EU-Wahl und Ideen für Europa

Prof. Dr.MMag. Hans Högl, Vizepräsident der Vereinigung der Medienkultur verfasste Texte aus dem Buch: „Bernd Posselt erzählt Europa“ 2018
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Es geht darum, Ideen zu entwickeln, wie wir Europäer unsere Zersplitterung überwinden und eine Gemeinschaft errichten können, die den Erfordernissen unserer Zeit gerecht wird. In Wirtschaft und Wissenschaft wird Europa nur dann den Wiederaufstieg schaffen, wenn es seine Ressourcen vereinigt. Sonst wird unser Erdteil den Wettlauf mit seinen amerikanischen und asiatischen Konkurrenten verlieren.

Die vier Ziele Europas sind: ein wohlhabendes, nachhaltiges u. soziales Europa und das schützt.
Die Identität einer Gemeinschaft basiert auf: gemeinsamen Werten, einer gemeinsamen Geschichte, auf gemeinsamen Aufgaben.
Europa der Vaterländer: Bernd Posselt schreibt: Wer ein Europa der Vaterländer anstrebt, wird am Schluss Vaterländer ohne Europa haben. De Gaulle wollte nicht ein Europa der Vaterländer, sondern ein „Vaterland der Vaterländer“. (Paneuropa intern 13. Okt. 2016).
Das europäische Narrativ ist eine grundlegende und sinnstiftende Erzählung von Europa.
Ein Grundsatz müsste sein: Mehr Europa im Großen u. weniger Europa im Kleinen.

Kritisches

-Schon 2008 wurde die EU-Verordnung zum Krümmungsradius der Gurken zurückgenommen. Diesen Vorschlag regte der Handel an. Durch die Standardisierung passten mehr Gurken in die Kisten, was den Transport erleichterte.
– Das Glühbirnenverbot ist auf dem Umweg von Berlin unter dem damaligen Umweltminister Sigmar Gabriel in Brüssel durchgedrückt worden.
-Präsident José Manuel Barroso hat begonnen, eine gewisse Entbürokratisierung einzuleiten. Er beauftragte dazu eine ehrenamtliche Beratergruppe, geleitet von Edmund Stoiber.
-Insektensterben:Weltweit sterben immer mehr Insekten. Die EU hat das Problem erkannt, reagiert aber nur zögerlich. Experten fordern ein Umdenken in der Landwirtschaft (Arte Magazin Juni 2018). Die Frankfurter Allgemeine (31.10.2018): Angefangen hat es mit dem Bienensterben, heute sprechen wir vom umfassenden Insekten- und Vogelsterben. Wie bewältigen wir diese Krise?

POSITIVA

– 70 JAHRE Frieden in Europa
– Zahl der Beamten: Die EU hat mit ihren rund 450 Mio Einwohnern nicht viel mehr Beamte als die Stadt Köln und ihr Budget entspricht der Hälfte des deutschen Bundeshaushalts. (Posselt p. 57)
– Roaminggebühren: Durch den Einsatz der bayrischen Abgeordneten Angelika Niebler wurden die teuren Roaminggebühren innerhalb der EU abgeschafft.
– Transparenz: Das Plenum des EU-Parlaments tagt öffentlich und auch die Ausschüsse. Dies ist in vielen Demokratien nicht der Fall. Die Entscheidungen der einzelnen EU-Abgeordneten lassen sich im Internet nachlesen.

– Einwegplastik -Verbot ab 2021: DIE EU verbannt Besteck, Teller und Trinkhalme aus Plastik. Dies ist eine Einigung im EU Parlament. Es betrifft auch Hygieneeinlagen, Trinkbecher und Feuchttücher. Das Gesetzespaket regelt auch Vorgaben zum Sammeln und Wiederverwerten von Einweg-Kunststoff-Flaschen. (Wiener Zeitung 2018-12-20.)

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Wer wird EU-Kommissionspräsident/in?

Gastbeitrag. NZZ-Online heute

Die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager ist die wohl mächtigste Frau in Brüssel. Die 50-jährige Dänin hat Google, Apple, Facebook und Co. mit Milliardenbussen das Fürchten gelehrt. Jetzt hofft Europas liberaler Superstar darauf, Nachfolgerin von EU-Kommissions-Präsident Jean-Claude Juncker zu werden.

