Schlagwort-Archive: Schweiz

Coronatote in der Schweiz. Italiens Autoindustrie

Ein Blick über den österr. Tellerrand in die Schweiz u.nach Italien.

Hans Högl

(Quellen: Der Schweizer „Tagesanzeiger“ u. „Neue Zürcher“)

„Vor Wochen haben wir uns daran gewöhnt, dass die täglichen Neuinfektionen in die Tausende gehen. Seit diesem Monat scheinen wir auch die Zahl jener, die täglich an Corona sterben, nüchtern zur Kenntnis zu nehmen: Gestern waren es 111 Menschen, die in der Schweiz wegen des Virus gestorben sind. Bis Ende Dezember könnten insgesamt gegen 5000 Personen in der Pandemie ihr Leben verloren haben. Das sind im Verhältnis zur Bevölkerung mehr als in vergleichbaren, ebenfalls schwer betroffenen westlichen Ländern wie Grossbritannien oder den USA. Diese Zahlen werden hingenommen, einfach so.“

In Turin: Einst war Turin der Motor des italienischen Wirtschaftswunders. Früher waren dort die «Grandi Motori» und andere bedeutende Fabriken. Mit der Finanzkrise 2008 setzte jedoch der Niedergang der Stadt ein. Viele Fabrikarbeiter verloren mit ihrer Stelle auch ihren Lebensinhalt. Dann kam die Corona-Krise – und alles wurde noch viel schlimmer.(Neue Zürcher)

Grundrechte für Tiere (Affen)? Zum Welt-Tierschutztag

Zu einer anderswo kaum beachteten Initiative: Für Tierrechte in der Schweiz

Hans Högl

Von allen Tieren sind Affen den Menschen am ähnlichsten – sollen sie Grundrechte erhalten? Am Welt-Tierschutztag und am Tag des Mystikers Franziskus, veröffentlicht der gleichnamige Papst heute ein Rundschreiben. Eine Initiatve in Basel fordert für Tiere, für Primaten, das verfassungsmäßiges Recht auf Leben und auf körperliche und geistige Unversehrtheit. Das Argument: Primaten zeichnen sich aus: durch ihr Gehirn, ihre Sozialstruktur und hohe physische und psychische Leidensfähigkeit.

Basel ist ein weltweit bedeutender Pharmastandort- so wundert es nicht, dass diese kantonale Initiative entstand, ein Sachverhalt -bekannt in sozialethischer Fachliteratur. Es geht um Grundrechte für Tiere. Um dies überhaupt umzusetzen, müssten Primaten rechtlich vertreten werden – so durch einen speziell Beauftragten beim Veterinäramt oder eine Ombudsperson.

Auch der Verfasser dieses Textes bejaht schonenden und schmerzfreien Umgang mit Tieren. Die Basler Initiative ist ein Impuls für ein Gespräch. Am Pharmastandort Basel wurden noch Ende der 1980-er Jahre über 1000 Affen gehalten und in Tierversuchen „auf teilweise schlimme Art und Weise gequält“ (Neue Zürcher 16.9.). Inzwischen haben Tests an Primaten am Forschungsstandort Basel „keine Bedeutung mehr“.

Schon in „Laudato si“ schrieb 2015 Papst Franziskus: „Obschon der Mensch in die Pflanzen- und Tierwelt eingreifen und sich ihrer bedienen kann, wenn es für sein Leben notwendig ist, lehrt der Katechismus, dass Tierversuche nur dann legitim sind, wenn sie in vernünftigen Grenzen bleiben und dazu beitragen, menschliches Leben zu heilen und zu retten.“ (Kap. 130). Sehr vernünftige Worte. Viel aufregender klingt es, vom Grund- oder Menschenrecht für Tiere zu reden.

