Kategoriearchiv: VERANSTALTUNGEN

Buchpräsentation über Richard Coudenhove-Kalergi

Hans H ö g l

Vor dem Nationalfeiertag 2003 organisierte die Vereinigung für Medienkultur eine Podiumsveranstaltung über Richard Coudenhove-Kalergi, den fast vergessenen Pionier Europas. Diese Veranstaltung gab den Impuls für ein Buch über Richard Coudenhove. Und zu dieser wichtigen Buchpräsentation sind alle, die sich dafür interessieren, eingeladen.

Die Diplomatische Akademie Wien lädt  ein zur Buchpräsentation

RICHARD COUDENHOVE-KALERGI – EIN LEBEN FÜR PANEUROPA   Begrüßung Hans Winkler, Direktor der Diplomatische Akademie Wien/ Rudolf Kaske, Präsident der Kammer für Arbeiter und Angestellte Wien /  Martin Scheriau –  Verlag Kremayr & Scheriau
Zum Buch sprechen und diskutieren Walter Göhring als Buchautor  Hugo Portisch, Journalist  Moderation  Heinz Sichrovsky, Journalist

Mittwoch, 1. Juni 2016, 18.30 Uhr 
Festsaal der Diplomatischen Akademie Wien Favoritenstraße 15a, 1040 Wien U-Bahnstation Taubstummengasse, U1
Um 18 Uhr die Ausstellung Richard Coudenhove-Kalergi –

Rotraud Perner im Gespräch

Udo Bachmair

Rotraut Perner, seit kurzem auch evangelische Pfarrerin, habe ich als äußerst interessante und vielschichtige Gesprächspartnerin kennengelernt. Sie hat sich mit großer Neugier, viel Engagement sowie mit hoher fachlicher und menschlicher Kompetenz zu einer anerkannten Expertin in zahlreichen wissenschaftlichen Teilbereichen und nicht zuletzt auch in wichtigen Lebensfragen entwickelt.

Es verwundert nicht, dass Rotraut Perner in diversen Medien immer wieder zu unterschiedlichen Themen Rede und Antwort steht. Hat sie doch auch Einiges an Substantiellem beizutragen, wie auch ihre zahlreichen Bücher belegen. Eine der letzten ihrer Publikationen trägt den Titel „Mut“. Und den Mut hat sie, keine Scheu auch vor unkonventionellen Aussagen zu haben.

So war es mir eine besondere Freude, Frau Dr. Perner als nächsten Gast meiner Gesprächsserie „Gemeinde im Gespräch“ im Raum der Begegnung der lutherischen Stadtkirche in der Wiener Dorotheergasse zu gewinnen. Ich möchte Sie zu diesem Gesprächsabend herzlich einladen. Im Folgenden die Details :

Pfarrerin Univ.Prof. Dr. Rotraud Perner

Publizistin, evangelische Theologin, Psychotherapeutin, Gesundheitspsychologin, Erwachsenenbildnerin, Juristin, Soziologin

zu Gast bei    „Gemeinde im Gespräch“  mit Udo Bachmair
Wann:               12. 5. 2016 , 19 Uhr
Wo:                    Raum der Begegnung,  Dorotheergasse 18, A-1010 Wien

 

Einige der Fragen an Rotraud Perner:

Wie erschöpft und desorientiert ist der moderne Mensch ?

Wie reagiert er auf Manipulationen durch Medien ?

Was raubt ihm Energie und Motivation ?

Wie der Burnout-Falle entgehen ?

Macht bzw. hält Glaube gesund ?

 

Öffentliche Sitzungen des ORF-Publikumsrates 2016

Hans H ö g l

An den Plenarsitzungen des ORF- Publikumsrates kann das ORF-Publikum teilnehmen.  Abgesehen von Medienvertretern ist die Anzahl dieser Interessenten  sehr bescheiden. Die „Vereinigung für Medienkultur“ empfiehlt  eine Teilnahme, da trotz allem ….Vieles zu erfahren ist. Und  Medienberichte darüber sind sehr spärlich. Es geht um die Interessen der  Millionen Gebührenzahler,  und diese  sollen nicht nur durch  Vertreter von Parteien und Sozialpartner zum Ausdruck kommen.