„EU-Wahlkampf zwischen Fake und Fakten“

Einladung der Vereinigung für Medienkultur

Podiumsdiskussion im Presseclub Concordia am 4.4. 2019 ab 18.30 Uhr

Udo Bachmair

Verrohung von Sprache in Politik und Medien lässt nicht nur auf nationaler Ebene, sondern auch EU-weit sachpolitischen Diskurs in den Hintergrund treten. Durch einen weiter um sich greifenden (vorwiegend rechten) Populismus gewinnen Vereinfachungen, Halbwahrheiten, Schwarz-Weiß-Malerei und Freund-Feind-Denken die Oberhand. Stattdessen wären differenzierende Einschätzungen der komplexen Causa nötiger denn je. Was tun? Gibt es ein Rezept gegen die auch demokratiepolitisch bedenkliche Entwicklung?

Zur Diskussion stehen u.a. Sprache und Mechanismen rechtspopulistischer Propaganda am Beispiel besonders emotional besetzter Themenbereiche wie Migration oder Klimawandel bis hin zur Frage: Welche EU wollen wir eigentlich?

Am Podium:

Claudia Gamon, NEOS-Spitzenkandidatin für die EU-Wahl

Prof. Dr. Walter Ötsch, Publizist, Kulturwissenschafter, Experte für demagogisch geprägte politische Diskurse

Mag.a Hermine Schreiberhuber, Journalistin, ehemalige Vizechefin der APA-Außenpolitik

Petra Steger, FPÖ-Kandidatin für die EU-Wahl (angefragt)

Johannes Voggenhuber, langjähriger EU-Mandatar, 1Europa-Kandidat der Liste JETZT für die EU-Wahl

Moderation:

Udo Bachmair, Bakk.phil., Präsident der Vereinigung für Medienkultur (früher ORF)

Anmeldung: stifter@medienkultur.at

Grüne: Stark in der Schweiz

Hans Högl

Es ist anzunehmen, dass weder das Medien-Publikum in Österreich noch in Deutschland, folgende Kurzmeldung von NZZ-online besonders wahrnimmt. Darum bringe ich diese als Medien-Schmankerl.

„Eine grüne Welle geht durch die Schweiz. Zürich, Luzern, Baselland – in den letzten Wochen haben Grüne und GLP in kantonalen Parlamenten massiv an Sitzen gewonnen.“

News aus dem EU-Parlament

EU-News ( ausgewählt von Hans Högl )

Europäisches Parlament billigt Reform des digitalen Urheberrechtsschutzes

Am Dienstag (26.3.) haben die Abgeordneten die EU-Urheberrechtsreform gebilligt. Die Richtlinie soll sicherstellen, dass die seit langer Zeit bestehenden Rechte und Pflichten des Urheberrechts auch für das Internet gelten.

(NB. Die Wiener sozial-liberale Tageszeitung der „Standard“ hob Protest junger Leute gegen diese Reform hervor. Ihnen geht es darum, alles gratis zur Verfügung zu haben, wie sie es bisher gewohnt sind. Dass damit Künstler, Autoren und Verleger Schaden erleiden, dafür fehlt das Interesse und Verständnis, meine ich, Hans Högl).

Neue CO2-Emissionsgrenzwerte für PKW und Transporter gefordert

Am vergangenen Mittwoch hat das Parlament neue, mit den EU-Ministern bereits vereinbarte, Vorschriften zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen von PKW und Transportern bis 2030 angenommen.

Wegwerfprodukte aus Plastik: Parlament stimmt für Verbot ab 2021: Am Mittwoch (27. März) hat das Parlament für ein Verkaufsverbot von Einweg-Kunststoffartikeln wie etwa Teller, Besteck, Strohhalme oder Wattestäbchen aus Plastik gestimmt.

EU-Wahlkampf als Schlammschlacht ?

In knapp 2 Monaten ist es soweit: Die Wahlen zum EU-Parlament werden dann bereits geschlagen sein. Bis dahin wird der EU-Wahlkampf Woche für Woche zunehmend auf Touren kommen. Eine Kampagne geprägt von sachorientiertem Disput oder eher dominiert von populistischer Polemik ?

