{"id":1773,"date":"2015-03-08T23:01:12","date_gmt":"2015-03-08T21:01:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.medienkultur.at\/neu\/?p=1773"},"modified":"2015-03-11T20:11:10","modified_gmt":"2015-03-11T18:11:10","slug":"nato-der-luegenpropaganda-ueberfuehrt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.medienkultur.at\/neu\/nato-der-luegenpropaganda-ueberfuehrt\/","title":{"rendered":"NATO der L\u00fcgenpropaganda \u00fcberf\u00fchrt"},"content":{"rendered":"<p>Udo Bachmair<\/p>\n<h5><strong>Westliche Medien haben NATO-Kriegspropaganda \u00fcbernommen<\/strong><\/h5>\n<p>Im Falle\u00a0des US-Angriffskriegs gegen den Irak hat NATO-Kriegspropaganda mit entsprechender \u201eBegleitmusik\u201c milit\u00e4rische Aggression gegen einen souver\u00e4nen Staat vorbereitet und\u00a0gerechtfertigt. Wie sich herausstellte: Mit <strong>Propagandal\u00fcgen<\/strong>, bereitwillig verbreitet von westlichen Medien.<\/p>\n<p>In der Causa Ukraine hat sich \u00c4hnliches wiederholt. Wie der deutsche Nachrichtensender ntv aufdeckt, hat die westliche Milit\u00e4rallianz seit Monaten Politik und Medien mit <strong>dramatisierten antirussischen Darstellungen<\/strong> zur Lage in der Ostukraine \u201eversorgt\u201c. Damit ist weiter \u00d6l ins Feuer des ohnehin gef\u00e4hrlichen Ukraine-Konflikts gegossen worden. Medien haben angesichts schmerzlichen Mangels an Ethik und Verantwortungsgef\u00fchl weiter an Glaubw\u00fcrdigkeit eingeb\u00fc\u00dft.<\/p>\n<p>Im Folgenden <strong>exklusiv der ntv-Bericht<\/strong> , den sich heimische Mainstream-Medien nicht zu ver\u00f6ffentlichen wagen:<\/p>\n<p><strong>Propaganda aus Br\u00fcssel?<\/strong><\/p>\n<p><em>Von Christoph Herwartz<\/em><\/p>\n<p><strong>Laut einem Medienbericht trickst die Nato bei ihren \u00f6ffentlichen Einsch\u00e4tzungen zur Ukraine-Krise. Russland k\u00f6nnte weniger massiv an diesem Krieg beteiligt sein, als es bislang den Anschein hat. Die Bundesregierung ist angeblich fassungslos.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Der Vorwurf ist heftig: Hintertreibt der Oberbefehlshaber der Nato, Philip Breedlove, die Bem\u00fchungen der Bundesregierung, die Ukrainekrise zu befrieden?\u00a0<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/nato-oberbefehlshaber-philip-breedlove-irritiert-allierte-a-1022242.html\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Der &#8222;Spiegel&#8220; berichtet<\/span><\/a>, Breedlove und andere <strong>US-Amerikaner w\u00fcrden den Konflikt weiter anheizen<\/strong>, anstatt zu seiner L\u00f6sung beizutragen. Und dabei setzen sie die Glaubw\u00fcrdigkeit der gesamten Nato aufs Spiel. Von milit\u00e4rischer Propaganda ist die Rede. Breedlove, der m\u00e4chtigste Soldat der Nato, soll die Rolle Russlands in der Ukraine \u00fcbertrieben dargestellt haben.<\/p>\n<ul>\n<li>Zu Beginn der Krise sprach Breedlove von 40.000 Soldaten, die Russland an der Grenze zusammenziehe und die jederzeit angreifen k\u00f6nnten. Nachrichtendienste aus den Nato-Staaten widersprachen laut &#8222;Spiegel&#8220;: Es habe sich um wesentlich weniger Soldaten gehandelt und ihre Zusammensetzung deute nicht auf einen Einmarsch hin.<\/li>\n<li>Im November vergangenen Jahres meldete er mit Berufung auf die OSZE, Panzer, Artillerie, Luftabwehrsysteme und Kampftruppen seien \u00fcber die Grenze gekommen. Die OSZE hatte aber lediglich gemeldet, die Einheiten h\u00e4tten sich innerhalb der Ostukraine bewegt.<\/li>\n<li>Wenig sp\u00e4ter sprach er von russischen Milit\u00e4rberatern in der Ukraine \u2013 deren Zahl er mal mit &#8222;250 bis 300&#8220;, mal mit &#8222;300 bis 500&#8220; angab. Im Februar, als Angela Merkel in Minsk gerade eine Waffenruhe aushandelte, meldete Breedlove, 50 russische Panzer und Dutzende russische Raketenwerfer w\u00fcrden die Grenze zur Ukraine \u00fcberqueren. Der deutsche Geheimdienst BND konnte das nicht best\u00e4tigen, obwohl er eigene Satellitenaufnahmen hat und sich mit den US-Geheimdiensten austauscht.