Die Sitzungen finden im ORF-Zentrum am Küniglberg Eingang Würzburggasse 30  im Atrium statt. (Dieses  ist mit dem Bus von der Kennedybrück gut erreichbar). Die nächste Sitzung ist die letzte vor der Wahl des Generalintendanten im Sommer.  Sechs Publikumsräte nehmen im Stiftungsrat daran teil.  Also: So belanglos ist der Publikumsrat nicht, wie vielfach behauptet wird.

Sitzungstermine 2016

  • Mittwoch, 1. Juni 2016, 10.00 Uhr
  • Mittwoch, 28. September 2016, 10.00 Uhr
  • Mittwoch, 9. November 2016, 10.00 Uhr
  • Mittwoch, 7. Dezember 2016, 10.00 Uhr
Die Beschlüsse werden in den Sitzungen der Arbeitsausschüsse vorbereitet.

Syrien: Stopp der Einmischung von außen !

Spannende Diskussion zum syrischen Drama

Udo Bachmair

Die überaus komplexe Causa Syrien war Gegenstand einer äußerst gut besuchten und streckenweise auch hitzigen Podiumsdiskussion gestern im Presseclub Concordia in Wien.

„Die Einmischung von außen muss aufhören“, forderte in Übereinstimmung mit anderen Podiumsgästen die in Damaskus akkreditierte deutsche Journalistin Karin Leukefeld. Den ausländischen Mächte, von den USA über Israel, bis zu Russland und den arabischen Staaten ginge es keineswegs um das Wohl der Syrer , sondern ausschließlich um das jeweils eigene Interesse.

„Akteure wie die USA, Saudi-Arabien und Katar lassen den Krieg eskalieren“, pflichtete Mamoun Chawki bei, Sprecher der Unabhängigen Syrer in Österreich. Heute seien Terroristen am Werk, die von ausländischen Mächten unterstützt werden.

Heftig polarisiert hat in der Diskussion die Rolle von Präsident Assad. Diesbezüglich zeigte sich Tarafa Baghajati, Obmann der Initiative muslimischer Österreicher_innen, kompromisslos. „Frieden für Syrien müsse ohne Assad geschaffen werden“.

Eine Haltung, der der Großteil des Podiums widersprach: So auch Salma Reda, Sprecherin der syrischen Studierenden in Österreich. Sie kritisierte, viele Gruppen hätten Assad a priori von einer Verhandlungslösung ausgeschlossen.

Fritz Edlinger, Generalsekretär der Gesellschaft für österreichisch-arabische Beziehungen befürchtet eine weitere Eskalation. Die Türkei spiele eine üble Rolle, auch Saudi-Arabien komme eine Täterrolle zu. „Die Täter sitzen in Washington, in Ankara, in Mekka und sonstwo“, so Edlinger wortgewaltig unter großem Applaus.

Nahostexpertin und Buchautorin Karin Kneissl äußerte „eine gewisse Zuversicht“. Frieden sehe sie für Syrien zwar nicht, aber doch „eine klare Entschlossenheit“, dem Vormarsch der Islamisten Einhalt zu gebieten.

Die Diskussion „Das syrische Drama-Ausweg aus dem Dilemma“ kann als großer Erfolg für die Vereinigung für Medienkultur verbucht werden. Das zeigt das bisher von verschiedensten Zeiten bekundete extrem positive Feedback.

 

Erinnerung: Große Syrien-Diskussion !

Die Vereinigung für Medienkultur

lädt ein zur Podiumsdiskussion

„Das syrische Drama. Wege aus dem Dilemma“

Zeit: Donnerstag, 3. März 2016, 19 Uhr

Ort: Presseclub Concordia, Bankgasse 8, 1010 Wien

Am Podium:

Tarafa Baghajati,Obmann der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen, Menschenrechtsaktivist, Autor des Buches „Islam ohne Scheuklappen“

Maamoun Chawki, Sprecher der unabhängigen Syrer in Österreich , Psychotherapeut, Sozialpädagoge des Vereins Multikulturelles Netzwerk, Medienkritiker

Fritz Edlinger, Generalsekretär der Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen, Autor zahlreicher Nahost-Analysen, Herausgeber von „Syrien-Ein Land im Krieg“ sowie der Zeitschrift „International“.

