Kategoriearchiv: Medienschmankerl

EU-Idee und Zukunft / Soziale Marktwirtschaft – Medientipps

Hans H ö g l

ARTE: Dienstag-  21.März: Europa. Was nun? Was ist aus der Idee geworden? 20:15 Kampf um Europa. 22:00 Am Anfang waren`s Sechs. Geschichtsdoku

ORF 1: Mittw.  22. März  „Voll verzuckert“. Wieviel  Zucker steckt eigentlich in „gesunden Lebensmitteln?“ 20:15 Doku

3-sat:  Donnerstag:  Soziale Marktwirtschaft  –„scobel“ 21:00

ZIB 2: Freitag  History. 22:35 Zur EU-Gründungsidee u. Zukunftsszenarien

NB. Wir haben Anregungen in der „Kleinen Zeitung“ (Graz) aufgegriffen. Sie empfiehlt auch ARTE-Sendungen,  obgleich sie in Massenblatt ist.

 

Entwicklungspolitik – Medientipps

 

 Wenn dieser Medientipp nicht korrekt dargestellt wird, klicken Sie bitte auf folgenden Link:
http://medientipps.baobab.at
Medientipp BAOBAB KW 12-2017 (20.3.2017 bis 26.3.2017)

BAOBAB wertet jede Woche das Fernseh- und Kinoprogramm nach Filmen zu entwicklungspolitischen Themen aus. Wir stellen diese Filmtipps als wöchentliche kostenlose Serviceleistung zur Verfügung.
Unsere Tipps berücksichtigen Arte, 3sat, ORF 1, ORF 2, ORF III, SRF 1, SRF 2, SRF info, ARD, ZDF, Servus TV und PHOENIX. Unser neuer YouTube Channel bietet von BAOBAB empfohlene internationale Kurzfilme. Viel Spaß beim Sichten der Playlisten!

 

 

Ohne Hoffnung keine Zukunft

Gastbeitrag aus Zeitschrift „Publik Forum“

 Der aktuellen Resignation zum Trotz: Menschen stehen immer wieder auf. Sie verändern, streiten und leben für eine gerechtere Zukunft. Was treibt sie an, was ist das Geheimnis ihrer Hoffnung? ….

Die guten Nachrichten werden gerne übersehen oder von den Medien nicht weitergegeben. Dabei gibt es weltweit viele positive Entwicklungen. Es ist schon paradox: Da kommen Menschen aus Syrien, Somalia und dem Irak nach Deutschland, mit nichts als der Hoffnung im Gepäck, dem Krieg zu entfliehen und in Europa ein besseres Leben zu finden. Und dann treffen sie im reichen Deutschland Menschen, die oft wenig Hoffnung haben.

»Zukunft wird als Problem wahrgenommen«, erläutert der Schweizer Zukunftsexperte Andreas M. Walker. »Die meisten Menschen glauben, dass wir in der bestmöglichen aller Zeiten leben. Also wird viel investiert in die Stabilität der Gegenwart, damit alles so bleibt, wie es ist.« »German Angst« regiert offensichtlich das Land, nicht der Wunsch, etwas zu verändern und die Zukunft zu gestalten. Dieser hier etwas gekürzte Text stammt von der Webseite https://www.publik-forum.de/Politik-Gesellschaft/ohne-hoffnung-keine-zukunft-2?idw=20169908# 

Von Bukarest ins Donaudelta: Rumänien ist anders

Reiseberichte stimulieren oft für Reisen - kommerziell verzweckt für Agenturen, aber es gibt lobenswerte Ausnahmen: so Sendungen wie "Ambiente" in Ö 1 (Radio) und in 3-sat. Diese Reportage  über eine selbstorganisierte Fahrt berichtet Ungewöhnliches von einem Land, wovon kaum berichtet wird: von Rumänien. Im völkerverbindenden Sinn lohnt es, Näheres darüber ´zu erfahren. Wie kürzlich bekannt wurde,  kämpft ein mutige Rumänin gegen korrupte Politiker.  Es ist für uns Europäer wichtig, dieses Land kennenzulernen. Darum hat dieser Text für unser Publikum "Medien-Kultur". 
Hans H ö  g l – Reportage
Ich bin im Minibus – verlasse die Hauptstadt und bin unterwegs zum Donaudelta. Es ist eine lange Fahrt durch die  weite Ebene.  Meine  Gedanken schweifen zurück nach Bukarest.  Mir fällt ein Slogan ein: „Rumänien ist  anders“. Diese Land ist vielschichtig.  Junge Leute hantieren in der Zweimillionenstadt  an den gleichen Smartphones  und bewegen sich mit gleichen bunten,  leichten Schuhen und schlürfen den coffee-to-go  wie bei uns.
Es wurden in Bukarest immense Konsumtempel errichtet, die Holzgerüste bei der Renovierung  orthodoxer Kirchen sind seltsam. Riesige Reklame  an vielstöckigen Häusern.  Großfirmen schlagen zu. Auch deutsche und österreichische Unternehmen sind präsent.
Mit dem Galeristen  Hans Knoll  war ich in Bukarest. Er ist ein Ostpionier: Schon ein halbes Jahr vor der Wende 1989 eröffnete er ein Kunstgalerie in Budapest. Die Kollegen schüttelten den Kopf, jetzt  beneiden sie ihn.   Er besucht  mit einer Gruppe die Art Safari. Pavilionul de Arta Bucuresti   und  einzelne Ateliers. Und ich war mit von Partie.

