Klimawandel: „Es ist noch nicht zu spät“!

Hans Högl

Das sagte Österreichs Bundespräsident Van der Bellen. „Wir wissen, was zu tun ist und wie wir es tun können“. „Wir müssen klimaneutral werden, also aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas aussteigen.“

Die Bewältigung der Klimakrise ist eine „Jahrhundertaufgabe“. „Wenn wir so weitermachen wie bisher, wird aus der Klimakrise eine Klimakatastrophe“, sagte der Bundespräsident. (Wiener Zeitung, 29.9.2019). Diese Aussage ist sehr ernst, sie korrigiert aber auch jene, die nur Horrormeldungen verbreiten und die Menschen in Fatalismus stürzen. Ebenso warnte Van der Bellen kürzlich vor der Forderung, dass ab nun kein Fleisch mehr gegessen werden solle. Da würde die Bevölkerung überfordert. Aber wir können und sollen den Fleischkonsum reduzieren, und es sind die Zusammenhänge zu erklären. Abgesehen davon, es kann ja auch nicht die Rinderzucht einfach abgeschafft werden. Wer übernimmt die Folgen für die arbeitslosen Bauern?

In einer fachgerechten Umfrage im Zentrum des Arbeiterquartiers von Hernals in Wien wurde bei den Antworten auf offenen Fragen – abgesehen vom Verkehr- kein Umweltanliegen ausgedrückt. Aufgrund meiner Überraschung bestätigt dies d i e Expertin eines Meinungsforschungsinstitutes.- Mit anderen Worten- obwohl soviel über Umwelt geschrieben wird, greift es nicht -zumindest drang es bis vor kurzem nicht durch.

Es gilt legitime große Sorgen, präzise und sachgerecht zu formulieren. Von einem Ökologie-Aktivisten erfuhr ich, dass ein junger Freund seinerseits aus Verzweiflung über die Klimasituation Selbstmord begangen hat. Eine Verwandte meinerseits gestand mir, Ihr Vater, ein Lehrer, habe „ihre ganze Kindheit und Jugendjahre versaut“, indem er sie ständig mit Katastrophenszenarios überschüttete,die nicht eingetreten sind . Zwar hatten manche lange zurückliegende übertriebene Spiegel-Medienanalysen „Wie der deutsche Wald stirbt“, Ihr Positiva, indem Sachverhalte überhaupt ernst genommen und Korrekturen getroffen wurden.

Nur ein paar Positiva: Wer hätte es vor ein paar Jahren für möglich gehalten und wäre nicht Idiot geheißen worden, dass den Dieselautos im Autoland Deutschland so zugesetzt wird? Auch die Eindämmung des Ozons ist gelungen, schreibt der Ökologe Werner Rauch. Gegen Plastik wird nun doch vorgegangen. Der Rhein bei Basel, wo es riesige Chemiekonzerne gibt, ist nach einer Katastrophe wieder so sauber, dass zahlreiche Menschen darin schwimmen, wie ich im Sommer beobachtet habe.

Der US-Autor Jonathan S. Foer unterscheidet jene, die klimabezogen etwas tun, und jene, die nichts tun. Aber viele verhalten sich wie Zuschauer (Der Standard, 14.9.2019). Der Verfasser dieser Zeilen ließ im Urlaub sein Auto auf einem Zug von Wien nach Feldkirch transportieren, fährt in der Großstadt Wien fast nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln, isst in der Regel in der Familie nur am Wochenende Fleisch. Ich fliege auch manchmal. Wolfgang Pekny, ein großer Umweltexperte in Wien, sagt, es kommt auf den Mix von Punkten an, die den ökologischen Fußabdruck bewirken. Und dieser Mix kann verschieden sein.

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