{"id":1800,"date":"2014-01-10T21:04:50","date_gmt":"2014-01-10T19:04:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.medienkultur.at\/neu\/?p=1800"},"modified":"2015-03-11T21:06:35","modified_gmt":"2015-03-11T19:06:35","slug":"studien-rezensionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.medienkultur.at\/neu\/studien-rezensionen\/","title":{"rendered":"Studien \/ Rezensionen"},"content":{"rendered":"<p>Ich und meine \u00d6ffentlichkeit verstehen uns sehr gut: Sie h\u00f6rt nicht, was ich sage, und ich sage nicht, was sie h\u00f6ren m\u00f6chte.\u00a0 Karl Kraus<\/p>\n<h5>Auf (2.4) finden sich\u00a0Forschungen\u00a0zu Medien u.\u00a0Kommunikation und D a t e n und\u00a0Eigenbeitr\u00e4ge:\u00a0Ein Resum\u00e9\u00a0 eines wichtigen, von Medien nicht beachteten Vortrages oder eine Buchrezension.<\/h5>\n<h2>E i n z e l t e x t e<\/h2>\n<p>10. J\u00e4nner 2014<\/p>\n<h5><span style=\"color: #0000ff;\">Journalistische\u00a0Reizfragen auf inhaltsleere Meinungsklischees<\/span><\/h5>\n<p>Journalisten stellen Fragen, aber welche? Oft\u00a0sind diese mehr als\u00a0banal,\u00a0klischeehaft.\u00a0 Wird ein Autor interviewt, sollten\u00a0Vor-Kenntnisse gegeben sein.\u00a0\u00a0Kritik daran ist nicht neu. Aber warum \u00e4ndert sich nichts? Journalistik meidet\u00a0 Selbstreflexion und\u00a0Erkenntnisse der Publizistik. Wir fanden\u00a0medienkritische Worte des\u00a0deutschen\u00a0Autors\u00a0Martin Walser. Ein kleines R\u00e4tsel &#8211;\u00a0aus\u00a0welchem\u00a0Jahr stammt der folgende Text?\u00a0 Ihr Dr.\u00a0Hans H\u00f6gl <span style=\"color: #0000ff;\">Martin Walser <\/span> \u201eEs geht seit einiger Zeit in Deutschland nicht mehr darum, was ein Autor schreibt und publiziert, sondern nur noch darum, <strong>wie er<\/strong> auf <strong>die tabuhaft normierten Denk- und Sprachschablonen reagiert<\/strong>, die man ihm so oft als m\u00f6glich vorlegt Es handelt sich um <strong>inhaltsleere Meinungsklischees<\/strong>, die einfach abgeliefert werden m\u00fcssen. Wer von der Simplizit\u00e4t dieser Hohlformen provoziert, versucht, mit einer pers\u00f6nlichen Version zu antworten, ger\u00e4t sofort in den Verdacht der Abweichung. Und daf\u00fcr sind die journalistischen W\u00e4chter der political correctness hoch empfindlich. In Deutschland mu\u00df zur Zeit andauernd \u00f6ffentlich nachgemessen werden, <strong>wo einer auf der Links-Rechts-Skala gerade steht<\/strong>. Und das wird mit einem konfessionellen Eifer betrieben, der einen an fr\u00fchere katholisch-evangelische Feindseligkeiten erinnert\u201c &#8230;..(&#8230;) \u201cEs geht um nichts als Positionen. Dazu werden <strong>Reizfragen serviert<\/strong>, betreffend Nation, deutsche Einheit, deutsche Vergangenheit&#8230;Wer vom momentan Erwartet-Erw\u00fcnschtem abweicht, wird die Fragesteller nicht mehr los. <strong>Sie sind jetzt ganz wild darauf, den Autor zu m\u00f6glichst extremen, abseitigen, t\u00f6richten Stellungnahmen zu provozieren<\/strong>.\u201c Den Medien ist ein Autor, \u201eden man pl\u00f6tzlich als Politidioten entlarven kann\u201c,&#8230;.\u201cimmer willkommen\u201c. <strong>Walser, Martin: in\u00a0 \u201eAnsichten, Einsichten. Aufs\u00e4tze zur Zeitgeschichte, Frankfurt\/M. 1997<\/strong>. (Suhrkamp). Werke in zw\u00f6lf B\u00e4nden. Hier: 11. Band, S. 1071 f. \u00fc Ebenda:\u00a0 S. 1074.\u00a0\u00a0 <span style=\"color: #0000ff;\">In Romanfiguren versteckte Ansichten eines Autors:<\/span> Zum Romanschreiben: \u201eMan ist immer in Figuren versteckt, kann sagen, was man will, man ist es nie selber, es ist immer die Figur, die spricht, denkt, handelt. Ein Romanautor braucht den Roman als Schutz, Lizenz und Reiz.\u201c\u00a0\u00a0 Resum\u00e9: Hans H\u00f6gl \u00a0 26. November 2014 Sozial<span style=\"color: #0000ff;\">berichte: In Medien meist unbeliebt. Lob f\u00fcr &#8222;Journal Panorama&#8220;\u00a0 in\u00a0\u00a0 Oe 1 &#8211;\u00a0ORF u. f\u00fcr Berichte im &#8222;Kurier&#8220; und in der\u00a0&#8222;Krone&#8220;-Sonntagsbeilage.\u00a0\u00a0\u00a0<\/span> Hans H\u00f6gl F\u00fcr\u00a0 engagierte \u00a0Sozialarbeiter ist es ein Kreuz, \u00a0von ihrer Arbeit zu berichten. Sie nennen die von Ihnen betreuten Menschen &#8222;Klienten&#8220;, was an Gesch\u00e4ft denken l\u00e4sst. Diese Sprachregelung mag manche Sozialarbeiter\/innen daran erinnern, dass sie sich nicht total verausgaben. Und das ist nicht selten der Fall.\u00a0 Der Psychiater Erwin Ringel nannte einmal\u00a0engagierte Sozialarbeiter\/innen H e i l i g e\u00a0 unserer Tage. Als ehemaliger Medienexperte an\u00a0der\u00a0 &#8222;Akademie f\u00fcr Sozialarbeit f\u00fcr Berufst\u00e4tige der Caritas&#8220; \u00a0(heute sind dies\u00a0&#8222;Fachhochschulen&#8220;) wei\u00df ich\u00a0um die Problematik, \u00a0\u00fcber &#8222;F\u00e4lle&#8220; der Sozialarbeit zu berichten. Im Volksmund hei\u00dft diese \u00a0immer noch f\u00e4lschlicherweise &#8222;F\u00fcrsorge&#8220;. Medien berichten am ehesten dar\u00fcber, wenn es um <strong>dramatische Kriminalf\u00e4lle<\/strong> geht, \u00a0und leider <span style=\"text-decoration: underline;\">nennen manche Boulevardmedien\u00a0\u00a0 die Namen der Betroffenen\u00a0<\/span> schon von Beginn an \u00a0und <strong>versto\u00dfen gegen das Mediengesetz<\/strong>. Ansonsten interessiert dies die meisten Medien nicht. Sie befassen sich zumeist mit den Spitzen der Gesellschaft und Politik, mit den <strong>Sch\u00f6nen und Reichen<\/strong>. Ja &#8211; und auch das Publikum verlangt \u00a0viel eher danach.\u00a0 Schon ein rascher Blick in die\u00a0Magazine best\u00e4tigt dies. Wir d\u00fcrfen bei\u00a0Medienkritik auch uns Konsumenten nicht\u00a0 au\u00dfer Acht lassen. Eine <strong>lobenswerte\u00a0Sendung f\u00fcr Sozialberichte ist das Oe1-Journal-Panorama<\/strong> im \u00f6sterreichischen H\u00f6rfunk.\u00a0\u00a0Es wird \u00a0fast jeden Wochentag um 18:30 gesendet.\u00a0\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">Sie geh\u00f6rt wohl zu den besten dieses Genres<\/span>. &#8230;Mir gefiel\u00a0auch\u00a0 ein ausf\u00fchrlicher Bericht im <em>Kurier<\/em> mit dem Titel &#8222;Fl\u00fcchtlingsheim ohne Heizung&#8220; (26. Nov. 2014). Wir wollen aber nicht\u00a0 einen lobenswerten Einzelfall in der\u00a0 &#8222;<strong>Krone<\/strong>&#8220; verschweigen. Gestern brachte die farbige Beilage der &#8222;Krone&#8220; (23. Nov. 2014) ein Portr\u00e4t einer Frau, die als Helferin in einem Krankenhaus gearbeitet hat, heute ist sie 67\u00a0 und sie muss sich mit ein bisschen mehr als <strong>800 Euro Rente<\/strong> durch-gfretten, \u00a0und die H\u00e4lfte davon bringt sie allein f\u00fcr eine 48qm gro\u00dfe Gemeinde (Sozial) Wohnung auf.\u00a0 Bei aller berechtigten \u00a0Kritik an der &#8222;Krone&#8220; \u00a0f\u00e4llte auf, dass die Wochend-Beilage auch sonst\u00a0manchmal recht gute Beitr\u00e4ge bietet.\u00a0 Wir wollen dies anerkennen. \u00a0 <span style=\"color: #3366ff;\">Die \u201cKleine\u201d politisch.\u00a0<\/span> <a title=\"Beitr\u00e4ge von Gerfried Sperl\" href=\"http:\/\/www.sperl-blog.at\/author\/admin\/\" target=\"_blank\" rel=\"author\"><span style=\"color: #0066cc;\">Gerfried Sperl<\/span><\/a> am 14\/01\/2014.<\/p>\n<div>Die Ver\u00e4nderungen im Management der \u201cKleinen Zeitung\u201d werden in politischen\u00a0\u00a0 Zirkeln faktisch nicht diskutiert. Vor allem in Wien nicht, wo Graz in\u00a0\u00a0 Zeitungsdingen so weit entfernt ist wie Zagreb geografisch. Tats\u00e4chlich hat die <span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Berufung eines Raiffeisen-Chefs an die Spitze der\u00a0\u00a0\u00a0 \u201cStyria\u201d auch eine enorme machtpolitische Bedeutung<\/strong><\/span>. Seit Monaten bereits wird\u00a0\u00a0 an einer Bank-Achse zwischen Ober\u00f6sterreich und der Steiermark gebastelt. Die\u00a0\u00a0 Raiffeisen-Organisationen der beiden Bundesl\u00e4nder sollen sich gegen die\u00a0\u00a0 Vorrangstellung von Wien und Nieder\u00f6sterreich positionieren. Da Wien und N\u00d6 mit dem \u201cKurier\u201d auch eine Zeitung zur Verf\u00fcgung haben, die\u00a0\u00a0 Raiffeisen-Gedanken unter der Leserschaft verbreitet, soll die \u201cKleine\u00a0\u00a0 Zeitung\u201d f\u00fcr die Nord-S\u00fcd-Achse die selbe Rolle spielen. Damit (im Sinne des Inseratenaufkommens) die Wirtschaft nicht vergr\u00e4mt ist,\u00a0\u00a0 hat man jetzt auch einen Manager der steirischen Wirtschaftskammer als dritten\u00a0\u00a0 Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der \u201cStyria\u201d ins breite Boot geholt. Im Vergleich mit der \u00c4ra des legend\u00e4ren Chefredakteurs Fritz Csoklich und\u00a0\u00a0 dem katholisch-konservativen Generaldirektor Hanns Sassmann, die nahezu die\u00a0\u00a0 gesamte zweite H\u00e4lfte des 20.Jahrhunderts gepr\u00e4gt haben, gibt es keine\u00a0\u00a0 Affinit\u00e4t zur katholischen Soziallehre mehr. Und keine zur Sozialdemokratie. NB:\u00a0 a) Dass nun ein Raiffeisenmann CEO des Styria Verlages ist , wird in der kommenden Zeit\u00a0bedeutsam f\u00fcr &#8222;Die Presse&#8220; und &#8222;Die Furche&#8220;, diese geh\u00f6ren ebenfalls zum Styria Verlag. Der Verlag Styria hat gro\u00dfen Einfluss auf eine Reihe von\u00a0Printmedien in Slowenien und Kroatien, wo ja auch Raiffeisen massiv sich positioniert hat.\u00a0Und da kann\u00a0Raiffeisen im Konfliktfall gesch\u00fctzt werden. \u00a0(Hans H\u00f6gl) b) Als Medienkultur\u00a0 sind wir ebenfalls sehr kritisch gegen\u00fcber die massive \u00a0Inseratenvergabe von Seiten Bundeskanzler Faymanns f\u00fcr die KRONE und Heute. (hans H\u00f6gl)<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><span style=\"color: #3366ff; text-decoration: underline;\"><strong>KRITIK AN ISRAEL-BERICHTEN DES ORF<\/strong> <\/span><\/h5>\n<p>Peter Oefferlbauer\u00a0 schrieb am\u00a0 3. Dezember 2013:\u00a0 An den ORF-PUBLIKUMSRAT und an uns. Leider muss ich mich heute schon wieder beschweren, u. zw. \u00fcber den Beitrag \u00fcber die Beduinen in Israel im heutigen Morgenjournal 7 h. Es wurde eigentlich nur der Eindruck erweckt, da seien in &#8222;nicht anerkannten&#8220; D\u00f6rfern renitente Leute, die sich nicht geordnet absiedeln lassen.<\/p>\n<div>\n<div>\n<div>\n<div>\n<div>DAS MAG DEN PROPAGANDA -ABSICHTEN ISRAELS ENTSPRECHEN, aber nicht den Tatsachen. Viele dieser D\u00f6rfer existierten schon vor der Gr\u00fcndung Israels 1948. Israel verfolgt den Prawer-Plan, Beduinen sollen nur zu 50% entsch\u00e4digt werden,\u00a0 der Anteil der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung im Negev bis 2015 auf 70% gesteigert werden, Juden d\u00fcrfen sich \u00fcberall, in jeder Form ansiedeln&#8230;48\/49 wurden bereits 85% der Beduinen vertrieben&#8230;Lesen Sie dazu Le Monde Diplomatique Juli 2012 S.12.<br clear=\"none\" \/>Einfach israelische Propaganda weiterzugeben, ist schlicht nicht professionell und einfach zuwenig f\u00fcr den \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk eines neutralen \u00d6sterreich !<br clear=\"none\" \/>mfg, Dr.Peter \u00d6fferlbauer, Wels<\/div>\n<div><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<h6>Udo Bachmair:\u00a0\u00a0\u00a0Bericht vom 25.11.2013<\/h6>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">\u00a0&#8220; Studie zu Fragen der\u00a0 politischen F\u00fchrung aus der Sicht \u00f6sterreichischer JournalistInnen\u00a0 &#8222;<\/span><\/h3>\n<div><\/div>\n<div><strong><span style=\"font-family: Arial; font-size: small;\">Im Presseclub Concordia in Wien ist eine\u00a0 bemerkenswerte\u00a0Untersuchung zu &#8222;Political Leadership&#8220; pr\u00e4sentiert\u00a0 worden.\u00a0Die\u00a0Studie der\u00a0\u00d6sterreichischen Gesellschaft f\u00fcr\u00a0 Politikwissenschaft basiert auf einer Befragung von JournalistInnen \u00fcber deren\u00a0 jeweils eigene Rolle im Zusammenhang mit &#8222;Politischer F\u00fchrung&#8220;. Ein\u00a0 Erkenntnisgewinn in\u00a0dieser Causa\u00a0sei von gesamtgesellschaftlicher\u00a0 Relevanz,\u00a0der im Sinne einer nachhaltigen Politik daher auch ein Beitrag\u00a0 zur politischen Kultur in \u00d6sterreich und der Qualit\u00e4t politischer F\u00fchrung sein\u00a0 k\u00f6nne, erkl\u00e4rten die Studienautorinnen Iris Ullmann, Bettina Pepek, Jeanette\u00a0 M\u00fcller und Regina M. Jankowitsch\u00a0zum\u00a0Resultat der Untersuchung.\u00a0 <\/span><\/strong><\/div>\n<div><\/div>\n<div><strong><span style=\"font-family: Arial; font-size: small;\">Im Folgenden\u00a0kurz gefasst einige der\u00a0 wichtigsten Ergebnisse:<\/span><\/strong><\/div>\n<div><\/div>\n<div><strong><span style=\"font-family: Arial; font-size: small;\"><em>\u00d6sterreich braucht \u00a0ehrliche (!) und\u00a0 mutige PolitikerInnen<\/em><\/span><\/strong><\/div>\n<div><\/div>\n<div><strong><span style=\"font-family: Arial; font-size: small;\">Angst und Mangel an Mut werden h\u00e4ufig f\u00fcr\u00a0 Defizite bei PolitikerInnen verantwortlich gemacht. Mehr als zwei Drittel der\u00a0 befragten JournalistInnen sprechen sich folglich &#8211; gefragt nach Eigenschaften\u00a0 f\u00fcr politische F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten &#8211; f\u00fcr Mut (80%) gleichauf mit\u00a0 Ehrlichkeit, dicht gefolgt von Entscheidungsfreude (76 %) und\u00a0 Reflexionsf\u00e4higkeit (74%) aus. <\/span><\/strong><\/div>\n<div><strong><span style=\"font-family: Arial; font-size: small;\">( Der Politologe Univ. Prof. Anton Pelinka in der\u00a0 Diskussion nach der Studienpr\u00e4sentation zum Stichwort &#8222;Ehrlichkeit&#8220;: &#8222;Es\u00a0 erscheint widerspr\u00fcchlich, dass hierzulande einerseits Unehrlichkeit und L\u00fcge in\u00a0 der Politik kritisiert und p\u00f6nalisiert werden,\u00a0andererseits\u00a0 aber\u00a0solche Verhaltensweisen\u00a0im Alltagsleben\u00a0von Menschen\u00a0 vielfach geradezu selbstverst\u00e4ndlich seien.&#8220; Die Politologin Dr. Iris Ullmann\u00a0 zum\u00a0Thema &#8222;Mangel an Mut&#8220;: &#8222;Der zeige sich laut der Umfrage etwa daran,\u00a0 dass sich Abgeordnete nicht trauen, gegen den Klubzwang zu versto\u00dfen. Weiterer\u00a0 wesentlicher Punkt sei die Angst vor (Boulevard-)Medien, von denen sich\u00a0 PolitikerInnen vor sich her treiben lie\u00dfen&#8220;)<\/span><\/strong><\/div>\n<div><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Arial; font-size: small;\"><strong><em>Gesucht: F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeit.\u00a0 (Historisch) gefunden: Bruno Kreisky. Aktuelle Nennungen: Wenige bis keine\u00a0 (Ausnahme Landeshauptleute).<\/em><\/strong><\/span><\/div>\n<div><\/div>\n<div><strong><span style=\"font-family: Arial; font-size: small;\">Unter den befragten JournalistInnen spricht\u00a0 sich eine klare Mehrheit f\u00fcr eine \u00fcberzeugende, vertrauensw\u00fcrdige\u00a0 F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeit aus und findet diese eher in der Vergangenheit&#8230; Mehr\u00a0 als jede(r) Zweite nennt Bruno Kreisky als Positiv-Beispiel f\u00fcr Leadership. Bei\u00a0 aktuellen Beispielen verzichtet mehr als ein Drittel der Befragten auf eine\u00a0 Namensnennung. Kein einziges Mal wird beispielsweise der amtierende\u00a0 Bundeskanzler genannt&#8230;<\/span><\/strong><\/div>\n<div><strong><span style=\"font-family: Arial; font-size: small;\">Hingegen finden sich Landeshauptleute in\u00a0 der Umfrage gut vertreten, darunter Erwin Pr\u00f6ll gefolgt von Franz\u00a0 Voves.\u00a0Auf sie entfallen\u00a0jeweils mehr Nennungen als auf die \u00e4u\u00dferst\u00a0 selten genannten Mitglieder der Bundesregierung.<\/span><\/strong><\/div>\n<div><\/div>\n<div><strong><em><span style=\"font-family: Arial; font-size: small;\">Medien und\u00a0 Politik<\/span><\/em><\/strong><\/div>\n<div><\/div>\n<div><strong><span style=\"font-family: Arial; font-size: small;\">Ihre eigene Rolle in Abgrenzung zu\u00a0 PolitikerInnen bezeichnen JournalistInnen mehrheitlich als neutral und\u00a0 unparteiisch. Von den in der Umfrage abgefragten Rollenbildern fand das\u00a0 Selbstverst\u00e4ndnis, &#8222;VermittlerIn komplexer Sachverhalte&#8220; zu sein, die h\u00f6chste\u00a0 Zustimmung. Die eigene Rolle bez\u00fcglich medialer Einflussnahme auf die Politik\u00a0 wird\u00a0der Studie zufolge selbstkritisch kaum reflektiert.\u00a0 <\/span><\/strong><\/div>\n<div><\/div>\n<div><strong><span style=\"font-family: Arial; font-size: small;\"><em>Ausblick<\/em><\/span><\/strong><\/div>\n<div><\/div>\n<div><strong><span style=\"font-family: Arial; font-size: small;\">In sp\u00e4testens 2 Jahren will die &#8222;Sektion\u00a0 Political Leadership&#8220; der \u00d6sterreichischen Gesellschaft f\u00fcr\u00a0 Politikwissenschaft\u00a0die Ergebnisse einer neuerlichen Befragung zu dieser\u00a0 Causa ver\u00f6ffentlichen. Daraus wird man auch\u00a0vergleichend ableiten\u00a0 k\u00f6nnen,\u00a0ob sich das Selbstverst\u00e4ndnis von JournalistInnen angesichts der im\u00a0 Spannungsfeld von Politik und Medien auch wachsenden demokratiepolitischen\u00a0 Herausforderungen <\/span><\/strong><strong><span style=\"font-family: Arial; font-size: small;\">ver\u00e4ndert\u00a0 haben werden<\/span><\/strong><\/div>\n<h3><span style=\"color: #3366ff;\">Die Leserschaft \u00a0des Wiener Qualit\u00e4tsblattes &#8222;Der Standard&#8220;<\/span><\/h3>\n<h6><strong>Laut Selbstdarstellung lesen \u00a0im Schnitt 382.000 Menschen den\u00a0&#8222;Standard&#8220;.\u00a0(Der Standard \u00fcber sich im Oktober 2013).<\/strong><\/h6>\n<p><strong>Zum \u201cSTANDARD\u201d- Online:\u00a0<\/strong>M<strong>itarbeiter, Postings <\/strong> Resum\u00e9\u00a0 von <strong>Ilse Kleinschuster<\/strong> \u00fcber die\u00a0 Veranstaltung am 8. November\u00a0 2011 im DEPOT (1070 Wien) mit Referat von Cornelia Kogoj (Initiative Minderheiten) Beim \u2018da.Standard\u2019 habe sich\u00a0der politische Grundkonsens durchgesetzt, dass es einem Journalisten nie an \u2018fairem\u2019, geschichtlichem Hintergrund fehlen d\u00fcrfe. Und beim\u00a0 \u2018die.Standard\u2019 sei wohl auch der Konsens bez\u00fcglich feministischem Hintergrund klar. Zum Thema \u2018Postings\u2019 \u2013 das von mir bez\u00fcglich der \u2018Anonymit\u00e4t\u2019 angesprochen wurde \u2013 erfuhren wir, dass es eine eigene software mit k\u00fcnstlicher Intelligenz daf\u00fcr gibt (Forum.at), die eine gewisse Selektion vornimmt, d.h. es werden letztlich nur rd.\u00a0 70% aller postings frei geschaltet. Und es gibt eine manuelle Selektion nach Worten wie \u201cHitler\u201d usw. Es wurde weiters die Frage nach den \u2018Blogs\u2019 gestellt \u2013 auch hier gibt es in geringem Ausma\u00df\u00a0 Selektion durch den Redakteur, der dem Moderator die verbleibenden Fragen der User an den Gast vorlegt. Im Zuge eines Chats gibt es bis zu 100 User mit Fragen. Auch die\u00a0Problematik der \u2018Werbung\u2019 wurde kritisch hinterfragt.\u00a0. Dazu hie\u00df es: \u2018online\u2019-Inserate k\u00f6nnen nicht beeinflusst werden, sie sind leider eine \u00f6konomische Notwendigkeit, um f\u00fcr insgesamt 120 JournalistInnen (60 online) die Entlohnung zu gew\u00e4hrleisten. Grundkonsens aller Redaktionen sei jedoch, dass es keinerlei Beeinflussung durch Werbung geben darf. Die Arbeitsweise der JournalistInnen des STANDARD scheint mir soweit <strong>mit \u00e4u\u00dferstem Verantwortungsbewu\u00dftsein<\/strong>\u00a0 vonstatten zu gehen; \u2013 sie halten st\u00e4ndig interne Absprachen, und mit drei Redaktionssitzungen pro Tag sind sie sicher voll ausgelastet. Somit war in dieser Veranstaltung von \u201cKritik\u201d am Blatt nicht viel zu h\u00f6ren \u2013 und das ist meiner\u00a0 Meinung nach vorl\u00e4ufig auch in Ordnung so. Erst, wenn engagierte B\u00fcrger als Leser\/Poster\/User\/Zuh\u00f6rer\/-<wbr \/>seher ihre M\u00f6glichkeiten, sich\u00a0 einzumischen niedrigschwellig wahrnehmen k\u00f6nnen, wird das passieren, \u00a0was wir uns f\u00fcr die\u00a0 Zukunft w\u00fcnschen, eine <strong>direkte Beteiligung an der Gestaltung lebensfreundlicher Alternativen.<\/strong><\/p>\n<h6><strong>\u00a0<\/strong><strong>Notiz der Medienkultur:\u00a0<\/strong><strong> Die Postings im &#8222;Standard&#8220; sind h\u00e4ufig\u00a0 als &#8222;ausf\u00e4llig&#8220;\u00a0zu qualifizieren.\u00a0 Die Anonymit\u00e4t passt nicht zu einem Qualit\u00e4tsblatt.\u00a0 Zu erw\u00e4hnen ist:\u00a0D<\/strong><strong>er\u00a0&#8222;Standard&#8220; bekam bei dessen Gr\u00fcndung die Adressen der sozialdemokratischen Arbeiter-Zeitung.<\/strong><\/h6>\n<h6><strong>___ <\/strong><\/h6>\n<h5><span style=\"color: #3366ff;\"><strong>Prozente in Wahlumfragen sind Ann\u00e4herungen sagen\u00a0<\/strong><\/span><em><strong><span style=\"color: #3366ff;\">Expert<\/span>en<\/strong>:\u00a0 Ing. Gehmacher und Dr. Rudolf\u00a0 Bretschneider (GFk\/Fessel)<\/em><\/h5>\n<p><strong>Dieser Vortrag gilt auch f\u00fcr die Wahlen 2013 und 2014 usw. Dr. Rudolf Bretschneider referierte am 29. Sept. 2010 im Otto-Mauer-Zentrum in Wien. Resum\u00e9 von Prof. Dr. Hans H\u00f6gl (Medien-Soziologe). <\/strong> <strong>1. Zu den Prozenten von Wahlprognosen: Rudolf Bretschneider <\/strong> <strong>&#8222;Seri\u00f6se Sozialforschung und in etwa verl\u00e4ssliche Meinungsforschung sind weder Sudlesen noch Schummelei, wie manche glauben. Aber deren Ergebnisse sind \u2013 selbst bei wissenschaftlicher Sozialforschung\u00a0 als Prozentwerte\u00a0 nur Ann\u00e4herungen&#8220;, so Rudolf Bretschneider.\u00a0 <\/strong> <strong>Also: Sie finden eine Wahlprognose, dass die Gro\u00dfpartei X zur Zeit 27,5 % w\u00e4hlen, dann liegt das Ergebnis zwischen 25 \u2013 30%, n\u00e4mlich 2,5 % nach oben und nach unten. Genaueres kann meist gar nicht gesagt werden. Kommastellen sind \u00fcberhaupt ein Unsinn. <\/strong> <strong>B o n m o t s von Bretschneider<\/strong> <strong>\u201eWissenschaft von Politik gibt es nur in B\u00fcchern. Wie sie wirklich gemacht wird, ist ganz anders.