Archiv für den Monat: Februar 2020

Corona-Virus in Italien von Manager eingeschleppt?

Hans Högl – übernommen von NZZ-Online

Am Anfang der Infektionskette in der südlichen Lombardei steht vermutlich ein Rückkehrer aus China, ein Manager des multinationalen Konzerns Unilever, der die meiste Zeit in China lebt und arbeitet und von Schanghai zum Heimatbesuch nach Italien kam. Von diesem «Patient 0» sprang das Virus auf «Patient 1» über, einen 38-jährigen Mann. Es ist die erste dokumentierte Ansteckung innerhalb Italiens, sie erfolgte bei einem Nachtessen Anfang Februar. Krankheitssymptome traten bei «Patient 1» aber erst nach drei Wochen auf. Sein Zustand wird als «ernst» beschrieben.

Der 38-jährige Träger des Virus führte ein aktives Leben. Er hat in den letzten drei Wochen viele Leute getroffen, bei der Arbeit bei Unilever im Ort Casalpusterlengo, in Bars, im Fitnesszentrum. Er nahm auch an zwei Wettläufen teil. 250 Personen, die mit ihm zusammen waren oder sich in seiner Nähe aufhielten, wurden ausfindig gemacht.

In der Schweiz hat man gewisse Sorgen, vor allem im Tessin, wohin an Werktagen 50.000 Berufstätige aus Norditalien in die Schweiz kommen.

Medien in Österreich

Hans Högl: Lesetipp

Wer sich verlässlich und kurz über Österreichs Medienlandschaft informieren will, greife nach dem kleinformatigen Büchlein „Medien und Politik“ von Patricia Käfer. Es hat 98 Seiten Text, erschien im Verlag Holzhausen. Die Herausgeber sind Clemens Hüffel, Fritz Plasser und Dietmar Ecker. Wenngleich 2008 erschienen, ist es sehr brauchbar und weithin aktuell. Es wird von Studierenden in der Wiener Publizistik verwendet, wie ich kürzlich beobachtete.

Ein paar Kapitel daraus: Wie Journalisten arbeiten, die Nachrichtenselektion, Kommentar oder Bericht, die Spannung von Politik und Journalismus, die Medienkonzerne Österreichs.
Dieses Büchlein klärt eine Reihe von verbreiteten Missverständnissen über Medien und journalistische Stilformen („Formate“).

Dänemarks Landwirtschaft mit wenig Pestiziden

Im Sinne konstruktiver Medienkultur verweise ich auf verminderten Pestiziden-Einsatz in Dänemarks Landwirtschaft.

Hans Högl

Die Schweizer Landwirtschaft nimmt ihren verfassungsmäßig verankerten Auftrag einer nachhaltigen Produktion zu wenig ernst. So fordern Initiativen eine ökologischere Landwirtschaft: Gutes Trinkwasser, sind gegen synthetische Pestizide und die Massentierhaltung.

Dänemark hingegen setzt seit 2013 bei Pflanzenschutzmitteln auf die Lenkungsabgabe. Damit werden Kosten von Pestiziden verteuert und deutlich weniger eingesetzt. Es wird dann gespritzt, wenn es unumgänglich ist. Damit konnte der Pestizideinsatz gegenüber dem Jahr 2011 um mehr als 40% verringert werden. Dies ist ein Exempel dafür, dass es in Einzelstaaten leichter ist, Maßnahmen zu erproben, als diese umgehend in der gesamten EU gleich durchzusetzen. (Quelle: „Neue Zürcher“, die wir namentlich auf dem Folder der Medienkultur anführen).

„Neue Seidenstraße“ als friedensfördernde Initiative ?

Das Projekt „Neue Seidenstraße“ ist von Politik und Medien bisher weitgehend unbeachtet geblieben. Gegenstand einer Podiumsdiskussion in Wien-Döbling.

Udo Bachmair

Die Folgen des weitreichenden Infrastrukturplans Chinas zur Verbindung der Volksrepublik mit Europa, Afrika und Asien, im Besonderen mit dem Mittleren Osten, sollten nicht unterschätzt werden.

Im Iran sind bereits chinesische Investitionsprogramme in der Höhe von $400 Milliarden angelaufen. Der Irak hat sich erst kürzlich mit China auf ein Wiederaufbauprogramm für Energieversorgung und Produktionsbetriebe geeinigt. Und an der 60. Internationalen Handelsmesse in Damaskus war China mit mehr als 200 Unternehmen vertreten.