Karin Kneissl, Nahost-Expertin, Publizistin, Autorin zahlreicher Analysen und Bücher wie etwa „Mein Naher Osten“ oder „Testosteron macht Politik“.

Karin Leukefeld, Deutsche Journalistin in Damaskus, Autorin des Buchs „Flächenbrand. Syrien, Irak, die Arabische Welt und der Islamische Staat“.

Salma Reda, Syrienexpertin, Sprecherin der syrischen Studierenden in Wien

Moderation:

Udo Bachmair, Präsident der Vereinigung für Medienkultur

Der Kampf um Syrien, die Hintergründe des Konflikts, die verworrene Lage in und rund um Syrien, sind Gegenstand einer höchst komplexen Causa. Propaganda und Desinformationen tragen zu weiterer Orientierungslosigkeit und Eskalation bei.

In der Diskussion sollen daher u.a. folgende Fragen zur Sprache kommen:

Worin bestehen die Ursachen und Hintergründe des Konflikts außerhalb und innerhalb Syriens?

Welche Interessen stehen hinter den unterschiedlichsten Akteuren im syrischen Drama ?

Welche wären die innen- und außenpolitischen Auswege aus dem Krieg in und um Syrien?

Anmeldung erbeten unter: medienkultur@medienkultur.at

Bilanz 2015

Udo Bachmair
Liebe Freundinnen und Freunde der Vereinigung für Medienkultur !

Wieder ist ein Jahr zahlreicher Aktivitäten der Vereinigung für Medienkultur zu Ende gegangen. Als Präsident unserer Vereinigung möchte ich besonders folgende Bereiche hervorheben : Zum Einen teils exklusive Veröffentlichungen mit Informationen und Analysen zu unterschiedlichen, vor allem medienkritischen Themen auf unserer Website www.medienkultur.at , zum Anderen mehrere von uns veranstaltete (mit jeweils bis zu 130 Personen) äußerst gut besuchte Podiumsdiskussionen im Presseclub Concordia.

Die mit dem Presseclub vereinbarte Kooperation hat sich auch 2015 sehr bewährt. Es gibt hierzulande wohl keine renommiertere Adresse (Bankgasse 8, A-1010 Wien) für Veranstaltungen zu den Themenkomplexen Medien und Politik. So hat unsere Vereinigung diesen attraktiven Ort für Diskussionsabende auch eifrig genützt. Ich möchte einige von ihnen in Erinnerung rufen :

„Hypo Alpe Adria – Das Milliardendesaster“ – ein spannender Diskussionsabend, an dem es um die Frage ging, ob es jemals gelingen würde, die Wahrheit über diese Causa ans Licht zu bringen. Podiumsgäste waren neben anderen die engagierte ORF-Redakteurin Christine Grabner und der Aufdeckungsjournalist und Buchautor Richard Schneider („Tatort Hypo Alpe Adria“).

Die Verantwortung von Politik und Medien bei heiklen weltpolitischen Konflikten hat die Podiumsdiskussion zum „Ukraine-Konflikt – Kriegsgefahr für Europa? “ thematisiert. Den belebten Disput bereichert haben u.a. der vorbildliche ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz sowie höchst motivierte Podiumsgäste wie Johannes Voggenhuber und die Diplomatin Gabriele Matzner.

Eine weitere besonders erwähnenswerte Podiumsdiskussion 2015 im Presseclub Concordia befasste sich mit dem Thema „Medienkultur-quo vadis?“. Was ist eigentlich Medienkultur ? Gibt es sie hierzulande noch ? Was und wie sollte sie sein ? waren einige der zur Diskussion gestellten Fragen. Profunde Antworten kamen vom Publizistikexperten Prof. Langenbucher, von Profil-Redakteurin Ingrid Brodnig, von Andreas Koller (Salzburger Nachrichten) und Alexander Warzilek (Presserat).

Im abgelaufenen Jahr hatte ich Gelegenheit, unsere Vereinigung auch bei anderen Veranstaltungen zu vertreten. So etwa als Moderator der Diskussion über Medien und Kirchen in der Evangelischen Akademie, oder in Zusammenarbeit mit der Stiftung Sozialmarie als Koordinator und Gesprächsleiter einer Diskussionsveranstaltung zum heiklen Thema „Flüchtlinge und Zuwanderung“.