\u201c \u2013<\/strong> Nur 5 % seines Institutes sind politische Wahlforschungen, es \u00fcberwiegen Wirtschaftstudien. Die Parteien investieren in genauere Umfragedaten und erfahren, wie bestimmte Themen\u00a0bei den Leuten ankommen. Die Zahl strategischer W\u00e4hler ist gering (also jener, die bei der Wahlentscheidung auf Meinungsbefragungen schielen). <strong>Warum publizierte Meinungsforschung einen leichten Einfluss auf W\u00e4hler hat: <\/strong> a) Fr\u00fcher w\u00e4hlten bis zu 80 % immer die gleiche Partei, dies \u00e4nderte sich und so k\u00f6nnen kleine Impulse wie publizierte Meinungsforschung einen Schwenk veranlassen. b) Wenige Leute und wenige Medien wagen abweichende Meinungen, man passt sich an (Druck auf Konformit\u00e4t, Konvergenz). Wird ein Spitzenpolitiker negativ beurteilt, lassen seine Mitarbeiter den Kopf h\u00e4ngen, tun nichts und verschlimmern die Situation. Und der Politiker wird von Medien befragt, warum er so schlecht \u201eliegt\u201c, er muss sich erkl\u00e4ren und kommt nicht zu seiner Botschaft. Werden Resultate publiziert, fragt man, wem n\u00fctzt dies (cui bono)? Teilresultate werden gerne von Parteien so ausgesucht, was ihnen gef\u00e4llt, Ung\u00fcnstiges wird weggelassen. Dagegen kann sich das Meinungsforschungs-Institut nicht wehren, wohl aber wenn Ergebnisse verdreht, falsch wiedergegeben werden. Wird dies getan, bekommt der Journalist von R. Bretschneider kein Interview. <strong>Zu den Befragungsmethoden: <\/strong> M\u00fcndliche Interviews sind sehr teuer geworden, ab den 70iger Jahren waren 98 % der Bev\u00f6lkerung mit Telefon ausgestattet, darum wird heute per Telefon interviewt. Die Auswahl der Zielpersonen geschieht maschinell \u2013 auch die Nur-Noch-Mobiltelefonierer (sie stellen 1\/3 der Bev\u00f6lkerung und sind nicht im Telefonbuch vermerkt) werden beachtet. Befragt wird, wer zuletzt Geburtstag hatte. (Also die klassische Auswahl nach Alter, Geschlecht, Berufsposition wird nicht prim\u00e4r durchgef\u00fchrt).<\/p>\n<h5><strong>Bei einer Stichprobe von nur 300 \u00d6sterreichern ist mit statistischen Fehlern bis zu 7 % in beide Richtungen zu rechnen (Fehlertoleranz). <\/strong><\/h5>\n<p><strong>(NB. In der Hochphase der kirchlichen Missbrauchsf\u00e4lle 2010 verstieg sich ein kleines Marktforschungsinstitut zur Aussage, dass 1 Million \u00d6sterreicher aus der Kirche austreten w\u00fcrden. Das war auf der Basis von 300 Personen sinnlos hochgerechnet. Noch dazu w\u00e4hrend der Missbrauchsberichte. Und die Zeitung \u201e\u00d6sterreich\u201c\u00a0 am 29. Nov. 2010 gab dies sensationell wieder: &#8222;Umfrage: 1 Million raus aus der Kirche&#8220; .). (Bretschneider: Die Tendenz zur Kirchenaustritten kann nur in gr\u00f6\u00dferen Zeitabst\u00e4nden erfasst werden.) <\/strong> <strong>Befragungen unmittelbar nach den Wahllokalen (Exitpolls) sieht Bretschneider besonders dann fragw\u00fcrdig, wenn im Detail zu wissen vorgegeben wird, warum eine Partei gew\u00e4hlt wurde (wer wei\u00df denn das Prozentausma\u00df, warum er mit wie viel Prozent die Partei und mit wie viel Prozent er den Kandidaten gew\u00e4hlt hat? Kein Mensch kann das sagen). <\/strong> <strong>Dass Meinungsforscher unmittelbar nach einer TV Konfrontation ihre Meinung zur Wahl abgeben ist \u201cunprofessionell und Unfug\u201d. <\/strong> <strong>Werbekampagnen: <\/strong> <strong>In \u00d6sterreich werden fast nie v o r Werbekampagnen Befragungen (Pretests) durchgef\u00fchrt, auch d a n a c h nicht. Firmen wollen gar nicht wissen, wie viel Geld sie ausgegeben haben. (Firmen wie Coca Cola tun dies weltweit). <i><\/i><i><\/i><i><\/i><i><\/i><i><\/i><i><\/i><i><\/i><i><\/i><i><\/i><i><\/i><em>_<\/em>_ \u00a0<\/strong> <strong>SIND TV-Konfrontationen bei Wahlen entscheidend? Wie ist der Einfluss der Medien? Stellungnahme von Ing. Gehmacher.<\/strong> <strong>Die Massenmedien beeinflussen in mannigfaltiger Weise den W\u00e4hler und damit die Wahlergebnisse. Alle solche Beeinflussung widerspricht den Intentionen der Demokratie, weiche eine freie Urteilsbildung durch den B\u00fcrger fordert. Die Medien sollten in diesem Demokratieideal nur die Aufgabe haben, Information zu geben und in ausgewogener Darstellung der Standpunkte zur Urteilsbildung des W\u00e4hlers beizutragen.<\/strong> <strong>Es gibt grob gegliedert, f\u00fcnf wesentliche Effekte der Medien auf das Wahlverhalten. Gegen jeden dieser Effekte gibt es aber auch Rezepte, diesen Einflu\u00df gering zu halten oder auszuschalten.<\/strong> <strong>1. Meinungsbildung:<\/strong> <strong>Medien tragen fortlaufend zur Meinungsbildung ihrer Leser bei, sei es durch die subjektive Auswahl an Informationen, sei es durch eine direkte Persuasion zugunsten oder gegen eine Partei.<\/strong> <strong>Bei ausgesprochenen Parteizeitungen oder parteinahen Bl\u00e4ttern und Medien liegt diese Meinungsbildung in der Absicht und ist auch voll deklariert. Sie wirkt trotzdem zumindest bei den Anh\u00e4ngern zur Verst\u00e4rkung der Meinung, gelegentlich auch bei Wechselw\u00e4hlern oder besonders ber\u00fchrten Kreisen.<\/strong> <strong>Gegen eine solche in der Natur der Medien liegende gezielte oder eher \u201czuf\u00e4llige\u201d Meinungsbeeinflussung gibt es nur ein zuverl\u00e4ssiges Rezept, n\u00e4mlich die Ausgewogenheit der gesamten Berichterstattung und des Angebotes an Information und Meinungs\u00e4u\u00dferung. Je vielf\u00e4ltiger und in den Standpunkten ausgewogener die Medienwelt ist, desto besser sind die Chancen f\u00fcr den B\u00fcrger, sich darin seine eigene Meinung zu bilden.<\/strong> <strong>2. Sensationsmeldungen:<\/strong> <strong>Einzelne beeindruckende Ereignisse, insbesondere, wenn sie sensationell aufgemacht sind, k\u00f6nnen den Wahlentscheid von betr\u00e4chtlichen Prozents\u00e4tzen des Elektorats beeinflussen.<\/strong> <strong>Die Ereignisse selbst sind nicht steuerbar. Es ist einfach Schicksal, wenn eine Partei zuf\u00e4llig knapp vor der Wahl von tats\u00e4chlichen Ereignissen, etwa Mi\u00dfbrauchs- und Korruptionsmeldungen oder Kriminalf\u00e4llen und Wirtschaftskrisen diverser Art betroffen wird und dadurch W\u00e4hler verliert. <\/strong> <strong>Doch sind Medien imstande, aus kleineren Ereignissen oder sogar aus Non-Events durch eine entsprechende Darstellung und Aufmachung eine Sensation zu machen.<\/strong> <strong>Gegen eine solche W\u00e4hlerbeeinflussung durch sensationelle Darstellung und \u00dcbertreibung gibt es wenig Chancen. Das einzige neutralisierende Mittel w\u00e4re ein Massenmedium wie das Fernsehen oder der Rundfunk, die dem eine Richtigstellung oder eine sensationsferne Darstellung entgegensetzen.<\/strong> <strong>3. Skandalisierung:<\/strong> <strong>Eine gesteigerte Form von Sensationsmeldung und eine besonders undemokratische Art der W\u00e4hlerbeeinflussung ist die Skandalisierung einer Partei oder einer f\u00fchrenden Person in einer Partei. In \u00d6sterreich ist dabei die Bezichtigung von Korruption oder finanziellen Mi\u00dfbr\u00e4uchen besonders wirksam, in st\u00e4rker puritanischen L\u00e4ndem auch die Skandalisierung mit erotisch-sexuellen Verhaltensweisen.<\/strong> <strong>Der Unterschied zwischen einer sachlichen Darstellung von pers\u00f6nlichen Charakteren und Skandalisierung ist oft unscharf. Aber gerade unmittelbar vor Wahlen sind solche Blo\u00dfstellungen von Personen besonders wirksam und werden daher oft auch aus wahltaktischen Zwecken eingesetzt. <\/strong> <strong>Es bedarf kaum der Erw\u00e4hnung, da\u00df es wenige f\u00fchrende Politiker gibt, die nicht in irgendeiner Weise moralisch zweifelhafter Handlungen beschuldigt werden k\u00f6nnten. Oder noch einfacher: Es gibt \u00fcberhaupt wenige Menschen, die keine S\u00fcnden haben \u2013 Heilige werden selten Spitzenpolitiker.<\/strong> <strong>Gegen Skandalisierung ist auch eine Gegendarstellung wenig wirksam, kann sogar den Effekt noch verst\u00e4rken. Das einzige Rezept gegen solchen Mi\u00dfbrauch von Medieneinflu\u00df, ganz gleich, ob er von Medien selbst oder von politischen Akteuren ausgeht, liegt in der Selbstkontrolle der Medien.<\/strong> <strong>4. Falsche Prognosen:<\/strong> <strong>Prognosen \u00fcber den zu erwartenden Wahlausgang, k\u00f6nnen, wenn sie geglaubt werden, das Wahlverhalten in betr\u00e4chtlichem Ma\u00df beeinflussen. <\/strong> <strong>Man mu\u00df dabei mit zweierlei Effekten rechnen: einerseits mit dem Zulauf von W\u00e4hlern zu einer siegreich erscheinenden Partei (dem \u201cBandwaggon-Effekt\u201d) und dem Mitleidseffekt (\u201cUnderdog-Effekt\u201d) f\u00fcr eine Partei, die eventuell von schweren Verlusten oder gar vom Ausscheiden bedroht ist, wobei es zur Mobilisierung der eigenen lau gewordenen Anh\u00e4ngern kommen kann, aber auch zur st\u00e4rkeren Motivierung der Kernschichten, auf jeden Fall zur Wahl zu gehen.<\/strong> <strong>Falsche Prognosen werden auch gern von den Parteien selbst lanciert. Intentionelle Wahlbeeinflussung ist damit allerdings recht schwierig, da die Absch\u00e4tzung der daraus folgenden Effekte gar nicht einfach ist; nur mit guten Daten \u00fcber das Wahlverhalten der eigenen Anh\u00e4nger oder Sympathisanten lassen sich daraus halbwegs brauchbare Schl\u00fcsse ziehen. <\/strong> <strong>Falsche Prognosen entstehen auch selten mit sehr klaren Berechnungen \u00fcber die Effekte, sondern eher aus dem Bed\u00fcrfnis von Parteien und ihnen nahestehenden Medien, die engeren Anh\u00e4ngerkreise und Funktion\u00e4re in ihrem Eifer zu best\u00e4rken.<\/strong> <strong>Gegen die Wirkung von falschen Prognosen gibt es nur ein Rezept: die Skepsis gegen die Meinungsforschung \u00fcberhaupt, also das Unglaubw\u00fcrdigmachen von Prognosen. Trotz des schlechten Rufes der Prognostiker und Meinungsforscher, der sicherlich zum Teil auf dieses Rezept zur\u00fcck geht, f\u00e4llt es aber im konkreten Fall gar nicht leicht, die Glaubw\u00fcrdigkeit von Prognosen in Frage zu stellen, da gerade vor einer Wahl das Bed\u00fcrfnis nach Vorauswissen sehr gro\u00df ist. F\u00fcr einen Wahlentscheid gen\u00fcgt oft auch schon eine Vermutung.<\/strong> <strong>5. Richtige Prognosen:<\/strong> <strong>Richtige Prognosen wirken nat\u00fcrlich noch st\u00e4rker als falsche, wenn sie aus mehreren Richtungen und \u00fcber mehrere Medien best\u00e4tigt werden. Es ist beim heutigen Stand der Umfrageforschung durchaus m\u00f6glich, schon wesentliche Trends vor der Wahl richtig zu prognostizieren. Der Effekt ist in einem solchen Fall genauso \u00e4hnlich wie bei falschen Prognosen, nur st\u00e4rker. Vor allem kommt es oft zu einer \u201cself-fullfilling-prophecy\u201d, das hei\u00dft, relativ labile Ergebnisse, die nur sehr knapp ausgefallen w\u00e4ren, k\u00f6nnen sich sehr deutlich prononcieren und verst\u00e4rken.<\/strong> <strong>Richtige Prognosen sind sehr massive Wahlbeeinflussungen, deshalb wurde es oft vorgeschlagen, die Ver\u00f6ffentlichung von Umfrageergebnissen knapp vor der Wahl \u00fcberhaupt zu verbieten. Auch Hochrechnungen vor dem Ende der \u00d6ffnungszeiten der Wahllokale an den Wahltagen sind aus diesem Grund verp\u00f6nt. Die Wahlbeeinflussung k\u00f6nnte betr\u00e4chtlich sein, auch wenn es nur selten zu einer vollst\u00e4ndigen Verschiebung der Resultate kommt. Bei Kopf-an-Kopf-Rennen mit knappem Ausgang kann aber die Beeinflussungen \u00fcber das Schicksal von Regierungen entscheiden.<\/strong> <strong>Letztlich ist auch hier das einzige Rezept eine weit verbreitete und tiefe Skepsis gegen\u00fcber Prognosen \u00fcberhaupt. Oder man erkennt einfach an, da\u00df wissenschaftlich fundierte und richtig dargestellte Prognosen einfach zum Informationsreservoir des W\u00e4hlers geh\u00f6ren und als solche anerkannt sind. Die Schwierigkeit liegt darin, da\u00df dabei falsche Prognosen zu richtigen Prognosen werden k\u00f6nnen, wenn ihre Einflu\u00dfwirkung so gro\u00df ist, da\u00df sie die W\u00e4hlerstimmen in die prognostizierte Richtung verschieben.<\/strong> <strong>Nicht zuf\u00e4llig ist bisher von der W\u00e4hlerbeeinflussung die Rede und nicht von der Frage, ob Medien die Wahl entscheiden k\u00f6nnen. Ein entscheidender Einflu\u00df auf die Wahl ist nur dann gegeben, wenn es dadurch zu einer anderen Regierungsbildung kommt, als sie sonst zu erwarten gewesen w\u00e4re. Solange es sich nur um die Verschiebung einzelner Mandate oder Prozents\u00e4tze handelt, ist die Bezeichnung \u201centscheiden\u201d wohl nicht am Platz. Situationen eines entscheidenden Unterschiedes sind aber relativ seiten.<\/strong> <strong>Ein Beispiel daf\u00fcr war die letzte Nationalratswahl am 3. Oktober, bei der nur wenige hunderte Stimmen den Unterschied zwischen der FP\u00d6 und der \u00d6VP ausmachten und damit die \u00d6VP fast auf eine Oppositionsrolle festgelegt haben.<\/strong> <strong>In dieser Situation besteht gar kein Zweifel, da\u00df die Wahl durch den Medieneinflu\u00df entschieden wurde.<\/strong> <strong>Denn einige hunderte Stimmen wurden durch Medieneinfl\u00fcsse zweifellos bewegt. So ausgeglichen und genau kann der Medienmix gar nicht sein, da\u00df nicht mindestens einige tausend Stimmen dadurch in eine Richtung bewegt werden.<\/strong> <strong>Ganz unm\u00f6glich ist es aber festzustellen, weiche einzelnen Einfl\u00fcsse hierbei den Ausschlag gegeben haben k\u00f6nnten, da f\u00fcr einen winzigen Effekt eine Kausalit\u00e4tsanalyse unm\u00f6glich ist.<\/strong> <strong>Ob der Effekt winzig war, wissen wir nicht genau, au\u00dfer durch einen Vergleich von Meinungsumfragen vorher und dem tats\u00e4chlichen Wahlergebnis nachher. Daraus l\u00e4\u00dft sich ableiten, da\u00df der Medieneinflu\u00df bei dieser letzen Wahl vermutlich den beiden regierenden Parteien 2-3 Prozent Stimmen gekostet haben k\u00f6nnte. Das war entscheidend, ist aber eigentlich nicht sehr viel.<\/strong> <strong>Darin spiegelt sich einfach der Medienmix in \u00d6sterreich \u2013 ohne \u201cParteizeitungen\u201d und mit einer starken Neigung aller Printmedien zur Regierungs- und Gesellschaftskritik. Die Wahlbeeinflussung der \u00f6sterreichischen Medienlandschaft geht daher in Richtung einer diffusen Opposition.<\/strong><\/p>\n<h2><span style=\"color: #3366ff;\">Sie sollen sich am\u00fcsieren u. nicht politisieren<\/span><\/h2>\n<p>Nur darum gestattete 1843 der d\u00e4nische K\u00f6nig das Belustigungsviertel Tivoli in Kopenhagen, denn \u201c<span style=\"text-decoration: underline;\">wer sich am\u00fcsiert, nicht politisiert\u201d (Baedeker 2007, p. 15).<\/span> Und warum gibt es soviel Amusement im Fernsehen?\u00a0\u00a0 Studien beweisen,\u00a0<strong>dass der 1. ORF-Fernsehkanal\u00a0 prozentuell mehr<\/strong> Unterhaltung bietet als RTL. <i><\/i><i><\/i><i><\/i><i><\/i><i><\/i><em>_<\/em> Fu\u00dfballzeit: Markt u. Stra\u00dfen sind verlassen. Glotze l\u00e4uft in jedem Haus. Drinnen sind die Menschenmassen: Das sieht ganz nach Fu\u00dfball aus\u2026.usw. Vgl. Die Zeit, 21.6.2012.<\/p>\n<h5><span style=\"color: #3366ff;\"><strong>AFFENPUBLIZISTIK. Unw\u00fcrdiges Politikspiel. Sprache von Politikern<\/strong><\/span><\/h5>\n<h6>\u00a0Kaum sagt irgendwer etwas, meldet sich eine andere Gruppe, die dagegen ist.\u00a0 Es ist ein unw\u00fcrdiges Politik-Spiel, ein Affenzirkus.\u00a0\u00a0Entschuldigt,\u00a0 liebe Affen, vielleicht tu ich euch Unrecht. Aber ich nenne es nun einmal so.<\/h6>\n<h5><span style=\"color: #3366ff;\"><em><strong>&#8222;DIE ZEIT&#8220;, &#8222;ECONOMIST&#8220;,und\u00a0 \u00a0&#8222;Neue Z\u00fcrcher Zeitung&#8220; : Qualit\u00e4t bringt ERFOLG<\/strong><\/em><\/span><\/h5>\n<div>\u00a0Die Hamburger ZEIT, die britische Wochenzeitung \u201eEconomist\u201c und die \u201eNeue Z\u00fcrcher Zeitung\u201c re\u00fcssieren mit Qualit\u00e4t<strong>. <\/strong> <strong>1. DIE ZEIT hatte in den letzten vier Jahren wirtschaftliche Erfolge, wie nie zuvor: <\/strong>Dies teilte der Chefredakteur Giovanni di Lorenzo am 31.3.2011 in Wien in einem Vortrag mit. Und dies gerade in Jahren der finanziellen und wirtschaflichen Krise, als viele Medien Verluste erlitten und Stellenk\u00fcrzungen vornahmen. DIE ZEIT hat nun eine Auflage von 700.000 und die Einnahmen sind viel weniger von Werbung abh\u00e4ngig.\u00a0 Vor 10 Jahren gaben Medienexperten der \u201cZeit\u201d keine Chance. F\u00fcr diese Wochenzeitung sind die \u201cLeser keine Feinde\u201d, sondern sie werden sehr ernst genommen. Und DIE ZEIT sei so geschrieben, dass auch Personen mit mittlerer Schulbildung diese verstehen. So sind rund ein Viertel der ZEIT-Leser solche mit Realschul-Abschluss und eben nicht nur Intellektuelle. <strong><em>&#8222;Die Presse&#8220; \u00a0brachte ein Interview mit dem Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der ZEIT <\/em>(21. Februar 2011\u00a0) <\/strong> <strong>Seit 2003 hatten wir in DER ZEIT\u00a0 jedes Jahr einen Umsatzrekord, sagt Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer\u00a0 Rainer Esser. Seit damals hat der Umsatz um 80 % zugelegt. <\/strong>Dabei werden 30 % nicht mehr im Vertrieb und Anzeigen verdient, sondern durch Magazine, Online-Aktivit\u00e4ten, Veranstaltungen wie Reisen, also neuen Gesch\u00e4ftsfeldern. Inhaltlich widerspricht die ZEIT den \u00fcblichen neueren Trends: k\u00fcrzer, bunter, mehr Bilder, kleineres Format. Wir laufen dem Zeitgeist nicht hinterher, sondern pflegen eigenen Stil: elegantes Lay out, tiefgr\u00fcndig und ungew\u00f6hnlich im Text. Ohne modischen Schnickschnack, so Esser. <strong>2. Zur \u201eNeuen Z\u00fcrcher Zeitung&#8220; (NZZ): <\/strong> Seit dem Zweiten<strong>\u00a0<\/strong>Weltkrieg wird sie als verl\u00e4ssliche Quelle eines neutralen Staates sehr gesch\u00e4tzt. In Relation zu 4.5 Millionen deutschsprachigen Schweizern hat sie disproportional gro\u00dfen Einfluss. Die Schweiz nimmt teil an globaler Wirtschaft, und die NZZ ist daf\u00fcr ein Symbol. Gem\u00e4\u00df meiner jahrelangen Leseerfahrung mit der Neuen Z\u00fcrcher bekenne ich ehrenamtlich: *Fast jede Lekt\u00fcre der NZZ bereichert mich, sie informiert solide, bietet teils \u00fcberraschende Hintergr\u00fcnde, nennt die Dinge direkt ohne Schminke beim Namen.\u00a0 Sie\u00a0ist\u00a0ein Medien-Positivbeispiel und widerlegt das\u00a0 oft berechtigte Negativ-Gerede \u00fcber Medien Das\u00a0 Ansehen von NZZ-Redakteuren in der Schweiz liegt ein wenig unter dem von Professoren an Universit\u00e4ten.\u00a0 <strong>F\u00fcr die NZZ recherchieren an die 40 Korrespondenten weltweit vor Ort. Diese Zahl ist in Europa ein Spitzenwert. Vielleicht kommen dem Le Monde, die \u201eFrankfurter Allgemeinen\u201c und die Londoner \u201eTimes\u201c nahe. <\/strong> Die NZZ steht den \u201eFreisinningen\u201c nahe, also wirtschaftsliberalen Kreisen. Personen mit weltweiten Investitionen brauchen verl\u00e4ssliche und gr\u00fcndliche Infos. Der Kreis der Aktion\u00e4re ist klein und nicht beliebig- entweder sind sie freisinnig oder ohne Partei (Oe1 Sendung Diagonal \/ 29. Mai 2010). <strong>Keiner der 1.400 Aktion\u00e4re der AG Neue Z\u00fcrcher Zeitung darf mehr als 1 % Kapitalanteil halten, um die wirtschaftliche und publizistische Unabh\u00e4ngigkeit zu wahren. <\/strong> <strong>\u00a0Auch <em>ein prominenter Schweizer Sozialdemokrat <\/em>sieht in der NZZ ein Blatt h\u00f6herer Kategorie. <\/strong>So sagte er es zu mir. Sicherlich ist die gewerkschaftliche oder soziale Seite in ihr unterrepr\u00e4sentiert, das findet sich eher in der \u201eS\u00fcddeutschen\u201c. Aber die NZZ schrieb k\u00fcrzlich von einem Manager, der die Garantien der Schweizer Regierung f\u00fcr zwei Banken als bedenklich hoch f\u00fcr das Schweizer Volk sah. <strong>\u00a0<\/strong>Das Feuilleton erschlie\u00dft den romanischen, slawischen und deutschsprachigen Raum in erstaunlicher Qualit\u00e4t. <strong>F\u00fcr Dr. Erhard Busek ist sie die \u201e<em>beste Zeitung \u00d6sterreichs<\/em>\u201c. Die NZZ\u00a0<\/strong>entdeckte l\u00e4ngst den Salzburger Schriftsteller Kappacher vor den Wien-lastigen \u00f6sterreichischen Bl\u00e4ttern. <strong>\u00a0<\/strong>Die Finanzkrise streifte auch die NZZ, denn ihre Inserenten sind Banken und die Branchen Uhren, Schmuck und Reisen (Diagonal s. o). Aber die NZZ steht abgesichert da und sie glaubt am Verkauf von Qualit\u00e4t, aber ist offen f\u00fcr neue inhaltliche Formen und bietet auch ein NZZ-Format im Fernsehen. Online ist sie unter\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/\" target=\"_blank\">www.nzz.ch<\/a> zu finden.\u00a0&#8211; Nun zum britischen Wochenblatt \u201eEconomist\u201c. <strong>3. &#8222;ECONOMIST&#8220; \u2013 <\/strong> <strong>deren Redakteure sind im Kern Oxford- Absolventen. Sie bietet weltweite, solide Hintergrund-Analysen und greift Entwicklungen oft voraus (Ausnahme: Bankenkrise) und bietet Qualit\u00e4t ohne layout \u2013 M\u00e4tzchen. <\/strong> Die Auflage ist weltweit stabil: 1,2 Millionen. Die Einnahmen \u00fcber Annoncen stiegen 2008 um 25 %. Quelle: S\u00fcddeutsche Zeitung, Nr. 227, 2009-10-02, p. 23. \u00fc <em><strong>4. <\/strong>Die \u201eS\u00fcddeutsche\u201c <\/em>verweist ferner auf das neue Magazin mit <strong>Namen The Week, <\/strong>die Ausz\u00fcge aus den besten Kolumnen in englischen Zeitungen und dem Rest der Welt bietet- als Gegenmittel zur Informationslast und dem medialen Durcheinander. Verkauf in den USA: 500.000 Exemplare. Gilt die Erz\u00e4hlung, dass Menschen f\u00fcr Infos nichts zahlen wollen? Kann Qualit\u00e4t in Medien doch bleibenden Erfolg verzeichnen? Das britische weltweit gelesene Wochenmagazin Economist und die NZZ scheinen es zu beweisen, andere Magazine wie Newsweek, Time, Focus und der Spiegel sind auf der Verliererseite. <strong>5. Ergebnisse im Einzelnen: Time: 1989: Auflage 5 Millionen. \u00fc 2009: Auflage 3,4 Millionen. \u00fc Folge: 14 % weniger Einnahmen durch Annoncen.