad mit einem Vermögen von 55 Milliarden Franken.

Für einheitliche EU-weite Asylgesetze! Ja, aber…

Hans Högl

In einem Gespräch mit dem Wiener Rechtsanwalt Dr. Heinz Löber konnte ich ein wenig erfahren und erahnen, was die häufige, leichthin ausgesprochene Forderung bedeutet, die Asylgesetze EU- oder europaweit abzustimmen oder gar zu vereinheitlichen. Das was sich so leicht ausspricht, ist unendlich diffiziler. Jene Gesetze in Europa, die sich mit Asylfragen befassen, haben nicht weniger als eintausendeinundachtzig Seiten (1281 Seiten). Man muss sich das nur vorstellen!

Dr. Heinz Löber schrieb mir: Wie versprochen melde ich mich, um Ihnen die versprochenen Hinweise auf diese, besondere und umfangreiche Publikation zu der diffizilen Asylrechtslage bei uns und in Europa zu übersenden, von der ich gesprochen hatte. Siehe die drei Anlagen. Die dritte Anlage – das Ende des Stichwortverzeichnisses – zeigt den Umfang dieses Buches nochmals von sage und schreibe 1281 Seiten !

Eine Besprechung dieser Publikation finden Sie noch, wenn Sie den folgenden link anklicken:

https://lesen.lexisnexis.at/_/asylgesetz-2005-6-ueberarbeitete-auflage-von-michaela-frank-pete/artikel/zfv/2013/5/ZfV_2013_05_1133.html

Dr. Heinz Löber und seine Gattin engagieren sich für die Ausbildung von jungen Migrantinnen und Migranten.

Asylgesetze in Europa-Umfang, Heinz Löber, Publikation, Ausbildung von jungen Migranten, Diffizile Asylrechtslage,

Initiative gegen Aus für ORF-Büchersendung

Kürzlich ist die ORF-TV-Büchersendung „lesArt“ zum ( vorläufig?) letzten Mal ausgestrahlt worden. Nun sollen ORF 1 und ORF 2 wieder ganz ohne Büchersendung auskommen. Dagegen regt sich massiver Protest.

Udo Bachmair

Eine Initiative rund um Gerhard Ruiss, Sprecher der Aktion „Wir für den ORF“, hat bereits zahlreiche Protestunterschriften gegen das Aus für die renommierte Büchersendung sammeln können. Immerhin 12 Jahre bereits waren in „lesArt“ Autorinnen, Autoren und deren Bücher vorgestellt worden. Zuletzt allerdings nur mehr 4 Mal im Jahr kurz vor Mitternacht. Nun also scheint das Ende von „lesArt“ endgültig besiegelt.

Damit jedoch will sich die Initiative keineswegs abfinden. Es gehe absolut nicht an, dass eine so wichtige Sendung in der einzigen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt des Landes abgeschafft wird. Eine Maßnahme, die durch nichts zu rechtfertigen sei. Die Initiative sieht sie als „ignoranten und kulturfeindlichen Akt gegenüber Büchern, dem Schreiben und Lesen von Literatur.“

Man könnte diese Maßnahme auch als feindlichen Akt gegenüber der österreichischen Medienkultur sehen.

Es wird an die Führung des ORF appelliert, die Entscheidung zur Abschaffung von „lesArt“ umgehend rückgängig zu machen und die Büchersendung auszubauen statt abzuschaffen.

Weitere Unterstützungsunterschriften an Gerhard Ruiss unter gr@literaturhaus.at

Klimafrage: Positivexempel

Bekanntlich haben Negativmeldungen Priorität in Medien. Hier aber ein Positivexempel zur Klimafrage. Doch fast alle Medien blasen wieder n u r in das Warnungshorn und malen nur Schreckensszenarios und produzieren Hoffnungslosigkeit!

Hans Högl

Wolfgang Pekny gehört zu den prominentesten österreichischen Aktivisten in Klima- und Umweltfragen. Er hat sich schon in den 80-iger Jahre bei gewagten Greenpeace-Aktionen beteiligt und wurde öfters verurteilt. Er ist aber der Ansicht, dass diese Aktionen irgendwann nicht mehr gesteigert werden können. Heute führt er das Unternehmen „footprint“ und berät Führungsspitzen in der Wirtschaft und Bankwelt. Wir wollen diese nicht explizit nennen.

„Wir galten damals in den 80-iger Jahren als Idioten“, sagte er in einer internen Sitzung der „Initiative Zivilgesellschaft“( die „Medienkultur“ ist ein Mitglied) und nahm auch zur Ozonfrage Stellung. „Hier ist uns ein Erfolg gelungen“. Da gelang es Techniker FCKW-freie Kühlschränke herzustellen. Und so konnte berichtet werden – immer wieder als „kurz notiert“ und so beiläufig jetzt im November, dass das „OZON-LOCH kleiner“ geworden ist. „So klein wie seit rund 30 Jahren nicht mehr“. Wiener Zeitung, am 9.November 2o19. Ich erfuhr in meiner früheren Lehrtätigkeit, als ich die Wirkungsmechanismen die zur Ozongefahr führten, Anerkennung von Seiten der Studierenden, dass ich aus einer diffusen Angst konkrete Befürchtungen machte.