Schweiz: Pro Vaterschaftsurlaub und Pro Personenfreizügigkeit

Blick auf Abstimmungen im Nachbarland Schweiz

Hans Högl

Am Sonntag hat die Schweiz über mehrere Vorlagen entschieden. Die Stimmbeteiligung mit 59 Prozent war die zweithöchste der vergangenen fünf Jahre. 

Nein zur Begrenzungsinitiative: Die Volkspartei SVP scheitert mit ihrem Angriff auf die Personenfreizügigkeit. Die Süddeutsche Zeitung (Nr. 122) dazu: Die SVP suchte damit das Verhältnis der Schweiz zur EU umzukrempeln.- Doch unabhängig davon Faktum sei: Das Verhältnis EU-SCHWEIZ gilt vielen wegen der rund 120 bilateralen Verträge als kompliziert. Darum drängt die EU auf ein Rahmenabkommen, das die bestehenden Verträge bündelt und dass sich die Abkommen automatisch aktualisieren, wenn es Neuerungen auf EU-Ebene gibt.

Ja zum Kampfjet: Die Romandie und das Tessin schmettern den Kampfjet-Kauf ab, die Deutschschweiz unterstützt ihn mehrheitlich. Der hohe Nein-Stimmen-Anteil zeigt, dass die Frauen trotz aufwendiger Kampagne erneut nicht überzeugt werden konnten. Die Einschätzungen über Risiken und sicherheitspolitische Prioritäten gehen zwischen der ländlichen und der urbanen Schweiz fast diametral auseinander.

Ja zum Vaterschaftsurlaub: Die Schweiz erhält einen bezahlten Vaterschaftsurlaub.(Das Parlament hatte sich zuvor nach langem Hin und Her zu zwei Wochen bezahlten Vaterschaftsurlaub durchgerungen (Süddeutsche Zeitung Nr 222).

Nein zum Jagdgesetz: Die Schweiz ist vom Bodensee bis an den Genfersee entlang der Voralpen gespalten. Je ländlicher und je eher sie mit dem Wolf in Berührung gekommen sind oder kommen könnten, desto wolfsfeindlicher sind sie eingestellt.

Ganz anders positionierten sich folgende Parteien: die FDP, CVP, Grünliberale, Die Grüne Partei, Die SP

Schweiz: Harte Medienkritik an Chefärzten

Folgende Nachricht ist außergewöhnlich und hat Seltenheitswert. Daher soll sie Ihnen nicht vorenthalten werden.

Hans Högl

Schweiz: Allmächtige Chefärzte öffnen dem Missbrauch Tür und Tor ( Quelle NZZ )

Das ist passiert: Drei Chefärzte des Universitätsspitals Zürich standen in den vergangenen Wochen in der Kritik. Es geht um fragwürdige Honorarabrechnungen und Interessenkonflikte mit privaten Nebentätigkeiten. Nun könnte es eine Reform des kantonalen Honorargesetzes geben. Dabei sollen Honorare auf das ganze Team aufgeteilt werden, also auch auf die Pflege. Damit soll verhindert werden, dass Chefärzte in die eigene Tasche wirtschaften oder ihre Assistenzärzte piesacken.

In der Spitalbranche gibt es strukturelle Probleme. Je grösser ein Spital ist und je grösser die einzelnen Abteilungen sind, umso grösser ist die Macht der Chefärzte und Klinikdirektoren. Sie regieren regelrecht selbstherrlich und entziehen sich der Kontrolle der Spitalleitung, berichten Kenner in Gesprächen mit der NZZ. Zwar liesse sich die grosse Mehrheit der Ärztinnen und Ärzte, welche Kliniken leiten, nichts zuschulden kommen. Jedoch gibt es immer wieder Berichte über schwarze Schafe. Derzeit sei allerdings ein Kulturwandel an den Spitälern im Gang, berichten die Experten.(nnz online 23.Juni 2020)