<\/li>\n<li>Und nun, Anfang M\u00e4rz, als in Deutschland gerade die Hoffnung auf eine dauerhaft haltende Waffenruhe aufkommt, sagt Breedlove, Russland sei mit mehr als Tausend Kampffahrzeugen, mit Kampftruppen und Artillerie-Bataillonen in der Ostukraine. Laut &#8222;Spiegel&#8220; verstehe man in der Bundesregierung nicht, wovon Breedlove da rede.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Glaubw\u00fcrdigkeit des Westens gef\u00e4hrdet<\/strong><\/p>\n<p>Auch die Bundesregierung ist \u00fcberzeugt davon, dass Russland die Separatisten direkt milit\u00e4risch unterst\u00fctzt. Sie beruft sich dabei auf Erkenntnisse des BND. Aber im Kanzleramt gebe es seit Monaten immer wieder Kopfsch\u00fctteln, wenn die Nato russische Truppenbewegungen verk\u00fcndet, schreibt der &#8222;Spiegel&#8220;. Die Regierung habe schon bei der Nato interveniert, um auf Breedlove einzuwirken.<\/p>\n<p>Der &#8222;Spiegel&#8220; zitiert so ausf\u00fchrlich die Position des Kanzleramtes, dass sich vermuten l\u00e4sst, dass die Regierung das Magazin bewusst mit diesen Informationen versorgt hat. Das ist ein beliebtes Mittel, um weiteren Druck auszu\u00fcben, ohne einen Affront zu riskieren. Die Botschaft der Bundesregierung an Nato und USA ist demnach diese: <strong>Die umstrittenen Lageeinsch\u00e4tzungen k\u00f6nnten die Glaubw\u00fcrdigkeit des Westens besch\u00e4digen<\/strong>. Der Propaganda d\u00fcrfe man nicht mit Propaganda begegnen, sondern mit rechtstaatlichen Argumenten. Dass Breedlove seine Meldungen gerade dann verbreitet, wenn der Friedensprozess vorankommt, sei nicht unbemerkt geblieben. Die Bundesregierung ermahnt die B\u00fcndnispartner dazu, den Friedensprozess zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Au\u00dfenminister Frank-Walter Steinmeier versucht, die Differenzen nicht zu hoch zu h\u00e4ngen: Es sei wahr, dass er selbst zweimal Nachfragen habe stellen lassen, weil die eigenen Informationen mit denen der Nato oder der USA &#8222;nicht v\u00f6llig \u00fcbereinstimmten&#8220;. Daraus solle kein Zwist entstehen, so Steinmeier in Reaktion auf den &#8222;Spiegel&#8220;-Bericht. Die Vorf\u00e4lle l\u00e4gen lange zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Trotzdem entsteht der Eindruck, dass die Meinungsverschiedenheiten zwischen Deutschland und den USA nun mit unzul\u00e4ssigen Mitteln ausgetragen werden. Deutschland m\u00f6chte sich milit\u00e4risch nicht in die Ukraine-Krise einmischen und <strong>das Verh\u00e4ltnis zu Russland nicht noch weiter besch\u00e4digen<\/strong>. Die USA wollen vor allem verhindern, dass Russland seinen Einfluss weiter ausdehnt und sind dazu auch zu drastischeren Ma\u00dfnahmen bereit. Barack Obama w\u00fcrde wohl Waffenlieferungen zustimmen, wenn ihn Merkel nicht davon abhielte. Besonders die Republikaner, die im Kongress die Mehrheit haben, dr\u00e4ngen ihn dazu.<\/p>\n<p>Breedlove geh\u00f6rt zu den Scharfmachern in dieser Sache. Er fordert, der Westen d\u00fcrfe Waffenlieferungen nicht ausschlie\u00dfen. Der Verdacht liegt nahe, dass er mit zugespitzten Lageeinsch\u00e4tzungen politische Entscheidungen beeinflussen m\u00f6chte.\u00a0<a href=\"http:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Die-Nato-bleibt-undurchschaubar-article14578561.html\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Unabh\u00e4ngig nachpr\u00fcfen lassen sich die milit\u00e4rischen Informationen der Nato nur sehr bedingt<\/span><\/a>. Dazu sind sie meist zu ungenau.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Udo Bachmair Westliche Medien haben NATO-Kriegspropaganda \u00fcbernommen Im Falle\u00a0des US-Angriffskriegs gegen den Irak hat NATO-Kriegspropaganda mit entsprechender \u201eBegleitmusik\u201c milit\u00e4rische Aggression gegen einen souver\u00e4nen Staat vorbereitet und\u00a0gerechtfertigt. Wie sich herausstellte: Mit Propagandal\u00fcgen, bereitwillig verbreitet von westlichen Medien. In der Causa Ukraine hat sich \u00c4hnliches wiederholt. 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