Dr. Högl und ich waren gemeinsam zu einem Vortragsabend im Hippolith-Haus in St. Pölten über „Medien und Politik“ geladen, wo wir medienkulturelle Hintergründe und Anliegen einem ebenfalls überaus interessierten Publikum präsentieren konnten. Zudem haben wir zusammen mit unserem Kooperationspartner „Unsere Zeitung“, einem gelungenen jungen Internet-Projekt, einen Alternativen Medienstammtisch abgehalten.

Zahlreiche Kommentare, Analysen und Leserbriefe im „Falter“, in der Zeitschrift „International“, in den Tageszeitungen „Der Standard“, „Die Presse“, etc. sowie Vorschläge zum ORF-Publikumsrat und Unterstützung der Initiative „Ö1 muss im Funkhaus bleiben“ komplettierten 2015 einige der weiteren Aktivitäten.

Der Facebook-Auftritt der Vereinigung ist unter Leitung unseres Vorstandsmitglieds Mag. Franz Schlacher in neue erfolgreiche Bahnen gelenkt worden. Dieser Schritt bewirkt die weitere Verbesserung unserer Präsenz auch in Sozialen Medien.

Auch 2016 wollen wir aktiv weitermachen. So ist für die allernächste Zeit eine weitere große Podiumsdiskussion im Presseclub Concordia geplant: am 3. März um 19 Uhr wieder im Presseclub Concordia. Thema: „Das syrische Drama. Auswege aus der Dilemma“. Podiumsgäste neben anderen sind Karin Kneissl, Fritz Edlinger, Maamoun Chawki und Tarafa Baghajati. (Details siehe Extra-Ankündigung)

Gegen Ende meines Briefes kommt mir noch die leider unumgängliche Aufgabe zu, Sie zu bitten, den Mitgliedsbeitrag 2016 ( 25 Euro ) sowie noch für 2015 ausständige Beträge zu begleichen. Da alle unsere Aktivitäten von Ehrenamtlichen durchgeführt werden, gleichzeitig aber immer mehr Kosten entstehen, sind wir natürlich auch für Spenden dankbar. ( Siehe untenstehende Konto-Daten ).

Mit Dank und herzlichen Grüßen

Udo Bachmair

medienkultur@medienkultur.at

www.medienkultur.at

Spenden- und Mitgliedskonto:

Erste Bank

IBAN : AT 31 2011 1300 0310 1325

BIC: GIBAATWWXXX

 

 

 

 

Klimaabkommen: Selbstverpflichtung des ORF als Unternehmen zur Nachhaltigkeit

Hans   H ö g l

Eben folgte ich im Oe 1-Mittagsjournal (14.12.2015) dem Interview mit dem Umweltaktivisten Wolfgang Pekny zum Klimaabkommen in Paris.  Er bekam die  Chance, Anliegen vorzubringen, die längst in der  „Initiative Zivilgesellschaft“ und in der „Plattform Footprint“ diskutiert wurden. Danke an Ö 1.

Ich erinnere die Generaldirektion des ORF  an die Vorsprache der  „Vereinigung für Medienkultur“ 2010   im Publikumsrat.  Der Publikumsrat zeigte sich flexibel und  gesprächsbereit.   Dr. Herbert Rauch (Autor des Buches:  Glo-c-al Balance. Der Umbau der Titanic, Wien 2014) forderte damals, dass der ORF als ganzes Unternehmen sich der Nachhaltigkeit verpflichtet.

Das geschah auch: Mit der Selbstverpflichtung des ORF in seiner 34-seitigen Broschüre „Nachhaltigkeit im ORF 2011“, dargelegt im Publikumsrat. Ist seitdem der ORF seiner Selbstverpflichtung  nachgekommen?     Unsere Initiative wurde in der Broschüre mit keinem Wort erwähnt.   Ist das ein fairer Umgang mit einer seriösen, auf Ehrenamt beruhenden NGO?

 

 

Flüchtlinge als Bereicherung ?

Flüchtlinge und Zuwanderung: Wie „nützlich“ sind sie für uns ?

Udo Bachmair

Das Thema Flüchtlinge ist zurzeit in aller Munde. Wir sind mit einer großen Herausforderung konfrontiert, die sachlicher und menschlicher Lösungen bedarf. Doch Emotionen nehmen überhand. Angeheizt vor allem von Boulevard-Medien sowie rassistischen Internet-Postings, die mit dazu beitragen, Ängste und Hass zu schüren.