<\/strong> <strong>Newsweek: 1988: Auflage 4 Millionen 2009: Auflage 2,7 Mill. \u00fc Folge: 27 % weniger cash durch Annoncen. Bei teuren internationalen Korrespondentenb\u00fcros soll in den USA gespart und mehr Analyse und Kommentar geboten werden und weniger teure Information.\u00a0 Auch gro\u00dfe Anzeigenverluste haben SPIEGEL und Focus.\u00a0<\/strong><\/div>\n<h5><span style=\"color: #3366ff;\"><strong>Goldman-Sachs-Skandal in\u00a0<\/strong><strong>Gratis-Brosch\u00fcre ECO 2013 bei der ERSTEN \u00d6sterr. Sparkasse<\/strong><\/span><\/h5>\n<p>Als\u00a0unabh\u00e4ngiges Forum empfehlen wir diese Gratis-Brosch\u00fcre SEHR<strong>.\u00a0 <\/strong> Die Ausgabe 2013 bringt eine kritische\u00a0Zusammenfassung der Goldman Sachs Aff\u00e4re,\u00a0 wor\u00fcber\u00a0kaum irgendwer berichtete, eine wichtige Ausnahme war in\u00a0 ARTE der\u00a0Themenabend &#8222;Goldman Sachs. Eine Bank lenkt die Welt&#8220;. <strong><em>Dies grenzt an ein\u00a0Tabuthema<\/em><\/strong>. Nicht einmal \u00fcber Youtube ist der ARTE Film abrufbar. Basis daf\u00fcr ist das erwerbbare Taschen- Buch: Marc Roche, La Banque.\u00a0Comment Goldman Sachs dirige le monde, Albin Michel 2010.\u00a0Marc Roche war 20 Jahre Wirtschaftskorrespondent von\u00a0 <em>Le Monde<\/em> in London. Hingegen kam im &#8222;Standard&#8220; (6. Dez. 2012) der CEO von Goldman Sachs direkt zu Wort &#8211; in dem Gastkommentar: &#8222;Ein Businessplan f\u00fcr den Aufschwung Amerikas&#8220;. <strong>Darin\u00a0fand sich kein kritisches Wort zu dieser Bank, die eine sehr fragw\u00fcrdige Rolle nicht nur in der Griechenlandkrise spielte. \u00a0<\/strong> _<\/p>\n<h5><strong><em>Kurioses Lob von Goldman-Sachs.\u00a0 Ein Bankerportrait im \u201cStandard\u201d<\/em><\/strong><\/h5>\n<div>Die Wirtschaftsbeilage des \u201cStandard\u201d\u00a0 vom 13.\/14. Februar 2012 brachte eine gro\u00dfartige \u00dcbersicht zum weltweiten Geldkreislauf .\u00a0 Auch\u00a0 kritische Aussagen fanden sich wie:\u00a0 \u201eDer Finanzsektor frisst die \u00fcbrige Wirtschaft\u201c und ganze Staaten stehen an der Kippe, schreibt der Standard. Umso mehr irritiert dann das so liebensw\u00fcrdige Portrait des Bankers Gary Cohn mit dem Goldh\u00e4ndchen (Standard 16.2.2010), und mir stie\u00df das kuriose Besch\u00f6nigen der Mithilfe von Bilanzf\u00e4lschung in Griechenland ganz sch\u00f6n sauer auf. Von \u201ckreativer\u201d Finanz und Buchhaltung schreibt Frau Ruzicka anstelle von Betrugsbeihilfe. Und dann habe der Spitzenbanker, wo doch Ethik ohnedies keine Gr\u00f6\u00dfe in der internationalen Finanzwirtschaft ist, eine soziale Ader f\u00fcr New Yorker Kinder. Also diesen Leuten, die ganze Regionen zu destabilisieren suchen, h\u00e4ngen Sie ein moralisches M\u00e4ntelchen um. Wirklich kurios! Prof. MMag. Hans H\u00f6gl, Vereinigung f\u00fcr Medienkultur <span style=\"text-decoration: underline;\">Mein LESERBRIEF WURDE NICHT VER\u00d6FFENTLICHT<\/span>, aber ich erhielt eine pers\u00f6nliche Antwort: Danke f\u00fcr das Lob und Danke auch, dass sie uns Ihre Irritation mitteilen. Was den Kopf angeht: Der Betrugsvorwurf richtet sich an die griechische Seite, denn derart kreative Finanzoperationen werden auch von anderen L\u00e4ndern unternommen, \u00d6sterreich zum Beispiel. Der Unterschied zwischen Griechenland und \u00d6sterreich ist: Das Tauschgesch\u00e4ft wurde in \u00d6sterreich lt unserer Nachfragen ordentlich verbucht, in Athen nicht. Wir sehen es allerdings auch nicht als Auszeichnung f\u00fcr jemanden an, wenn er zum Kopf des Tages wird, deshalb w\u00fcrde ich aus der Wahl von Gary Cohn auch keine moralische Konsequenz ableiten. Der Mann war an diesem Tag einfach eine interessante Figur. Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen. Otto Ranftl. Leserbeauftragter Chef vom Dienst Der Standard Herr Ranftl geht auf den Kern des Leserbriefes nicht ein und verlagert die Verantwortung alleine auf die Griechen.\u00a0 Auch ein anderer Leserbriefschreiber wundert sich \u00fcber Bezeichnungen, die f\u00fcr Budgetf\u00e4lschungen mit der f\u00fcrstlich bezahlten Hilfe von Goldman Sachs Verwendung finden: Verschleiern, tarnen, kreative Buchf\u00fchrung, Tricksen, Verbergen, Geheim halten, Offenbarung des Schuldenproblems ersparen.\u00a0 (Leserbrief vom 17.2.2010).<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><span style=\"color: #3366ff;\"><strong>Eine Zeitung vergab einen leitenden Posten.<\/strong><\/span><\/h4>\n<p>Die Redakteure str\u00f6mten von Westen und Osten\u2026 Sie f\u00fcllten das ganze Gesch\u00e4ftslokal. (Die Zeitung pers\u00f6nlich war liberal.) Die Verlagsg\u00f6tter l\u00e4chelten im Chor \u2026 Dann trat der erste Bewerber hervor: Meine Herren, was braucht eine Zeitung von Fleisch und Blut? Sie braucht Mut. Ich klebe allen die Faust in die feige Miene! Ich bin ein L\u00f6we mit Schreibmaschine!\u00a0 Der Obergott sprach: Herr, wir brauchen keine L\u00f6wen in unserem Laden. Erstens bin ich selber mutig \u2013 Und zweitens kann Mut heutzutage nur schaden \u2026 Wir sind liberal, vastehnse?\u201d Da lachten die Herren im schaurigen Chor \u2026 <strong>Dann trat der zweite Bewerber vor: Meine Herren, eine gute Zeitung braucht erstmal: Gr\u00fctze. Die Klugheit ist ihre m\u00e4chtigste St\u00fctze. Ich schlage nicht blind und taub mit der Keule! Ich bin weise \u2026 Ich bin eine Presse-Eule!\u201d Der Obergott sprach: Herr, wir brauchen keine Eule in unserem Laden. Erstens bin ich selber allwissend \u2013 Und alles zu wissen kann heut nur schaden \u2026 Wir sind liberal, vastehnse?\u201d Da lachten die Herren im schaurigen Chor . <\/strong> <strong>Dann trat der dritte Bewerber vor: Was braucht eine Zeitung t\u00e4glich aufs Neue? Meine Herren, sie braucht: Treue. Ich bin weder L\u00f6we noch Eule \u2026 Meine Leitartikel gl\u00e4nzen nicht bunt. Aber ich diene dem Werke! Treu wie der Hund!\u201d Der Obergott sprach: Herr, wir brauchen keinen Hund in unserem Laden. Ein Hund bin ich selber \u2013 \u2013 \u2013 Und Treue kann heut dem Gesch\u00e4ft blo\u00df schaden \u2026 Wir sind liberal, vastehnse?\u201d Da lachten die Herren im schaurigen Chor \u2026 Dann trat der letzte Bewerber vor. Er sprach nur vier Worte: Ich kann mich drehn \u2026!\u201d <\/strong> <strong>Der Mann durfte sofort an die Arbeit gehn.\u00a0 <\/strong><strong>Alice Rotholz<\/strong><strong>__<\/strong> ___ <strong>\u00a0Was nicht in der Zeitung steht. Reinhard Mey\u00a0\u00a0 <\/strong> Text und Musik: Reinhard Mey. Dauer: 3 min 40 sec. <strong>Es geht in dieser Geschichte um einen h\u00e4ufigen Fall bez\u00fcglich des 8. Gebotes, aber\u00a0nicht nur um Ehrabschneidung und Rufsch\u00e4digung, sondern um\u00a0Rufmord.\u00a0\u00a0 <\/strong> Wie jeden Morgen war er p\u00fcnktlich dran, Seine Kollegen sah\u2019n ihn fragend an: \u201cSag mal, hast du noch nicht gesehn, was in der Zeitung steht?\u201d <strong>Er schloss die T\u00fcre hinter sich, H\u00e4ngte Hut und Mantel in den Schrank, fein s\u00e4uberlich, Setzte sich, \u201cna wolln wir erst mal sehn, was in der Zeitung steht!\u00bb Und da stand es fett auf Seite zwei: \u201cFinanzskandal!\u201d \u2013 sein Bild dabei \u00a0<\/strong> <strong>Und die Schlagzeile: \u201cWie lang das wohl so weitergeht?!\u201d Er las den Text, und ihm war sofort klar: Eine Verwechslung, nein, da war kein Wort \u2018von wahr, Aber, wie kann etwas erlogen sein, was in der Zeitung steht?<\/strong> <strong>Er starrte auf das Blatt, das vor ihm lag, Es traf ihn wie ein heimt\u00fcckischer Schlag, Wie ist es m\u00f6glich, dass so etwas in der Zeitung steht? Das Zimmer ringsherum begann sich zu drehn, Die Zeilen konnte er nur noch verschwommen sehn, Wie wehrt man sich nur gegen das, was in der Zeitung steht? Die Kollegen sagten: \u201cSteil dich einfach stur!\u201d <\/strong> <strong>Er taumelte zu seinem Chef \u00fcber die Flur: \u201cAber selbstverst\u00e4ndlich; dass jeder hier zu ihnen steht! Ich glaub\u2019, das beste ist, Sie spannen erst mal aus, Ein paar Tage Urlaub, bleiben Sie zu Haus\u2019, Sie wissen ja, die Leute glauben gleich alles, nur weil\u2019s in der Zeitung steht.?<\/strong> <strong>Er holte Hut und Mantel, wankte aus dem Raum, Nein, das war Wirklichkeit, das war kein b\u00f6ser Traum, Wer denkt sich so was aus, wie das, was in der Zeitung steht? Er rief den Fahrstuhl, stieg ein und gleich wieder aus, Nein, er ging doch wohl besser durch das Treppenhaus, Da w\u00fcrd\u2019 ihn keiner sehn, der w\u00fcsste, was in der Zeitung steht! \u00a0<\/strong> <strong>Er w\u00fcrde durch die Tiefgarage gehn, Er war zu Fu\u00df, der Pf\u00f6rtner w\u00fcrde ihn nicht sehn, Der wusste immer ganz genau, was in der Zeitung steht. Er stolperte die Wagenauffahrt rauf, Sah den R\u00fccken des Pf\u00f6rtners, das Tor war auf, das klebt wie Pech an dir, das wirst du nie mehr los, was in der Zeitung steht.<\/strong> <strong>Er eilte zur U-Bahn-Station, Jetzt w\u00fcssten es die Nachbarn schon, Jetzt war\u2019s im ganzen Ort herum, was in der Zeitung steht. Solang die Kinder in der Schule war\u2019n, Solang w\u00fcrden sie es vielleicht nicht erfahr\u2019n, Aber irgendwer hat ihnen l\u00e4ngst erz\u00e4hlt \u2013 was in der Zeitung steht. <\/strong> <strong>Er wich den Leuten auf dem Bahnsteig aus, ihm schien die Blicke aller richteten sich nur auf ihn, Der Mann im Kiosk da, der wusste Wort f\u00fcr Wort, was in der Zeitung steht. Wie eine Welle war\u2019s, die \u00fcber ihm zusammenschlug, Wie die Erl\u00f6sung kam der Vorortzug! Du wirst nie mehr ganz frei, das h\u00e4ngt dir ewig an, was in der Zeitung steht.<\/strong> <strong>\u201cWas woll\u2019n sie eigentlich?\u201d fragte der Redakteur, \u201cVerantwortung, Mann, wenn ich das schon h\u00f6r\u2019! Die Leute m\u00fcssen halt nicht alles glauben, nur weil\u2019s in der Zeitung steht! Na sch\u00f6n, so `ne Verwechslung kann schon mal passieren, Da kannst du noch so sorgf\u00e4ltig recherchieren, Mann, was glauben Sie, was Tag f\u00fcr Tag f\u00fcr\u2019n Unfug in der Zeitung steht!\u201d <\/strong> <strong>\u201cJa\u201d, sagte der Chef vom Dienst, \u201cdas ist wirklich zu dumm! Aber ehrlich, man bringt sich doch nicht gleich um, Nur weil mal aus Versehn was in der Zeitung steht.\u201d Die Gegendarstellung erschien am Abend schon, F\u00fcnf Zeilen, mit dem Bedauern der Redaktion, Aber Hand aufs Herz, wer liest, was so klein in der Zeitung steht?\u00a0<\/strong><\/p>\n<h5>No news is good news. Verweigerer politischer Infos<\/h5>\n<p>No news is good news. Leben ohne politische Information. Verweigerer und ihre Motive Drei von zehn Erwachsenen verweigern politische Information, sie blenden das Politische in Medien aus. Sie verschlie\u00dfen die Augen vor Politik, \u00fcberbl\u00e4ttern den Politikteil in Zeitungen und sind f\u00fcr die wohl temperierten Botschaften aus Parteizentralen\u00a0 nicht empf\u00e4nglich. Wer sind diese Verweigerer, was und warum verweigern sie politische Medieninhalte? Dies ist Thema einer Studie von Nina Werlberger, dargelegt im Buch: \u201eVerweigerer. Leben ohne Politik\u201c. Innsbruck 2010. Studienverlag. Das Untersuchungsfeld ist Nordtirol: Eine Befragung von 501\u00a0 Tirolerinnen und Tirolern, erg\u00e4nzt durch Tiefeninterviews und abgerundet durch Positionen von den Medienprofis\u00a0 Armin Wolf und Michael Fleischhacker und Forschern. \u201eVerweigerer\u201c sind hier jene, die dazu neigen, weithin politische Medieninformation zu meiden (p. 41), und zwar internationale, nationale (\u00d6sterreich), regionale (Tirol) und lokale Politikberichte. \u00c4hnliches ber\u00fchrt\u00a0 politische Verdrossenheit und Teilnahmslosigkeit (Apathie). Wer sind die Verweigerer? Etwa ein Drittel der\u00a0 Leute (30 %)\u00a0 ab 15\u00a0\u00a0 Jahren entziehen sich der politischen Information, sie sind \u201egar nicht\u201c oder \u201eweniger\u201c an Politik interessiert. Die Motive sind sehr unterschiedlich. Drei Viertel aller Verweigerer halten politische Medienberichte als nicht glaubw\u00fcrdig.\u00a0 F\u00fcr sieben von zehn Befragten sind politische Nachrichten zu negativ. Der Faktor Bildung ist kaum entscheidend f\u00fcr die Verweigerung von Politiknachrichten. Auch die Parteipr\u00e4ferenzen sind nicht wesentlich.\u00a0\u00a0 Verweiger\u00a0 k\u00f6nnen sowohl hochpolitische Ideologen\u00a0 wie im Grunde apolitische Stammw\u00e4hler\u00a0 sein, ihre ablehnende Haltung reicht \u00fcber jegliche Ideologie hinaus. Internationale Politik-Berichte sto\u00dfen am meisten ab. Stellungnahme: K\u00fcrzlich wurde im Concordia-Presseclub in Wien kritisiert, dass der ORF die Beitr\u00e4ge f\u00fcr das \u201eWeltjournal\u201c nur noch einkauft, also bei qualifizierten internationalen\u00a0 Berichten spart. Und dies, obwohl \u00d6sterreich wirtschaftlich und politisch international stark vernetzt ist. Zur Verweigerung wegen zu gro\u00dfer Negativit\u00e4t:\u00a0 Dies ist ein reelles Problem. Aber es ist auch eine schizophrene Einstellung argumentiert der renommierte ORF-Journalist und Politikwissenschafter Dr. Armin Wolf.\u00a0 Dass die Leute Konflikte nicht wollen, ist intellektualisiert und rationalisiert. Die Leute wollen sehen, wie der Held den Konflikt bew\u00e4ltigt. Auch die Glaubw\u00fcrdigkeit der Medien kann nicht leichthin abgetan werden. Aber es zeigt sich, dass sich medienkritisch geb\u00e4rdende Personen\u00a0 viele Medieninhalte f\u00fcr bare M\u00fcnze nehmen und \u00fcber wenig Medienkompetenz verf\u00fcgen. Und nachdenklich stimmt, dass die Mehrheit der Menschen sich vorhandenen qualitativen Medien nicht zuwendet. Zur Aussage:\u00a0 Sich nicht f\u00fcr Politik interessieren, sei v\u00f6llig rational, schrieb Anthony Downs vor 50 Jahren im Buch \u201eDie \u00f6konomische Theorie der Demokratie\u201c. Die Information, die sie brauchen w\u00fcrden, sich qualifiziert eine Meinung zu bilden, k\u00f6nnen sie sich in einem vern\u00fcnftigen Zeitraum nicht beschaffen (p. 32). Aber wir entkommen der Politik nicht. Wir sind von ihr\u00a0 entscheidend\u00a0gepr\u00e4gt ist. Selbst jene, die Vorg\u00e4nge im \u00f6ffentlichen Leben nur unzureichend erfassen, entwickeln eine\u00a0 Intuition daf\u00fcr,\u00a0 k\u00f6nnen gut informierte Personen in ihrer Umgebung um Rat fragen (\u201eOpinion-Leader-Forschung) und sich auf diese Weise\u00a0 sich wenigstens bei Wahlen einbringen. Resum\u00e9 und Stellungnahme:\u00a0 Prof. Dr. Hans H\u00f6gl<\/p>\n<h5>ARD mit gr\u00f6\u00dfter Meinungsmacht<\/h5>\n<p><strong>ARD, Bertelsmann, Axel Springer, ProSiebenSat.1 sowie das ZDF verf\u00fcgen \u00fcber rund 60 Prozent der Meinungsmacht in Deutschland und pr\u00e4gen die Meinungsbildung durch Medien. Dies geht aus dem MedienVielfaltsMonitor f\u00fcr das 1. Halbjahr 2013 hervor, den die Bayerische Landeszentrale f\u00fcr neue Medien (BLM) entwickelt hat. Gr\u00f6\u00dfte Meinungsmacht hat die ARD.<\/strong><\/p>\n<div>\n<div>\n<div>Nach diesem Index verteilt sich der Anteil der Meinungsbildung in dieser Spitzengruppe: Die ARD erreicht 22,6 Prozent, gefolgt von Bertelsmann mit 13,3 Prozent, Axel Springer mit 9,0 Prozent, ProSiebenSat.1 mit 7,8 Prozent sowie das ZDF mit 7,2 Prozent Anteil an der Meinungsbildung in Deutschland. Zusammen genommen halten die \u00d6ffentlich-Rechtlichen einen Anteil von rund 30 Prozent am Meinungsmarkt.<\/div>\n<div>Laut BLM waren die gravierendsten Verschiebungen im ersten Halbjahr 2013 der Anstieg um 0,8 Prozent beim Bauer-Verlag, der R\u00fcckgang der Anteile von ProSiebenSat.1 um 1,1 Prozent und bei Bertelsmann um 0,9 Prozent.<\/div>\n<div>Grundlage f\u00fcr den MedienVielfaltsMonitor ist die repr\u00e4sentative Studie \u201eRelevanz der Medien f\u00fcr die Meinungsbildung\u201c, welche die BLM im zweij\u00e4hrigen Turnus von TNS Infratest durchf\u00fchren l\u00e4sst. Die Studie ermittelt, welche Gewichte die Mediengattungen Tageszeitungen, Zeitschriften, Radio, TV und Internet f\u00fcr die Meinungsbildung der Deutschen haben, wenn diese sich \u201e\u00fcber das Zeitgeschehen in Politik, Wirtschaft und Kultur aus Deutschland und aller Welt informieren\u201c wollen.<\/div>\n<div>\u00a0Hier der vollst\u00e4ndige Artikel: <a href=\"http:\/\/www.mebucom.de\/news-detail\/items\/studie-zu-meinungsmacht-und-medienkonzentration.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.mebucom.de\/news-<wbr \/>detail\/items\/studie-zu-<wbr \/>meinungsmacht-und-<wbr \/>medienkonzentration.html<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<wbr \/>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Quelle: <a href=\"http:\/\/mebucom.de\/\" target=\"_blank\">mebucom.de<\/a>\u00a0 Dank an Knut Ogris f\u00fcr den Hinweis<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<h5><strong><em>Nahost-Reporter Karim El-Gawhary\u00a0 kritisiert Wanderzirkus und Orientalismus westlicher Medien.\u00a0 Rolle sozialer Medien<\/em><\/strong><\/h5>\n<p>Wie passen Qualit\u00e4t und Betroffenheit im Journalismus zusammen? Was macht einen guten Korrespondenten aus? Thema des Abends im Caf\u00e9 Landtmann war das Selbstverst\u00e4ndnis des ORF- Korrespondenten Karim El- Gawhary. Er ist Sohn eines \u00e4gyptischen Vaters und einer deutschen Mutter und studierte an der FU Berlin Islamwissenschaften und Politik. Der Reporter berichtet von Menschen, wie sie mit ihrem Leben in Kairo, Beirut und Bagdad zu Rande\u00a0 kommen.\u00a0 Das sind Worte im Klappentext seines Buches: Alltag auf Arabisch, Wien 2008. El-Gawhary\u00a0 stellt seine Erfahrungen so dar, dass der Zuh\u00f6rer sich fragt, wie w\u00fcrde\u00a0\u00a0 i c h\u00a0\u00a0 mich als \u00d6sterreicher in dieser Situation\u00a0 verhalten? Er schildert best\u00fcrzende und uns\u00a0 auch widerspr\u00fcchlich erscheinende Lebensschicksale, so eine 20-j\u00e4hrige, die verwundet ist, sie schoss im Sinne Gaddafis auf Menschen und weinte, als sie gefragt wurde, wie ihr Leben nun weiter geht. Oder eine andere 20-j\u00e4hrige Studentin, die aus Lybien fl\u00fcchtete, ihr Studium nicht fortsetzten kann und so viel Schreckliches erfuhr, dass\u00a0 sie sich zwanzig Jahre \u00e4lter f\u00fchlt. Im Fernsehen kann dar\u00fcber bestenfalls ganz kurz und ungen\u00fcgend berichtet werden. Das zeigt sich auch bei Autobomben. Da explodiert eine und zweihundert Meter entfernt, gehen die Leute wie vorher\u00a0 in den Markt. Gezeigt werden die Folgen der Autobombe, aber nie,\u00a0 dass es rundherum ruhig ist und das Leben seinen bisherigen Gang geht. Daf\u00fcr r\u00e4umt das Fernsehen keine Sekunde ein und dadurch entstehen im Zuschauer von diesen L\u00e4ndern v\u00f6llig einseitig Vorstellungen. Die Organisation der Medienwelt bietet zu wenig Raum und Zeit, um Verh\u00e4ltnisse ausreichend darzustellen.\u00a0 Journalisten sehen diese Schwachstellen und eine Mitarbeiterin des Corcordia-Presseklub erw\u00e4hnte, da sitzen 24-j\u00e4hrige TV\u2014Sendleiter und Nicht-Journalisten an den Hebeln und legen die Dauer f\u00fcr eine Sendung fest. Guter Journalismus zeigt bunte Erfahrungen der arabischen Menschen, w\u00e4hrend der Westen nur arabische Massen und keine Individuen\u00a0 kennt. F\u00fcr El-Gawhary\u00a0 ist Krieg nicht die genaue Zahl von Toten wie in Agenturmeldungen. Diese Sicht auf die in Konflikten und Aufst\u00e4nden verwickelten Menschen ist eher selten im Journalismus, denn die Opfer werden meist nur als anonyme Zahlen pr\u00e4sentiert. Und meisten nur westliche Opfer. Dieser Ansatz erweckt kritische Fragen, ob nicht dadurch Gesamtanalysen zu kurz kommen und ausgeblendet werden. Jedenfalls zeigt der Reporter auf seiner Webseite, wie er journalistisch arbeitet. Das findet sich ansonsten nicht. K. El-G. kritisierte den journalistischen Wanderzirkus. Die Medien haben keine Geduld mit Prozessen. Und so fallen Konflikte vom Himmel. Die Spannungen im Nahen Osten bauten sich seit Langem auf. Es gibt einen <span style=\"text-decoration: underline;\">Echtzeit-Wahnsinn<\/span>. Das zeigte sich bei den Anschl\u00e4gen in Norwegen. Weil man nicht sofort um die Hintergr\u00fcnde\u00a0 Bescheid wusste, holte man rasch islamistische Terrorspezialisten, sie wussten nicht, was passiert ist, sprachen aber dann 2 \u2013 3 Stunden \u00fcber islamischen Terror.\u00a0 Das war ein Medien-Supergau. \u201e<span style=\"text-decoration: underline;\">Wenn etwas passiert, so geht es mir, soll ich st\u00e4ndig berichten, selbst wenn ich mich nur auf der Einfahrtsstra\u00dfe nach Tunis befinde\u201c.<\/span> Es w\u00e4re gut f\u00fcr den Journalismus, durchzuatmen, bevor etwas mitgeteilt wird. Hier wird aber auch die Konkurrenz zu den Sozialen, neuen Medien wie Twitter gesehen. Dessen Kritik am Orientalismus: <span style=\"text-decoration: underline;\">Der Westen hat seit Jahrhunderten die Neigung \u2013 auch die Wissenschaft \u2013 dem Westen den Osten gegen\u00fcberzustellen und sieht die \u00c4hnlichkeiten nicht. Europa konstruierte immer ein Gegenkonzept.