Asyl, Flucht, Auswanderung und Marshallplan für Afrika

Hans H ö g l

Vergangenes Jahr nahm ich an der Sommerakademie in Zakynthos (Griechenland) teil und hoffte, Fische in Restaurants essen zu können, aber die Speisekarte enthielt kein Fischangebot.  Anlässlich eines Ausfluges fragte ich eine Fremdenführerin, woran das liege. Ich musste noch einmal nachfragen, um die schüchterne Antwort  zu erhalten:  Es liegt an der Überfischung.

Der internationale Fischfang entzieht vielen Menschen die Lebensgrundlage, so auch in Afrika. Ein Kurzhinweis in der „Furche“ (23. April 2015) hilft mir zu einer Präzision:  50 Millionen Menschen sind weltweit (in)direkt vom Fischfang abhängig. In Somalia nahmen europäische und japanische Fischkutter den somalischen Kleinfischern die Lebensgrundlage und trugen dazu bei, auf Piraterie umzusatteln. – Europäische Firmen  exportieren minderwertiges Hühnerfleisch nach Afrika und zerstören die einheimische Produktion.  Diese und andere Hintergründe  (z.B. massive Korruption der afrikanischen Eliten selbst ) sind maßgeblich für die Flucht vieler Afrikaner aus dem Elend.  Das kurzsichtige Verhalten des Westens versus Afrika wird  in Spezialmagazinen wie „Südwind“ thematisiert, aber diese Infos erreichen nicht  die breite Öffentlichkeit.

Umso begrüßenswerter ist es, dass kürzlich der Chef der Bundeswirtschaftskammer Dr. Christoph Leitl die bekannte Idee von Dr. Josef Riegler in einem Oe-1-Journal genannt hat,  es sollte für  Afrika einen Marshallplan geben, um die Lebensbasis von Afrikanern in ihren Ländern s e l b s t    zu bessern und so die Auswanderung zu vermindern.  Bei meinem mehrwöchigen Aufenthalt in  Westafrika (Benin, Togo und Ghana) baten mich immer wieder schwarze Kellner  in Restaurants um meine Adresse. Meine Frage nach dem Zweck:  Über europäische Adressen zu verfügen,  bedeutet eine Hilfe für die Auswanderung.  Sie alle wollen auswandern….Das kann nicht die Lösung sein.

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