Selbstverständlich sollen Unsicherheiten und Probleme, die mit der Flüchtlingsfrage verbunden sind, nicht ignoriert werden. Es ist allerdings nun höchste Zeit, sich nach permanent demonstrierter Empörung und Aufregung von Kronenzeitung bis hin zu Stammtischen mit der komplexen Causa konstruktiv zu beschäftigen.

Einen Versuch dieser Art unternimmt die Stiftung Unruhe und die Sozialmarie mit Unterstützung der Vereinigung für Medienkultur am kommenden Donnerstag mit Antworten auf die Frage:

Flüchtlinge und Zuwanderung – Wie profitieren wir davon?
Termin:    Donnerstag, 26. November 2015
Ort:            Presseclub Concordia, Bankgasse 8, 1010 Wien
Beginn:                17:00 Uhr
Programm:
Best Practices Initiativen mit Flüchtlingen und Zuwanderern

Bei diesem Austausch gibt es einerseits die Möglichkeit, die SozialMarie Siegerprojekte der letzten Jahre aus dem Bereich Migration kennenzulernen. Anderseits haben Sie die Gelegenheit, Ihre Ressourcen und Unterstützungsmöglichkeiten anzubieten.

ab 18.30 Uhr : Eine Expert_innendiskussion :
Flüchtlinge und Zuwanderung- Belastung oder Bereicherung?

Moderation: Udo Bachmair, Präsident der Vereinigung für Medienkultur

Gäste:

Michael Landesmann, Scientific Director des Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche

Regina Polak, Associate Professor am Institut für Praktische Theologie an der Universität Wien

Helmut Spudich, T- Mobile Pressesprecher und ein der Autoren bei 0676 Blog T- Mobile Austria

Laura Wiesböck, Migrationsforscherin am Institut für Soziologie, Universität Wien

Beate Winkler, Autorin und über viele Jahre Direktorin der jetzigen EU-Grundrechtsagentur

 

Medienkritik-Publikumsrat-Gruppensteuer

 

Diesen Text ließ ich Andreas Koller, Wolfgang Langenbucher, Ingrid Brodnig und Alexander Warzilek zukommen. Zuerst eine großes Danke an alle. Zum oben vorliegenden Pressetext und zur Veranstaltung selbst ein Nachwort, Ergänzungen und Richtigstellungen.

Medientipps für das Publikum, die sich vertieft für Mediengeschehen u. – Kritik interessieren: Sehen Sie das „Das Medienquartett“ im TV-Sender Okto (auch über Youtube abrufbar) und die Sendung „zapp“ im Westdeutschen Rundfunk (WDR). Im WDR g i b t es tatsächlich einen Rundfunkrat (!), ein Podiumsteilnehmer verneinte dies. In diesem Rundfunkrat sind fast nur institutionelle Mitglieder. Das bestätigte kürzlich „zapp“, das kritische, deutsche Medienjournal.

Die Publikumsräte des ORF fordern seit Langem ein ähnliches Magazin – bisher vergebens. Die Publikumsräte bringen fallweise Anliegen vor, es dauert oft sehr lange, bis deren Wünsche vom ORF beachtet werden. Ein Beispiel: Der Publikumsrat empfahl, dass Radio Ö3 Warnungen vor Geisterfahrern auch auf Englisch ganz kurz durchsagen möge. Dies wurde von der ORF-Spitze monatelang als nicht durchführbar hingestellt. Dies war „lächerlich“, wie mir ein Publikumsrat sagte.

Für den Publikumsrat ist nicht alleine der ORF verantwortlich: Jener basiert auf Gesetzen und der ORF- Geschäftsordnung. Wir von der Medienkultur nehmen seit 10 Jahren als ganz wenige Gäste an den öffentlichen Sitzungen teil. Jeder darf teilnehmen. In die Protokolle der Ausschüsse darf nicht Einblick genommen werden, immerhin – ich erhielt die Erlaubnis, die Sitzungsprotokolle der Plenarsitzungen zu studieren. Schon Dr. Schuppich – in den 70iger Jahren Vorsitzender des Publikumsrates – beklagte dessen minimale Kompetenzen! –