<\/span> In diesem Sinne sprach er sich auch dagegen aus, dass westliche Kr\u00e4fte den arabischen Fr\u00fchling inszeniert h\u00e4tten. Die Rede war von den serbischen Kreisen (davon war im ORF-Weltjournal die Rede). Immer wieder gibt es eine Neigung, als h\u00e4tte der Westen den arabischen Fr\u00fchling inszeniert. Selbst wenn es westliche Interessen gibt. Dies kam von den Menschen selbst. Zum Thema Arabischkenntnisse der Korrespondenten: . Dies ist\u00a0 besser geworden. Vor 20 Jahren konnte ein deutscher Korrespondent kein Arabisch und Frauen als Journalistinnen gab es auch nicht. Das hat sich ge\u00e4ndert. Karim El-Gawhary sieht viel\u00a0 lebendiges \u00e4gyptisches Fernsehen. Selbst f\u00fcr ihn ist es schwierig,\u00a0 z.B. die Alltagssprache in Marokko zu verstehen oder in Algerien. Das Algerische enth\u00e4lt sehr viele Worte aus den Berbersprachen und dem Franz\u00f6sischen. Im \u00dcbrigen: Er liest keine deutschsprachigen Zeitungen und kann nicht Franz\u00f6sisch. In Damaskus war er zuletzt vor zwei Jahren. Seine Stellungnahme zu sozialen Medien. Die Funktion von Twitter\u00a0 mit den Kurznachrichten ist f\u00fcr ihn wertvoll als Fr\u00fchwarnsystem. Er pr\u00fcft solche Meldungen auf den Wahrheitsgehalt und Verl\u00e4sslichkeit und kann schnell Trends wahrnehmen, schneller als durch Agenturmeldungen. Im Facebook sieht er eher Raum f\u00fcr Diskussionen. Und es gibt \u00e4gyptische Institutionen, Beh\u00f6rden, die keine Pressekonferenzen mehr geben, sondern ihre Stellungnahmen per Facebook mitteilen. Veranstalter: Concordia Presse Club Wien, 14. M\u00e4rz 2012.<\/p>\n<h5>Es muss krachen u. brennen bis Medien aufwachen.\u00a0 Zum Arabischen Fr\u00fchling<\/h5>\n<p>Medien sollen nicht nur\u00a0 auf\u00a0 Machthaber zu starren, sondern auch auf leise Stimmen\u00a0achten \u2013 auf B\u00fcrger, NGOs, Oppositionelle und Intellektuelle.\u00a0 Selten h\u00f6ren sie auf Sorgen der\u00a0 kleinen Leuten,\u00a0\u00a0 z.B.\u00a0 auf so\u00a0 Gew\u00f6hnliches\u00a0 wie Brotpreise. Medien u. westliche Politik verschliefen die unhaltbaren Zust\u00e4nde der breiten Bev\u00f6lkerung\u00a0in Nordafrika. Journalisten und Publikum interessieren sich in der Regel f\u00fcr Prominente und selten f\u00fcr das\u00a0 geduldig ertragene Leid ganzer V\u00f6lker. Europa (Frankreich!) und die USA haben die autokratischen Regimes in Nordafrika unterst\u00fctzt. Seit der Revolte in Tunesien sei damit Schluss. Sch\u00f6n..warum nicht fr\u00fcher? Arabische Menschen haben eine gutes Ged\u00e4chtnis. Leserbrief an die Wiener Zeitung von\u00a0 Hans H\u00f6gl, Pr\u00e4sident der Vereinigung f\u00fcr Medienkultur<\/p>\n<h5>Agenda Setting durch Medien<\/h5>\n<div>Medien geben die Themen vor, wor\u00fcber\u00a0in M e d i e n\u00a0 diskutiert wird.\u00a0Dies ist ver\u00f6ffentlichte Meinung, sie wird f\u00e4schlicherweise\u00a0\u00a0 \u00f6ffentliche Meinung genannt.\u00a0\u00a0Was wirklich die Bev\u00f6lkerung am Leib erf\u00e4hrt, kommt oft oder zu sp\u00e4t\u00a0 zu Wort.<\/div>\n<div>So\u00a0erfuhren wir im Mai 2013 in der Abteilung Public Value des ORF:<\/div>\n<div>\n<div><span style=\"text-decoration: underline;\"><em>&#8222;Das,\u00a0was die Leute denken, \u00a0ist oft meilenweit davon entfernt, was\u00a0 sogenannte \u00f6ffentliche Meinung ist<\/em><\/span>.&#8220;<\/div>\n<div>Leserbriefe werden in der Regel dann publiziert, wenn sie auf einen Artikel in der Zeitung\u00a0Bezug nehmen. Das ist bedauerlich. &#8212;-Medien sollten offen sein f\u00fcr alle\u00a0Meinungs\u00e4u\u00dferungen, <span style=\"text-decoration: underline;\">wie es lobenswert Praxis der\u00a0&#8222;Salzburger Nachrichten&#8220; ist.<\/span><\/div>\n<\/div>\n<div><\/div>\n<h5><span style=\"color: #3366ff;\"><strong><em>TOD \u2013 SICHERSTE\u00a0 STRASSEN: VERGLEICH FLUGZEUGABST\u00dcRZE<\/em><\/strong><\/span><\/h5>\n<div>Welch` einen Medienwirbel gibt es bei einem Flugzeugabsturz! Ja, das ist\u00a0erschreckend und best\u00fcrzend.<\/div>\n<div>Aber dass es <span style=\"text-decoration: underline;\">in der EU auf ihren Stra\u00dfen im Jahr <\/span>2008 insgesamt<\/div>\n<div><span style=\"text-decoration: underline;\">39.000 Verkehrstote<\/span> gab wird in der Neuen Z\u00fcrcher ( 23. Juni 2009, p.7) <span style=\"text-decoration: underline;\">unter \u201eVermischtes so nebenbei erw\u00e4hnt<\/span>.<\/div>\n<div>Dies seien 15 400 Verkehrstote weniger als noch 2001. \u00fc = wir kontrollierten die Daten nochmals.<\/div>\n<div>Die gef\u00e4hrlichsten L\u00e4nder sind Bulgarien, Lettland, Griechenland, Rum\u00e4nien, Polen, wo es fast 150 Verkehrstote j\u00e4hrlich pro einer Million Einwohner gibt.\u00a0 Am sichersten in der EU sind die Stra\u00dfen in Schweden, den Niederlanden und Gro\u00dfbritannien.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>\n<h5><strong>Schul-Beispiel &#8211;\u00a0Zweckl\u00fcgen mit Zahlen: Gut f\u00fcr Inseratenkeiler\u00a0 <\/strong><\/h5>\n<\/div>\n<div>\u00d6sterreichische Ministerien inserierten riesige Summen im politisch gef\u00e4lligen Boulevard. Und dann schreibt\u00a0der Boulevard liebensw\u00fcrdig \u00fcber Anliegen von Ministerien. Und so wahr m\u00fcssen dann Zahlen nicht sein.<\/div>\n<div>Hier gemeint sind\u00a0Gesch\u00e4fts- und pers\u00f6nlichen Bez\u00fcge von\u00a0 \u201cKrone\u201d und \u201cHeute\u201d und von \u201c\u00d6sterreich\u201d zur einer Partei&#8230;Folgendes ist ein Exempel f\u00fcr Grunds\u00e4tzliches. Das Konkrete wird eines Tages beil\u00e4ufig.<\/div>\n<div>Die\u00a0Zeitung \u201cHeute\u201d schrieb f\u00e4lschlicherweise: Die H\u00e4lfte der Lehrer kommt zum Unterricht zu sp\u00e4t.\u00a0Unser sehr kurzer Leserbrief wurde nicht abgedruckt. Er lautete: Falsche Zahlen Es ist r\u00e4tselhaft, wie \u201cHeute\u201d zu ihren Zahlen kommt:<\/div>\n<div>Laut der *OECD- Lehrerstudie <span style=\"text-decoration: underline;\">kommen 8 % der Lehrer\/innen an den Schulen zu* *sp\u00e4t<\/span>, das w\u00e4re jede\/r 12, &#8222;Heute&#8220; macht daraus jeden Zweiten (19. Mai\u00a02010) und am n\u00e4chsten Tag lie\u00df das Blatt nicht locker und sprach von einer\u00a0 \u201cSchw\u00e4nzer-Studie\u201d. \u201c49 Prozent der P\u00e4dagogen kommen zu sp\u00e4t zum Unterricht, 58 % lassen Stunden ausfallen, 14 % sind schlecht vorbereitet.<\/div>\n<div><span style=\"text-decoration: underline;\">Hintergrundinformation:\u00a0 Studien kosten Geld, daran wird verdient, sie werden in Auftrag gegeben. <\/span><\/div>\n<div><span style=\"text-decoration: underline;\">Leider lassen sich\u00a0 e i n z e l n e\u00a0 Meinungs&#8220;forschungs&#8220;- Institute kaufen und widersprechen nicht, wenn der Auftraggeber\u00a0( Z.B. ein Ministerium oder Partei) <\/span><span style=\"text-decoration: underline;\">andere Ergebnisse publiziert,\u00a0 als die eigentliche Studie ergab<\/span>. Abgesehen davon, was und was nicht publiziert wird.<\/div>\n<div><strong>So wies\u00a0eine Publizistikstudierende den Meinungsforscher Dr. Karmasin (Gallupinstitut) zurecht; denn\u00a0das Magazin \u00a0\u201cNews\u201d brachte andere Zahlen, \u00a0als\u00a0in der urspr\u00fcnglichen Gallup-Studie gegeben war<\/strong>.<\/div>\n<div><span style=\"text-decoration: underline;\">Also die Auftrag- und Geldgeber von Studien ver\u00e4ndern fallweise Ergebnisse, wenn es ihnen passt.\u00a0 <\/span><\/div>\n<div>Und die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der Meinungsforschung wie im obigen Fall, h\u00fctet sich, die publizierten Daten zu korrigieren &#8211; und zwar im Blick auf den n\u00e4chsten Auftrag.<\/div>\n<div>Tatsache ist, dass das KRONE- Konkurrenzblatt \u201c\u00d6sterreich\u201d auch vor einiger Zeit die Lehrer Faulpelze nannte und <span style=\"text-decoration: underline;\">von *Frau Minister riesige PR-Auftr\u00e4ge bekam, als die Ministerin die Arbeitszeit der Lehrenden um ein paar Stunden ausdehnen wollte<\/span>.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Umgekehrt kann es\u00a0<strong>Negativberichte, wenn\u00a0keine Inserate bezahlt\u00a0 werden. Ein unglaublicher Unfug!<\/strong><\/div>\n<div><\/div>\n<div>\n<div>\n<h2>\u00a0Pentagon n\u00fctzt Hollywood. Gr\u00fcnder von Hollywood.<\/h2>\n<h5>Eine Analyse von Verena Franke zum Arte-Themenabend \u201cKriegsspiele\u201d von Filmindustrie und US-Regierung. Wiener Zeitung vom 27. Oktober 2006.\u00a0 <a title=\"Vollst\u00e4ndiger Artikel (pdf)\" href=\"http:\/\/www.medienkultur.at\/archiv\/Hollywood%20und%20das%20Pentagon.pdf\" target=\"_blank\">Vollst\u00e4ndiger Artikel (pdf)<\/a><\/h5>\n<\/div>\n<\/div>\n<div><\/div>\n<h5><strong><em>Mit Exzessen durch das Zeitalter der Langweile<\/em><\/strong><\/h5>\n<div>\u00a0Normal ist fad u. langweilig. Der Trend der Zeit: schriller, schr\u00e4ger, aufregender, verr\u00fcckter, brutaler.\u00a0Auffallen um jeden Preis. Das Zeitalter der Ma\u00dflosigkeit ist angebrochen. Je extremer, desto besser. Und dies macht vor nichts halt. &#8230;<\/div>\n<div>Ein besonderes Extrem sind die uns \u00fcberschwemmenden TV &#8211; Talkshows. Eine Auflistung von Themen: Eine Frau mit 11 Kindern und einer Enkelin; eine Aids-Kranke, die den Mann heiratete, der sie infizierte; eine Wienerin, die schon 9 mal verheiratet war; ein Ma\u00dfkondomschneider; eine Kinderg\u00e4rtnerin mit einem Buch \u00fcber ihren schwulen Sohn; Unzucht mit Kindern; Stripteasetanzen; Vergewaltigung und Nacktskifahren.<\/div>\n<div>Also alles Themen im ORF, die irgendwie mit Fortpflanzung zu tun haben.<\/div>\n<div>Die Konkurrenz mit Privatsendern ist hart\u2026.Warum plaudern Leute intimste Dinge aus?\u00a0Schlimm bei solchen Talkshows ist die Herzlosigkeit; es z\u00e4hlt nicht, ob ein Auftritt w\u00fcrdig ist, sondern ob er applausw\u00fcrdig ist.<\/div>\n<div>Die Leere in den K\u00f6pfen und der Gef\u00fchlswelt muss gef\u00fcllt werden.<\/div>\n<div>Egal wie, schrieb\u00a0 die Studentin und k\u00fcnftige Lehrerin <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Christa Szupper<\/span> <\/strong>in einer Seminarbeit.<\/div>\n<div>__<\/div>\n<div>\n<h5><span style=\"color: #3366ff;\"><strong>FINANZKRISE\u00a0VON MEDIEN VERSCHLAFEN\u00a0<\/strong><\/span><\/h5>\n<\/div>\n<div>\n<h6>\u00a0\u00a0Sehr vereinzelt gab es Fr\u00fchwarner\u00a0zur Finanzwelt. Lesen wir die tr\u00f6stenden Worte von\u00a0Medienleuten..in der &#8222;S\u00fcddeutschen&#8220;. Ein Resum\u00e9.<\/h6>\n<div>Reporter haben vor\u00a0Gefahren rechtzeitig gewarnt, sich aber dann, als nichts passierte, anderen Themen gewidmet. Wenn der Himmel strahlend blau ist, wirkt jeder, der vor einer Hochwasserkatastrophe warnt, ein wenig l\u00e4cherlich.<\/div>\n<div>Vor Missbr\u00e4uchen auf den Finanzm\u00e4rkten warnte \u00a0schon um 2002 Gretchen Morgenson, ehemalige B\u00f6rsenmaklerin und Finanz-Kolumnistin der New York Times. Doch sie erfuhr <span style=\"text-decoration: underline;\">Widerstand in der\u00a0Redaktion und sei\u00a0gelegentlich bel\u00e4chelt worden:<\/span> \u201cEs war eher so, dass man sagte: Ach&#8216; \u00a0du wieder, du siehst das Glas immer halb leer.\u201d<\/div>\n<div>Dean Starkman erkl\u00e4rt\u00a0das langsame Verstummen der Kritik anders:\u00a0 Er war selbst bis 2005 Reporter des <em>Wall Street Journal <\/em>und beobachtete einen \u201ctiefgreifenden Wandel der Kultur\u201d in den Finanzredaktionen:<\/div>\n<div>\u201cMan hat den <span style=\"text-decoration: underline;\">investigativen Journalismus vernachl\u00e4ssigt zugunsten des Versuchs, m\u00f6glichst viele Exklusivgeschichten zu bringen.\u201d<\/span><\/div>\n<div>Wer exklusive Firmennachrichten haben will, brauche Zugang zum Management und sei deshalb*weniger geneigt, unbequeme Geschichten zu ver\u00f6ffentlichen*.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>\u201cEr wird nicht gerne die Br\u00fccken zu seiner n\u00e4chsten Geschichte abbrennen.\u201d<\/div>\n<div>Gretchen Morgenson versucht daher gar nicht erst, f\u00fcr ihre Geschichten bei den\u00a0Chefs selbst zu recherchieren. \u201cDie sind von Ja-Sagern umgeben und schlagen zur\u00fcck, wenn sie kritisiert werden.\u201d Fatal ist bei der Presse\u00a0 die \u201cVerherrlichung\u201d der Unternehmenslenker.<\/div>\n<div>Und nicht zu vergessen: die Medienkrise. Den amerikanischen Zeitungen laufen Leser und Anzeigenkunden davon. Im Internet wird kein Geld verdient. Der Wirtschaftsjournalismus hat nicht nur ein Glaubw\u00fcrdigkeitsproblem, er ist auch aus \u00f6konomischer Not auf dem R\u00fcckzug.<\/div>\n<div>Das Problem sind die Fakten Auch sonst ist das Problem der Wahrheitsfindung nicht unbedingt einfacher geworden. Heute wird nicht mehr in den Banken \u00fcber die Zukunft entschieden, sondern in den Regierungen&#8230;.<\/div>\n<div>Und Politiker sind als Informationsgeber nicht minder problematisch als Bankchefs&#8230;. \u201cObama redet zwar immer von einer transparenten Regierung, aber wenn es konkret wird, hei\u00dft es: Radio Schweigen.\u201d<\/div>\n<div><span style=\"text-decoration: underline;\">Woran es fehlte, war eine konstante, hartn\u00e4ckige Berichterstattung \u00fcber die Entwicklung der Finanzm\u00e4rkte, vermutlich auch ein Mangel an Verst\u00e4ndlichkeit und Detailgenauigkeit. <\/span><\/div>\n<div>Immerhin: Die &#8222;S\u00fcddeutsche Zeitung&#8220;\u00a0\u00a0er\u00f6rterte Hintergr\u00fcnde f\u00fcr das Versagen des\u00a0Wirtschaftsjournalismus am 19. Juni 2009:. &#8222;Gefahr der Verherrlichung. Journalismus in der Krise \u2013 Fakten z\u00e4hlen&#8220;.<\/div>\n<div>Nachwort von H. H\u00f6gl: Nach dem Bankenkrach und dem Ruf nach staatlicher Kontrolle der internationalen Finanzm\u00e4rkte sehen sich die Anliegen von ATTAC im h\u00f6chsten Ausma\u00df best\u00e4tigt<\/div>\n<\/div>\n<div>Ich war auf der Attac-Sommerwoche in Steyr im Juli 2008 und im kleinen Kreis schwindelte mir fast vor der Unheimlichkeit der Finanzfakten, von denen gesprochen wurde, Zur sonst recht angesehenen Wiener Tageszeitung \u201cDie PRESSE\u201d: Anstelle sich mit finanziellen Sachargumenten zur Attac-Sommerwoche zu befassen u. eventuelle solche Argumente zu widerlegen, fand DIE PRESSE eine andere Form der Ablenkung. 1. Erst am vorletzten Tag nahm sie Notiz von der Sommertagung und 2. machte sich sich \u00fcber Yoga-\u00dcbungen von Herrn Felber lustig. Von Sachargumenten keine Spur.<\/div>\n<div>Hier waren viele j\u00fcngere Menschen, die sich politisch engagieren. Warum freut man sich nicht prinzipiell dar\u00fcber und wenn es Gegenargumente gibt, dann kann man sich ja damit auseinandersetzten.<\/div>\n<div>Aber das w\u00fcrde schon bedeuten, dass man den jungen Leuten Vernunft zugesteht. Wie soll dies damit gehen, wenn schon 16-j\u00e4hrige w\u00e4hlen. Der Argumentationstypus der \u201cPresse\u201d ist gel\u00e4ufig in Ost\u00f6sterreich: Emotional Personen oder Sachverhalte negativ zu punzieren, anstelle sachlich zu argumentieren.<\/div>\n<div>__<\/div>\n<h5>Kriterien\u00a0 journalistischer Qualit\u00e4t<\/h5>\n<p><strong>Udo Bachmair<\/strong>\u00a0 (Bekannter ORF-Journalist und TV-Moderator)\u00a0 referierte glaubw\u00fcrdig \u00fcber Kriterien journalistischer Qualit\u00e4t und nannte verst\u00e4ndliche, reichhaltige Sprache, gute Recherche, Trennung von Nachricht und Kommentar, faire und kompetente Kommentierung eines Sachverhalts, breites Gesamtbild der Welt, origin\u00e4r geschaffenes Material und Unabh\u00e4ngigkeit. Ferne Vielfalt, Relevanz, Professionalit\u00e4t (Objektivit\u00e4t) und Messbarkeit. Durch die Faktoren Zeit und Geld bleibt seri\u00f6se, sorgsame Berichterstattung auf der Strecke. Eine tiefsch\u00fcrfende, jahrelange Recherche wie jene von Alfred Worm im AKH-Skandal f\u00fcr das Profil gibt es heute nicht mehr. Der Tagesjournalismus ist zu sehr von der Dominanz der angels\u00e4chsischen\u00a0 Agenturen abh\u00e4ngig. (<em>Udo Bachmair ORF Journale 2006-01-11<\/em>) ______________________<\/p>\n<h5><b>Von den Medien und von der Kultur<\/b><\/h5>\n<p><b>Dr. Georg Zakrajsek <\/b>(Jahrgang 1939) war Notar in Wien und lange Zeit Marketing- und Medienreferent sowie Pressesprecher der \u00d6sterreichischen Notariatskammer. An der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt hat er 35 Jahr lang Urheberrecht, Medien- und Verlagsrecht unterrichtet. Heute ist er freischaffender Publizist und Vizepr\u00e4sident des Vereins f\u00fcr Medienkultur<b>.<\/b> <b><i>&#8222;Einst hatte das Journal soviel Geist wie jene, die es schrieben. Heute hat es soviel Geist, wie jene, die es lesen &#8211; Kinder das ist ein furchtbarer Unterschied!&#8220;<\/i><\/b> Roda Roda, hat das vor etwa hundert Jahren geschrieben. Viele seiner Geschichten waren von einer seltsamen Prophetie. Bei den &#8222;Journalen&#8220; hat er allerdings nicht ganz recht gehabt &#8211; es ist n\u00e4mlich noch schlechter geworden. Die Journale, also die Medien, haben n\u00e4mlich heute l\u00e4ngst wieder den Geist derer, die sie schreiben und das ist wirklich ganz furchtbar. Denn heute haben die Leser der \u201eJournale\u201c in der Regel mehr Geist als die Schreiberlinge. Der &#8222;Geist&#8220; unserer Medien k\u00f6nnte uns nat\u00fcrlich v\u00f6llig gleichg\u00fcltig sein. Die Medienfreiheit ist ja keine Einbahnstra\u00dfe: Der Freiheit, den gr\u00f6\u00dften Unsinn zu publizieren, steht die Freiheit, diesen Unsinn nicht zu konsumieren, gegen\u00fcber. Dennoch &#8211; Ignorieren und Schweigen sind wirklich keine Rezepte gegen eine Entwicklung, die nicht nur unsere Demokratie, sondern unsere ganze Gesellschaftsordnung gef\u00e4hrdet. Tats\u00e4chlich sind gute, verantwortungsvolle und anst\u00e4ndig gemachte Medien f\u00fcr den demokratischen Rechtsstaat unverzichtbar. Die &#8222;Vierte Gewalt&#8220; ist ja nicht nur ein Schlagwort &#8211; ohne mediale \u00d6ffentlichkeit k\u00f6nnen moderne Demokratien nicht funktionieren. Funktionieren auch nicht wie man sieht. Also geht der qualitative Absturz, der unseren Medien in den letzten Jahren zugesto\u00dfen ist, nicht nur den entt\u00e4uschten Leser etwas an &#8211; unsere ganze Gesellschaft wird davon in Mitleidenschaft gezogen. Man sieht das tagt\u00e4glich. Es hat sich viel in den letzten Jahren ge\u00e4ndert: die Art wie Medien produziert werden, die Art, wie man Journalisten ausbildet, die Art, wie man mit der Wahrheit umgeht und schlie\u00dflich die wirtschaftlichen Bedingungen, unter denen man in den Redaktionen arbeitet. Alle diese Umst\u00e4nde haben ihre Wirkung gehabt. * Die technische Herstellung erfolgt ohne Korrekturfilter. Die Journalisten schreiben mehr oder weniger direkt in das Blatt. Seit vielen Jahren gibt es keine Korrektoren, keine Setzer mehr. Das Rechtsschreibprogramm hat sie ersetzt. Auf den ersten Blick bedeutet das nur Vorteile: weniger Kosten, schnellere Umsetzung, unmittelbares Arbeiten. In Wirklichkeit aber hat die Qualit\u00e4t der Printmedien darunter unglaublich gelitten, denn die Setzerei und die Korrektoren waren ein hochwirksamer Filter, in dem orthographische, grammatikalische, aber auch sachliche Fehlerzuverl\u00e4ssig h\u00e4ngengeblieben sind. * Auch die Ausbildung junger Journalisten hat sich gewandelt. Sie findet n\u00e4mlich \u00fcberhaupt nicht mehr statt. Das knechtische Verh\u00e4ltnis zwischen Redakteur und &#8222;Lehrbuben&#8220; geh\u00f6rt der Vergangenheit an. Nicht wirklich gut. Die jungen Leute sind selbstbewu\u00dfter geworden und jemand, der mit viel Gl\u00fcck einmal einen Artikel plazieren konnte, h\u00e4lt sich schon f\u00fcr eine Edelfeder und hat keine Belehrungen mehr n\u00f6tig. * Die genaue Recherche ist die Basis solider journalistischer Arbeit. In einer Zeit aber, in der es den meisten Medienkonsumenten v\u00f6llig gleichg\u00fcltig zu sein scheint, ob eine Geschichte stimmt oder nicht, gelten andere Kategorien der Wahrheit. Wahr ist, was sein k\u00f6nnte und nicht mehr was gewesen ist. * \u00f6fter werden geschwindelte Storys enttarnt &#8211; es ist zu bef\u00fcrchten, da\u00df man sich irgendwann daran gew\u00f6hnt haben wird. Das hat nat\u00fcrlich auch mit der wirtschaftlichen Situation der Geschichtenverk\u00e4ufer zu tun. Wer glaubt, dem Unterhaltungswert seiner Story durch Nachforschungen zu schaden, wird eben die Nachforschungen bleibenlassen. * sind Sachwissen und viele Bildungsinhalte einfach abhanden gekommen. Fr\u00fcher waren Journalisten Akademiker oder vielleicht auch Studienabbrecher. Heute sind das in der Regel Schulabbrecher und die Zukunft wird uns vielleicht auch noch Kindergartenabbrecher bescheren. * &#8222;Die Unbestechlichen&#8220; sind seit mehr als drei\u00dfig Jahren ein Synonym f\u00fcr tapfere Reporter, die, unbeeindruckt von allen Anfeindungen, politische Komplotte aufdecken und sogar den Pr\u00e4sidenten der USA zur Strecke bringen. Von diesem Traumbild aller Journalisten mu\u00df man allerdings immer mehr Abstriche machen. Da\u00df man heute Artikel und Berichte kaufen kann, ist l\u00e4ngst kein Geheimnis und f\u00fcr einen Druckkostenbeitrag wird der eine oder der andere Journalist gef\u00fcgig. Und welche Bestechungsorgien heute\u00a0 mit Inseraten aus Steuergeldern aufgef\u00fchrt werden ist sattsam bekannt. * &#8222;Pressef\u00f6rderung dient der Medienvielfalt und der Pressefreiheit.