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Sprechverbot?

Sprechverbot.Mit allen reden- oder von vornherein den Kontakt ablehnen? Mit Freiheitlichen (FPÖ-früher Strache) mit der AfD und mit Kommunisten oder mit Konservativen reden?

Hans Högl

Manchmal kann Vorsicht geboten sein, sich mit Verfemten zu zeigen. Ich sagte einmal als Studierender in meinen Heimatdorf, einen Vortrag von Günther Nennung, einer früher bekannten Figur eines Linksgrünen teilgenommen zu haben. Ich erfuhr von der Nachbarin, Gattin eine ÖVP-Politkers, eine scharfe Zurückweisung. Wie ich denn da teilnehmen konnte? Eine ähnliche Frage stellt sich immer wieder. Auch im städtischen Kontext. Da protestieren Abtreibungsgegner, und dies wird verhindert. Das kann auch Politikern an einer Schweizer Universität, dem Leitbild von Demokratie, passieren. Ich halte solche Vorgangsweisen für bedenklich.Gerade die Stadt sollte Raum für Freiheit sein. Im kleineren Umfeld von Marktflecken ist das schon schwieriger.

Dazu eine Antwort des Bestsellerautors Marc Elsberg in der Wiener „Presse“ am 25.Nov. 2019, p.14. Würden Sie auch einen Vortrag bei der FPÖ halten (also bei den strammen Rechten Österreichs). Die Antwort von Elsberg, die ich auch richtig finde:

„Ja, warum nicht? Ich werde jemanden nicht erreichen, wenn ich nicht mit ihm rede. Das heißt nicht, dass ich mich gemein mache mit seiner Sache. Diesen Reflex- „Wie kannst du mit denen überhaupt noch reden?“- halte ich für unsinnig. Zumindest muss man versuchen, vernünftige Alternativen aufzuzeigen.“