„Jetzt reden Schwarze“- aber dann waren fast nur weiße Gäste im TV

Hans Högl-  vgl. Blatt „20 Minuten“-

In der Sendung «Arena» des Schweizer Fernsehens (SFR)  wurde über das Thema Rassismus diskutiert. Wie das SRF auf seiner Website ankündigte, lautete das Motto der TV-Sendung: «Jetzt reden Schwarze». Ein Blick auf die Gästeliste zeigte aber: Drei der vier geladenen Hauptgäste sind weiss. Eingeladen waren die SVP-Nationalrätin Andrea Geissbühler, SP-Nationalrätin Samira Marti, Comedian Kiko und James Foley, der Sprecher der Republikaner in der Schweiz.

Lebensmittelpakete für Arme in Zürich

Bedürftige stehen an der Zürcher Langstrasse teilweise stundenlang für Lebensmittelpakete an: «Die Not wird von Tag zu Tag grösser»
Am Samstag hat ein Verein über 1400 Lebensmittelpakete verteilt, so viel wie noch nie seit Ausbruch der Corona-Krise. Hat die reiche Stadt Zürich nach der Pandemie ein Armutsproblem?

Linda Koponen Neue Zürcher online. 02.06.2020, 17.38 Uhr (Hans Högl: Es ist gut, über den österreichischen Horizont zu sehen)

Die Menschenschlange an der Langstrasse reicht vom Restaurant Hiltl an der Ecke Brauerstrasse um den gesamten Häuserblock. Hunderte sind am Samstagnachmittag gekommen, um sich ein kostenloses Lebensmittelpaket zu sichern. Standen vor wenigen Wochen noch vornehmlich Prostituierte, Suchtkranke und Bedürftige für die Gratismahlzeiten an, sind in der Menschenmenge nun vermehrt auch Familien mit Kindern auszumachen.
Wegen der grossen Nachfrage musste der Verein Incontro, der die Verteilaktion organisiert, die Ausgabe rationieren. Jede Familie erhält nur noch je einen Sack mit haltbaren und einen mit frischen Lebensmitteln – unabhängig davon, ob sie eines oder fünf Kinder hat. Für das Essen müssen die Bedürftigen oft stundenlang anstehen, am Samstag ist der Ansturm erst gegen 20 Uhr vorbei. 1400 Pakete wurden alleine an diesem Tag verteilt.

Der Blick in die betretenen Gesichter zeigt: Freiwillig steht hier wohl kaum jemand an. Das Sozialsystem in der Schweiz funktioniert – dachte man zumindest bis anhin. Was sind das also für Personen, die durch die Maschen zu fallen scheinen und auf Spenden von gemeinnützigen Organisationen angewiesen sind?

Warten auf die staatliche Hilfe

Schwester Ariane, die den Verein Incontro gegründet hat , sagt: «Die Not wird von Tag zu Tag grösser.» Alleinerziehende, Familien, Prostituierte, Obdachlose, Sans-Papiers, Männer, Frauen, Schweizer, Ausländer – die Bandbreite der Hilfesuchenden sei gross. Das Ausmass der Krise zeige sich jetzt, wo die Arbeitslosigkeit steige und jene, die bereits zuvor am Existenzminimum lebten, ihre wenigen Ersparnisse aufgebraucht hätten. Wer bereits vor der Pandemie mit psychischen Problemen zu kämpfen gehabt habe, laufe nun eher Gefahr, seine Stelle zu verlieren und in die Sucht zu rutschen.