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Österreichs Maschinenbauer mit gutem Ruf

Hans H ö g l

Österreich wird von unseren deutschen Nachbarn als Tourismus- und Kulturland geschätzt. Viel weniger bekannt ist, das bestätigten mir deutsche Fachleute, die in Österreich leben, dass unsere Maschinenbauer einen hervorragenden Ruf haben.  Und es dürfte  bei unserem Nachbarn und anderswo sehr wenig bekannt sein, dass weltweit jeder zweite BMW mit einem Motor fährt, der in der  oberösterreichischen Stadt Steyr erzeugt wird. 

Die Kleine Zeitung hat am 16. Februar die Schlagzeile „BMW Österreich steuert weiter auf Rekordkurs“, und sie bezieht sich auf den neuen  5er BMW, der auch bei Magna in Graz gebaut wird.  Warum ich darauf verweise:  Der Hinweis trägt zum Verständnis zwischen Ländern bei,  und die Information hat Seltenheitswert, dass Österreich Industrieland ist.

Flexible Arbeitszeit: Pendler in den letzten Zügen..

Hans Högl

Im Feuilleton findet sich Zeitloses – so Gedichte. Der Weinviertler Rudi Weiss formuliert im Zug als  Pendler Gedichte. Mit seinen Worten erweisen wir  jenen Menschen Hochachtung, die jeden Arbeitstag  frühmorgens bis zu einer  Stunde und mehr verbringen – alleine – um aus der Steiermark, dem Burgenland und aus Niederösterreich nach Wien zu kommen und so  ihren Lebensunterhalt  verdienen. Und dann ebenso lange wieder zurückfahren. Ähnliches gilt für Linz und Graz. Die Verhandler über flexible Arbeitstage bis zu 12 Stunden sollten die Situation der Pendler nicht übersehen (H.Högl).

Rudi Weiss

jeden morgen kommen sie zum zug

weil sie sonst nicht zum zug kämen.

jeden abend liegen sie in den letzten zügen

während andere in vollen zügen genießen.

jeden tag verrollt sich unmerklich

ein Stückchen Heimat.

 

 

Menschen in der Provinz. Lob für Österreich

Hans Högl

Gestern formulierte ich den Beitrag „Tabu. Lob der Politiker“. Heute runde ich dessen Inhalt mit Worten der renommierten Journalistin Barbara Coudenhove-Kalergi ab – aus dem Interview von André Heller in der hervorragenden TV-ORF-Serie „Menschenbilder“.

Barbara Coudenhove-Kalergi:    „Ich war ….viel auf Lesereisen in Österreich“ und „war sehr angetan von der österreichischen Provinz, die ich eigentlich als junges Mädchen ein bißchen verachtet habe.“  „Wenn man sich fragt, warum Österreich so gut dasteht, dann weiß man das, wenn man in viele kleine Orte kommt, wo es total  gescheite, sympathische, tüchtige Leute gibt. Wenn man die Zeitung liest, glaubt man, man lebt in einem Land von korrupten Idioten. Dem ist überhaupt nicht so“.

„Es ist ein Land, wo es unglaublich viel Substanz gibt und unglaublich viele Leute gibt, die nicht nur ihre Arbeit gut machen, sondern das Herz am richtigen Platz haben. Ich glaube, wir würden eine bessere Elite verdienen. Aber was da sozusagen unterhalb ist, ist, finde ich, sehr gut“. (Barbara Coudenhove-Kalergi).