Das einflussreiche Projekt, bekannt auch unter Belt and Road Initiative (BRI), dürfte den Mittleren Osten nachhaltig verändern. Kann die Initiative nun tatsächliche eine echte Grundlage für eine friedlichere Zukunft dieses strategisch so wichtigen und sensiblen Raumes schaffen ?. Das war die zentrale Frage der von mir im Haus der Begegnung in Döbling morderierten Veranstaltung.

Der Botschafter der Volksrepublik China in Österreich, Xaosi Li, hat sich dazu erwartungsgemäß positiv geäußert. Er versicherte, dass China rein wirtschaftliche Motive habe und keine machtpolitischen Absichten. Es gelte, den wirtschaftlichen Wiederaufbau vor allem der arg in Mitleidenschaft gezogenen Staaten des Mittleren Ostens voranzutreiben.

Ländlicher Raum: Stiefkind von Politik und Medien ?

Die Vereinigung für Medienkultur lädt ein zu einem Diskussionsabend über den ländlichen Raum, dessen Bedeutung und Entwicklung Politik und Medien mehr am Herzen liegen sollten.

Zum Thema ein mit profunden Experten und Expertinnen besetztes Podium.

Termin: Montag, 9. März 2020, 19 Uhr

Ort: Presseclub Concordia, Bankgasse 8, 1010 Wien

Am Podium:

Mag. Michael Jungwirth
Innenpolitik-Redakteur der „Kleinen Zeitung“

Univ. Prof. Dr. Hermann Knoflacher
44 Jahre Verkehrsplaner in Stadt und Land, Globaler Fußgehervertreter der UNO,
Kolumnist in der Zeitschrift „Die ganze Woche“

Dr. Christa Kranzl
Staatssekretärin a.D. im Bundesministerium für Verkehr und Innovation, Kommunalpolitikerin, Unternehmerin

Mag. Franz Nahrada
Zukunftsforscher: „GIVE“- Labor für Globale Dörfer, er verbindet Info-Technologie und Ökologie für Lebenschancen kleinräumiger Siedlungen

Mag. Ulrike Rauch-Keschmann
leitet im Bundesministerium für Nachhaltigkeit die Sektion Tourismus/Regionales und ist für den Masterplan „Ländlicher Raum“ zuständig

Karl-Heinz Wingelmaier
Projektentwickler für nachhaltige CO2- freie Gebäude, Founder und Berater mehrerer Unternehmen. Bauträger Cäsar 2009

Moderation:

Hans Högl, Prof. Dr. MMag.
Autor: „Bin kein Tourist, ich wohne hier. Dörfer im Stress“
Vizepräsident der „Vereinigung für Medienkultur

Anmeldung erbeten: stifter@medienkultur.at

Hildegard Goss-Mayr : Eine Würdigung

Hans Högl

Hildegard Goss-Mayr ist Ehrenpräsidentin des Internationalen Versöhnungsbundes. Zu Ehren ihres 90.Geburtstages findet mit Bischof Hermann Glettler ein Festmatinee in der Pfarrkirche Sandleiten in Wien 16 am Samstag, dem 15. Februar um 10:30 Uhr statt.

Warum bringe ich diese Information? Frau Goss-Mayr setzte sich mit ihrem Mann ihr Leben lang für Frieden und Gewaltlosigkeit ein, sie unterstützte den Aufbau friedlicher „Revolutionen“ in Lateinamerika, auf den Philippinen und in Madagaskar. Ihr gewaltfreier Widerstand gegen die Diktatur auf den Philippinen ging in die Geschichte ein, ebenso die gewaltfreie Überwindung des Regimes in Madagaskar 1991.

Sie wurde schon zwei Mal für den Friedensnobelpreis nominiert. Ihr und ihrem Mann wurde 1979 der Dr. Bruno-Kreisky Preis für Verdienste um die Menschenrechte überreicht. 1991 erhielt Frau Goss-Mayr in Tokio den Miwano-Friedenspreis für Verdienste um die interreligiöse Zusammenarbeit für den Frieden.