Die staatliche Hilfe komme schleppend zur Anwendung. «Viele warten noch auf Sozialhilfe und Arbeitslosengelder, können ihre Rechnungen aber bereits nicht mehr bezahlen und haben Angst davor, ihre Wohnung zu verlieren.» Andere verzichteten bewusst auf die staatlichen Hilfsangebote – aus Angst, ihre Aufenthaltsbewilligung zu verlieren, oder davor, dass ihnen die Kinder weggenommen würden. Das Migrationsamt des Kantons Zürich hält auf seiner Website aber fest, dass der Sozialhilfebezug nur dann zu einem Widerruf der Aufenthaltsbewilligung führen könne, wenn er dem Ausländer vorwerfbar sei, was in der Corona-Krise in der Regel nicht der Fall sei.
Fest steht, dass Armutsbetroffene überproportional an den Corona-bedingten Lohneinbussen leiden – etwa Angestellte in den Tieflohnbranchen oder mit Temporärverträgen und Alleinerziehende in prekären Arbeitsverhältnissen. Andreas Reinhart vom katholischen Hilfswerk Caritas sagt: «Wenn von einem tiefen Lohn bei Kurzarbeit auch nur 20 Prozent wegfallen, ist das schnell das Essensbudget oder die Krankenkasse.»

…..In den Caritas-Märkten können Menschen mit wenig Geld zu Tiefstpreisen einkaufen. Im März und April hat die Nachfrage laut Reinhart zwar nicht merklich zugenommen…Am Dienstagmorgen konnte man aber vor der Filiale an der Reitergasse im Kreis 4 eine lange Schlange beobachten.

Nach dem Lockdown wieder geöffnet sind auch 66 der 132 Essensabgabestellen von «Tischlein deck dich». Wöchentlich würden momentan schweizweit 7500 Personen unterstützt, heisst es dort auf Anfrage. Wer vom Angebot profitieren will, braucht eine Bezugskarte, die von den regionalen Sozialämtern nach der Prüfung der finanziellen Situation des Antragstellers ausgestellt wird. Auch bei «Tischlein deck dich» geht man davon aus, dass die Zahl der Bedürftigen und damit die Nachfrage nach der Lebensmittelhilfe mittelfristig zunehmen wird.

Leben in ständiger Angst

Besonders hart trifft die Krise auch Sans-Papiers. Schätzungsweise 19 000 Menschen leben ohne Aufenthaltsbewilligung im Kanton Zürich. Die meisten von ihnen arbeiten im Stundenlohn etwa als Hausangestellte oder Reinigungskräfte. Anrecht auf Kurzarbeit, Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld haben sie nicht, da sie sich illegal im Land aufhalten und schwarz arbeiten.

Bea Schwager von der Sans-Papiers-Anlaufstelle Zürich (Spaz) sagt: «Viele Sans-Papiers haben seit Monaten kein Einkommen mehr und befinden sich in einer existenziellen Notlage.» Im Schnitt verdienten sie etwa 1500 Franken im Monat, hätten kaum Erspartes. Viele könnten ihre Miete nicht mehr bezahlen, nicht für ihr Essen aufkommen. Hinzu komme die ständige Angst vor der Ausschaffung: «Sans-Papiers meiden Orte mit einer starken Polizeipräsenz und haben ihr Leben im öffentlichen Raum während der Pandemie nochmals stark reduziert.»

Seit eineinhalb Wochen habe sich die Lage etwas entspannt, sagt Schwager. Die Krise sei jedoch noch nicht ausgestanden: «Sorgen bereitet mir etwa die Gastronomie – wenn es in den Betrieben zu Sparmassnahmen kommt, trifft es die Sans-Papiers wohl als Erste.»

Keine Zunahme der Obdachlosigkeit

Das Elend ist in diesen Tagen an der Langstrasse sichtbar. Wie stark die Zahl der Armutsbetroffenen in der Stadt Zürich durch die Corona-Krise gestiegen ist, lässt sich anhand der Menschenschlange allein jedoch nicht beantworten. Inwiefern die höhere Nachfrage nach Lebensmittelpaketen den sozialen Folgen der Krise geschuldet sei, könne man nicht beurteilen, heisst es beim Stadtzürcher Sozialdepartement auf Anfrage.