&#8220; Von allen falschen und verlogenen Schlagworten der letzten Jahre ist dies wohl das d\u00fcmmste. In Wahrheit hat am 2.7.75, als das Bundesgesetz \u00fcber die F\u00f6rderung der Presse beschlossen wurde, das Ende der Pressefreiheit in \u00d6sterreich begonnen. Wer \u00fcber F\u00f6rdermittel entscheidet, ist der Herrscher \u00fcber den, der die Hand aufh\u00e4lt. * Pressef\u00f6rderung h\u00e4tte auch anders aussehen k\u00f6nnen. Das Gesetz ist jedoch bewu\u00dft auf die Schaffung von Abh\u00e4ngigkeiten angelegt. Jeder h\u00e4tte es damals erkennen k\u00f6nnen; viele haben es erkannt und trotzdem hingenommen. An Warnungen hat es jedenfalls nicht gefehlt. * Vom Rundfunk und vom Fernsehen war bisher noch nicht die Rede. So etwas mu\u00df man sich bis zum Schlu\u00df aufsparen: Das Trauerspiel der Rundfunkreformen in unserem Land ist die unendliche Geschichte der politischen Einflu\u00dfnahme auf ein Medienmonopol, das in einer Demokratie westlicher Pr\u00e4gung \u00fcberhaupt nicht mehr existieren d\u00fcrfte. Da\u00df ein staatliches Monopol das Lied der Regierenden singen mu\u00df, kann auch durch ein noch so ausgekl\u00fcgeltes System von Beir\u00e4ten und Kommissionen und Publikumsr\u00e4ten nicht verhindert werden. Und es bedarf wirklich keiner seherischen Gabe, wenn man prophezeit, da\u00df der Schwenk des ORF auf absolute Regierungslinie l\u00e4ngst vollzogen ist. Interventionen sind gar nicht mehr n\u00f6tig. Die Redakteure wissen schon von selber was sie bringen d\u00fcrfen und was nicht Man darf aber gespannt sein, ob diese Entwicklung endlich ein Ansto\u00df daf\u00fcr sein wird, die \u00f6sterreichische Gesetzeslage so zu gestalten, da\u00df sie der Menschenrechtskonvention entspricht. Kritisieren ist leicht, bessermachen schwer. Rezepte, wie man den j\u00e4mmerlichen Zustand der \u00f6sterreichischen Medien saniert, k\u00f6nnen nicht angeboten werden. Mit einem Umdenken bei der Pressef\u00f6rderung und der Beseitigung des ORF-Monopols w\u00e4re zwar ein guter Anfang gemacht, alles andere mu\u00df aber einer nat\u00fcrlichen Entwicklung \u00fcberlassen bleiben. Ginge es aber nicht um den Zustand der Medien, w\u00e4ren schon l\u00e4ngst in allen Zeitungen, Zeitschriften, im Rundfunk und im Fernsehen energische Forderungen nach neuen Gesetzen, Gesetzesversch\u00e4rfungen und ausf\u00fchrlichen Regelwerken erhoben worden. Ist aber nicht der Fall. Denn die einstmaligen Tr\u00e4ger der Freiheit haben sich n\u00e4mlich zu einer Koalition der Reglementierungsfanatiker entwickelt, die bei jedem noch so geringen Anla\u00dffall zuerst einmal nach Verboten, neuen Gesetzen und Gesetzesversch\u00e4rfungen rufen. Man ist allerdings mit der Gesetzeskeule seltsamerweise nur immer dann schnell zu Hand, wenn es nicht einen selbst, sondern andere betrifft. Dennoch, die Pressefreiheit ist ein heiliges Gut. Sie ist die Basis der Demokratie; B\u00fcrgerfreiheiten und Menschenrechte k\u00f6nnen ohne Pressefreiheit nicht bestehen. Staatliche Eingriffe darf man daher hier nicht dulden. Und: die Freiheit mu\u00df auch f\u00fcr den bewahrt werden, der sie mi\u00dfbraucht. Aber Moral und Gewissen d\u00fcrfen nicht schweigen. Man mu\u00df laut und deutlich sagen, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Karl Kraus hat es einst geschafft, allein durch die Macht seines Wortes einen Bekessy aus dem Land zu jagen. <b>&#8222;Hinaus aus Wien mit dem Schuft!&#8220;,<\/b> dieser Ruf, laut und leidenschaftlich, hat gen\u00fcgt. Das Gesetz und die Gerichte hat Karl Kraus nicht dazu gebraucht. Tribunale haben wir n\u00e4mlich mehr als genug. Was uns fehlt, ist Wahrheit, Anst\u00e4ndigkeit, Bildung, Kultur, Liebe zur Freiheit und der Mut, diesen Idealen wieder Geltung zu verschaffen.<\/p>\n<h5>\u00a0<b>Medien- und Demokratiekritik . Frage der Iranerin Dr. Shermin Voshmgir: Was ist denn\u00a0Demokratie? <\/b><\/h5>\n<p>Medien, als wichtiges Bindeglied zwischen Bev\u00f6lkerung und Politik, sind vielfach der einzige Ort, an dem politische Debatten wahrgenommen werden. Der Auftrag der Politik, als W\u00e4chterin, des in der Verfassung geregelten, demokratischen Prinzips zu fungieren, wird nicht erf\u00fcllt. Die Jurisdiktion hat in ihrem Auftrag versagt, unsere Exekutive und Legislative zu zeitgem\u00e4\u00dfem Handeln zu zwingen versagt.\u00a0<b>Bestehende Medien<\/b>&#8211;\u00a0<b>und kartellrechtliche Bestimmungen werden nicht ausreichend durchgesetzt und neuegesetzliche Regelungen, die den modernen Anforderungen gerecht werden, lassen noch auf<\/b>\u00a0<b>sich warten<\/b>. Wie h\u00e4tten\u00a0<b>Montesquieu und John Locke, die Vordenker der Gewaltenteilung<\/b>, in ihren staatstheoretischen Schriften dazu Stellung genommen, w\u00fcrden sie sie im 21. Jahrhundert leben? Eine hypothetische Frage\u2026 Es ist anzunehmen, dass jene wirtschaftspolitischen Hintergr\u00fcnde, die zur Zeit des Absolutismus als Grundlage f\u00fcr ihre \u00dcberlegungen galten, heute und schon lange nicht mehr zutreffen. <b>Im Jahrtausend der Massenmedien und des wirtschaftlichen Lobbyismus m\u00fcssen wir das<\/b>\u00a0<b>gesamte Konzept der Gewaltenteilung, welche die Basis f\u00fcr jeden funktionierenden<\/b>\u00a0<b>demokratischen Rechtsstaat darstellt, \u00fcberdenken<\/b>. Zurzeit findet eine erschreckende Konzentration des Mediensektors statt. Immer weniger Konzerne beherrschen die internationale Medienlandschaft, inklusive ihrer Zuliefer- und Vetriebsindustrien.\u00a0<b>\u00d6sterreich ist mit seiner Printmedienkonzentration ist sogar einzigartig<\/b>. <b>Die Mediaprint-Gruppe hat mit nur zwei Tageszeitungen (der \u201cKrone\u201d und dem \u201cKurier\u201d eine<\/b>\u00a0<b>Reichweite von 70%<\/b>, ganz zu schweigen von der Dominanz am \u00f6sterreichischen Zeitschriftenmarkt. Die Folgen:\u00a0<b>Homogenisierung der Berichterstattung<\/b>und Versch\u00e4rfung der Marktzutrittsbarrieren. Au\u00dferdem m\u00fcssen immer mehr fixe Vollzeitarbeitspl\u00e4tze den so genannten \u201eFreien\u201d Werkvertr\u00e4gen weichen. Mehr Konkurrenz, mehr Arbeitsdruck f\u00fcr weniger soziale Absicherung. Unter dem Druck der Gewinnmaximierung wird die Berichterstattung vom Gebrauchswert zum Tauschwert.\u00a0<b>Eine Nachricht wird wertvoller, je \u00f6fter sie an Medien weiterverkauft werden kann<\/b>. Der Schein der Vielfalt des Angebots tr\u00fcgt letztendlich, wenn alle Medien dieselbe Mitteilung einer einzigen Nachrichtenagentur abdrucken. Der Produktivit\u00e4tsdruck \u2013 Zeit ist Geld! \u2013 verbietet notwendige Recherchen, die origin\u00e4re Arbeit von Journalisten, manchmal sogar das Schreiben an sich. Zukaufen von Artikeln ist nun mal billiger. <b>PR-Beitr\u00e4ge mischen sich gut getarnt in die Berichterstattung. Werbebeitr\u00e4ge werden<\/b> <b>als Artikel verpackt. Lobbyisten missbrauchen gekonnt die Medien als Multiplikator ihrer<\/b>\u00a0<b>Meinungsmache<\/b>. Arbeitsintensive Genres fallen immer mehr aus dem Repertoire vieler Medien. Welche M\u00f6glichkeiten haben Journalistinnen und Journalisten unter solchen Bedingungen, ein Thema redaktionell durchzusetzen? Wie hoch ist ihre Motivation, ein hei\u00dfes Eisen anzufassen? Schreiben, was der Markt verlangt? Angst vor Arbeitsplatzverlust f\u00fchrt letztendlich zur Selbstzensur. Doch wer ist der Markt und was bringt er uns wirklich? Ist die Politik fehlgeschlagen? Oder sind wir nicht alle daf\u00fcr mitverantwortlich, was wir der Politik letztendlich durchgehen lassen? Wie ist es blo\u00df m\u00f6glich, dass in \u00d6sterreich die Regelung publizistischen Grunds\u00e4tze, auch bekannt unter dem Begriff der Journalistischen Ethik, von einem Presserat vorgeschlagen wird, dessen Mitgliedschaft, ebenso wie die Einhaltung des Ehrenkodex, lediglich auf freiwilliger Basis beruht? \u201eWoher nehmen, wenn nicht stehlen?\u201d sagen die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der b\u00f6rsenorientierten Medienunternehmen \u2013 und vergessen zu erw\u00e4hnen, dass es sehr wohl Geld g\u00e4be, dieses aber leider an die Aktion\u00e4ren ausgesch\u00fcttet werden muss, die immer h\u00f6here Profite anstreben. Kaum jemand stellt sich die Frage, warum ein Medienunternehmen \u00fcberhaupt Gewinne aussch\u00fctten sollte, anstatt das Geld in bessere Berichterstattung zu investieren und wertvolle Arbeitspl\u00e4tze zu sichern. * Zu wenige stellen sich die Frage, warum in einer so genannten*\u00a0<b>Demokratie, einzelne Medien so viel Macht haben d\u00fcrfen. Jene fatale Marktmacht<\/b>, die\u00a0<b>unsere hart erk\u00e4mpfte Medienvielfalt zerst\u00f6rt<\/b>. Es gibt Stimmen, die\u00a0<b>Medien als Vierte und Lobbyismus als f\u00fcnfte Gewalt definieren<\/b>. Andere, zum Teil aus dem Akademischen Bereich, schreien beim Wort vierte und f\u00fcnfte Gewalt auf und meinen, dass Medien per Definition keine Staatsgewalt seien, ebenso wenig wie Lobbying und PR. Doch hier geht es nicht darum Definitionen eines alten Konzepts auf neue Bereiche zu erweitern, sondern darum, das Konzept der Gewaltenteilung von Grund auf neu zu gestalten.\u00a0<b>Demokratie ist ein fragiler Entwicklungsprozess, der von uns allen<\/b>\u00a0*\u00fcberwacht werden muss, da er leicht unterwandert und geschw\u00e4cht werden kann, wenn wir nicht aufpassen.\u00a0\u00a0 Referat\u00a0 von\u00a0<b>Dr. Shermin Voshmgir im Forum Medienkultur am 23. April 2009\u00a0<\/b> <b>Einleitend zum Referat <\/b>verwies Dr. Hans H\u00f6gl, der selbst viele Jahre neben Medien- und Bildungssoziologie Politische Ideengeschichte lehrte, auf die <b>historische Not-Wendigkeit der Gewaltenteilung<\/b>, n\u00e4mlich, dass in bestimmten Regionen K\u00f6nige und der Adel sich \u00fcber dem Gesetz d\u00fcnkten und es vorkam,\u00a0<b>dass Gesetze so konstruiert oder gebogen<\/b>\u00a0oder je von Justiz zu ihren Gunsten ausgelegt wurden, wie es eben beliebte. Ein anschauliches Beispiel f\u00fcr ungerechte Justiz und aristokratische \u201eVerhaberung\u201c, also\u00a0<b>Mangel an Gewaltenteilung zeigt Heinrich Kleist<\/b>: Blicken wir auf Monarchie und Aristokratie in die Jahre 1805 bis 1810, als Heinrich Kleist das Manuskript zur Novelle von \u201c*Michael Kohlhaas*\u201c verfasste. Es geht hier nicht um dessen gerechtigkeitsfanatische Letztreaktion, der Brandstiftung wegen Ungerechtigkeit, sondern darum, wie der Missbrauch seiner Pferde durch einen Gutsherren nicht fair von Gerichten behandelt wird.\u00a0<b>Aufgrund von Verwandtschaftsbeziehungen von<\/b>\u00a0<b>Adeligen zu Richtern wird sein Anliegen im Gerichtsprozess immer wieder hinausgez\u00f6gert<\/b>\u00a0<b>usw. Immerhin: Am Ende greift der Kaiser ein<\/b>. Auch heute, so H. H\u00f6gl, erleben wir vielfach mangelnden Sinn f\u00fcr Gewaltenteilung. Die \u00f6sterreichische Regierung hat zu viel Gewicht, was die Gesetzgebung betrifft und das Parlament in \u00d6sterreich ist zu sehr Vollzugsorgan der Regierung und Parteien. Auch in der Justiz steht nicht alles zum Besten. Der fr\u00fchere\u00a0<b>SP\u00d6-Abgeordnete Josef Broukal geht<\/b>\u00a0mit der herablassenden Art, welche die Regierung im Umgang mit den Abgeordneten an den Tag legt,\u00a0<b>hart ins Gericht<\/b>. Der Nationalrat sei \u201eein sehr unterentwickeltes Organ des Staates\u201c und\u00a0<b>h\u00e4nge \u2013 in seiner Rolle als Gesetzgeber \u2013 am G\u00e4ngelband der Regierungen<\/b>. Das Fragerecht der Abgeordneten werde von Ministerb\u00fcros als l\u00e4stig empfunden. Broukal: In Deutschland kann sich ein Abgeordneter vier qualifizierte Mitarbeiter leisten, in \u00d6sterreich h\u00f6chstens einen. Der deutsche Bundestag unterh\u00e4lt 272 wissenschaftliche Mitarbeiter, der Nationalrat gerade sechs. (Kleine Zeitung, 28. M\u00e4rz 2009.). Hans H\u00f6gl verwies auch auf das St\u00fcck im Theatro Kosilo \u201eBl\u00f6de Briefe an g`scheite Leut`. Viele Jahre\u00a0<b>schrieb Kosilo gar nicht so bl\u00f6de Briefe an \u00c4mter, Institutionen, Wirtschaft und Kirche<\/b>\u00a0und Promis\u2026.Was dabei herauskam, f\u00fcllen die Seiten eines gleichnamigen, realsatirischen Buches. (Tel. 408 46 62). Hingewiesen sei auch, dass der\u00a0<b>Sinn f\u00fcr Unvereinbarkeiten bei der Bestellung von<\/b>\u00a0<b>Aufsichtsr\u00e4ten nicht gegeben ist<\/b>\u00a0\u2013 etwas, das gravierende Folgen f\u00fcr Unternehmen und Banken haben kann und hatte. _________ <b>\u00a0Ernst Michael Brauner. Unabh\u00e4ngiger Wirtschaftsjournalist referierte zum Thema:<\/b><\/p>\n<h5><strong><span style=\"color: #3366ff;\">Journalismus auf d\u00fcnnem Eis.<\/span> <\/strong><\/h5>\n<p><b>Wie Einbruch der Printmedien \u00fcberwinden?\u00a0Situation: EU, Indien, China\u00a0\u00a0\u00a0<\/b> Den Journalismus als Einheit einer Berufsgruppe, wie \u00c4rzte oder Taxifahrer, den gibt es nicht. &#8230;Wir konzentrieren uns auf Qualit\u00e4tsjournalismus in westlichen Demokratien. Der Bogen spannt sich von Europa bis nach Amerika wo gleicherma\u00dfen Journalisten auf d\u00fcnnem Eis wandeln. Die Zeitung ist nicht tot und wird auch nicht sterben, sie wird sich wandeln und mit ihr der Journalismus. Weltweit gibt es 1, 7 Milliarden Zeitungsleser. China und Indien haben den gr\u00f6\u00dften Zeitungsmarkt (China: 107 Millionen Auflagen, Indien 99 Millionen Auflagen). \u201cTimes of India\u201d ist die weltweit auflagenst\u00e4rkste englischsprachige Zeitung. Der Indische Verlag expandiert nach England und kauft sich dort eine britische Radiostation. Hingegen sind in diesem Jahr in den USA die verkauften Auflagen von Zeitungen drastisch zur\u00fcckgegangen \u2013 um 10,6 Prozent gegen\u00fcber 2008. Diese Quote bezieht sich auf den Verkauf von Tageszeitungen in den Monaten April bis September 2009. In der Zeit von Oktober 2008 bis M\u00e4rz 2009 wurde gegen\u00fcber dem Vergleichszeitraum ein Jahr zuvor ein R\u00fcckgang um 7,1 Prozent registriert. Ein satter, signifikanter Einbruch. Analysten f\u00fchren den R\u00fcckschlag vor allem auf die zunehmende Abwanderung von Lesern ins Internet zur\u00fcck. Den Verlegern bereitet dies ebenso gro\u00dfe Sorgen wie der fortschreitende R\u00fcckgang des Anzeigenaufkommens.\u00a0 Sie sparen, rationalisieren und investieren hoffnungsfroh in eigene Onlineplattformen. Zudem dient die gegenw\u00e4rtige Krise als Mittel zur Durchsetzung von etwas weniger Ethik und mehr strikter \u00d6konomie. Ein Seiltanz, nicht f\u00fcr den Verleger sondern f\u00fcr all jene die an vorderster Front am Leser arbeiten &#8211; die Journalisten. SZENENWECHSEL: Die Schweizer <strong>Privatbank Wegelin &amp; Co hat noch eine richtige Schalterhalle in ihrer Bank<\/strong>. Eine Kassiererin, ein Pult, das reich verziert f\u00fcr Kunden da ist, die nicht an Geldautomaten gehen wollen. Die Kunden dort sind keine Codenummern sondern Menschen mit Namen und individueller Geschichte die Zeit beanspruchen. Selbst wenn sie nur Geld einlegen oder abheben wollen. Ineffizient, wenn es nach den Mc Kinsey&#8217;s unsere Zeit geht. Die Rationalisierungsexperten w\u00fcrden die Schalterhalle mit all ihren verspielten Relikten schlie\u00dfen und ehemaliges Vertrauen durch moderne Kundenbindungs-Programme kapitalisieren. Mit Projekten die letztlich das F\u00fcnffache der eingesparten Kosten ausmachen. Wegelein h\u00e4lt davon nichts und bezahlt seine Berater nicht nach Budgetvorgaben oder nach Papieren die verkauft werden m\u00fcssen, sondern mit einem ordentlichen, nach ethischen Grunds\u00e4tzen vertretbaren Gehalt. Die Privatbank hat die Finanzkrise ohne irgendwelche Probleme \u00fcberstanden. Kein Einziger ihrer Kunden hat Geld verloren bzw. Geld aus Misstrauen abgehoben. Warum ist das wichtig? Nun, Wegelin\u00a0arbeitet in erster Linie f\u00fcr den Kunden und f\u00fcr niemanden anderen sonst. Dass die Bank dennoch oder gerade deswegen gut verdient, mag so manche Finanz-Manager von Aktiengesellschaften verwundern, verwunderlich ist es nicht. &#8222;Wir dienen den Leser und niemanden anderen sonst&#8220; war einmal der Leitsatz vieler unabh\u00e4ngiger Redaktionen.\u00a0 Heute nachdem der Rationalisierungswahn seinen H\u00f6hepunkt st\u00e4ndig \u00fcberschreitet hei\u00dft es: &#8222;Wir dienen den Verlegern, den Anzeigen- und PR Kunden und versuchen Sie liebe Leser, mit publikumswirksamen Lesestoffen, geilen Bildern und Rankings zufrieden zu stellen. Wir schw\u00e4rzen jene Gruppen an die sich schwer wehren k\u00f6nnen, wir berichten \u00fcber Skandale von Managern oder Politiker die schon am Boden liegen oder deren Macht nicht ausreicht um der Publikation \/ dem Verlag wirklich schaden zu k\u00f6nnen&#8220;. Generell sind Probleme von Randgruppen sehr gut geeignet um von schwierig zu beschreibenden, gesellschaftspolitischen Zust\u00e4nden abzulenken. Lange Recherchen sind teuer geworden und wenn m\u00f6glicherweise eine Geschichte herauskommt die auch an den T\u00fcren der hauseigenen Macht r\u00fcttelt, dann werden die Recherchen sehr rasch unterbunden. Was so viel hei\u00dft wie: Nur was schnell unter die Haut geht, unabh\u00e4ngig von Nachhaltigkeit, und was schnell geschrieben ist hat Erfolg gedruckt zu werden. Ausnahmen sind Reise- und Unterhaltungsgeschichten deren Inhalte von Touristikunternehmen gesponsert sind; die Journalisten nur dann einladen wenn sicher ist, dass sie brav berichten. So kommen auch G\u00fcnstlinge der Chefredaktion zum Zug und d\u00fcrfen pseudokritisch \u00fcber irgendwelche Pal\u00e4ste, Traumstr\u00e4nde oder Saugeile Pistenabfahrten schreiben. Der Traum als Wirklichkeit verkauft sich immer gut. Wirtschaftsredakteure haben es da schon viel schwieriger. Ganz im Sinne ihrer Verleger die immer auch den Anzeigenkunden im Visier haben berichten sie: \u00fcber Branchen die boomen oder die brach liegen, \u00fcber Unternehmer die nicht im Einflussbereich von wirklichen M\u00e4chtigen sind und \u00fcber Neid, Gier und Hass umgewandelt in Daten, Zahlen und Fakten. Jeder Furz vom selbstherrlichen Reichtum z\u00e4hlt da mehr als aufwendige Arbeiten \u00fcber die Zusammenh\u00e4nge von Politik und Wirtschaft in unserer Gesellschaft. Ausnahmen best\u00e4tigen die Regel &#8211; Gott sei Dank. Innenpolitische Beobachter haben es in Zeiten einer wirtschaftsliberalen Orientierung verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig leicht ihren Job zur Zufriedenheit aller, auszu\u00fcben. Sofern man nicht gerade eine Wohnung braucht oder gegen die Farbe seines unabh\u00e4ngigen Mediums recherchiert kann man, ohne eingebremst zu werden drauf los dreschen. Das liest man gern und vermittelt Unabh\u00e4ngigkeit. In Erinnerung an Udo Proksch, der bevor er endg\u00fcltig \u00fcberf\u00fchrt wurde, hat die journalistische Elite unseres Landes ihn als ehrenwertes Wiener Original hochstilisiert oder geschwiegen. Viele davon am\u00fcsierten sich im Club 45 und sonnten sich im Schatten politischer Machthaber. Nur der Hartn\u00e4ckigkeit und der Ausdauer eines Pretterebners oder Gerald Freihofners ist es zu verdanken, dass dann auch der Aufdecker der Nation Alfred Worm im profil die Dossiers \u00fcber den Fall Lucona ver\u00f6ffentlichte. Das Eis auf dem Freihofner als stellvertretender Chefredakteur der Wochenpresse damals tanzte hielt eigentlich nur Dank der politischen Ausrichtung des Sprachrohrs der Industriellenvereinigung. ONLINE Heute ist das kein Thema mehr. Das Szenario der Nachricht hat sich von schnell zu ultraschnell gewandelt. Die Wunderdroge Online \/ Internet besetzt mit geringem Aufwand Themen, die noch bevor sie in Zeitungen oder Magazinen gedruckt sind, schon wieder durch andere Schlaganf\u00e4lle abgel\u00f6st werden. User gestalten die Nachricht mit, sind deren Verbreiter und kosten nichts. Mit qualitativem Journalismus alter Schule hat das nichts zu tun. Qualit\u00e4t hat ihren Preis und nachdem die User noch nicht gewillt sind f\u00fcr elektronische journalistische Information zu bezahlen bleibt die G\u00fcte auf der Strecke. Jene Verlage die Onlineredaktionen aus dem Boden stampften, verlangten, aus Angst nicht angeklickt zu werden, keinen Cent f\u00fcr ihre Information. Sie haben so nicht nur ihre eigenen Printprodukte konkurrenziert, sie haben, und das war weitaus schlimmer der Nachricht keinen Wert mehr gegeben. Kein Wunder, dass heute die Wertlosigkeit von kostenlosen Informationen im harten Wettbewerb zu teueren Nachrichten aus Zeitungen, Fernsehen oder Rundfunk stehen. Nicht jeder hat ein Blackberry, das er Tag und Nacht bei sich tr\u00e4gt und st\u00fcndlich nach News abfragt. Noch \u00fcberwiegt der Komfort von Nachrichten aus den Tageszeitungen, dem Radio und dem Fernsehen. Auf der Toilette wird der digitale Empfang \u00fcber die Sp\u00fclung entsorgt, dort regiert das Papier. Wie lange noch? Eine fragw\u00fcrdige Antwort auf das Internet sind Gratiszeitungen. Weltweit gibt es eine Auflage von 41 Millionen an Gratisbl\u00e4ttern, der Zuwachs in den letzten\u00a0 f\u00fcnf Jahren betr\u00e4gt 173 %. Der Wert des Gratis-Mediums \u00fcbertr\u00e4gt sich auf den Wert des Journalisten und die Qualit\u00e4t der Berichterstattung ist die Summe beider Werte. Was nicht hei\u00dft, dass alles was z.B. Heute berichtet von minderer Qualit\u00e4t ist, aber ein Ringen nach Wahrheit und Objektivit\u00e4t ist meist nicht sp\u00fcrbar. Auf die Frage: &#8222;Was erwarten sie vom guten Journalismus?&#8220; antworten ca. 85% der Befragten aus Meinungsumfragen (kumuliertes Ergebnis): gute Recherchearbeit, objektive Berichterstattung und kompromisslose Aufkl\u00e4rung.