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Sprache und Medien

Unbekannte Sprachschätze und Sprachwurzeln

Hans Högl : Rezension
„Sprachschätze. Sprache & Medien“. Die verborgene Herkunft unserer Wörter. Berlin (Duden 2022)

„Wie ein versunkener Schatz enthält die deutsche Sprache verborgene Inhalte, die es zu heben gilt“, heißt es im kleinformatigen Duden-Bändchen (127 Seiten), das eintaucht in die Geschichte von Wörtern, und davon in viele, die sich auf Medien beziehen. Wer denkt daran, dass „Film“ zu der Wortgruppe um „Fell“ gehört und ursprünglich „dünnes Häutchen“ heißt? Dass das Wort Lexikon aus dem Lateinischen stammt und eigentlich „auflesen, sammeln“ bedeutete? Und dass der Zeitungskiosk einmal ein Gartenpavillon war und persischen Ursprungs ist. Die Herkunft vieler Wörter zeigt dieses empfehlenswerte Bändchen.

Das Wort „Zeitung“ ist erstmal um 1300 in der Bedeutung von „Nachricht, Botschaft“ im Raum Köln belegt. Das Substantiv ist eine Bildung zu mittelniederdeutsch bzw. mittelniederländisch in der Bedeutung „vor sich gehen, sich ereignen“ (S. 125).

Das Wort „Nachricht“ ist seit dem 17. Jahrhundert gebräuchlich und trat an die Stelle von älter neuhochdeutsch „Nachrichtung“ und bedeutet „das, wonach man sich zu richten hat“.

Das Substantiv „Skandal“ wurde gegen Ende des 16. Jahrhunderts aus französisch „scandale“ entlehnt, das seinerseits auf kirchenlateinisch „scandalum“ zurückgeht. Dies stammt wiederum aus dem griechischen „skandalon“, was auf Fallstrick (für Tiere!), Ärgernis zurückgeht. (S. 100).

„Diskutieren“, erörtern: Das Zeitwort ist seit dem 17. Jahrhundert über französisch „discutere“ aus dem lateinischen „discutare“ zerschlagen, zerteilen in dessen übertragener Bedeutung „eine zu erörternde Sache zerlegen, sie im Einzelnen durchgehen“ entlehnt.