Sprecherin Heike Isselhorst sagt: «Die Krise hat gezeigt, dass es Menschen in der Stadt Zürich gibt, die kaum über Reserven verfügen, um sich und ihre Familien bei Verlust ihrer Anstellung oder Selbständigkeit selber finanziell über Wasser zu halten.» Diesen Personen stehe – sofern es ihr Aufenthaltsstatus zulasse und sie diesen nicht als gefährdet ansehen würden – grundsätzlich Sozialhilfe zu, um ein Abrutschen in absolute Armut zu verhindern.

Noch sei es zu früh, um die langfristigen wirtschaftlichen Folgen der Pandemie und deren Auswirkungen auf die Arbeitslosigkeit sowie die Sozialhilfequote abzuschätzen. Zu Beginn des Lockdown schoss die Zahl der Sozialhilfegesuche in die Höhe. Mit täglich rund 60 neuen Anträgen waren es zeitweise dreimal so viele wie vor der Pandemie. Mittlerweile habe sich die Zahl der Gesuche wieder dem früheren Niveau angenähert. Eine Zunahme der Obdachlosigkeit könnten weder die städtische Notschlafstelle noch die Sozialarbeiter der sip (das Akronym steht für «Sicherheit, Intervention, Prävention») beobachten.

Das Sozialdepartement will dennoch reagieren. Man habe Kontakt zu privaten Hilfsorganisationen aufgenommen, «um bestehende Lücken in der sozialen Versorgung der Bevölkerung zu schliessen – sei es durch eigene Angebote der Stadt oder durch eine finanzielle Unterstützung entsprechender Organisationen».

US-Geheimdienste und Crypto AG

Aus NZZ-Online vom 13. Februar 2020

( ausgewählt, gekürzt und analysiert von Hans Högl )

„Bespitzelung von Freund und Feind – niemand war sicher vor den Geräten der Crypto AG. Die Geheimdienste der USA und Deutschlands haben jahrzehntelang via Verschlüsselungsgeräte geheime Depeschen gesammelt. Dies führt zur Frage, wie viel sie über verbrecherische Regime wussten.

Zum ägyptischen Präsident Anwar as-Sadat und US-Präsident Jimmy Carter während der Friedensgespräche in Camp David 1978: Auch Sadat war dabei vor der «Abhörung» durch die Amerikaner nicht gefeit. Laut Dokumenten, über welche die «Washington Post» verfügt, haben insgesamt rund 120 Länder die Verschlüsselungsgeräte der Crypto AG verwendet. In Gebrauch waren diese seit den 1950er Jahren, rund fünfzig Jahre lang. Es sind einige Fälle bekannt, wo sie bei wichtigen weltpolitischen Ereignissen eine Rolle gespielt haben.“

Weitere Texte, die nicht so relevant waren, kürzte ich, Hans Högl. Doch bemerkenswert ist, dass die Neue Zürcher ohne Schonung kritisch über die USA berichtet. Es werden Fragen aufgeworfen zur Überwachung via Crypto-Geräte besonders im Zusammenhang mit der Operation Condor in Südamerika in den 1970er und 1980er Jahren.

„Dies war eine Zusammenarbeit der Geheimdienste von Argentinien, Chile, Uruguay, Brasilien, Paraguay und Bolivien zur Verfolgung linker oppositioneller Kräfte über die jeweilige Landesgrenze hinaus. Da die ersten vier dieser Staaten nachweislich Geräte von Crypto verwendeten, muss man davon ausgehen, dass die USA und Deutschland frühzeitig über die Verbrechen der Militärdiktaturen informiert waren. Es handelte sich dabei aber eigentlich um eine Bestätigung bisheriger Erkenntnisse. Die meisten Historiker sind bereits bis anhin davon ausgegangen, dass die Amerikaner früh und weitreichend über die schweren Menschenrechtsverletzungen im Bilde waren. Ähnliches gilt auch für Deutschland, wo etwa der «Spiegel» bereits vor sechs Jahren gestützt auf Dokumente des Auswärtigen Amtes berichtet hat, dass die Regierung spätestens 1980 über die Greueltaten der argentinischen Militärjunta im Bild war“.
__
Im Morgenjournal von Ö 1 (ORF) war von einem ZDF-Journalisten zu erfahren, dass Österreichs Behörden doch misstrauisch versus den Crypto-Geräten wurden. Crypto ist pro Forma eine Schweizer Firma, die aber de facto zur Hälfte dem US-Geheimdienst und dem BND gehörte. Diese Ö 1 Information war viel präziser, als der gestrige Printmedienbericht im Boulevardblatt „Österreich“ (Oe24). Und der „Kurier“ brachte gestern (12.2) Information dazu weit hinten auf S. 20 und dies noch einmal unauffällig platziert rechts unten- auf auf drei schmalen Spalten kurioserweise in der Rubrik der technischen Seite von Futurezone(!).  