 

 

Marcel Hirscher – auch „Holländer“

Hans  H ö g l

Ein Gespräch mit einem Niederländer, der in Österreich lebt, machte mich aufmerksam, dass Marcel Hirscher, unser Salzburger Skistar, eine Mutter hat, die aus den Niederlanden stammt und Marcel Hirscher  Doppelstaatsbürger ist und überlegt wurde, ob er nicht  den niederländischen Skiverband wählen sollte.  Ist dies in Österreich oft zu lesen/hören?

Frage an unsere Leser und Leserinnen? War das Ihnen bekannt?

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Neujahrsansprache: Resignieren wir nicht!

Berührende Neujahrsbotschaft von Franz Huainigg* im „Standard“

( ausgewählt und leicht gekürzt von Hans Högl )

„Da es noch keinen offiziellen Bundespräsidenten gibt, ergreife ich hiermit die Möglichkeit, meine Worte an Sie zu richten. Reden zu können, eine Stimme zu haben ist keine Selbstverständlichkeit. Bei mir verschiebt sich ab und zu meine Atemkanüle, und ich bringe kein Wort mehr heraus. In der Bundeshymne heißt es „Heimat großer Töchter, Söhne“. Damit bin ich wohl nicht gemeint, ich bin nämlich nicht der Größte. Ich schaue immer hinauf zu anderen Menschen. Viele Bürgerinnen und Bürger fühlen sich auch sehr klein und unbedeutend. Sie fühlen sich von der Politik und vom System unverstanden. Aber jeder Einzelne kann etwas in Bewegung setzten. Ergreifen auch Sie im Jahr 2017 Ihre Möglichkeiten, die Politik dieses Landes mitzugestalten! Setzen Sie sich für andere Menschen ein, nützen Sie Ihr Wahlrecht, machen Sie mit bei Bürgerinitiativen und Petitionen, und diskutieren Sie in den sozialen Medien auf einer sachlichen und respektvollen Ebene. Engagieren Sie sich für die Demokratie! Viele Menschen erzählen mir, dass ihnen die Perspektive im Leben abhandengekommen ist. Sie fragen sich: Wo ist mein Platz in dieser Welt?

Vor zehn Jahren konnte ich nicht mehr atmen. Die ärztlichen Prognosen waren sehr düster. Aber heute sitze ich hier und rede zu ihnen. Jeder hat Probleme und Schwierigkeiten, resignieren ist der falsche Weg. Es geht darum, die Herausforderungen des Lebens anzunehmen “

Ich lebe heute mit einem Beatmungsgerät, bin mit meinem Elektrorollstuhl unterwegs, habe eine Familie und arbeite im Parlament. Das wäre vor 20 Jahren ohne die neuen Technologien nicht möglich gewesen. Wir dürfen keine Angst vor der Digitalisierung und dem möglichen Verlust von Arbeitsplätzen haben. Die Zeit kann man nicht zurückdrehen. Wir müssen die neuen Herausforderungen annehmen. Resignieren wir nicht in privaten sowie im gesellschaftlichen Bereich! Ergreifen wir im Jahr 2017 aktiv die Möglichkeiten, die Zukunft besser, gerechter und friedvoller zu gestalten.

Egal, wo ich hinrolle, überall treffe ich Menschen, welche mir erzählen, wie schlecht es ihnen geht. Sie messen dies daran, wie viel vermeintlich besser es den anderen geht. So sagen sie beispielsweise, dass sie mehr in das Sozialsystem einzahlen, als sie rausbekommen. Aber das ist doch ein positives Zeichen.

Es bedeutet, dass sie gesund sind, eine Beschäftigung haben und nicht auf Hilfe angewiesen sind. Es ist die Solidarität, die unseren Wohlfahrtsstaat groß gemacht hat und allen eine Chancengleichheit bietet. Wir alle leisten einen Beitrag, damit die, die Hilfe brauchen, diese auch bekommen.“

* Franz Huainigg ist ÖVP-Nationalratsabgeordneter und Behindertensprecher. Seine Neujahrsansprache wurde auf Okto ausgestrahlt.

 

 

 

Good News: Ermutigendes 2016

Die Neue Zürcher Zeitung ist wissenschaftlich zitierbar. Sie  verfasste im Sinne von konstruktivem Journalismus einen längeren Beitrag mit der Notiz, dass 2016 nicht alles schlecht war und dass sich das Gute  nicht immer  auf den ersten Blick zeigt. Zum Jahresende zeigt sie an sieben Ereignissen auf, was gut war. Wir  kürzten den langen Text vom  20. Dez. 2016 Online 05:30.
1. «Das grösste Naturschutzgebiet der Welt» mal zwei.