Udo Bachmair

Der EU-Wahlkampf könnte zur Schlammschlacht verkommen. Politik und Medien sind daher besonders gefordert, zu konstruktiven Auseinandersetzungen beizutragen. Verrohung und Radikalisierung politischer Sprache lassen nicht nur auf nationaler Ebene, sondern auch EU-weit Seriosität und Differenzierung vermissen. Durch einen vorwiegend rechten Populismus gewinnen Vereinfachungen, Halbwahrheiten, Falschmeldungen, Schwarz-Weiß-Malerei und Freund-Feind-Denken die Oberhand. Eine auch demokratiepolitisch bedenkliche Entwicklung.

Die Thematik, erörtert an besonders emotional besetzten Beispielen wie Migration oder Klimawandel, ist Gegenstand einer Podiumsdiskussion am 4. April im Presseclub Concordia. Sie sind dazu namens der Vereinigung für Medienkultur herzlich eingeladen :

EU-Wahlkampf zwischen Fake und Fakten

Zeit: Donnerstag, 4.4. 2019, 18.30 Uhr

Ort: Presseclub Concordia, Bankgasse 8, 1010 Wien

Am Podium:

Claudia Gamon
NEOS-Spitzenkandidatin für die EU-Wahl

Prof. Dr. Walter Ötsch
Publizist, Kulturwissenschafter, Experte für demagogisch geprägte politische Diskurse

Mag.a Hermine Schreiberhuber
Journalistin, ehemalige Vizechefin der APA-Außenpolitik

Petra Steger
FPÖ-Kandidatin für die EU-Wahl ( angefragt )

Johannes Voggenhuber
Langjähriger EU-Mandatar, 1Europa-Kandidat der Liste JETZT für die EU-Wahl

Moderation:

Udo Bachmair, Bakk.phil.
Präsident der Vereinigung für Medienkultur ( früher ORF )

Anmeldung: stifter@medienkultur.at

Good news: EU für Plastikverbot / Krebsrisiko : Pharmakonzern verurteilt

Aus NZZ- online ( ausgewählt von Hans Högl )

Das Europaparlament will Einweggeschirr und andere Wegwerfprodukte aus Kunststoff verbieten. Es hat am Mittwoch eine entsprechende Richtlinie angenommen. Mit dem Verbot sowie Recycling-Quoten will die EU gegen die zunehmende Verschmutzung der Meere vorgehen. Die Richtlinie sieht ein Verkaufsverbot für bestimmte Plastikprodukte ab dem Jahre 2021 vor, sofern es dafür erschwingliche Alternativen gibt.

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Bayer verliert in den USA einen weiteren wichtigen Prozess um angeblich krebserregende Produkte. Eine Jury des zuständigen Bundesbezirksgerichts in San Francisco urteilte am Mittwoch, dass die Tochterfirma Monsanto für Krebsrisiken des Unkrautvernichtungsmittels Roundup mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat haftbar ist und dem 70-jährigen Kläger Edwin Hardeman Schadenersatz in Gesamthöhe von 80,3 Millionen Dollar (79 Millionen Franken) zahlen muss. Bayer kündigte an, Berufung einzulegen.

Multitasking und „hirngerecht“ arbeiten

Hans Högl. Buchrezension

Hufnagl Bernd: Besser fix als fertig. Hirngerecht arbeiten in der Welt des Multitasking, Graz 2014. (Molden).

Dieses Buch ist für den Bereich „Medienkultur“ von mehrfachem Interesse. Es bietet solide wissenschaftliche Kenntnisse und diese sind sehr klar formuliert. Und Wissenschaft wird in den Dienst der Menschen gestellt. Ferner geht Hufnagl in seiner Analyse auf den Alltagsgebrauch moderner Medien ein, das ein zentrale Thema der „Medienkultur“ ist. Das Buch hat 187 Seiten, eine kurze Literaturliste, vielleicht wäre ein Index hilfreich.

Ich lernte Bernd Hufnagl, den Neurobiologen und Hirnforscher, bei der bereits angeführten Tagung in St.Pölten kennen und schätzte seinen lebendigen Vortrag. Das bewog mich, auch sein Buch zu studieren. Nun: Hirnforschung ist alles andere als ein leichtes Thema, aber es gelingt dem Autor die neuen Forschungsergebnisse verständlich zu vermitteln und praxisorientierte Folgerungen zu ziehen. So berät der Autor mit seiner Agentur größere Unternehmen, weil sie vielfach „nicht hirngerecht“ arbeiten, nicht sinnvoll mit den modernen Kommunikationsmitteln umgehen. Ähnliches trifft für uns als Privatpersonen zu.