Rhein: Ökologische Erfolge

Hans HÖGL

Nachtrag zum Blog: Klimawandel: „Es ist noch nicht zu spät“!

Bei der Brandbekämpfung in der Schweizerhalle in Basel am 1. November 1986 gelangten 500 Tonnen Chemikalien mit dem Löschwasser in den Rhein. Und auf einer Länge von 400 km starb der gesamte Aalbestand. Nach der Brandkatastrophe gab es ein Badeverbot.

AM 5. OKTOBER 2008 wurde in Basel seit 50 Jahren wieder ein Lachs im Rhein gefangen.

2015 wurde im Rhein bei Basel 41 Fisch- und Krebsarten nachgewiesen.

2018 beim Rheinschwimmen nahmen fast 4.000 Personen teil.

Humane und digitale Bildung

Im Goetheanum, dem Zentrum der weltweiten Anthroposophischen Bewegung in Dornach südlich von Basel, fand ich eine für die Medienkultur bemerkenswerte Bildungspetition.

Hans Högl

Die Anthroposophische Gesellschaft hat nach Selbstdarstellung weltweit rund 40.0000 Mitglieder und führt rund 10.000 Einrichtungen wie Kliniken, (Walddorf) Schulen, Höfe und Heime. Ich selbst war von der Größe des Goetheanums und der Vielzahl der Publikationen beeindruckt.

Die Petition der Initiativen für humane Bildung und der Europäischen Allianz angewandter Anthroposophie/ELIANT – ist eine Bürgerbewegung und spricht sich für Wahlmöglichkeiten aus und ist nicht einfach-hin gegen digitale Bildung, sieht aber darin defacto Einseitigkeiten.

Ihre Begründung: Wirtschaft und Politik treiben überaus schnell die digitale Transformation der Gesellschaft voran- so in Schulen mit dem Begriff „Digitale Bildung“. Die Technik dazu sind heute Smartphones,Tablets und WLAN. Dabei werden Unterricht, Schule und Lernen über (Medien) Technik definiert, nicht über den Menschen. Die Unterzeichner dieser Petition setzten sich daher europaweit für eine „Humane Bildung“ ein, die sich an den Stufen und Gesetzmäßigkeiten der körperlichen, seelischen und geistigen Entwicklung orientieren muss.

Ich selbst finde digitale Bildung wichtig ist, dennoch bleibt die Frage für welches Lebensalter und in welchem Umfang sie angemessen ist.