\u00a0 Jedenfalls von jenen Medien wo im Subtitel auf freie unabh\u00e4ngige Berichterstattung hingewiesen wird. Das fragw\u00fcrdige Streben nach Wahrheit. Viele Journalisten, werden mehr und mehr gezwungen auf Willen von Anzeigenkunden R\u00fccksicht zu nehmen und Wahrheiten nach deren Ansichten zu verdrehen. Ein Tanz auf dem Eis. Wie soll man \u00fcber ein eindeutiges Blau schreiben wenn Rosa verlangt wird. Letztlich einigt man sich auf Lila und der Wahrheit wurde Gen\u00fcge getan &#8211; zumindest f\u00fcr den Verleger und den Anzeigenkunden. Es ist nur eine Frage der Zeit und des Gehaltes wann der Journalist, der mit hohen Erwartungen die Publizistik absolvierte, das Handtuch wirft und PR Manager wird. Ich erinnere an J\u00f6rg Beckers Vortrag am 18. M\u00e4rz 2009 in Wien zum Thema Demokratie \u2013Pressefreiheit- Medienmacht, wo Becker das numerische \u00dcbergewicht von PR Managern zu Journalisten in den USA anprangerte: Im Kampf um die \u00f6ffentliche Meinung stehen 120.000 Journalisten\/innen 160.000 PR Manager gegen\u00fcber. Und, Europa versucht leider auch in diesem Bereich die USA zu \u00fcberholen. Viele ehemals wahrhaftige Journalisten enden in einem PR B\u00fcro, was zur Folge hat, dass qualitative, objektive Berichterstattung nur mehr in kleinen, von der breiten Masse nicht wahrgenommenen, \u00f6ffentlichen Zirkeln stattfindet. Selbstverst\u00e4ndlich recherchieren und arbeiten Redakteure von profil, dem Falter, der Die Presse, Standard, Salzburger Nachrichten usw. dem journalistischen Eid verpflichtet unerm\u00fcdlich an der Wahrheitsfindung. Aber wenn die gefundene Wahrheit, Grenzen von gesellschaftlichen Unm\u00f6glichkeiten \u00fcberschreitet, wie in der Causa\u00a0 BAWAG, dann kommen auch sie in die Zwickm\u00fchle. Hannes Reichmann, ehemaliger Redakteur der WirtschaftWoche und jetziger Pressesprecher von Novomatic hatte schon 1994 auf die zweifelhaften Spekulationen von Wolfgang Fl\u00f6ttel hingewiesen. Kaum jemand in der Branche reagierte damals darauf &#8211; au\u00dfer Helmut Elsner. Der hat h\u00f6chstpers\u00f6nlich dem damaligen Chefredakteur der WiWo, Christian Ortner bei weiteren Recherchen auf den Bahamas mit einem sofortigen Anzeigenstopp gedroht. Nun, wer Ortner kennt der kann sich gut vorstellen, dass diese Drohung ihn herausforderte. Gen\u00fctzt haben die weiteren Ver\u00f6ffentlichungen \u00fcber die Milliardenverluste in der Karibik nichts bis gar nichts. Weder die Breitbandmedien noch die Eliten der Unabh\u00e4ngigkeit haben den Recherchen von Hannes Reichmann Beachtung geschenkt. H\u00f6chstwahrscheinlich hat sich der Bankdirektor, der heute im Gef\u00e4ngnis schmort, bei den meisten \u00f6sterreichischen Titeln mit fetten Anzeigen freikaufen k\u00f6nnen. Wie auch immer, vier Jahre sp\u00e4ter als der neue General der Bawag, quasi in einer Selbstanzeige die Milliardenjauche best\u00e4tigte zerfetzten die ehemals, ruhig gewesenen, Medien Elsner und Co. Die WirtschaftsWoche wurde zu Weihnachten 1996 eingestellt. Ihr investigativer Chefredakteur Christian Ortner schreibt heute Kommentare in der Presse, Wiener Zeitung und versucht auf OrtnerOnline \u00d6sterreichs Opinion Leader zu erreichen. Noch immer der Wahrheit verpflichtet aber um vieles \u00e4rmer\u2026 In einer Welt in der Gier und Geiz verherrlicht werden sind Jene die Dummen die an Ethik und Moral festhalten. Die Gesellschaft leidet unter diesem Wertewandel, der sich am sichtbarsten im Journalismus vollzieht. Wie schon erw\u00e4hnt diktiert die Gier nach Superlativen die Spalten von Massenmedien. Online onaniert umsonst und die Gratistiteln liefern frei Haus was nicht bestellt wurde. Und, in manchen Qualit\u00e4tsmedien glauben Redakteure wichtiger zu sein als die Nachricht die sie ver\u00f6ffentlichen. Unabh\u00e4ngig davon sind sich fast alle Verleger einig, dass die Zukunft der Medien von guten Inhalten abh\u00e4ngt. Qualit\u00e4tsinhalte sind in Relation zu seichter Information teuer geworden und viele gute Journalisten sind wegrationalisiert oder werden demn\u00e4chst in Pension geschickt. Diese Umst\u00e4nde werden auch die Qualit\u00e4t von Internetnachrichten beeinflussen. Zurzeit picken sich Onlineredaktionen noch Qualit\u00e4t aus Zeitungen oder Magazinen. In naher Zukunft, wenn die letzten lauteren Journalisten in das PR Gesch\u00e4ft wechseln versiegen auch die Quellen f\u00fcr Online. Das wird nichts an den digitalen Plattformen unserer Zeit \u00e4ndern. Google dr\u00e4ngt mit seiner Videoplattform Youtube die klassischen TV Sender in ein neues Zeitalter\u00a0 &#8211; f\u00fcr das sie sich nicht vorbereitet haben. Das versch\u00e4rft die ohnehin schwierige Situation der Sender. Dazu kommt, dass Google keine bestehenden Presse-M\u00e4rkte besetzt. Die Webmaschine schafft neue M\u00e4rkte durch gezielte Transformation. Diese neuen Kommunikationskan\u00e4le ver\u00e4ndern nicht nur die Gesellschaft &#8211; der Journalismus so wie wir in heute kennen hat ausgedient. Leider. Ob wir es wollen oder nicht die Massen k\u00f6nnten oder werden in Zukunft von Webmaschinen wie Google gelenkt sein. Meinungen entstehen im Web und finden weitere \u00d6ffentlichkeit im willf\u00e4hrigen TV, Radio oder Printbereichen, je nach eingesetzten PR Kapital. Das Eis ist br\u00fcchig geworden und die Journalisten sollten sich warm anziehen oder die Scholle verlassen. Referat am 19. November 2009.<b> <\/b> __<\/p>\n<div><span style=\"color: #3366ff;\"><strong>\u00a0<\/strong><strong><span style=\"font-size: large;\"><em>Wer wird Million\u00e4r und\u00a0 Millionenshow. <\/em><\/span><\/strong><\/span><strong><em><span style=\"color: #3366ff;\">Analyse von Philosophen \u00a0Paul Lissmann\u00a0\u00a0<\/span> <\/em><\/strong> Die deutsche Quizshow <em>Wer wird Million\u00e4r und die ORF-Millionenshow <\/em>sind ein kulturindustrielles Produkt und zeigen, <span style=\"text-decoration: underline;\">wie heute Wissen missverstanden wird (13 f.) und zwar, indem nach punktuellen Daten und nicht nach vernetztem Wissen gefragt wird. <\/span> Die Fragen sind v\u00f6llig zusammenhanglos \u2013 von der Geografie zur Popkultur, von der Literatur zur Botanik, von der Chemie zur Filmmusik\u2026.Die Frage nach einer Figur aus Goethes Faust hat den gleichen Stellenwert wie die nach der neuesten Liaison eines Hollywood-Sternchens. \u201eFormate wie die Millionenshow indizieren den Stand der Bildung auf der Ebene der massenmedialen Unterhaltung: als eine Erscheinungsform der Unbildung.\u201c (p. 17\u00fc). <strong>Lissmann, Konrad Paul: Theorie der Unbildung. Die Irrt\u00fcmer der Wissensgesellschaft, M\u00fcnchen Dez. 2008 (Piper). (Erstausg. Wien 2006 Zsolnay).<\/strong> <strong>_\u00a0<\/strong> <span style=\"font-size: large;\"><em><strong>JOURNALISTISCHE GRUNDBEGRIFFE. Blogs, Investigativer Journalismus, Report, Portr\u00e4t<\/strong><\/em><\/span> <strong>Ausschnitte aus: Henriette L\u00f6wisch: Journalismus f\u00fcr DUMMIES. Weinheim 2009. (1. Aufl.)\u00fc <\/strong> <strong>Dieses Buch f\u00fchrt sehr verst\u00e4ndlich\u00a0in die Praxis des\u00a0Journalismus ein, so\u00a0\u00fcber Nachrichten, Kommentare und Reportagen. Es ist eine Fundgrube,\u00a0Umfang 368 Seiten.\u00a0\u00a0 <\/strong> <strong>Die Autorin\u00a0 ist leitende Redakteurin bei der franz\u00f6sischen\u00a0 Nachrichtenagentur AFP und lehrt Journalismus in den USA und Deutschland. Das Buch hat\u00a0ein. Stichwortverzeichnis. In der\u00a0Folge bringen wir\u00a0AText-Ausschnitte.<\/strong> <strong>Der Korrespondentenbericht:<\/strong> <strong>Im K. vermischen sich Nachricht, Interview, Reportage und Analyse. Der Korrespondent\u00a0 fasst zusammen, was er von regionalen Medien erfahren hat. \u201e*Nur wenige Informationen hat der* *Korrespondent eigenh\u00e4ndig recherchiert.\u201c (p. 181). An die Schaupl\u00e4tze von Topereignissen entsandte Reporter sind \u201eunser Sonderkorrespondent\u201c. <\/strong> <strong>Blogs\u00a0 entstanden als Log- oder Tagebucher\u00a0 im weltweiten Datennetz (Weblogs). Der neueste Eintrag steht oben. Gesch\u00e4tzte Zahl der Blogger weltweit (2009): 100 Millionen, in Deutschland 200.000\u00a0 (p. 244). \u00fc\u00a0 Blogger sind oft Kontrolleure der Journalisten, in Deutschland hat sich Stefan Niggemeier als Medienkritiker einen Namen gemacht.\u00a0 <\/strong> <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Investigativer Journalismus<\/span>: in Deutschland durch \u201eSpiegel\u201c und \u201eS\u00fcddeutsche Zeitung\u201c (so die Autorin.\u00a0 Im \u00f6ffentlich-rechtlichen deutschen Fernsehen gibt es investigativen Journalismus in den Magazinen Report, Frontal, Panorma, Kontraste und Fakt.\u00a0 Ein deutsches Dokumentationszentrum sammelt Beispiele f\u00fcr investigativen Journalismus und dokumentiert, wie\u00a0 die Berichte zustande kamen. Vgl.\u00a0\u00a0 <\/strong><a href=\"http:\/\/www.anstageslicht.de\/\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #0066cc;\"><strong>www.anstageslicht.de<\/strong><\/span><\/a><strong> (Dies ist ein Langzeitprojekt einer Hamburger Hochschule). p. 250.\u00fc<\/strong> <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Zeitungskampagnen<\/span> sind wochen- und monatelange Bombardements immer mit einem (1) \u00a0Ziel. In Deutschland von Bild, in \u00d6sterreich von der KRONE (z.B. Anti-EU).\u00a0 Immer wieder wird das gleiche Thema aufgegriffen.\u00a0 Das Wort Kampagne kommt aus der Milit\u00e4rsprache. Greenpeace k\u00e4mpfte erfolgreich in einer Kampagne gegen den Walfang. <\/strong> <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Der Report<\/span> behandelt ein Thema umfassend und ersch\u00f6pfend. Dieser basiert auf einer sehr gr\u00fcndlichen allseitigen Recherche des Journalisten \u2013 wissenschaftlich und vor Ort.\u00a0 Zu finden in Magazinen und Wochenbl\u00e4ttern (p. 183).\u00fc<\/strong> <strong>Die Darstellungsform (Genre) \u201ePortrait\u201c<\/strong> <strong>entschl\u00fcsselt das R\u00e4tsel Mensch.\u00a0 Jeder Mensch hat eine Legende seines Lebens, die journalistisch hinterfragt werden muss. Wer portr\u00e4tiert werden will, muss sich darauf einstellen. Lobhudelei ist ebenso verfehlt wie einen Menschen in die Pfanne zu hauen. Also: das Portr\u00e4t kann auch Wertungen enthalten.<\/strong> <strong>___<\/strong> <span style=\"color: #3366ff;\"><strong><span style=\"font-size: large;\"><em>Ber\u00fchmte Filme \u00fcber Journalisten\u00a0<\/em><\/span><\/strong><\/span> <strong>Vgl. Henriette L\u00f6wisch: Journalismus f\u00fcr DUMMIES. Weinheim 2009. (1. Aufl.) Kap. 19, p. 343 ff.\u00a0<\/strong> <strong>Citizen Kane<\/strong>: Klassiker aus dem Jahr 1941 u. einer der besten Filme \u00fcberhaupt (Regisseur Orson Welles). Leben eines Zeitungsbarons. <strong>Die verlorene Ehre der Katharina\u00a0 Blum: <\/strong>Film von Volker Schl\u00f6ndorff (auf Basis einer Kurzgeschichte von Heinrich B\u00f6ll). Eine flammende Anklage gegen Sensationsjournalismus. <strong><em>Die Unbestechlichen<\/em><\/strong>: Zwei Reporter der Washington Post sto\u00dfen auf eine Verbindung zwischen einem Einbruch in die Parteizentrale der Demokratischen Partei und des Wei\u00dfen Hauses. Film aus dem Jahr 1976. <strong><em>Schreiendes Land<\/em><\/strong>: Zu Kombodscha nach dem Vietnamkrieg (1984).\u00fc. Nachrichtenfieber: Kom\u00f6die (1987 \u00fc) gew\u00e4hrt eine Blick hinter die Kulissen eines Fernsehstudios. <strong>Der Insider<\/strong>: Der Held ist der Informant eines Tabakkonzerns, der \u00fcber seinen Arbeitgeber auspackt und draufzahlt wegen der Sponsoren. Dieser spannende Film von 1999 \u00fc erz\u00e4hlt eine wahre Begebenheit. <strong>Die Journalistin: <\/strong>Film \u00fcber die Drogenmafia in Dublin (Irland). Die Heldin, die Journalistin, setzt ihr Leben\u00a0 aufs Spiel, obwohl sie Ehefrau und Mutter ist. Der Film von 2003 \u00fc basiert auf einem echten Fall. <strong>_____________<\/strong><strong>\u00a0<\/strong><strong>____<\/strong> <strong><span style=\"font-size: large;\"><em>Infotainement folgt drei Regeln:\u00a0 <\/em><\/span><\/strong> Erstens wird <span style=\"text-decoration: underline;\">alles personalisiert<\/span>. Die hinter gro\u00dfen Akteuren stehenden Strukturen und Interessen werden kaum recherchiert, weil das Aufwand und Kompetenz erfordert. Zweitens herrscht eine <span style=\"text-decoration: underline;\">Inflation jener Themen, die \u201cattraktiv<\/span>\u201d sind. Der x-te Fernsehreport \u00fcber den Frauenhandel wird mehr Zuschauer finden als eine Recherche \u00fcber den Kleinkrieg der B\u00fcrokratie gegen Firmengr\u00fcnder. Drittens ist <span style=\"text-decoration: underline;\">sch\u00f6ne Verpackung des Stoffs wichtiger <\/span>als gewissenhafte Verarbeitung, als m\u00fcsse Qualit\u00e4t der Form die M\u00e4ngel des Inhalts kompensieren. Der Wettbewerb sorgt f\u00fcr Schund wie f\u00fcr Qualit\u00e4t Infotainment ist aber auch eine Sache der Politik: einer Politik der Gags und Gadgets\u2026 Infotainment als Zeichen der \u00dcberforderung jener Politiker und Journalisten, die unf\u00e4hig sind, die Komplexit\u00e4t zu bew\u00e4ltigen, deshalb ihr Heil als terribles simplificateurs und flache Entertainer suchen. <strong>Die Zeit, 29. Dez. 1999.<\/strong> <strong>&#8212;<\/strong><\/p>\n<h5><span style=\"color: #3366ff;\"><strong><span style=\"font-size: large;\"><em>Schleichwerbung:\u00a0 in\u00a0 59 Prozent der Inserate\u00a0<\/em><\/span><\/strong><\/span><\/h5>\n<p><strong>325 von 550 bezahlten Beitr\u00e4gen (also 59 %)\u00a0 waren nicht ausreichend als bezahlter Inhalt gekennzeichnet. <\/strong><strong>Der Public Relation-Ethik-Rat untersuchte 550 bezahlte Beitr\u00e4gef f\u00fcr seine Studie u\u0308ber \u201eSchleichwerbung in \u00d6sterreich\u201c.<\/strong> <strong>Schleichwerbung schadet massiv\u00a0 der\u00a0 Qualit\u00e4t in\u00a0 Medien, vgl. : <\/strong><a href=\"http:\/\/www.prethikrat.at\/fileadmin\/prethikrat\/img\/Presseaussendungen\/11_PA_PK_Ethik-Rat_0520_StudieSchleichwerbung.pdf\" target=\"_blank\"><strong>http:\/\/www.prethikrat.at\/<\/strong><strong>filea<wbr \/>dmin\/prethikrat\/img\/<\/strong><strong>Presseauss<wbr \/>endungen\/11_PA_PK_<\/strong><strong>Ethik-Rat_<wbr \/>0520_<\/strong><strong>StudieSchleichwerbung.pdf<\/strong><\/a> <strong>Zu\u00a0 deutschen Unsitten:\u00a0 Etliche Mode-, Reise-, Computer- oder Autozeitschriften, und nicht nur sie, sind &#8222;bedingt unabh\u00e4ngig&#8220;. *Selten&#8220; \u00a0kritisieren sie Produkte jener Firmen, denen sie Werbeanzeigen verdanken; systematisch bringen sie gef\u00e4llige Beitr\u00e4ge. Solche Bl\u00e4tter betreiben mehr Marketing als Journalismus.\u00a0 <\/strong><strong>Vgl. DIE ZEIT (29.12.1999)\u00a0<\/strong> \u00a0 <strong>____\u00a0<\/strong><\/p>\n<h5><strong><span style=\"font-size: large;\"><em>Kritik u. Lob deutscher Medien<\/em><\/span>: <\/strong><strong>Inszenierungen, Ablenkung, Reflexe statt Reflexion. <\/strong><\/h5>\n<p><strong>Setzen wir Lob an den\u00a0Beginn:\u00a0 <\/strong>Im H\u00f6rfunk sind Deutschlandfunk, DeutschlandRadio Berlin und viele dritte Programme ein Hort der Qualit\u00e4t. Mit dem Ausbau von S\u00fcddeutscher Zeitung, FAZ, Welt, Handelsblatt, Berliner Zeitung, Tagesspiegel und mit der deutschen Financial Times erlebt die Republik eine Bl\u00fcte ihrer Qualit\u00e4tspresse. <strong>\u00a0<\/strong>Zwar sind auch deren Journalisten gef\u00e4hrdet, etwa durch das ewige \u00dcbel der Eitelkeit, das alte \u00dcbel der zu gro\u00dfen N\u00e4he zu den Akteuren oder das j\u00fcngere \u00dcbel der Einflussnahme durch PR-Strategen und spin doctors. <span style=\"text-decoration: underline;\">Aber sie recherchieren mehr, ohne dabei das Augenma\u00df zu verlieren, und \u00fcberlassen den unbequemen investigativen Journalismus \u2013 den jede Demokratie braucht, nicht mehr allein dem Spiegel. <\/span> Deutschland hat eine Vielfalt guter nationaler und regionaler Bl\u00e4tter wie kein anderes Land; ihr Kapital sind die Leser, die sich mit Schlechtem nicht zufrieden geben. Das hilft der Republik, ist aber kein Grund zur Selbstzufriedenheit. <strong>Zur Kritik:\u00a0 \u00a0 <\/strong>\u00a0Eine Art Journalismus kommt hoch, der die Wirklichkeit nicht abbildet, sondern inszeniert, vom Pop bis zur Politik\u2026. Jetzt\u00a0 gedeiht ein Journalismus der Nullinformation. Denn es gibt mehr Medien, als Stoff vorhanden ist \u2013 mit zwei Folgen: Einerseits tobt der Verteilungskampf um Informationen, andererseits schaffen viele Medien k\u00fcnstlichen Stoff; die Stunde des <strong><em>Kunststoffjournalismus <\/em><\/strong>Die Gier nach Stoff, wie bei einem Junkie, verleitet zur Dramatisierung des Belanglosen.\u00a0 Das Angebot richtet sich an \u00fcbers\u00e4ttigte \u201cMedienkonsumenten\u201d, nicht mehr an den Staatsb\u00fcrger. Und weil es \u2013 beim Hei\u00dfhunger solcher Medien \u2013 zu wenig \u201cverk\u00e4ufliche\u201d Informationen gibt, erfinden sie Events, die eben keine Ereignisse sind. <strong>Sie bieten am wenigsten, <span style=\"text-decoration: underline;\">was am meisten gefragt ist: Orientierung<\/span>.\u00a0<\/strong> Hauptaufgaben\u00a0<strong>des Journalismus<\/strong> Fakten suchen, pr\u00fcfen, darstellen, erkl\u00e4ren, gewichten und einordnen, das sind die ersten Aufgaben des Journalismus. \u00dcber das Internet jedoch werden nun, welt\u00f6ffentlich, Ger\u00fcchte und Klatsch feilgeboten, als seien sie politisch bedeutsame Tatsachen. Journalismus war stets ein schneller Beruf. Wuchert jedoch die Mediendemokratie, wird sie noch kurzatmiger als ohnehin bei vierj\u00e4hrigen Legislaturperioden: Reflexe statt Reflexion. Doch w\u00e4chst der \u00dcberdruss und es bleiben die Anspr\u00fcche der Anspruchsvollen.\u00a0 Der Wettbewerb sorgt f\u00fcr Schund wie f\u00fcr Qualit\u00e4t. ARD und ZDF sind alles in allem nicht schlechter, sondern besser geworden, und sie gewinnen Zuschauer. Wo fr\u00fcher der Staat die Pressefreiheit bedrohte, tun das jetzt die Medien selbst. Im Kampf um Aufmerksamkeit \u00fcbertreten Medien, die so gern moralisch tun, eine Grenze nach der anderen. Sie erlauben sich alles, solange es nicht strafbar ist \u2013 und berufen sich auf ihr Verfassungsprivileg. Dieses jedoch verliert an Legitimation, wenn es missbraucht wird. Die Selbstkontrolle durch den Presserat und andere Gremien ist schwach, Redaktionen und Medienkonzerne m\u00fcssen sie st\u00e4rken. Die Selbstkritik der Medien in den Medien nimmt zu, das ist eine (leise) Hoffnung. Oder kommt nach Big Brother noch Groteskeres? An den Medien ist es, dies zu verhindern.\u00a0 <strong>Vgl.\u00a0 ZEIT-Artikel \u201cGier der Medien\u201d von Roger de Weck vom 29.12.1999 . Der Inhalt gilt bis heute.\u00a0Text neu: August 2013.<\/strong> <strong>\u00a0<\/strong> <strong>Univ. Prof. Peter Gerlich: <\/strong><\/p>\n<h5><strong><span style=\"font-size: large;\"><span style=\"color: #3366ff;\"><em>Wirkliche politische Inform<\/em>iertheit<\/span> <\/span><\/strong><\/h5>\n<p>w\u00fcrde voraussetzen, zwei oder drei wirklich gute Zeitungen zu lesen, doch das k\u00f6nnen und wollen sich nur wenige leisten, so Univ. Prof. Peter Gerlich zu \u00d6sterreichs Politikverst\u00e4ndnis. \u201cOhne fundiertes Wissen wird man aber leicht Opfer von Emotionen, von einer Politik der Gef\u00fchle. Politik ist ein Teil unserer Konsumgesellschaft geworden. Wie im Supermarkt *preisen die Parteien ihr Angebot an.\u201d\u00fc\u2026. <strong>Politik muss\u00a0Menschen auch unangenehme Dinge\u00a0 sagen, sie\u00a0 erkl\u00e4ren und ihnen F\u00fchrung geben. Da vermag eine\u00a0 <\/strong><strong>Mehrheit zu richtigen, zumindest vern\u00fcnftigen Entscheidungen gelangen. . Problematisch ist die Dominanz von\u00a0Populisten. <\/strong><strong>Resum\u00e9: Wiener \u00a0Zeitung, 20. Sept. 2008, Beilage S. 6 <\/strong> <strong>Sehr interessante Beitr\u00e4ge finden sich in der \u201eWiener Zeitung\u201c .\u00a0 Ihre Auflage ist gering, und oft\u00a0wird sie leider\u00a0\u00a0untersch\u00e4tzt, sie hat\u00a0 breite Auslandsberichte und versucht in Inlandsberichten sehr sachlich zu bleiben, wenngleich der jeweilige Bundeskanzler den Chefredakteur bestellt. <\/strong> <strong>____<\/strong> <strong><span style=\"font-size: large;\"><em><span style=\"color: #3366ff;\">Radiosender \u00d6 1 mit <\/span>beachtlicher Qualit\u00e4t\u00a0 <\/em><\/span><\/strong> <strong>In unserem offenen Kreis stimmen wir \u00fcberein, dass \u00d6 1 den Mehrwert eines \u00f6ffentlich-rechtlichen Senders und den Bildungsauftrag des ORF hervorragend erf\u00fcllt.\u00a0 Dies gilt auch f\u00fcr ORF III. ___<\/strong> <strong><span style=\"font-size: large;\"><em>TV-Debatten polarisieren zu viel: <\/em><\/span>\u00a0<\/strong><strong>In Deutschland und in \u00d6sterreich f\u00fchren viele Medien-Debatten\u00a0 zu einer enormen Polarisierung, die Differenzierungen unm\u00f6glich macht \u2013 egal ob es sich um neue Technologien oder was auch immer handelt. <\/strong> <strong>__<\/strong> <span style=\"color: #3366ff;\"><strong><span style=\"font-size: large;\"><em>\u00d6sterreichische\u00a0 Politik-Journalisten<\/em><\/span>:\u00a0<\/strong><strong>Ihre Lage, \u00a0politischer\u00a0 Standort,\u00a0&#8222;Verhaberung&#8220;.Studie<\/strong><\/span> Hohen journalistischen Anspr\u00fcchen steht in den Redaktionen starker \u00f6konomischer Druck gegen\u00fcber. Und fehlende pers\u00f6nliche Distanz zwischen Journalisten und Politikern wird als Problem gesehen.\u00a0 Sensation verdr\u00e4ngt Sachinformation. Studienautoren befragten ein Drittel der rund 300 Journalisten befragt, die tagt\u00e4glich \u00fcber die \u00f6sterreichische Innenpolitik berichten. *Die Selbstsicht f\u00e4llt durchaus kritisch aus: <strong>Fast 90 Prozent gaben an, dass Sensationen*, Personen u. Konflikte in der Politikberichterstattung immer mehr Platz einnehmen und die Sachinformation verdr\u00e4ngen . <\/strong> <strong>Da die P e r s o n\u00a0\u00a0 als\u00a0 Akteur zu sehr betont wird,\u00a0 kommt die systemische Betrachtung zu kurz.