Am 12.Nov. erschien in der „Wiener Zeitung“ ein langer Beitrag über den Publikumsrat, der als äußerst zahm beurteilt wird – scharf sei wie ein Schnecken-Gebiss . Ferner hieß es, der ORF raffe sich endlich auf, die Publikumsbeschwerden ernst zu nehmen – auch darum – so die „Wiener Zeitung“ – weil Anfang August 2016 der ORF-General neuerlich gewählt wird. NB. Ich selbst habe vor ein paar Wochen der Vorsitzenden des Publikumsrates mündlich und schriftlich im Namen der Medienkultur in aller Schärfe bekundet, dass die gesetzlichen Grundlagen und die Zusammensetzung und die Abläufe des Publikumsrates dringend einer Reform bedürfen. Es gab bereits früher Vorsprachen der Medienkultur im Medien-Staatssekretariat und auch beim ORF selbst. Dass die Parteien und deren Vertreter im Publikumsrat vor dem mächtigen ORF knieweich sind, bedarf keiner Erläuterung.

Verblüfft äußerte sich ein Teilnehmer und Jurist über die geringe Bereitschaft von einem Pressevertreter, sich Medienkritik aus dem Publikum zu stellen und er sagte, was ihr von der „Medienkultur“ macht, ist Goldes wert – auch wenn es nicht direkt effektiv erscheint.

In der Moderation fiel das Wort „Gruppensteuer“. Sie ist wohl den Meisten in Österreich ein Fremdwort. Was bedeutet es? Es ist sehr einfach zu formulieren: Firmen können ihre g e s a m t e n, unbegrenzten Auslands-Gewinne im I n l a n d steuerlich absetzen. Nun – das sind primär große Firmen. Dies stellt versus kleiner Firmen und Selbständigen eine eklatante Bevorzugung dar. Die Gruppensteuer war wohl anfangs gut für Österreich, soll aber nicht dauernd und nicht unbegrenzt gelten. Von der Gruppensteuer fand nur der extrem aufmerksame Leser in österr. Medien Spurenelemente. Das war unsere Medien-Beobachtung. Dem wichtigen Thema wurde jedenfalls in Medien fast ausgewichen. Da spielen wohl auch die großen Anzeigenkunden eine wichtige Rolle!. Wir von der Medienkultur plädierten in Mitgliederinformationen und auf http://www.medienkultur.at nicht für ein plötzliches Abschaffen der Gruppensteuer, sondern für eine schrittweise Reduzierung innerhalb von 10 Jahren.

Medienkultur profitiert von akademischer Journalismusausbildung

Sensibilität für ethische Fragen gestiegen – Presserat überlegt, Zuständigkeit auf Onlinemedien auszudehnen – Brodnig: Klarnamenzwang löst keine Probleme Wien (APA  11. Nov. 2015) –

 Die Akademisierung der Journalistenausbildung wirkt sich positiv auf die Medienkultur aus – dieser Meinung waren am Dienstagabend zumindest Publizistikprofessor Wolfgang Langenbucher und Andreas Koller, Präsident des Presseclubs Concordia. Unmoderierte Foren und Einflüsse aus der PR-Branche seien dagegen auf der negativen Seite zu veranschlagen, so das Ergebnis einer Podiumsdiskussion.

„Medienkultur, quo vadis?“ hieß das Motto der Diskussion, zu der die Vereinigung für Medienkultur anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens eingeladen hatte. Statt eines Blicks in die Zukunft gab es zunächst aber eine Analyse von Vergangenheit und Gegenwart. Und diese fiel trotz derzeit ökonomisch oft schwieriger Zeiten gar nicht so düster aus. „Durch die vielen akademisch ausgebildeten Journalisten hat sich vieles verbessert“, zeigte sich Langenbucher überzeugt. Durch die unterschiedlichen Studien und Lehrgänge habe ein „permanenter und systematischer Transferprozess“ von Wissen in die Praxis stattgefunden.