Schweiz: Mulmige Gefühle bei Konzernen

Die OECD und die G-20 erörterten in Paris: Konzerne sollen in jenen Ländern ihre Steuern entrichten, wo sie ihre Umsätze erzielen. Und für sie soll ein Mindest-Steuersatz gelten. Dagegen regt sich Widerstand – so in der Schweiz – dem Sitz großer Konzerne. Diese Analyse biete ich ehrenamtlich auf unserem Blog als Engagierter in der „Vereinigung der Medienkultur . Spenden sind willkommen. IBAN: AT 31 2011 1300 0310 1325

Hans Högl

Es kreisen Bilder von Medien um kuriose Clowns, TV-Politikkomiker und Schauspieler auf der größten Bühne der Welt, dem Fernsehen. So stand gestern der Brite Boris Johnson im Zentrum, vor ein paar Tagen galt der Blick dem siegreichen TV-Star und politischen Komiker und neuen Präsidenten in der Ukraine. Ohne Unterlass vernehmen wir Tweets vom Egozentriker und Geschäfts-Politik-Dealer der USA, dann wieder von politischen Spielernaturen in Italien. Es sind kuriose männliche Politikclowns, die von den Massen aus Verzweiflung über das öffentliche (Un) Wohl gewählt werden. Doch bahnt sich eine Hoffnung an?

In der Schweiz geht eine Angst um. Schweiz liebt internationale Steuer-Flüchtlinge. Doch Konzerne sollen laut OECD nicht sosehr dort Steuern entrichten, wo sich ihren Sitz, ihr Gesäß niederlassen, sondern wo sie ihre Umsätze erzielen. Und es soll eine Mindeststeuer gelten. Da erschrickt der Verband der Konzerne in der Schweiz: das käme einer „substantiellen Erosion des Steuersubstrats“ gleich.

Ecce: Vokabeln mit klassisch-antiken Sprachwurzeln: substantiell, Erosion und Substrat- ein Schleier für das Gemeinte. Und da orten maßgebliche Schweizer Kreise dies als gefährlichsten Angriff der internationalen Gemeinschaft auf die Schweiz. Das käme noch teurer als jener auf das Bankgeheimnis. Aber ereignet sich denn das erörterte Wunder?

Der Schweiz als beliebten Sitz größter Firmen drohen Milliardenausfälle, schreibt die „Neue Zürcher“ am 22. Juli 2019 auf der Titelseite. Denn 400 Fachleute der G-20 Staaten trafen sich bei der OECD in Paris und diskutierten über neue Regeln der Besteuerung. „Doch so gut die Laune des OECD-Steuerchef war, so mulmig dürfte den Teilnehmern aus der Schweiz zumute gewesen sein. Denn die Schweiz gehört zu den Ländern, die wohl die Rechnung für diese „Party“ zahlen müssen. Eine Party – welche Sinn-Verdrehung von etwas, das die Alltagsmoral Vergehen heißt, aber was bisher die Weltpolitik als legal betrachtete.

Und so will der Schweizer Bund, den Schaden begrenzen – mit Bündnispartnern, die da sind: Niederlande, Irland, Luxemburg und – siehe da – auch mit dem so hochgelobten Skandinavien und mit Kanada und Singapur. In der Aufzählung fehlen mir die Londoner City und Steueroasen in den USA.

Und da handelte ein angesehener Kleinstaat im Herzen Europas Jahrzehnte im wohlverstandenen ach` so liberalen Eigeninteresse: Er bietet größten Wirtschaftskonzernen und Leuten mit Supergehältern an, ihren Steuersitz in einem wunderschönen Kantönli zu wählen und Brosamen ihrer Riesengewinne zu versteuern, was dann anderen Ländern und ihren Budgets fehlt. Während kleine und mittlere Betriebe und die Mittelschichten und die kleinen Leute ihren Steuervorschreibungen nachkommen und die Staatsbudgets einigermaßen füllen, entziehen sich die Manager der Großkonzerne und dahinter ihre Financiers ihrer Pflicht und dies ganz legal und mit bisheriger stillschweigender internationaler Zustimmung.

Viele Staaten Europas bieten Sozialleistungen oft nur auf Pump, sind zwar nicht so
hochverschuldet wie Griechenland und Italien, aber doch in einem so gefährlichen Ausmaß, dass sie eines Tages ihre Sozialleistungen nicht mehr stemmen und als Bankrotteure zur Kasse gebeten werden.