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Krone-Leserbriefe. Studie

Gekürzte Übernahme aus dem „Standard“ ( H.Högl)

Die „Krone“ liest jeder Dritte in Österreich. Ihre Leserbriefe bieten Unzufriedenen ein Ventil, betreffen oft Migration, Sicherheit, EU-Kritik.  

Leserbriefe greifen anderes als ihre Redakteure auf. Jeden Tag bietet die „Krone“ viel Platz für Leserbriefe, die sehr viel gelesen werden.  

Auch für den Verkauf passt dies gut. Denn extreme Positionen wecken Interesse bei der Leserschaft und tragen  zur Unterhaltung bei. Beim Thema EU nutzte die Zeitung die Leserbriefseite zur Verstärkung ihrer eigenen EU-kritischen Position. Sie gelten oft als Forum für die Wütenden, die Widersacher, die Unzufriedenen, und sind in der Regel negativer als bereits der stark negative Trend der „Krone“. 

 

„Krone“: Verriss des EU-Präsidenten. Eine Frau als Nachfolgerin?

H a n s    H ö g l . Eigenkommentar

Dieser niederträchtige Krone-Artikel „Europas wankende Galionsfigur“,  den ich schon vor zwei Stunden in einem Café überflogen hatte,  ließ mir keine Ruhe. Ich ging  bei großer Hitze außer Haus, um die bunte Beilage der „Sonntagskrone“ vom 29.7. zu erwerben. Da wird Kommissionspräsident Jean- Claude Juncker wegen möglicher gesundheitlicher Probleme und  etwas witzigen Gesten völlig lächerlich gemacht. Und ein Chefreporter der Krone beruft sich auf einen Zeugen, den „Sympathieträger“  und EU-Kenner Harald Vilimsky. NB. Die Krone  geriert sich als Meister in EU-Kritik, hat aber  selbst in Brüssel   k e i n e n  einzigen Korresponenten!

Jean-Claude Juncker spricht fließend mehrere Sprachen. Nichts davon schreibt der Krone-Reporter. Richtig: Juncker hat massive Fehler   gemacht, indem er Konzerne  in Luxemburg steuerlich bevorzugte.  Aber zuletzt gelang ihm ein großer „Deal“ mit Trump, was bisher weder Macron noch Merkel gelungen ist.  Also: so unfähig kann er wohl nicht sein!  Eine derart primitive „Reportage“  selbst  in der Krone macht perplex.  Wenngleich zu sagen ist, dass dies nicht für alles in der Krone gilt. Man denke nur an ihre  gute Kulturseite! Und die Krone  vertritt oft die Sache der kleinen Leute, was manche Qualitätszeitungen überhaupt nicht interessiert.

Und wenn sich Herr Christoph Matzl schon solche  Scheinsorgen um die EU macht, vielleicht wirft er einen Blick auf die Juniausgabe der deutschen Zeitschrift „Cicero“. Hier wird auf S. 92-95 die Dänin Margrethe Vestager in ihrem Kampf  für eine regulierte Digitalisierung lobend hervorgehoben und ausgedrückt, dass diese mächtige EU-Kommissarin 2019 vielleicht Jean-Claude Juncker folgen könnte. 

 

 

EU-Kritik: „Krone“- Leserbriefe

Hans Högl

Ein Dorf-Bürgermeister warnte mir gegenüber vor dem langfristig bedenklichen Einfluss der EU-Kritik in der „Krone“. Es sei nicht gut,  die EU-Negativ-Kampagne der größten Boulevard-Zeitung Österreichs  einfachhin zu ignorieren. Ob nicht einmal grundsätzlich  von EU-Befürwortern mit der Krone-Redaktion  das Gespräch zu suchen wäre?  Meiner Kenntnis nach erreicht das „Haus des Europäischen Parlaments“ in Wien  bei Vorträgen 6 0 – 80 Personen,  und ein Verantwortlicher dieser Institution findet einen Kontakt zur „Krone“ überflüssig, obwohl die Leserbriefspalte der Krone zum „EU-Theater“ von Millionen gelesen wird. Hierin wird die Europäischen Gemeinschaft  ausschließlich negativ punziert. Ein Gespräch wird ja keine direkte Antwort sein –   auf einen e i n z e l n e n   unsäglichen Blog oder Leserbrief wie im Folgenden:

So schreibt heute im Blick auf die Wahl von Donald Trump ein Herr Heinz Vielgrader aus Rappoltenkirchen vom „aufgescheuchten Hühnerstall“ des Brüsseler „Linksbürokraten-Palastes“ . Der FPÖ-Mann Herr Vielgrader wird im Telefonbuch d i r e k t   angeführt.  Auch die anderen EU-Kritiker dieser Sonntagsausgabe:  Gerhard Forgatsch, Monika Ambros (beide Wien) und Christian Mitter aus Utzenaich finden sich im Telefonbuch. Es wird ja manchmal vermutet, dass Leserbriefe von der Redaktion selbst verfasst sind.

Schon vor mehreren Jahren wurde festgestellt, dass 1812 „Krone“-Leserbriefe von nur 18 Schreibern verfasst wurden.  Herr Vielgrader verfasste im Schnitt alle vier bis fünf Tage einen Leserbrief.  Spitzenreiter Franz Weinpolter erscheint alle zwei Tage. Das elektronische Zeitungsarchiv der APA fand Herrn Weinpolter im Zeitraum von drei Jahren  608 Mal.