\u00a0 <\/strong> <strong>Unabh\u00e4ngigkeit bedroht<\/strong> Mehr als 70 Prozent sehen es als Problem, <span style=\"text-decoration: underline;\">dass Journalisten u.Politiker in \u00d6sterreich sehr eng miteinander umgehen, also \u201cverhabert<\/span>\u201d sind, wie es auf Wienerisch hei\u00dft. Darunter leidet die journalistische Unabh\u00e4ngigkeit. Spardruck versus kritischer Journalismus. Mehr\u00a0als 70 Prozent der Politik-Journalisten beklagen, dass zeitaufw\u00e4ndige Recherchen selten\u00a0m\u00f6glich sind. Spardruck auf die Redaktionen macht sich bemerkbar<strong>. <\/strong> Die kritische Funktion, die \u201cwatchdog-Funktion\u201d, sei \u00a0in \u00d6sterreich international verglichen\u00a0 sehr hoch ausgepr\u00e4gt. <strong>97 Prozent der \u00f6sterreichischen Politik-Journalisten wollen\u00a0prim\u00e4r , Missst\u00e4nde aufzuzeigen und zu kritisieren. <\/strong>Bei\u00a0 den deutschen Kollegen sind dies mit 60 Prozent deutlich weniger. <strong><span style=\"font-size: large;\"><em>Links \u00fcberwiegt<\/em><\/span><\/strong> <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Immerhin fast zwei Drittel der Politik-Journalisten geben hierzulande links von der Mitte an<\/span>, ein F\u00fcnftel sieht sich genau in der Mitte, und nur 16 Prozent rechts davon. (Ein prominenter Journalist dazu:\u00a0 Im ORF-Zentrum \u00a0trifft diese Linkslastigkeit umso mehr zu,\u00a0da bei der obigen Studie ein Schnitt aller \u00f6sterr. Journalisten gegeben ist. Und in vielen Bundesl\u00e4ndern gibt es eine \u00d6VP-lastige\u00a0\u00a0Belegschaft). <\/strong> Mit Partein\u00e4he hat das aber weniger zu tun, hier werden die Gr\u00fcnen am \u00f6ftesten genannt, gefolgt von der \u00d6VP und sonstigen Parteien. Nur f\u00fcnf Prozent f\u00fchlen sich der SP\u00d6 nahe. Der gr\u00f6\u00dfte Teil der Politikjournalisten, n\u00e4mlich 31 Prozent neigen gar keiner Partei zu<strong>.<\/strong> <strong><strong>Besprechung in Oe 1 Mittagsjournal\u00a0am \u00a021. Juli\u00a0 2010\u00a0<\/strong>&#8211; Buchtipp\u201d: Journalisten-Report III, Politikjournalismis in \u00d6sterreich\u201d, Andy Kaltenbrunner, Matthias Karmasin und Daniela Kraus, Facultas-WUV Verlag, ISBN 978-3-7089-0581-5<\/strong> \u00a0 <span style=\"color: #3366ff;\"><strong><span style=\"font-size: large;\">Geistloses\u00a0und\u00a0 Papierschmutz in Bahn, <\/span><\/strong><strong><span style=\"font-size: large;\">Bus und Bim<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>Im Schnitt verbringt <span style=\"text-decoration: underline;\">der\/die \u00d6sterreicher\/in pro Woche 20 Minuten f\u00fcr Politik-Berichte<\/span>. F\u00fcr dieses Anspruchsniveau reicht die Gratiszeitung \u201eHeute\u201c, es ist eine\u00a0Ausd\u00fcnstung der \u201eKrone\u201c.<\/div>\n<div>In der \u201eKrone\u201c ist auf den Seiten\u00a02\/3\u00a0\u00a0 Politik,\u00a0 in\u00a0 \u201eHeute\u201c wird es noch d\u00fcnner:\u00a0 auf\u00a0 S. 2\/3 sind die Schlagzeilen: \u201eIm Bett: Rock-Opa wieder solo; Frau verliert nach Sex\u00a0 ihr Ged\u00e4chtnis\u201c, Glatzkopf ist der Killer (Siehe\u00a014. Okt. 2011).\u00a0 S. 3\/4 etwas Politik.<\/div>\n<div>Die Stadt Wien l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen. Und\u00a0Herr\u00a0Kardinal schreibt auf S. 16 \u00fcber die \u201eHirtenkinder von Fatima\u201c.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>\u00a0In Summe: <strong>Unmenge an\u00a0\u00a0 geistlosem\u00a0 und Papierschmutz in Bahn, Bus und Bim,\u00a0 Bum (s) &#8211; auch\u00a0<\/strong>zur morgendlichen\u00a0 schulischen Einstimmung, wo\u00a0dann\u00a0Gutes und Sch\u00f6ne auf dem Programm steht. .<\/div>\n<div>Dr. Hans H\u00f6gl\u00a0 Vereinigung f\u00fcr Medienkultur<\/div>\n<div>\u00a0___<\/div>\n<div>\u00a0&#8222;<span style=\"font-size: xx-large;\"><em>WELT IN PANIK.\u00a0B\u00f6rsen &#8211;<\/em><\/span><em><span style=\"font-size: xx-large;\">Kollaps. Ohne Rezept\u00a0 gegen Krise\u201d\u00a0<\/span><\/em><span style=\"font-size: xx-large;\"><em>\u00a0<\/em><\/span> so lauteten die Riesenschlagzeilen im Massenblatt \u201c\u00d6sterreich\u201d\u00a0 am Samstag, 11. Okt. 2008. <strong><em><span style=\"text-decoration: underline;\">Zuerst\u00a0 Erregung einer\u00a0riesigen Angst um\u00a0Ersparnisse, dann\u00a0 im Blattinneren weit hinten folgt eine gewisse Beruhigung. <\/span><\/em><\/strong>Durch eine recht sachlich argumentierende\u00a0Expertin und sie beruhigt\u00a0die \u00a0Leser. Sonntagsausgabe von \u201c\u00d6sterreich\u201d (12. Okt. 2008). Bis S. 11 geht es um den Unfalltod von J\u00f6rg Haider, dann kommt die Banken- und Geldkrise. Auf S. 14 (auf Hochglanzpapier) und auf S. 13 (auf Normalpapier) finden wir <span style=\"text-decoration: underline;\">Hinweise,\u00a0 dass den Sparern von der Regierung geholfen wird, und es gibt echte finanzielle\u00a0 Experten-Beratung. Aber vorher wird Schrecken und Unsicherheit verbreitet.\u00a0<\/span> Der strategische Hintergrund: <span style=\"text-decoration: underline;\">Angst verkauft sich gut.\u00a0Je gr\u00f6\u00dfer der Schrecken, desto voller sind die Kassen<\/span>. Eine seri\u00f6se\u00a0 Information durfte auf keinen Fall diese extreme Bankenkrise\u00a0 verschweigen, wird aber auch in angemessener Weise\u00a0 von\u00a0 Gegenma\u00dfnahmen reden. ___ <span style=\"font-size: large;\">Die Rolle von <strong><em>PR-Agenturen in Weltpolitik<\/em><\/strong>.\u00a0Georgien und Irakkrieg. <\/span>Referat von Univ. Prof. J\u00f6rg Becker. J\u00f6rg Becker bringt Beispiele von Kriegen aus der j\u00fcngeren Vergangenheit, die zeigen wie Public Relation (PR)\u00a0Agenturen mit gewisser Signalwirkung Themenvorgaben platzieren (Agenda-Setting). In den USA entstand aus dieser Vorgehensweise ein eigener Dienstleistungssektor. So hat z.B. im Falle des Golfkriegs (\u00dcberfall des Irak auf Kuweit) eine der g\u00f6\u00dften PR-Agenturen den Auftrag gehabt, nicht nur NGO-Partner einzubeziehn, die helfen w\u00fcrden, <span style=\"text-decoration: underline;\">Hussein zu einer Art Hitler zu stilisieren<\/span>, sondern auch helfen sollten, Kuweit als eine brave Demokratie darzustellen, wozu falsche Aussagen eines M\u00e4dchens herhalten mussten. Das hei\u00dft: Es\u00a0wurde per Vertrag jenseits jeglicher Realit\u00e4t Bericht erstattet. (Schaudernd erinnerte mich das an den Film \u201eWag the Dog\u201c) . J\u00f6rg Becker berichtet, dass\u00a0diese Gepflogenheit auf einem <span style=\"text-decoration: underline;\">Gesetz aus dem Jahr 1938 beruhe,\u00a0 demzufolge USA-Presseagenturen Berichte aus dem In- und Ausland nur unter vorhergehender, totaler Offenlegung bringen durften. <\/span> \u00a0Aus dem Kaukasus-Krieg berichtete\u00a0er ein Faktum,\u00a0das schier an Verschw\u00f6rungstheorie\u00a0 grenzt. Er best\u00e4tigt, da\u00df wirklich eine Million Dollar an eine Agentur (Aspect) gezahlt worden\u00a0 sei, die den <span style=\"text-decoration: underline;\">Auftrag hatte, die Wahl in Georgien vorzubereiten, und zwar so, da\u00df das Bild Georgiens\u00a0 als ein demokratisch gef\u00fchrter Staat in der Welt verbessert werden sollte<\/span>. Es wurden innerhalb von\u00a0 zwei Tagen 70 Meldungen in die Welt geschickt, um ja keine Klarheit aufkommen zu lassen und\u00a0 um das Bild einer kleinen armen Republik, die vom gro\u00dfen B\u00e4ren (Tuma) \u00fcberfallen wird, in westlichen K\u00f6pfen festzusetzen. Alle PR-Agenturen ver\u00f6ffentlichen ihre ethischen Verhaltensregeln. Die der USA seien ganz\u00a0besonders streng, andererseits aber auch so widerspr\u00fcchlich formuliert, da\u00df ihre Auslegung gro\u00dfen\u00a0 Spielraum l\u00e4\u00dft. Wenn man nun Beckers Beispiele an ihnen mi\u00dft, so stellt sich heraus, da\u00df sie in gr\u00f6bster Weise gegen die Kriterien dieses Verhaltenskodex versto\u00dfen. Wir bef\u00e4nden uns im Zeitalter der <strong>Kolonialisierung des Journalismus durch die PR-Industrie<\/strong>. Eine Hoffnung w\u00e4re es,\u00a0wenn Zeitungsverleger und Leser verst\u00e4rkt zu einer moralischen\u00a0 Koalition f\u00e4nden \u2013 und sie\u00a0gewerkschaftlich\u00a0 organisiert vehement besseren Journalismus\u00a0 und mehr Transparenz forderten.\u00a0 Resum\u00e9 von Ilse Kleinschuster Wien, 8.12.2009 &#8212;&#8212; <span style=\"font-size: large;\"><em><strong>Britische KRIEGSM\u00c4RCHEN<\/strong> zum IRAK-KRIEG<\/em><\/span> Kriegsgr\u00fcnde\u00a0vorget\u00e4uscht:\u00a0<wbr \/>Neue Z\u00fcrcher Zeitung, 14. Dez. 2009, p. 1. Der fr\u00fchere britische Premierminister Blair hat erkl\u00e4rt, dass er <strong>unabh\u00e4nig von der Vermutung, der Irak<\/strong> <strong>besitze Massenvernichtungswaffen, f\u00fcr einen Regimewechsel in Bagdad und f\u00fcr einen milit\u00e4rischen<\/strong> <strong>Angriff gewesen sei<\/strong>. Saddam sei eine Bedrohung f\u00fcr die ganze Region gewesen und habe deshalb entmachtet werden m\u00fcssen. Die NZZ folgert daraus: Blair best\u00e4tigt damit, <strong>dass die damals vorgebrachten Argumente f\u00fcr den Krieg<\/strong>, die auch die Basis f\u00fcr verschiedene UN-Resolutionen bildeten, <strong>nur vorgeschoben waren<\/strong>. Viele Juristen vertreten heute wie damals: ein Krieg wegen blo\u00dfen Regimewechsel verst\u00f6\u00dft gegen das V\u00f6lkerrecht. Blair war von 1997 \u2013 2007 Premierminister \u2013 die Entscheidung f\u00fcr den Irakkrieg sei ohne ernsthafte Konsultation des Kabinetts und des Parlaments gefallen. Stichdatum f\u00fcr alles d\u00fcrfte ein Treffen Blairs mit Bush bereits im April\u00a0 2002 auf dessen texanischer Ranch gewesen sein, an dem sich beide \u00fcber den Regimewechsel im Irak verst\u00e4ndigt hatten. <strong>Diese stets abgestrittene Version findet nun durch Blairs Aussagen R\u00fcckhalt<\/strong>. Dies nimmt ein Ergebnis einer britischen Expertenkommission vorweg, die seit Monaten zu erkl\u00e4ren sucht, wie sich Gro\u00dfbr\u00edtannien f\u00fcr diesen Krieg entschied. Blair hatte damals \u00f6ffentlich die F\u00e4higkeit Saddams behauptet, <strong>innert 45 Minuten Massenvernichtungs<\/strong><strong>waffen nach Gro\u00dfbritannien abzufeuern<\/strong>. Diese &#8222;Erkenntnisse&#8220; sind eine\u00a0 \u00c4u\u00dferung eines irakischen T a x i f a h r e r s\u00a0\u00a0 und wurden als t\u00f6dliche Bedrohung in aller\u00a0 Sch\u00e4rfe dargestellt. Diese Bemerkung sei vom Geheimdienst in einer Fu\u00dfnote als nicht vertrauensw\u00fcrdig eingestuft worden, Blair bekam diese Information, \u201cdarauf habe es aber keine Reaktion gegeben\u201d. F\u00dcR VIELE IST DAS NICHTS NEUES;\u00a0 ABER ES IST JETZT NICHT NUR EINE WAHRSCHEINLICH VERMUTUNG;\u00a0 SONDERN\u00a0 <strong>DER AUFWEIS; DASS DIE GANZE WELT MANIPULIERT UND<\/strong> \u00fcber DIE KRIEGSGR\u00dcNDE GEGEN DEN IRAK IN DIE IRRE GEF\u00dcHRT WURDE. Quelle: NZZ, 14. Dez. 2009, p. 1. und p.3. <span style=\"font-size: large;\"><strong><em>Thema Minderheiten in \u00d6sterreichs Medien <\/em><\/strong><\/span> Cornelia Kogoj meinte, <strong>es g\u00e4be nur einige wenige<\/strong> <strong>Zeitungen, die sich dem Thema Minderheiten<\/strong> widmen. Ihr Verein gibt seit 1994 eine\u00a0 Zeitschrift der Minderheiten heraus. Das Jahr 1999 war ein Schwerpunktjahr zum Thema \u2018Medien und Migration\u2019, und man k\u00f6nne nun, 12 Jahre danach, <strong>wohl eine positive Ver\u00e4nderung erkennen<\/strong>. Diese \u00c4u\u00dferung beziehe sich leider eher auf einige Print-Medien, nicht sosehr auf den ORF (TV), wo nach wie vor, \u00a0abgesehen von der sonnt\u00e4glichen Sendereihe,\u201dHeimat, fremde Heimat\u201d, sich nicht viel ver\u00e4ndert habe. Es gibt immer noch wenige\u00a0 JournalistInnen mit Migrationshintergrund.\u00a0\u00a0 \u00a08. November\u00a0 2011 im DEPOT (1070 Wien) ______<\/div>\n<div>\n<h5><span style=\"font-size: large;\"><em>Produktionszeit des ORF &#8211; Weltjournals<\/em><\/span><\/h5>\n<p>Mit der P\u00e4dagogischen Hochschule hatten wir eine Begegnung in der Redaktion des Weltjournals \u2013 damals unter Leitung von Dr. Franz K\u00f6ssler 2006. . Hier ein inhaltliches Resum\u00e9: Deutsche \u00f6ffentliche rechtliche TV- Sender haben das\u00a0 10-fache Budget f\u00fcr die Auslandsberichte in Relation zum ORF.\u00a0\u00a0 Die zeitintensive\u00a0 Endproduktion des Weltjournals\u00a0 ist jeweils am Mittwoch. Das Schneiden des Materials erfordert f\u00fcr einen 10 min\u00fctigen Beitrag\u00a0 8 (acht)\u00a0 Stunden Arbeit bzw. pro 1 Minute Beitrag\u00a0 bedarf es ca. 1 Stunde Schnitt. Das l\u00e4ngst vorher gefilmte Material wird\u00a0 am Mittwoch von\u00a0 9 \u2013 17 Uhr geschnitten, dann schreiben die Redakteure die Texte. Um 18 Uhr ist der Mischtermin, um den Ton anzuf\u00fcgen.\u00a0 Nach 21 Uhr sind \u00dcberstunden zu zahlen.\u00a0\u00a0 Ab\u00a0 22:20 muss das Band zum Senden gebracht werden. ____ <span style=\"font-size: xx-large;\"><em>ORF u. Partei-<\/em><\/span><span style=\"font-size: xx-large;\"><em>Interventionen\u00a0<\/em> <\/span> 2011 und anno 2010.\u00a0Kurz vor Weihnachten 2011 verk\u00fcndete Dr. Alexander Wrabetz, er werde Niko Pelinka, den 24-j\u00e4hrigen SP\u00d6-Stiftungsrat zu seinem B\u00fcrochef erkl\u00e4ren. \u00dcber dessen Schreibtisch gehen alle Informationen an den ORF-Chef. Dazu regte sich enormer Widerstand von Seiten der ORF-Redakteure, so durch Armin Wolf.\u00a0 Wrabetz war unbefangen und unverfroren genug, dies alles\u00a0 als Sachentscheidung zu rechtfertigen. <span style=\"text-decoration: underline;\">Eine Analyse anno\u00a02000 ist von bleibender brennender Aktualit\u00e4t und enth\u00e4lt interessante, nie verwirklichte Vorschl\u00e4ge zum ORF. <\/span> <span style=\"font-size: large;\"><strong><em>\u201cLicht ins Dunkel des Interventionismus bringen\u201d von Dr. Herbert Kohlmaier. Intervenieren? Bitte nicht so!<\/em><\/strong><\/span> Wieder einmal sorgt das Intervenieren der Parteien in den Redaktionen\u00a0 des ORF f\u00fcr Aufregung.\u00a0 (Der Redakteursrat hat sich k\u00fcrzlich im Wege einer \u00f6ffentlichen Aussendung gegen ein \u201cmehrt\u00e4tiges Interventionsbombardement\u201d sowie den \u201cDruck der Regierungsparteien auf die Redaktionen\u201d\u00a0 (siehe Kurier vom <em>10. Oktober 2000<\/em>, Seite 2\u00a0 gewendet.) Nun, das ist nichts Neues. Man mu\u00df dazu sagen: Leider. Die Sache\u00a0 hat Tradition und scheint uns noch einigen \u00c4rger zu versprechen. Das m\u00fc\u00dfte aber nicht so sein. Sicher handelt es sich zun\u00e4chst um eine \u00f6sterreichische Spezialit\u00e4t. Der BBC ist da traditionsgem\u00e4\u00df besser dran, weil er aufgrund eines anderen Demokratieverst\u00e4ndnisses in Gro\u00dfbritannien weitaus weniger Interventionen ausgesetzt ist. Erinnern wir uns: Es gab ja sogar einmal eine Zeit, wo H\u00f6rfunk und Fernsehen zwischen den Einflu\u00dfbereichen von Rot und Schwarz aufgeteilt werden. Dem Rundfunkvolksbegehren der Zeitungen und der seinerzeitigen Regierung von Dr. Josef Klaus ist zu danken, da\u00df man die \u00fcberf\u00e4llige Befreiung aus der Umklammerung der Parteien energisch anging. Mit der Bestellung der\u00a0starken Pers\u00f6nlichkeit von Gerd Bacher als Generalintendant erfolge damals fast ein Akt der politischen Selbstent\u00e4u\u00dferung. Den eindeutigen Nutzen hatte der damalige Chef der Opposition, der sich im Medium des Fernsehens wie der Fisch im Wasser bewegte. Jedenfalls gewann der \u00f6ffentlich-rechtliche Rundfunk damals viel an Selbstbewu\u00dftsein, Qualit\u00e4t und kritischer Funktion. Der Keim des \u00dcbels wurde freilich nicht ganz ausgemerzt. <strong><em><span style=\"text-decoration: underline;\">In den Gremien des ORF haben die Partien nach wie vor das Sagen. Sie befinden letztlich dar\u00fcber, wer an den Schalthebeln der nach wie vor dominierenden \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt sitzt. <\/span><\/em><\/strong> Das hat nat\u00fcrlich seine Auswirkungen. Der Leidensweg des ORF aus dem Einflu\u00dfbereich der Politik ist noch lange nicht beendet. Schon viele Jahre verl\u00e4uft er wie die Echternacher Prozession: Drei Spr\u00fcnge nach vorn, zwei zur\u00fcck. Ein fein gesponnenes und undurchschaubares Gespinst hat sich jedenfalls entwickelt. Vorauseilenden Gehorsam gibt es da, das Bedenken dessen, was die M\u00e4chtigen gern h\u00f6ren und sehen. Die Folgen einer gezielten und an allerlei Bedingungen gekn\u00fcpften Personalpolitik. Das Wirken bestimmter \u00dcberzeugungen, die auf das subtilste in den Sendungen, bei Auswahl des Gebrachten und der Art der Pr\u00e4sentation durchklingen. Aber nat\u00fcrlich auch die <span style=\"text-decoration: underline;\">direkte Intervention<\/span>. Da soll etwa der Verwandte eines ganz hohen Politikers in einem Skandalbericht \u00fcber ausdr\u00fccklichen Wunsch nicht vorgekommen sein, obwohl man ihm allgemein eine Verwicklung in die Sache unterstellte. Und auch zuletzt soll wieder kr\u00e4ftig interveniert worden sein \u00a0von Parlamentsklubs und anderen St\u00e4ben. Die Erregung von Redakteuren wird demonstriert, ebenso eine etwas abwiegelnde Beschwichtigung des jetzigen Generalintendanten. Bei ihm sch\u00e4tzt man ja die F\u00e4higkeit besonders, das Schlachtschiff des K\u00fcniglbergs geschickt durch Untiefen und Klippen der Politik zu steuern. Lassen wir die Kirche im Dorf. Den politischen Parteien steht es sicher zu, Kritik an Sendungen zu \u00fcben und das auch dem ORF gegen\u00fcber auszudr\u00fccken. Das tut ja auch der viel zitierte Verein von Kaninchenz\u00fcchtern. <span style=\"text-decoration: underline;\">Das Problem entsteht freilich dadurch, da\u00df es eben die Parteien sind, die in den Leitungsorganen sitzen und mit ihren \u201cFraktionen\u201d auch sonst die Weichen stellen.<\/span> <span style=\"text-decoration: underline;\">Also liegt eigentlich eine klassische Form der Unvereinbarkeit oder zumindest einer jeder Demokratie abtr\u00e4glichen Kumulierung von Einflu\u00dfm\u00f6glichkeiten vor.<\/span> Die L\u00f6sung erschiene ganz einfach. Die Parteien m\u00fc\u00dften Mut und Gr\u00f6\u00dfe aufbringen, Ferne von den Entscheidungen zu demonstrieren und auch zu \u00fcben. Man sollte seitens der entsendungsberechtigten Instanzen <span style=\"text-decoration: underline;\">qualifizierte Bewerber generell in Form einer \u00f6ffentlichen Ausschreibung suchen<\/span> und finden. Politiker sollten nicht in die Gremien gehen, denn daf\u00fcr haben sie auch zu wenig Zeit und auch fachliche Kompetenz. Ich wei\u00df, wovon ich rede. Ich wurde selbst einmal mit einem \u201cKampfauftrag\u201d in das Kuratorium geschickt; das Absetzen von Bacher und die Installierung von Oberhammer an seiner Stelle sollten den damaligen Machthabern nicht zu leicht gemacht werden. Aber vom Grundsatz her ist das wahrlich nicht gut. Vor allem aber sei eines vorgeschlagen: Es ist nicht neu,\u00a0aber nie erreicht worden und deshalb \u00fcberf\u00e4llig. <span style=\"text-decoration: underline;\">Die Parteien sollten alle ihre Beschwerden und Interventionen in ihren Pressediensten ver\u00f6ffentlichen<\/span>. Jedermann k\u00f6nnte also dar\u00fcber befinden, ob es gerechtfertigt war, da\u00df man an diesem oder jenem Beitrag Ansto\u00df nahm. Umgekehrt sollte die sehr gut gestaltete Homepage des ORF um eine M\u00f6glichkeit des Anklickens erweitert werden: <span style=\"text-decoration: underline;\">Hier sollte jeder nachsehen k\u00f6nnen, was Redakteure an einschl\u00e4gigen Anrufen, Briefen oder Gespr\u00e4chen registrierten.<\/span> Zu einer solchen subtilen und vollst\u00e4ndigen Protokollierung w\u00e4ren sie strengstens zu verpflichten. Dann w\u00e4re etwas erreicht, was dem ORF nur gut tun k\u00f6nnte: Licht ins Dunkel zu bringen, nicht nur bei der weihnachtlichen Spendenshow, sondern auch dort, wo der Staatsb\u00fcrger\u00a0 und das sicher nicht zu Unrecht \u2013 \u00dcbles vermutet. Das w\u00e4re ein wichtiger Schritt zu einem wirklich unabh\u00e4ngigen Rundfunk in \u00d6sterreich. _____<\/p>\n<h5>\u00a0<span style=\"font-size: large;\"><em>Konzern:\u00a0Kleine \u00a0Zeitung\u00a0\u00a0\u00a0<\/em><\/span><\/h5>\n<p>Aus dem Regional- Medium Die Kleine Zeitung entstand ein internationaler Player:\u00a0 Die Unternehmensgruppe Styria besch\u00e4ftigt heute in diversen L\u00e4ndern 3.500 Mitarbeiter. 2009 Umsatz:\u00a0 454 Millionen Euro. Die *Beteiligungen der Styria in \u00d6sterreich, Kroatien*, *Slowenien betreffen* 9 Tageszeitungen, 17 Wochenzeitungen, 15 Magazine, 15 Kundenmagazine, mehr als 40 Magazine in Kroatien, Slowenien und Serbien, 15 online-Dienste, 2 Radio- und* 1 TV-SENDER und 8 Buchverlage. Styria ist der drittgr\u00f6\u00dfte Medienkonzern \u00d6sterreichs. Zum Verlag geh\u00f6rt neben der *Kleinen Zeitung* in \u00d6sterreich:\u00a0 *Die Presse, Das Wirtschaftsblatt, Die Furche*. Resum\u00e9 aus\u00a0&#8222;Wiener Zeitung&#8220; vom 14. Sept. 2010. Der Anlass: R\u00fcckzug des Vorstandsvorsitzenden Horst Pirker in der Stiftung, die im weiteren Sinne kirchlich nahe ist. Dies wird aber kaum\u00a0ersichtlich. __ <span style=\"font-size: large;\"><em><strong>Sender Al Jazira bringt andere Weltsicht\u00a0&#8211;<\/strong> so\u00a0 Fritz Edlinger<strong>.\u00a0 Situation im Emirat\u00a0<\/strong><\/em>Quatar<\/span><\/p>\n<div>Fritz Edlinger ist Nahostexperte und gibt die \u201cZeitschrift f\u00fcr internationale Politik\u201d heraus. Ich interviewte ihn zum Sender Al Jazeera nach einem Vortrag\u00a0 im \u00d6sterreichischen Journalisten-Club am 30. Juni 2011. Edlinger: Der Sitz von Al Jazeera ist im Emirat Quatar. Quatar liegt am Persischen Golf, es ist zwar prowestlich, aber viel unabh\u00e4ngiger als Saudi Arabien, es ist zwar mehrheitlich sunnitisch, aber nicht so streng wie Saudi Arabien. F\u00fcr Fritz Edlinger ist der<strong> Sender Al Jazeera eine sehr wichtige Informationsquelle<\/strong>.\u00a0 Er bringt auch Hintergrundinfos \u00fcber Entwicklungsl\u00e4nder, die CNN nicht bietet. (Der Pr\u00e4sident des \u00d6JC, Fred Turnheim verwies auf das bekannte Naheverh\u00e4ltnis von CNN zum US-Geheimdienst CIA). Die <strong>Bewohner von Quatar sind wohlhabend<\/strong>, haben eines der h\u00f6chsten Lebensniveau der Welt, es gibt ein gutes Sozial- und Gesundheitssystem u. e. Pressefreiheit, wie sonst kaum in der Region. (Ausnahme: Israel).\u00a0.