Der Internationale Versöhnungsbund verbreitete dazu eine Presseaussendung. Wir werden sehen, welche österreichischen Medien von dieser sehr bescheiden auftretenden, international bekannten Frau berichten werden. Ich selbst habe vom Ehepaar Goss-Mayr zuerst beim Studium in Belgien um 1980 erfahren. Hier war das Ehepaar Goss-Mayr vor allem im französischen Sprachraum sehr bekannt.Jean Goss ist bereits 1991 verstorben.

US-Geheimdienste und Crypto AG

Aus NZZ-Online vom 13. Februar 2020

( ausgewählt, gekürzt und analysiert von Hans Högl )

„Bespitzelung von Freund und Feind – niemand war sicher vor den Geräten der Crypto AG. Die Geheimdienste der USA und Deutschlands haben jahrzehntelang via Verschlüsselungsgeräte geheime Depeschen gesammelt. Dies führt zur Frage, wie viel sie über verbrecherische Regime wussten.

Zum ägyptischen Präsident Anwar as-Sadat und US-Präsident Jimmy Carter während der Friedensgespräche in Camp David 1978: Auch Sadat war dabei vor der «Abhörung» durch die Amerikaner nicht gefeit. Laut Dokumenten, über welche die «Washington Post» verfügt, haben insgesamt rund 120 Länder die Verschlüsselungsgeräte der Crypto AG verwendet. In Gebrauch waren diese seit den 1950er Jahren, rund fünfzig Jahre lang. Es sind einige Fälle bekannt, wo sie bei wichtigen weltpolitischen Ereignissen eine Rolle gespielt haben.“

Weitere Texte, die nicht so relevant waren, kürzte ich, Hans Högl. Doch bemerkenswert ist, dass die Neue Zürcher ohne Schonung kritisch über die USA berichtet. Es werden Fragen aufgeworfen zur Überwachung via Crypto-Geräte besonders im Zusammenhang mit der Operation Condor in Südamerika in den 1970er und 1980er Jahren.

„Dies war eine Zusammenarbeit der Geheimdienste von Argentinien, Chile, Uruguay, Brasilien, Paraguay und Bolivien zur Verfolgung linker oppositioneller Kräfte über die jeweilige Landesgrenze hinaus. Da die ersten vier dieser Staaten nachweislich Geräte von Crypto verwendeten, muss man davon ausgehen, dass die USA und Deutschland frühzeitig über die Verbrechen der Militärdiktaturen informiert waren. Es handelte sich dabei aber eigentlich um eine Bestätigung bisheriger Erkenntnisse. Die meisten Historiker sind bereits bis anhin davon ausgegangen, dass die Amerikaner früh und weitreichend über die schweren Menschenrechtsverletzungen im Bilde waren. Ähnliches gilt auch für Deutschland, wo etwa der «Spiegel» bereits vor sechs Jahren gestützt auf Dokumente des Auswärtigen Amtes berichtet hat, dass die Regierung spätestens 1980 über die Greueltaten der argentinischen Militärjunta im Bild war“.
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Im Morgenjournal von Ö 1 (ORF) war von einem ZDF-Journalisten zu erfahren, dass Österreichs Behörden doch misstrauisch versus den Crypto-Geräten wurden. Crypto ist pro Forma eine Schweizer Firma, die aber de facto zur Hälfte dem US-Geheimdienst und dem BND gehörte. Diese Ö 1 Information war viel präziser, als der gestrige Printmedienbericht im Boulevardblatt „Österreich“ (Oe24). Und der „Kurier“ brachte gestern (12.2) Information dazu weit hinten auf S. 20 und dies noch einmal unauffällig platziert rechts unten- auf auf drei schmalen Spalten kurioserweise in der Rubrik der technischen Seite von Futurezone(!).  

Syrienkonflikt: Mainstream-Medien und Realität

Stellvertreterkrieg in Syrien

Syrien erlebt seit neun Jahren einen zermürbenden Krieg. 6,7 Millionen Menschen haben ihre Heimat verlassen, 80 Prozent der zurückgebliebenen leben unter der Armutsgrenze. Nahezu die Hälfte der bewohnten Gebiete ist zerstört. Die Menschen sind sich in ihrer tristen Lage, egal welcher ethnischen oder religiösen Gruppierung sie angehören, in einem Punkt einig: In Syrien läuft ein Stellvertreterkrieg ab.