Auch Koller, stellvertretender Chefredakteur der „Salzburger Nachrichten“, bestätigte das im Hinblick auf die Medienkultur: „Das ethische Niveau, die Sensibilität für ethische Fragen ist mit journalistischen Ausbildungen sicher gestiegen.“ Seiner Ansicht nach habe in Zukunft überhaupt nur noch Qualitätsjournalismus eine Daseinsberechtigung. „Die Frage ist nur immer: Wie finanziere ich das“, meinte Koller. Denn aus Zeit- und Kostengründen gewinne die schnelle Schlagzeile derzeit gerne gegenüber beispielsweise investigativem Journalismus – „so unbefriedigend das auch sein mag“.

Als einen der „Megatrends“ der Medienkultur bezeichnete Langenbucher jenes Phänomen, dass kluge Köpfe heuer eher und besser bezahlt in der PR als im Journalismus arbeiten würden. Sei vor Jahren der unkontrollierte und intransparente Einfluss der PR auf den Journalismus jedoch noch groß und die Medien wenig an der Eindämmung interessiert gewesen, habe sich das „gravierend geändert“, diagnostizierte der Wissenschafter. So seien etwa die Ausweisung bezahlter Pressereisen oder die Nachvollziehbarkeit von Produkttests heute selbstverständlicher geworden. „Ich will nicht ausschließen, dass es noch schärferer Beobachtungsinstrumente und gesetzlicher Regelungen bedarf“, meinte er. Die Vorarbeit, die Instrumente der Selbstkontrolle leisten können, hätten jedoch bereits gewirkt.

Eines dieser Instrumente in Österreich ist der Presserat, in dieser Diskussionsrunde vertreten durch Geschäftsführer Alexander Warzilek. Die Einrichtung – derzeit nur für Zeitungen und Zeitschriften sowie deren offizielle Onlineauftritte wirkend – überlegt momentan, ihre Zuständigkeit auch auf reine Online-Medien auszudehnen. „Ich kann mir auch vorstellen, unsere Aufgaben auf den Rundfunk auszuweiten, da die Grenzen zwischen den Medien ohnehin verschwimmen“, meinte Warzilek. Jedenfalls werde die Institution immer bekannter, 2014 behandelte man knapp 240 Fälle. Der Vorteil in Österreich – im Gegensatz zu Deutschland – sei, dass Entscheidungen des Presserats dann auch mit Nennung des betroffenen Mediums online veröffentlicht würden. Das habe eine „gewisse Prangerwirkung“, so Warzilek.

Koller wollte hingegen auch jeden einzelnen Journalisten in die Pflicht nehmen, wenn gekaufte und redaktionelle Beiträge oder die Trennung zwischen Redaktion und Anzeigenabteilung zu verschwimmen drohen. „Das ist ein täglicher, wöchentlicher, jährlicher Abwehrkampf der Redaktionen. Da muss man als Redakteur dagegenhalten“, plädierte er. Ihm sei von den „Salzburger Nachrichten“ jedenfalls kein Beispiel bekannt, bei dem Inseratenkunden Berichterstattung beeinflusst hätten, meinte Koller auf die kampagnenhafte Berichterstattung der Salzburger „Kronen Zeitung“ für Einkaufszentren angesprochen.

Die Aufregung um eben diese Berichterstattung bewertete „profil“-Redakteurin Ingrid Brodnig als Positivbeispiel für die inzwischen nicht mehr als Einbahnstraße funktionierende Kommunikation zwischen Medien und Nutzern. Denn der Medienwatchblog „Kobuk“ hatte als erstes auf die Kampagne hingewiesen. „Das kann auch ein Mehrwert sein“, betonte sie. Allerdings könnten vor allem unmoderierte Userpostings und Foren der Medienkultur auch schaden. „Es geht aber nicht darum, das abzudrehen, sondern es muss eine Debattenkultur entstehen“, meinte sie.

Es sei allerdings falsch zu glauben, dass nur die Anonymität im Internet zu Hasspostings führe. „Der Klarnamenzwang alleine wird das Problem nicht lösen“, zeigte sie sich überzeugt. Denn auch, dass die Poster kein unmittelbares Feedback ihres Gegenübers bekommen, mache es im Internet leichter, „weniger empathisch zu sein“. „Es ist wichtig, dass Medien Verantwortung übernehmen“, betonte Brodnig daher. Denn lange hätten sich Medien kaum darum gekümmert, was sich in ihren Foren abspiele. Erst langsam würden Zeitungen versuchen, eine Debattenkultur zu etablieren: „Es ist skurril, dass das so lange gedauert hat.“