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Globaler Süden verstärkt in Medien ?

Es scheint, als würden sich mehr Medien doch stärker für Themen des globalen Südens erwärmen.

Ilse Kleinschuster *

Dass die Klimakrise „eine Bedrohung für die menschliche Gesundheit ist und ganz besonders Schutzlose trifft“, das ist heute zu lesen in einen Gastkommentar einer politischen Referentin bei „Ärzte ohne Grenzen“ in der Wiener Zeitung – https://www.wienerzeitung.at/meinung/gastkommentare/2168113-Echte-Klimagerechtigkeit.html Bis jetzt habe ich ähnliche Berichte aus dem globalen Süden eher in den Broschüren der Ärzte ohne Grenzen oder medico international gelesen, daher weiß ich schon länger von der lebensbedrohlichen Lage von zig-Millionen von Menschen, die in der südlichen Hemisphäre durch Hitzewellen von mittelschwerer bis schwerer Ernährungsunsicherheit betroffen sind. Ich wunderte oder ärgerte mich daher auch nicht sehr über die teils ignoranten Kommentare dazu.

Schlagzeilen und Berichte in Tageszeitungen des globalen Nordens sahen bisher meist anders aus. Ja, ich finde, der globale Süden wurde und wird höchst stiefmütterlich in unseren Zeitungen behandelt. Dass solche Berichte jetzt öfter unsere Augen und Ohren öffnen werden, haben wir wohl der Aktualität der Weltklimakonferenz, der COP27, zu verdanken. Wie lange wird das Interesse bleiben? – Nun, jetzt bietet sich ja auch noch Katar an!

Umso mehr freute ich mich heute über einen Bericht von Ladislaus Ludescher im Sudwind-Magazin, der meint: „Berichte über den Globalen Süden rangieren offensichtlich weit hinten auf den Prioritätenlisten der Redaktionen. Dass in der Tagesschau den Sportergebnissen mehr als 13mal so viel Zeit eingeräumt wurde wie dem Hungerthema, gibt zu denken.“ https://www.suedwind-magazin.at/das-verschwinden-der-85-prozent/

* Gastautorin Ilse Kleinschuster ist in der Zivilgesellschaft aktiv sowie auch engagiertes Mitglied der Vereinigung für Medienkultur

Brasilien wählt: Lula versus Bolsonaro

Gewicht einer wissenschaftlichen Kritik!?

Hans Högl bringt Text des Brasilianers Francisco da Rocha (Dr.rer.pol.) vom August 2022 in: „soziologie heute“.

Brasilien hat offiziell 210 Millionen Menschen und hat durch die Covid-19-Pandemie „mehr als 670.229 Menschen verloren“. Laut Expertisen dürften noch viel mehr Menschen daran gestorben sein. Die Zahl der an Corona Erkrankten wird auf 3 Millionen geschätzt. Laut einer parlamentarischen Untersuchung hätte die Übertragung des Coronavirus auf 40 Prozent gesenkt werden können. Aber Bolsonaro „reagierte erbärmlich langsam“(da Rocha).

(Bolsonaros Pandemiepolitik geriet in die Schlagzeilen, weil er sich gegen die Verhaltensrichtlinien der WHO stellt -in Rio haben sich Gouverneur und Bürgermeinster gegen ihn gestellt.)

Gilmar Mendes war einer der Richter, der für die Verhaftung des ehemaligen Präsidenten Lula gestimmt hatte. Nun verteidigt er die Auffassung, dass die Korruptionsprozesse gegen Lula unrechtmäßig geführt wurden. Diese Aussage des Richters war Grund dafür, dass der ehemalige Präsident Lula nun kandidieren darf.

Das Versagen von Bolsonaro, so Francisco da Rocha, betreffe nicht nur die Covid-19-Krise, sondern auch die öffentliche Verwaltung und die Wirtschaft. Und Bolsonaro sah in Präsident Trump ein Vorbild. Laut einer Umfrage im V o r j a h r gaben 45 % der Wähler an, nun bei der Wahl Lula da Silva zu unterstützen, während 34 % antworteten, Jair Bolsonaro ihre Wahlstimme zu geben. Wir sind gespannt, wie die Wahl ausgeht.

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