Barack Obama zog per präsidialem Dekret   die Grenzen eines geschützten Seegebiets bei Hawaii neu. Am 26. August entstand das grösste Naturschutzgebiet der Welt. Diese  Region (….) umfasst 1,5 Millionen Quadratkilometer. Die Schweiz würde 36 Mal auf dieser Fläche Platz finden. Fischen und das Ausbeuten von Rohstoffen sind um die nordwestlichen Hawaii-Inseln seither verboten. Die Natur profitiert davon.

Ende Oktober 2016 konnten Umweltschützer erneut jubeln: Am 27. Oktober einigten sich 24 Nationen und Vertreter der Europäischen Union auf ein noch grösseres Naturschutzgebiet als um Hawai.

 

Nach 6-jährigem Tauziehen stehen im antarktischen Rossmeer – nach Ende der kommenden Fangzeit im Dezember 2017 – 1,55 Millionen Quadratkilometer unter Schutz. Es wird das grösste Naturschutzgebiet der Erde und das erste in internationalen Gewässern sein. Der Weg zum Schutzgebiet war nicht leicht: Die Antarktis ist ein international verwaltetes Gebiet. Besonders China und Russland sahen ihre Interessen beeinträchtigt. Beide Länder unterhalten grosse Fischfangflotten in der Region. Ihre neuen Fanggründe liegen ab dem kommenden Jahr ferner der Küste. Eine Einigung mit Abstrichen? China und Russland willigten nach zähen Verhandlungen ein, weil sich die Staatengemeinschaft auf ein Verfallsdatum der Zone einigte: Nach 35 Jahren steht das geschützte Gebiet wieder zur Debatte. Ein Erfolg mit Wermutstropfen?

2. Ein Nationalfeiertag zum Dank – große Erfolge für kleine Staaten bei Olympia: Die Goldmedaillen olympischer Athleten beruhen meist auf einer teuren Sportförderung, die sich viele kleine Staaten nicht leisten können. Doch bei der Olympiade in Rio de Janeiro siegte nicht nur die Sportelite.  Fidschis Rugby-Team feiert den Turniersieg.  Für Fidschis Einwohner ist dies ein Segen, ist doch ihr Nationalsport die einzige Disziplin, bei der das Inselvolk anderen Staaten die Stirn bieten kann. Premierminister Frank Bainimarama nahm das olympische Gold zum Anlass, seinem Land einen neuen Nationalfeiertag zu schenken: Am 22. August soll auf Fidschi nicht mehr gearbeitet werden.

Außenseiter triumphierten:  Auch vier weibliche und vier männliche Einzelsportler holten in Rio erstmals eine Goldmedaille für ihr Land: Monica Puig aus Puerto Rico warf beim Tennis drei Grand-Slam-Siegerinnen aus dem Turnier.  Ebenso beeindruckend war die Leistung des Schwimmers Joseph Schooling. Der Sportler aus Singapur stellte über 100 Meter Delphin nicht nur einen olympischen Rekord auf – er verbannte auch Schwimm-Star Michael Phelps auf den zweiten Platz.

3. EU-Länder: Etwas weniger Arbeitslose

Im Oktober fiel die Arbeitslosigkeit im Euro-Raum auf ein Fünf-Jahre-Tief. Auch bei jugendlichen Arbeitslosen sieht es zum Ende dieses Jahres besser aus. In zwanzig EU-Ländern sank die Quote der Unter-25-Jährigen ohne Job.

Spitzenreiter ist die Slowakei. Dort sank die Jugendarbeitslosenquote um 5,8 Prozentpunkte von 24,8 auf 18,8 Prozent seit Jahresanfang. Das krisengebeutelte Griechenland konnte den zweitstärksten Rückgang verbuchen: Nach 51 Prozent im Januar waren es noch 46,5 Prozent im September. Generell fanden wieder mehr junge Menschen im Jahr 2016 Arbeit – vor allem in den Ländern, die die Wirtschaftskrise stärker getroffen hatte.