Von Hermine Schreiberhuber*

Ausländische Akteure kochen ihr Süppchen und geben dem Frieden keine Chance. Nicht an allem ist der im Westen verteufelte Machthaber Assad schuld, auch wenn seine Armee zur Vernichtung von Islamisten-Verstecken ganze Stadtteile niederbombte. Davon sind Politiker, religiöse Führer, Bildungsbürger und einfache Menschen gleichermaßen überzeugt.

Ein Lokalaugenschein, wie ich ihn kurz vor dem jüngsten türkischen Militäreinmarsch erlebte, öffnet Augen und Ohren. Uns wurde bewusst, wie wenig und wie einseitig die Mainstream-Medien darüber berichten, wie schlecht es den Menschen wirklich geht, und wie sie sich diesen Zustand erklären. Viele sind verbittert über die Einmischung ausländischer Mächte auf ihrem Gebiet, ob Amerikaner, Russen, Türken, Iraner oder Israelis.

Der Apostolische Nuntius in Syrien, Kardinal Zenari, sprach Klartext. „Syrien liegt im Zentrum eines Tornados. Die fünf größten Armeen der Welt stehen sich hier gegenüber.“ Seine Kritik verschonte auch die Vereinten Nationen nicht: Im UN-Sicherheitsrat spielten sich die ständigen Mitglieder Russland und USA gegenseitig aus.

Unsere Reise führte uns in die Städte Damaskus, Homs, Aleppo, in den Wallfahrtsort Malula und in etliche Dörfer. Ob wir mit Ministern, Bischöfen, Ärzten, NGO-Mitarbeitern oder einfachen Menschen auf dem Lande sprachen, der Tenor unserer Ansprechpartner lautete: Lasst uns in Ruhe, lasst uns über unsere Zukunft selbst entscheiden. Assad gehöre als Machtfaktor für die künftige Staatsordnung dazu.

Viele haben das abschreckende Beispiel Libyen vor Augen. Dort griff eine ausländische Macht mit militärischer Gewalt ein, stürzte den Diktator und tötete ihn. Heute gilt Libyen als gescheiterter Staat, in dem Rebellen und Clans das Sagen haben und zwei Regierungen gegeneinander regieren. Dabei blickt Syrien auf eine lange friedliche Koexistenz von Christen und Muslimen zurück. Solchen Staaten unsere westliche Demokratie überstülpen zu wollen, das hat noch nie funktioniert.

Zurück zum Land und seinen Menschen. Im Krieg haben viele Syrer wieder zusammengefunden im Bemühen um den Wiederaufbau. Die Zivilgesellschaft ist über religiöse Grenzen hinweg gefordert. Es war berührend, zu sehen, wie sie ihre Kirchen und Moscheen restauriert haben. Wie sie gemeinsam versuchen, Kindergärten, Schulen, Spitäler wieder funktionstüchtig zu machen.

Die Sanktionen des Westens sind eine bittere Pille. Der Chef der Universitätsklinik von Aleppo sprach es offen aus: „Ihr wollt uns aushungern, wir haben keine Medikamente, keine Geräte. Das alles trifft uns, nicht die Regierung.“ Humanistische Erwägungen würden von jenen, die sie verhängten, nicht angestellt. Viele Syrer kämpfen um das nackte Leben. Andere, besonders gut ausgebildete Syrer, sehen keine Perspektive. Der Flüchtlingsexodus wird auf diese Weise noch angeheizt.

Und jetzt der Einmarsch der türkischen Armee in Nordsyrien. Eine neue Konfrontation fremder Mächte hat begonnen. Nach tödlichen Kollisionen zwischen türkischen und syrischen Soldaten könnten Russen und Türken in der Region Idlib direkt aufeinandertreffen. Der Stellvertreterkrieg wird noch gefährlicher. Die russischen Freunde Assads auf der einen, die türkischen Feinde Assads auf der anderen Seite. Dazwischen kurdische Rebellen und tausende Islamisten aus aller Herren Länder. Hoffnungen auf einen Wiederaufbau und auf Flüchtlingsrückkehr werden zunichte gemacht.