Vor allem engt das Gefühle der permanenten Erreichbarkeit die freie Entscheidung ein. Und das ständige Unterbrochen werden im Arbeitsprozess und der häufige Wechsel von einer Aufgabe zur anderen führt zu großem Zeit- und Energieverlust und dazu, dass während einer Arbeitswoche effektiv nur zweieinhalb Tage gearbeitet wird.

Wichtig findet der Autor, das selbstmitleidende Reflektieren über Ursachen zu beenden. Der Prozess kann so in die nächste Phase übergehen:dem Nachdenken über mögliche Lösungen und Auswege und deren Umsetzung in konkrete Handlungen (p. 79 f.). So erkennen wir, dass wir für unser Lebensglück m i t-verantwortlich sind. In einer emotionalen Falle sitzen jene, die zu lange in ihrer Opferrolle verweilen und dabei eines lernen, je bedauernswerter sie auf andere wirken, desto eher wird ihnen geholfen. Damit entsteht eine emotionale Abhängigkeit von der Hilfestellung und dem Mitleid anderer, die man durch ständige Formulierung des Problems (mit klaren Dramatisierungstendenzen) aufrecht erhält.

Es geht also darum, die Opferrolle zu verlassen und festzustellen: Es ist nun einmal so passiert (also in diesem Sinne Akzeptanz der Situation!), dann gilt es selbst die (Mit) Verantwortung zu übernehmen und lösungsorientiert vorzugehen und die Zukunft zu planen. Daraus ergibt sich Optimismus und Vertrauen und erhöhte Resilienz (Umgehen Können mit Misserfolg).

Bei diesen Folgerungen musste ich auch an Politik denken, in welchem Ausmaß entwicklungspolitische Zeitschriften, Latinos selbst, aber auch Afrikaner in ihrer emotionalen Dependenz verharren und somit zu vieles schicksalshaft hinnehmen. In diesem Sinne hat die Schwester von Barack Obama klar ein Gegensignal gesetzt. Oder eine Entwicklungshelferin erzählte mir von ihren Erfahrungen im Sudan, dass die Einheimischen immer nur Hilfe von außen erwarten.

Ex-Kanzler Kerns kantige Kritik

Aufgefallen

Zitate des Tages
(ausgewählt von Udo Bachmair)

„In der Politik gilt: Nicht das Erreichte zählt, sondern das Erzählte reicht“

( Ex-Bundeskanzler Christian Kern in einem KURIER-Interview )

„Meine Nachfolgerin Rendi-Wagner erlebt jetzt, wie das ist. Da gibt’s Leute, die sitzen in den Wiener Kaffeehäusern, sind seit 20, 30 Jahren Teil des Systems und machen Stimmung gegen die eigene Vorsitzende. Sie selbst übernehmen nie Verantwortung, ziehen am Ende immer den Kopf ein. Der Vorsitzende steht vorne, kassiert die Watschen“

( Rüge Christian Kerns an die Adresse der eigenen Partei ).

„Geschichte lehrt, dass Nationalismus zum Krieg führt… Vor dem Massenmord in Christchurch ist so lange ein Feindbild produziert worden, bis ein Wahnsinniger Selbstjustiz geübt hat. Oder der Brexit. Die haben sich so lange aufgeganselt, bis sie ihr Zerstörungswerk vollendet haben. Vielleicht fehlt auch unserer Regierung das Geschichtsbewusstsein, um zu erkennen, wie schwer solche Entwicklungen zu kontrollieren sind“

( Der frühere Bundeskanzler Kern im KURIER-Interview auf die Frage, wie beängstigend es sei, dass Nationalisten und Populisten weltweit das Sagen haben ).

Nationalisten als Brandstifter

Aufgefallen

Zitat des Tages :
(ausgewählt von Udo Bachmair)

„Der Brexit ist das reale Experiment des durchgeknallten Nationalismus. Die Brexiteers standen mit dem Benzinkanister auf offener Bühne und steckten alles in Brand. Am nächsten Tag rannten sie davon und überließen das Löschen den Übriggebliebenen. Niemand mit Verstand kann so eine Politik befürworten.“

( Werner Kogler, grüner Bundessprecher und Spitzenkandidat für die EU-Wahl am Rande einer Demonstration für mutigere Klimapolitik laut einem Bericht von KURIER-Redakteur Christian Böhmer )