Ö 1 gehört gehört und gehört ins Funkhaus

Udo Bachmair

„Radio muss im Funkhaus bleiben“, ein Appell, der im öffentlichen Diskurs um die Absiedlung von Ö 1, FM 4 und Radio Wien vom zentral gelegenen Funkhaus in ein Mammut-Newscenter am Rande der Stadt immer lauter wird.

In „Sorge um Ö 1“ ( siehe meinen Standard-Kommentar am 18.2.) konzentriert sich die Debatte nun auch auf die Zukunft der renommierten Ö1-Radio-Information, mit der Erfolg und Reichweite des einzigartigen Kultur-und Informationssenders untrennbar verbunden sind.

In einer profunden Analyse heute im „Standard“ äußert sich mein langjähriger ORF-Kollege Peter Huemer besorgt über die Gefahr, dass auch die Radio-Information ( Ö 1-Journale, Ö1-Nachrichten, etc.) ihre Eigenständigkeit einbüßen könnte. Eine durch den Standortwechsel „gefährdete spezifische Senderidentität von Ö1“ würde auch entsprechende Auswirkungen auf die Radio-Information haben, wenn diese „in die Tiefen des multimedialen Newsrooms mit seinen ganz anderen Strukturen eingeht…“

Drohender Qualitätsverlust ist auch demokratiepolitisch relevant. Im Besonderen dann, wenn die bisher bestehende gesunde Konkurrenz zwischen den Informationsabteilungen von Radio und Fernsehen aufgegeben wird. Als Konsequenz daraus könnten die bisherigen relativ hohen journalistischen Standards einem nivellierten Mainstream zum Opfer fallen. Es droht zudem die Installierung eines zentralen Chefredakteurs, der die Allmacht eines Werner Mück unter Generaldirektorin Monika Lindner noch weit in den Schatten stellen dürfte…

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