Wo bleibt Europa in diesem Gefüge? Bei den Sanktionen machte die EU mit den Amerikanern mit. Syrien ist nicht das einzige Land, das sich von Europa im Stich gelassen fühlt. Wirtschaftlich ist Europa nicht so attraktiv, wie die Europäer selbst denken. Politisch entwickelt es zu wenig Eigeninitiative, verliert seine Kraft als Global Player und auch als Mediator – während alle anderen Akteure ihren Stellvertreterkrieg in Syrien weiterführen. Über die Köpfe der syrischen Bevölkerung hinweg.

*Mag. Hermine Schreiberhuber, freie Journalistin, langjährige APA-Korrespondentin, Mitglied des Vorstands der Vereinigung für Medienkultur

EU-Flüchtlingspolitik im Widerspruch zu christlichen Werten

Parteipolitische Vereinnahmung von Religion und Kirchen gehört weitgehend der Vergangenheit an. Sie sehen jedoch politische Mitverantwortung, wenn es um Humanität und Menschenrechte geht. Diese Art von Parteilichkeit ist positiv. Vor allem auch zugunsten einer humanen Flüchtlingspolitik.

Udo Bachmair

In dieser Frage hat der evangelisch-reformierte Superintendent Thomas Hennefeld in einem ökumenischen Gottesdienst keine Klarheit vermissen lassen. Seiner Erkenntnis nach ist die aktuelle EU-Flüchtlingspolitik mit dem Evangelium nicht vereinbar.

Die Europäische Union schließe etwa mit Libyen Verträge, wo Flüchtlinge in Lagern gefoltert würden. An den EU-Aussengrenzen -etwa in Kroatien- werde mit exzessiver Gewalt gegen Flüchtlinge vorgegangen.

Auch Menschen, die wegen ihrer Christlichen Überzeugung fliehen mussten, seien nicht sicher vor Rückschiebung in Länder, in denen ihnen Verfolgung und Tod drohe. Retter, die Ertrinkenden helfen wollten, würden kriminalisiert.

„Paulus hätte als Schiffbrüchiger vor Malta heute keine Chance gehabt“, betonte Hennefeld mit Bezug auf die biblische Apostelgeschichte, laut der Paulus mit 270 Gefährten vor Malta Schiffbruch erleidet.

( Quelle epd – Evangelischer Pressedienst www.evang.at )

US-Kriegspolitik im Widerspruch zu christlichen Werten

Einen dramatischen Appell hat der römisch-katholische Bischof Thomas Gumbleton an die US-Katholiken gerichtet. Als eines der wenigen Medien hat das österreichische Magazin „Kritisches Christentum“ ( www.akc.at ) diesen Aufruf veröffentlicht.

Udo Bachmair

„Beenden wir unsere Mittäterschaft am Krieg“ heißt es in der Erklärung von Bischof Gumbleton. Gemeint ist jener sogenannte „Krieg gegen den Terror“, mit dem die USA Leid und Chaos über mehrere Länder des Nahen Ostens und Nordafrikas gebracht haben. Mehrere Millionen Tote sind laut Gumbleton zu beklagen.

Die Kriege der USA hätten den Nahen Osten buchstäblich in Brand gesteckt, Zigmillionen Menschen verstümmelt, traumatisiert und zu Flüchtlingen gemacht, bilanziert der katholische Bischof. In Dutzenden von Ländern seien Zehntausende von US-Streitkräften festgenommen und gefoltert worden. Viele bleiben ohne Prozess in Guantanamo, bis sie sterben..

In dem Schreiben des US-Bischofs heißt es weiter:

„Die USA haben unzählige Zivilisten durch unbemannte Flugdrohnen, Bombenangriffe und Spezialoperationen in Pakistan, Afghanistan, Irak und Somalia – auch in Syrien und im Jemen-getötet. Die USA stürzten die libysche Regierung, was zu einem jahrelangen gewaltsamen Chaos führte. An all diesen Orten hat die US-Kriegsführung zu humanitären Katastrophen beigetragen.“

Der Appell abschließend:

„Ich appelliere an die Katholiken im Militär, einschließlich der Militärkapläne, dem Aufruf von Papst Franziskus zu folgen und die Sinnlosigkeit des Krieges zu begreifen. Alle Katholiken sollten sich weigern zu töten und sollten die Zusammenarbeit mit den Kriegen der Vereinigten Staaten verweigern“.

( Quellen Pax Christi USA sowie „Aktion Kritisches Christentum“ www.akc.at )