Bündnis von Boulevard und Populismus als demokratiepolitische Gefahr

„Öffentlich-rechtliche Qualität im Diskurs“ ist das Thema der Reihe „Texte“, die regelmäßig von der engagierten ORF-Abteilung „Public Value“ veröffentlicht werden. Dabei steht unter anderem der demokratiepolitische Wert des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im Vordergrund.

Udo Bachmair

Einer der wieder zahlreichen Beiträge der jüngsten Ausgabe der „Texte“ befasst sich mit dem Stellenwert des ORF im Umfeld einer Medienlandschaft, die vor allem im Wiener Zentralraum von einer nahezu beispiellosen Dominanz des Boulevards geprägt ist. Die Reichweiten der drei Massenblätter Kronenzeitung, Heute und Österreich, lassen die seriöser Tageszeitungen, wie des Standard, der Presse, der Wiener Zeitung etc. weit hinter sich zurück.

Als wichtiges Gegenstück zum überbordenden Boulevard, aber auch zu Desinformation oder Fake News in den sogenannten Sozialen Medien, erweist sich der ORF. Bei aller in Einzelfällen durchaus berechtigten Kritik an manchen Inhalten muss der ORF im Gegensatz zu den Privaten gesetzlich verbriefte Auflagen bzgl. Ausgewogenheit und Qualitätsjournalismus einhalten. Nur so kann er auch ein glaubwürdiges Gegenüber zum Boulevard bleiben.

Grundsätzlich gehe es darum, so die Politologin Katrin Stainer-Hämmerle in ihrem Beitrag, eine „Zweckbündnis von Boulevard und Populismus“ zu verhindern. Dazu Florian Hartleb in seinem Buch „Die Stunde der Populisten“: „Auf der einen Seite werden Skandalismus, Sensationsgier sowie die Vermarktung negativer Ereignisse gefördert. Auf der anderen Seite wird dem populären Geschmack durch Neidgefühle, Bestätigung latenter Vorurteile, Simplifizierungen und Pauschalierungen gefrönt“.

Hauptaufgabe eines öffentlichen Mediums, wie des ORF, wäre es nun, die Koalition zwischen Medien und Populismus zu erschweren. Wer, wenn nicht der ORF und mit ihm andere seriöse Medien, sind diesbezüglich gefordert. Denn nicht nur im ORF-Gesetz, auch in einer Erklärung des Europarates ist festgehalten, dass der öffentliche Rundfunk rechtsstaatliche Werte, insbesondere die Wahrung der Menschenrechte und des politischen Pluralismus, zu fördern habe.

Ist die deutsche Wochenzeitung DIE ZEIT aus einem Guss?

Zur Evaluation eines Mediums ist es sinnvoll, vergangene Äußerungen dazu von maßgeblichen Medien – Persönlichkeiten aufzugreifen und diese Worte mit dem Ist-Zustand des Mediums zu vergleichen. Wir ersuchen unser Publikum um Kommentare dazu.

Hans Högl

Marion Gräfin Dönhoff war Chefredakteurin und Mitherausgeberin der deutschen Wochenzeitung Die ZEIT. Sie hinterließ ein Buch, eigentlich einen Sammelband von Artikeln, mit dem Titel „Zivilisiert den Kapitalismus“, Stuttgart 1997. Nun – das ist lange her, dennoch scheint Ihre Stellungsnahme auch heute bedenkenswert. Marion Dönhoff starb 2002.

M. Gräfin Dönhoff: „Wenn Leser sich hin und wieder beklagen, dass beispielsweise DIE ZEIT nicht aus einem Guß ist, dass vielmehr der politische Teil liberal, die Wirtschaft eher konservativ und das Feuilleton links ist, dann lässt sich nur sagen, Gott sei Dank, ist es so.“

Wäre es anders, würde dies bedeuten, dass jener böse Spruch wahr ist, der da sagt: Im Kapitalismus ist Pressefreiheit die Freiheit von 200 Leuten, ihre Meinung zu sagen- wobei mit jenen 200 Leuten die Eigentümer gemeint sind. …. Ein anderer Vorwurf lautet, die liberalen Zeitungen ….stehen meist „ein wenig links von der Mitte“. Beweis: Sie regen sich enorm über die Entgleisungen der Rechten auf, während sie die Missgriffe der Linken offenbar halb so schlimm finden.

„Dieser Vorwurf trifft gelegentlich zu, aber das getadelte Verhalten erklärt sich unschwer aus der deutschen Geschichte, denn schließlich entstand der Nazismus ja aus einer Pervertierung konservativer Wertvorstellungen und nicht aus marxistischer Ideologie. Darum ist erhöhte Wachsamkeit und scharfe Kritik an Rückfällen in illiberale Grundtendenzen – die es vor den Nazis gab – so wichtig.“ p. 79.