\u00a0 \u00a0 Encyclopaedia Britannica: In 1996 media restrictions in Qatar were relaxed\u2014the country\u2019s press is among the freest in the region\u2014and that year al-Jazeera, a satellite television network, was founded by a member of the ruling family. The outspoken news channel is received throughout much of the Muslim world and has become <span style=\"text-decoration: underline;\">one of the most popular stations in the Middle East<\/span>, as well as one of the most important sources of news in a region where there is little toleration for a free press. It became internationally known in 2001 after broadcasting several speeches and interviews of the militant Islamist Osama bin Laden. Several local daily newspapers and weekly publications are also available in Qatar. Prof. Dr. MMag. Hans H \u00f6 g l <i><\/i><i><\/i><i><\/i><i><\/i> Peter Schmidt, \u00a0ein in L\u00e4ndern des S\u00fcdens und arabischen L\u00e4ndern sehr erfahrener Journalist, empfahl uns vor einiger\u00a0Zeit folgende arabische Quellen:\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0 <a href=\"http:\/\/www.arabview.com\/\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #0066cc;\">www.arabview.com<\/span><\/a> [Sammlung von Artikeln\u00a0 kritischer Journalisten zu interessanten und brisanten Thematiken, Sitz vermutlich in Saudi-Arabien] &gt;\u00a0 &gt; <a href=\"http:\/\/www.qantara.de\/\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #0066cc;\">www.qantara.de<\/span><\/a> [Internetportal f\u00fcr die\u00a0islamische Welt aus Deutschland,\u00a0mit wichtigen\u00a0Themen u.\u00a0verl\u00e4sslichen Quellen &gt;\u00a0\u00a0 &gt;\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.memri.org\/\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #0066cc;\">www.memri.org<\/span><\/a> [Amerikanisch-j\u00fcdische\u00a0 Website mit brisanten &gt; Inhalten, beleuchtet\u00a0problematische und negativ besetzte &gt; Thematiken im Nahen Osten; nur beschr\u00e4nkt zitierf\u00e4hig, aber informativ und\u00a0 interessant f\u00fcr kritische Auseinandersetzung] &gt;\u00a0 &gt; <a href=\"http:\/\/www.aafaq.org\/\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #0066cc;\">www.aafaq.org<\/span><\/a> [Website arabischer Reformer, sehr\u00a0 progressiv und kritisch,\u00a0 HQ in Washington] &gt;\u00a0 &gt;\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.frauen-ohne-grenzen.org\/\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #0066cc;\">www.frauen-ohne-grenzen.org<\/span><\/a> [neben\u00a0der Universit\u00e4t meine Arbeitsstelle,\u00a0 eine international operierende NGO mit SChwerpunkt Frauen, Naher Osten und &gt; MuslimInnen]<\/div>\n<\/div>\n<div>Unser Mitarbeiter Hans Schlager schrieb uns: <strong>Warum f\u00e4llen wir soviel B\u00e4ume, wenn in Zeitungen \u00fcberall<\/strong> <strong>das Gleiche zu lesen ist<\/strong>? \u201cWenn ein Volk sich von Trivialit\u00e4ten ablenken l\u00e4\u00dft, wenn das kulturelle Leben\u00a0bestimmt wird als eine endlose Reihe von Unterhaltungen, <strong>als gigantischer Am\u00fcsierbetrieb, wenn der \u00f6ffentliche<\/strong> <strong>Diskurs zum unterschiedslosen Geplapper wird<\/strong>, kurz,\u00a0\u00a0 <strong>wenn aus B\u00fcrgern Zuschauer werden<\/strong> und ihre \u00f6ffentlichen Angelegenheiten zur Varit\u00e9-Nummer herunterkommen, dann ist die Nation in Gefahr \u2013 das Absterben der Kultur wird zur realen Bedrohung.\u201d <strong>Neil Postman: &#8222;Wir am\u00fcsieren uns zu Tode&#8220; <\/strong> <strong>Dieses\u00a0ber\u00fchmte Buch hat\u00a0 mehr Geltung hat als je zuvor.<\/strong> \u00a0\u00a0 <a href=\"http:\/\/deaudite.twoday.net\/stories\/neil-postman-wir-amuesieren-uns-zu-tode\" target=\"_blank\">http:\/\/deaudite.twoday.net\/<wbr \/>stories\/neil-postman-wir-<wbr \/>amuesieren-uns-zu-tode<\/a><em>_<\/em><\/p>\n<h5><span style=\"font-size: large;\"><strong><em>\u00a0<\/em><\/strong><\/span>\u00a0&#8222;\u00d6sterreichs Medienwelt von A bis Z&#8220;. <strong><em>Hintergrund-Lexikon<\/em><\/strong><\/h5>\n<\/div>\n<div>Autor: Harald Fidler. Alles, was man \u00fcber Medien wissen muss, auf 632 Seiten.\u00a0Wer dieses Buch\u00a0in die Hand nimmt,\u00a0ist perplex \u00fcber dessen\u00a0 informativen Reichtum und\u00a0\u00dcbersichtlichkeit. Es ist eine superbe Leistung\u00a0des Standard-Journalisten Harald Fidler. <a href=\"http:\/\/www.diemedien.at\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.diemedien.at<\/a> und da besonders: <a href=\"http:\/\/www.mediamanual.at\/mediamanual\/workshop\/lo\/0100_meinungsfreiheit.php\" target=\"_blank\">http:\/\/www.mediamanual.at\/<wbr \/>mediamanual\/workshop\/lo\/0100_<wbr \/>meinungsfreiheit.php<\/a> harald fidlers: <a href=\"http:\/\/www.diemedien.at\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.diemedien.at<\/a> APA: \u201cAlles, was man \u00fcber Medien wissen muss\u201d Wien (APA) \u2013 Wenige kennen die heimische Medienbranche wie Harald Fidler. Seit mehr als 17 Jahren setzt sich der \u201cStandard\u201d-Redakteur journalistisch mit dem Mediengesch\u00e4ft auseinander, das dabei angeh\u00e4ufte Wissen hat Fidler nun in Form eines Lexikons der Allgemeinheit zug\u00e4nglich gemacht. 630 Seiten ist es dick: \u201c\u00d6sterreichs Medienwelt von A bis Z\u201d. Es ist\u00a0 ein umfangreiches Nachschlagwerk, das nicht nur angehenden Kommunikationswissenschaftern, sondern vermutlich jedem, der mit dem Gesch\u00e4ft zu tun hat, die Arbeit erleichtert. Praktisch sind nicht nur die unz\u00e4hligen Daten und Grafiken,\u00a0sondern auch die Lebensl\u00e4ufe samt Geburtstagsdaten von s\u00e4mtlichen handelnden Personen der alpenrepublikanischen Medienwelt. 1.000 Stichworte hat Fidler zusammengetragen und darin so gut wie alles Wissenswerte \u00fcber Medien aufgelistet. In diesem Standard-Werk finden sich nicht nur die wichtigen Player der Branche, sondern auch ihre Handlanger. Kleine und gro\u00dfe Medienunternehmen sowie alle erdenklichen Medienerscheinungen werden vom Autor bis in den hintersten Winkel beleuchtet. Er schaut den Strippenziehern auf die Finger und zeigt Verhaberungen und Verflechtungen auf, wobei er nicht mit Spitzen spart, die er mit feiner Klinge austeilt. Die einen oder anderen Anekd\u00f6tchen, die Fidler zu berichten wei\u00df, machen den W\u00e4lzer tats\u00e4chlich zu einer unterhaltsamen Lekt\u00fcre. So erf\u00e4hrt man unter anderem, dass Hans Dichands Sohn Christoph auf den Spitznamen Chri-Chri h\u00f6rt und wo dieser seine heutige Frau, die \u201cHeute\u201d-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Eva Dichand kennenlernte. Presseprozesse und Druck auf Politiker:<\/p>\n<h5>Die Zeitung \u201c\u00d6sterreich\u201d lobt und setzt unter Druck<\/h5>\n<p>\u201eDIE ZEIT\u201c\u00a0 informierte,\u00a0 warum die Zeitung\u00a0 \u201e\u00d6sterreich\u201c unsere Politiker lobt oder\u00a0unter Zugzwang bringt. Hier also Texte aus der ZEIT\u00a0 (20. Okt.2011, p. 14) und Resum\u00e9.\u00a0 <strong>Wegen abgedruckter Interviews, die gar nicht oder nicht wie gef\u00fchrt erschienen sind<\/strong> (zuletzt war das bei Buchautor Hugo <strong>Portisch der Fall), setzte es Niederlagen vor Gericht<\/strong>. Im Kampf um die Auflage kupfert \u201c\u00d6sterreich\u201d Berichte und Bilder regelm\u00e4\u00dfig von der Konkurrenz ab.<\/p>\n<\/div>\n<div>Das fiel auch den Redakteuren der \u201cKrone\u201d\u00a0 auf,, und sie beschlossen, die <strong>Mitesser aufs Glatteis zu f\u00fchren<\/strong>. Sie ver\u00f6ffentlichten Polizeifotos eines Mordopfers, die zuvor in der Bildredaktion farblich kr\u00e4ftig ver\u00e4ndert worden waren. Und tats\u00e4chlich: Genau so erschienen die Fotos in \u201c\u00d6sterreich\u201d. Laut Mediaprint (Verlagshaus: Krone \/Kurier), ist die Anzahl der Klagen mit der \u00d6sterreich-Gruppe dreistellig. Auf dem politischen Parkett trat Fellner stets als aktiver Werber von Inseraten in Erscheinung. Der Abgeordnete Karl \u00d6llinger erinnert sich an ein \u00bberpresserisches\u00ab Angebot zu News-Zeiten, \u00fcber das im Bundesvorstand der Gr\u00fcnen diskutiert wurde: *\u00bbFellner hat gesagt, entweder ihr inseriert bei uns, oder wir schreiben euch nieder*. Fellner selbst war zu keiner Stellungnahme zu bewegen.<\/div>\n<div>\n<h5><em><span style=\"font-size: large;\">Manager der Medien\u00a0 wollen nur die Quote<\/span><\/em><\/h5>\n<p>Bei der Er\u00f6ffnung eines Sozialmarktes durch Pfarrer Pucher in der Wiener Wallgasse traf ich einen Journalisten einer der gro\u00dfen Wiener Tageszeitungen \u00a0 und ich berichtete ihm kurz von der Vereinigung f\u00fcr Medienkultur. Seine Spontan- Kurzreaktion: \u201cDies ist ein Kampf gegen Windm\u00fchlen. Sie (von der Zeitung) wollen nur die Quote!\u201d Nun: Das sp\u00fcren wir alle und das ist ja auch das Unbehagen mit\u00a0 Medien, sie speisen uns damit ab, was ankommt und nicht,\u00a0worauf es ankommt.\u00a0\u00a0 Diese Worte eines &#8222;Kurier&#8220; Reporters klingen \u00e4hnlich wie aus\u00a0 spontanen\u00a0ORF-\u00c4u\u00dferungen.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<h2><span style=\"font-size: large;\"><strong><em>Eine Zeitung vergab einen leitenden Posten.<\/em><\/strong><\/span><\/h2>\n<\/div>\n<div>Die Redakteure str\u00f6mten von Westen und Osten\u2026 Sie f\u00fcllten das ganze Gesch\u00e4ftslokal. (Die Zeitung pers\u00f6nlich war liberal.) Die Verlagsg\u00f6tter l\u00e4chelten im Chor \u2026 Dann trat der erste Bewerber hervor: Meine Herren, was braucht eine Zeitung von Fleisch und Blut? Sie braucht Mut. Ich klebe allen die Faust in die feige Miene! Ich bin ein L\u00f6we mit Schreibmaschine!\u00a0 Der Obergott sprach: Herr, wir brauchen keine L\u00f6wen in unserem Laden. Erstens bin ich selber mutig \u2013 Und zweitens kann Mut heutzutage nur schaden \u2026 Wir sind liberal, vastehnse?\u201d Da lachten die Herren im schaurigen Chor \u2026 Dann trat der zweite Bewerber vor: Meine Herren, eine gute Zeitung braucht erstmal: Gr\u00fctze. Die Klugheit ist ihre m\u00e4chtigste St\u00fctze. Ich schlage nicht blind und taub mit der Keule! Ich bin weise \u2026 Ich bin eine Presse-Eule!\u201d Der Obergott sprach: Herr, wir brauchen keine Eule in unserem Laden. Erstens bin ich selber allwissend \u2013 Und alles zu wissen kann heut nur schaden \u2026 Wir sind liberal, vastehnse?\u201d Da lachten die Herren im schaurigen Chor . Dann trat der dritte Bewerber vor: Was braucht eine Zeitung t\u00e4glich aufs Neue? Meine Herren, sie braucht: Treue. Ich bin weder L\u00f6we noch Eule \u2026 Meine Leitartikel gl\u00e4nzen nicht bunt. Aber ich diene dem Werke! Treu wie der Hund!\u201d Der Obergott sprach: Herr, wir brauchen keinen Hund in unserem Laden. Ein Hund bin ich selber \u2013 \u2013 \u2013 Und Treue kann heut dem Gesch\u00e4ft blo\u00df schaden \u2026 Wir sind liberal, vastehnse?\u201d Da lachten die Herren im schaurigen Chor \u2026 Dann trat der letzte Bewerber vor. Er sprach nur vier Worte: Ich kann mich drehn \u2026!\u201d Der Mann durfte sofort an die Arbeit gehn. Alice Rotholz \u00a0 <span style=\"font-size: large;\"><strong><em>Kobuks Medienkritik<\/em><\/strong><\/span><\/div>\n<div>Liebe Leser und Leserinnen konsultiert\u00a0\u00a0\u00a0 <a href=\"http:\/\/kobuk.at\/\" target=\"_blank\">http:\/\/kobuk.at<\/a>* Zum Namen: Auf Kobuk, den ber\u00fchmten Eskimodichter, warteten die Reporter am Westbahnhof. Nicht Kobuk kam, sondern Helmut Qualtinger im Pelzmantel. Und dies im Juli 1951. Davon r\u00fchrt der Name Kobuk. In dieser Plattform werden ausgesuchte Fehler \u00f6sterreichischer Medien genau dargestellt. Kobuk kennt <strong>schockierende Medien-Enten<\/strong> wie die des Innviertler Opas, der\u00a0 v\u00f6llig f\u00e4lschlich des Missbrauchs seiner T\u00f6chter beschuldigt wurde. Auch von Qualit\u00e4tsbl\u00e4ttern. <strong>Die Journalisten schlichen sich dann aus ihrer Verantwortung<\/strong>. Da regt sich der Wunsch, schlampige Reporter an einem Pranger zu sehen. Wie an dem in Gumpoldskirchen. Mit Brot und Wasser 7 Tage. <strong>Ein Teilnehmer sagte: Was Kobuk macht, sollten Tausende tun<\/strong>, damit es wirkt oder am besten rei\u00dferische Zeitungen abbestellen und <strong>nicht mehr lesen, so \u201cHeute\u201d, \u201c\u00d6sterreich\u201d und die \u201cKrone\u201d<\/strong>,welche die Normen des \u00f6sterr. Presserates nicht akzeptieren. <span style=\"font-size: large;\"><strong><em>Pausenloser Katastrophismus \u2013 in Print- u. elektronischen Medien<\/em><\/strong><\/span>.<\/div>\n<div>Medienkultur- Mitglied: HR.\u00a0 Dr. Werner Slupetzky: Katastrophismus endlos \u2013 in Print \u2013 u. elektronischen Medien. ORF ohne HERZENS-SPITZENGEF\u00dcHL! Wir leben anscheinend in einer grausamen Welt voll Ungl\u00fcck und Katastrophen, pl\u00f6tzlicher Gewalt, Arbeiter von Betonplatte erschlagen, Frau ermordet, Kind ertrunken, B\u00fcrgermeister vergiftet, Autobus abgest\u00fcrzt\u2026&#8230;&#8230;t\u00e4glich bombardieren uns die Medien mit Horrormeldungen, dass man glauben k\u00f6nnten, wir leben in einer H\u00f6lle auf Erden.\u00a0 Was mich schon lange nervt, ist die Haltung des ORF in Sachen Sensationsmeldungen. Z. B. Radio Salzburg. Fast jede Nachrichtensendung beginnt mit der Unfallstatistik. Es ist zerm\u00fcrbend, schon in der fr\u00fch um halbsechs Uhr mit diesen Dingen konfrontiert zu sein. Ja, das geh\u00f6rt zu unserem Leben, aber nicht ausschlie\u00dflich und so priorit\u00e4tsbetont. Es gibt bestimmte Redakteure, die sind geradezu versessen auf solche Themen.\u00a0 Vor allem am Sonntag ist es schlimm. Da h\u00f6rt man sch\u00f6ne Musik und dann kommen die Ungl\u00fccksmeldungen \u2013 besonders viele, weil es an wirklichen Nachrichten mangelt.\u00a0 Warum kann nicht einmal eine Nachrichtensendung so verlaufen, die sagt:*\u201cHeute gibt\u2019s nichts zu melden, was* wert w\u00e4re, gemeldet zu werden! (So viel ich wei\u00df, gibt es ein System, dass, noch bevor ein Verungl\u00fcckter im Krankenhaus landet, die Meldung schon bei den Medien ist). Hat der ORF auch einen \u201cNegativen Bildungsauftrag oder Unbildungsauftrag\u201d zu erf\u00fcllen? Ich w\u00fcrde z.B. vormittags um 10 und 1\/2 11 und nachmittags um 3 und 1\/2 4, nach den Haupt-und Landesnachrichten einen Anhang machen: Kriminalgeschehen, Mord Totschlag und Ungl\u00fccksf\u00e4lle konzentriert f\u00fcr die Sensationsgierigen bringen und sonst es sein lassen*. Aber das wird nicht gemacht werden, weil dann die Konkurrenzmedien schneller und die Ersten sind. (NB. Diesen Text sandte die Medienkultur im August 2013 an den Salzburger Landesintendanten. Es gab keine Antwort). Auch im Fernsehen ist es \u00e4hnlich schlimm. \u201cHeute in \u00d6sterreich\u201d. Die ersten 3 Meldungen sind sensationsl\u00fcstern gebracht: Bad News. Die Behandlung dieser Themen \u00fcberwiegt. Es war ersch\u00fctternd, wie in der Sache Masernepedemie in Salzburg der Moderator sich aufgef\u00fchrt hat wie ein Staatsanwalt und einen Schuldirektor ins Kreuzverh\u00f6r genommen und vorverurteilt hat. Es war besch\u00e4mend. Damit sind wir beim Kern der Berichterstattung. MEDIENETHIK ! MORALISCHES FINGERSPITZEGEF\u00dcL fehlt, (\u201cHERZENSPITZENGEF\u00dcHL\u201d) kommt abhanden. Ich w\u00fcrde vorschlagen, einen Forschungsauftrag zu vergeben und diese Causa zu beobachten* zu untersuchen, beweisen, und Alarm zu schlagen.* DIE WELT IST NICHT SO SCHLECHT WIE SIE UNS DURCH MEDIEN DARGESTELLT WIRD: Ich bin sicher kein Vogel Strau\u00df, der wegschauen m\u00f6chte, damit er nichts h\u00f6rt und sieht, das w\u00fcrde ja bedeuten, nichts zu tun. Ich bin eher ein Adler, der sich die Dinge von Oben ansieht, da relativieren sich die Proportionen und das gro\u00dfe und sch\u00f6ne Ganze ist zu erfassen. Noch besser, wie eine Friedenstaube, die mit dem Herzen sieht. Mit lieben Gr\u00fc\u00dfen und besten W\u00fcnschen, Dein Werner Slupetzky Aktueller Beweis! Es ist 14.30, Nachrichten im Radio. Was ist die 1. Meldung? Ein Einbruch!! \u00a0 <strong>HINTERGRUNDINFORMATION ZU DEN OBER\u00d6STERREICHISCHEN NACHRICHTEN\u00a0<\/strong> <b>\u00a0<\/b>Bei\u00a0 einer Tagung in Melk wurde der Chefredakteur der Nieder\u00f6sterr. Nachrichten (N\u00d6N), Harald Knabl, gefragt: &#8222;*Warum sind die die \u201eOber\u00f6sterreichischen Nachrichten\u201c so kirchenkritisch, aber die* Krone ist viel kirchenfreundlicher?&#8220;. \u00a0Dazu sagte Harald Knabl sinngem\u00e4\u00df: Das mit der\u00a0 *KRONE\u00a0\u00a0 ist heuchlerisch*, denn die KRONE verteidigt zwar traditionelles Christentum, insbesondere die Amtskirche, hingegen verdient sie sehr viel mit Erotik-\u00a0 und Sexwerbung. Die N\u00d6N bedient sich prinzipiell nicht der Erotikszene und der Sexwerbung und nimmt\u00a0 dadurch einen Verlust von 700.000 Euro j\u00e4hrlich in Kauf. Die \u201eOber\u00f6sterreichischen Nachrichten\u201c sieht Harald Knabl als Familienbetrieb. Deren Besitzer, Herr Cuturi,\u00a0 habe als \u201eFreidenker*\u201c eine kirchenkritische Haltung. Wir fanden im *Qualit\u00e4ts-Monatsmagazin \u201eDatum\u201c Genaueres*. \u00dcberall wo Punkte \u2026\u2026aufscheinen, k\u00fcrzten wir den Beitrag von &#8222;Datum&#8220;, anderes wurde\u00a0 in Fettschrift. Sie nennen ihn Padrone *Rudolf Andreas Cuturi, Herausgeber der* *Ober\u00f6sterreichischen Nachrichten*&#8220;, \u00fcber das s\u00fc\u00dfe Leben, mittelm\u00e4\u00dfige Journalisten, die Aff\u00e4re Marschall und die franz\u00f6sische Art, Politik zu machen. Ein Portr\u00e4t. Ein etwas \u00fcberdimensioniertes Ahnenportr\u00e4t, ein paar Topfpflanzen, ein Balkon mit Blick ins Gr\u00fcne. Zweckm\u00e4\u00dfig, aber trotzdem nicht ungem\u00fctlich hat es sich Rudolf Andreas Cuturi bei den Ober\u00f6sterreichischen Nachrichten (O\u00d6N) an der Linzer Promenade eingerichtet. Nicht nur die Geschwindigkeit, mit der der *geb\u00fcrtige R\u00f6mer* seinen Espresso hinunterst\u00fcrzt, verr\u00e4t hier seine italienischen Wurzeln. Der 60-J\u00e4hrige sieht sich gern als \u201eMann im Hintergrund\u201c, mit Wirbel um die eigene Person hat der gelernte Drucker nicht viel am Hut. Viel lieber als \u00fcber Zeitungen\u00a0 redet der<strong> Chef des Medienhauses Wimmer , der neben seinem Job\u00a0 als O\u00d6N-Herausgeber auch direkt und indirekt an mehreren ober\u00f6sterreichischen Privatradio*-,* TV- und Internetunternehmen (Life Radio, BTV, O\u00d6 online) beteiligt ist,<\/strong> \u00fcber italienische Schriftsteller&#8230;.. Gehaltsk\u00fcrzungen sorgten f\u00fcr deutlich vernehmbaren Unmut auch au\u00dferhalb der Redaktion, auch gegen\u00fcber dem Mann, den sie Padrone nennen.\u00a0 Cuturi, direkter Nachkomme des Firmengr\u00fcnders Josef Wimmer \u00a0in der f\u00fcnften Generation (seine Familie f\u00fchrte von 1865 bis zum Zweiten Weltkrieg die Tagespost, die 1955 mit den O\u00d6N fusionierte), mag das nicht einsehen. Der gek\u00fcndigte Journalist Marschall beschreibt seinen Ex-Chef heute als jemanden, <strong>der f\u00fcr Journalismus nicht viel \u00fcber hat: \u201eIch habe ihn nie als einen erlebt, der journalistisch denkt.<\/strong>\u00a0 Kein Verleger im klassischen Sinn, der Macht aus\u00fcben will*. Ich hatte eher den Eindruck, die Zeitung w\u00e4re daf\u00fcr da, dass die Druckerei l\u00e4uft.\u201c Cuturi best\u00e4tigt indirekt diese These. Bei den *O\u00d6N herrsche eine \u201ehohe redaktionelle Freiheit wie kaum anderswo in \u00d6sterreich*\u201c, seine eigene Rolle definiert er als die \u201eeiner h\u00f6heren Instanz und eines Korrektivs\u201c. \u201eDer Cuturi macht zwar einen auf liberal*, im Grunde ist er aber ein gestandener B\u00fcrgerlicher, der, wenn es hart auf hart geht, immer noch die schwarzen Positionen bis zum Letzten verteidigt\u201c, lautet der einhellige Tenor, wenn man sich bei ober\u00f6sterreichischen Landespolitikern umh\u00f6rt. &#8230; Als Verleger setzt Cuturi seit Jahren auf Regionalisierung, die O\u00d6N tun sich heute ganze sechs Lokalmutationen an. Auflagenm\u00e4\u00dfig sind wir heute die *vierte Zeitung in *\u00d6sterreich* und die *zweite Zeitung regional nach der Kleinen Zeitung*. Die lokalen Themen sind ihm ein Herzensanliegen&#8230;Die Familie Cuturi funktioniert nach italienischem Modell als gro\u00dfe \u201efamiglia\u201c mit f\u00fcnf S\u00f6hnen. Zwei von ihnen sind bereits ins Familienunternehmen eingestiegen. In seine alte Heimat reist Cuturi heute nicht mehr so oft, was ihn aber nicht davon abh\u00e4lt, Italophilen die Sch\u00f6nheit der toskanischen Inselgruppe Formiche (\u201eAmeisen\u201c) eindringlich ans Herz zu legen und sogar liebevoll mit eigener Hand kleine K\u00fcstenkarten nachzuzeichnen. Da wird auch ein harter Padrone mit einem Mal ganz weich. *<a href=\"https:\/\/3c.gmx.net\/mail\/client\/dereferrer?redirectUrl=http%3A%2F%2Fwww.datum.at%2F0504%2Fstories%2F785822%2FmodTrackback*&amp;selection=page1\" target=\"_blank\">http:\/\/www.datum.at\/0504\/stories\/785822\/modTrackback*<\/a> NB. Die Wochenzeitung <strong>&#8222;*Ober\u00f6sterreichische Rundschau*&#8220; habe Raiffeisen<\/strong> als Besitzer wurde mir m\u00fcndlich mitgeteilt.<\/div>\n<div><\/div>\n<p><b>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/b><b>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/b> <b>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/b> \u00a0 \u00a0 \u00a0 <b>\u00a0<\/b><b>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/b><b>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/b> \u00a0 \u00a0 <b>\u00a0<\/b> \u00a0 \u00a0 <b>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich und meine \u00d6ffentlichkeit verstehen uns sehr gut: Sie h\u00f6rt nicht, was ich sage, und ich sage nicht, was sie h\u00f6ren m\u00f6chte.\u00a0 Karl Kraus Auf (2.4) finden sich\u00a0Forschungen\u00a0zu Medien u.\u00a0Kommunikation und D a t e n und\u00a0Eigenbeitr\u00e4ge:\u00a0Ein Resum\u00e9\u00a0 eines wichtigen, von Medien nicht beachteten Vortrages oder eine Buchrezension. 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