4. «Die aufregendste Entdeckung seit der Chemotherapie»

Was, wenn die eigenen Gene im Vorhinein verraten, ob eine giftige Chemotherapie anschlagen wird? Es ist dieser Gedanke, der eine neue Behandlungsmethode so vielversprechend macht. Statt wie bisher ein Trial-and-Error-Verfahren anzuwenden,  entwickeln Ärzte anhand der DNS eines Patienten eine individualisierte Behandlung. An einer Konferenz in Chicago stellten Mediziner dazu erstmals eine ausführliche Auswertung von 13 000 Patientenakten vor. Mit positivem Ausblick:

Gezielte Therapien brachten eine sechs Mal höhere Tumor-Schrumpfungsrate.  Binnen fünf Jahren könnte diese Methode gängige Praxis werden. Eine britische Expertin bezeichnete sie als «die aufregendste Entdeckung seit der Chemotherapie».

5. Baumpflanzrekord in Indien Einige der 800 000 freiwilligen Baumpflanzer aus Allahabad, Indien. (Bild: Rajesh Kumar Singh / Keystone )

Einige der 800 000 freiwilligen Baumpflanzer aus Allahabad, Indien. Am 11. Juli pflanzten 800 000 Freiwillige in Indien binnen 24 Stunden 49,3 Millionen Bäume.

6. Pariser Klimavertrag tritt in Kraft

Die Pflanzaktion stellte bereits die Weichen für die indische Ratifizierung des Pariser Klimaabkommens. Im Dezember 2015 hatte Indien in Paris zugestimmt, zwölf Prozent seines Landes wieder aufzuforsten. Anfang Oktober ratifizierte das Parlament in Neu-Delhi das Abkommen offiziell. Nur wenige Tage nach Indien stimmte auch das EU-Parlament dem Vertrag zu. So gab es auch auf globaler Ebene 2016 zum Klimaabkommen Positives zu berichten: Voraussetzung für das Inkrafttreten des Vertrags war die Zustimmung von 55 Staten, die zusammen mindestens 55 Prozent der globalen Emissionen verantworten. Für internationale Verträge bedeutet das ein Rekordtempo.

7. McDonald’s wird gesünder

 Eine Internet-Petition bewegte die Fast-Food-Kette McDonald’s dazu, antibiotikafreies Pouletfleisch aufzutischen – zumindest in den USA, wo Mastbetriebe Tiere immer noch im grossen Stil mit für den Menschen gemachten Antibiotika behandeln.
Hoffnung für Hühnchen? McDonald's serviert sein Pouletfleisch in den USA in Zukunft antibiotikafrei. (Bild: NZZ / Christoph Ruckstuhl)
Hoffnung für Hühnchen? McDonald’s serviert sein Pouletfleisch in den USA in Zukunft antibiotikafrei.

Das Unerwartete daran ist der Absender der Petition. Nicht etwa Peta, Greenpeace oder WWF steckten dahinter, sondern 54 institutionelle Investoren, Anlagefonds und Pensionskassen. Sie sorgen sich um das Geld, das sie in die Fast-Food-Kette investiert haben. Ein Eklat bei McDonald’s würde den Wert des Unternehmens drücken. Eine Pandemie, ausgelöst durch Antibiotikaresistenz bei Menschen, wäre nicht nur schlecht für die Erkrankten, sondern eben auch für den Wert ihrer Unternehmensbeteiligungen. Und die Petitionsmacher, die zusammen auf einer Billion Dollar Anlagevermögen sitzen, verlangen weit mehr von McDonald’s: Weltweit soll die Fast-Food-Kette Nuggets und Burger mit antibiotikafreiem Fleisch servieren.

8. Umeltfreundliches Investieren 

Die Anekdote zeigt einen Trend: Nachhaltige Anlagen erzielten in jüngster Vergangenheit Renditen, die man sonst nur aus der Technologiebranche kennt. Auch das Abstossen von Beteiligungen an Unternehmen, die fossile Brennstoffe abbauen, weiterverarbeiten oder verbrennen, erhielt 2016 vermehrt Zuspruch. Das für das das sogenannte «Fossil Fuel Divestment» bereitstehende Kapital habe sich laut einer Studie von Mitte Dezember in den vergangenen 15 Monaten verdoppelt:

Über fünf Billionen US-Dollar stehen für Fossil Fuel Divestment bereit

Während nachhaltige Anlagevehikel die Vegetarier der Branche sind, können auch die Veganer Positives berichten: Sogenannte Green Bonds investieren nur in Projekte, die sich positiv auf das Klima auswirken. «Das Segment entwickelt sich mit rasender Geschwindigkeit und wird für Anleger immer interessanter», schrieb NZZ  Wirtschaftsredaktor Michael Schäfer im Oktober.