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Libanons Dichter: Khalil Gibran

Wenn ich, H.Högl, an Libanon denke, SO AUCH an die wunderbaren Texte, die Khalil Gibran, ein Dichter aus dem Libanon verfasst hat.

Khalil Gibran
»Immer wandere ich auf diesen Stränden,
zwischen Sand und Schaum …«
Solltest Du wirklich deine Augen öffnen und sehen,
du würdest dein Ebenbild in allen Bildern erblicken.
___
»Immer wandere ich auf diesen Stränden,
zwischen Sand und Schaum.
Die Flut wird meine Fußstapfen auslöschen
und der Wind den Schaum fortblasen.
Aber das Meer und der Strand werden übrigbleiben.
Ewig.
***
Es war gestern, als ich mich selbst als ein Bruckstück dachte,
ohne Rhythmus in der Lebenssphäre zitternd.
Heute weiß ich, dass ich die Sphäre bin und sich das
ganze Leben in rhythmischen Bruckstücken in mir bewegt.
***
Wir waren unruhige, unstete, sehnsüchtige Kreaturen,
Millionen Jahre bevor uns das Meer und der Wind
im Walde Worte gab.
Nun, wie können wir das Alter der Tage in uns ausdrücken,
nur mit dem Klang vergangener Zeiten?
***
Ich wurde zum zweiten Male geboren, als meine Seele
und mein Körper einander liebten und sich vermählten.
***
Solltest Du wirklich deine Augen öffnen und sehen,
du würdest dein Ebenbild in allen Bildern erblicken.
Und solltest du deine Ohren öffnen und hören,
du würdest deine eigene Stimme in allen Stimmen hören.
***
Man sagte mir: »Solltest du dich selbst kennen,
würdest du alle Menschen kennen.«
Und ich sagte: »Nur wenn ich alle Menschen suche,
werde ich mich selbst kennen.«
***
Jetzt möchte ich mich selbst verwirklichen.
Aber wie sollte ich, es sei denn, ich würde selbst ein Planet,
auf dem Leben besteht?
Ist das nicht das Ziel eines jeden Menschen?
***
Einmal füllte ich meine Hand mit Nebel.
Dann öffnete ich sie, und siehe, der Nebel wurde zu einem Wurm.
Und ich schloss und öffnete meine Hand abermals,
und siehe da, da war es ein Vogel.
Und wieder schloss und öffnete ich meine Hand, und in ihrer
Vertiefung stand ein Mensch mit traurigem Gesicht, nach oben gerichtet.
Und noch einmal schloss ich meine Hand, und als ich sie öffnete,
war darin nichts als Nebel.
Doch ich hörte einen überaus lieblichen Gesang.
***
Die Menschheit ist ein Fluss des Lichtes, der aus
der Endlichkeit zur Unendlichkeit fließt.«
*****
(Textauswahl im Brennstoff aus: K. Gibran: Sand und Schaum. Verlag Walter.
NB. „Brennstoff“ ist eine bemerkenswerte Zeitschrift, die Heini Staudinger, der bekannte Schuherzeuger aus dem Waldviertel herausgibt. In der letzten Nummer des Publik-Forums fand sich über die Schuhfabrik ein langer Kommentar.

Der „Falter“ schont ebenfalls SPD-Mann Sigmar Gabriel

Hans Högl: Wenn schon- zurecht- die dubiosen Machenschaften des Fleischbarons Tönnies angeprangert werden, darf erwartet werden, dass auch Nutznießer der eigenen politischen Richtung kritisiert werden.

Das als linkskritisch geltende Wiener Intellektuellen-Magazin „Der Falter“ brachte sehr ausführliche, detailliert recherchierte, viele Seiten umfassende Beiträge über den Fleischskandal und das Tierleid in Westfalen. Ich las alle sehr kritischen Beiträge der letzten drei Nummern im „Falter“, fand aber kein Wörtchen über den SPD-Mann Gabriel, der sich üppig von Tönnies bezahlen ließ. Ähnliches gilt für die öko-soziale Zeitschrift „Publik-Forum“. Sind diese Medien auf dem linken Auge blind?

Wenn schon diese Fleischindustrie zurecht angeprangert wird, dann verlangt es die primitivste Ethik, dass Leute wie Sigmar Gabriel, der diesen Medien ideologisch nahe steht, auf das heftigste kritisiert wird- wenn schon der Anspruch erhoben wird, Kapitalismuskritiker zu sein und für die Gerechtigkeit zu kämpfen.

Gabriel habe von Tönnies ein Pauschalhonorar von 10.000 Euro im Monat sowie ein zusätzliches vierstelliges Honorar für jeden Reisetag erhalten. Sigmar Gabriel (SPD) bestätigte, dass er seit 1. März für Tönnies tätig gewesen sei. Er habe das Unternehmen im Rahmen von drohenden afrikanischen Exportproblemen beraten.. Was denn das wieder heißt? Heißt es, den Afrikanern Fleisch anzudrehen?

Anfang 2015 hatte Gabriel – damals noch als Wirtschaftsminister – das System der Ausbeutung in der deutschen Fleischindustrie als „Schande für Deutschland“ bezeichnet. Nach der Kritik verpflichteten sich die sechs großen Fleischkonzerne Deutschlands unter Federführung Gabriels, die Arbeitsbedingungen ihrer Beschäftigten in Deutschland zu verbessern.
Es ist klar, dass nichts geschehen ist. Eine deutsche Partei der Gerechtigkeit darf sich ja nicht für Ungerechtigkeiten an osteuropäischen Arbeitern einsetzten. Wo kämen man denn da hin!° Das wäre doch internationale Solidarität! (Also:das sind selbstverständlich ironische Worte!).

Publik-Forum: Kirchen-unabhängige Zeitschrift

Hans Högl: Tour d` horizon im Publik-Forum (Kurzrezension)

In der Regel erscheint die deutsche Zeitschrift „Publik-Forum“ 14-tägig. Sie versteht sich als kritisch-christlich-unabhängig. Sie wurde von einer Initiative von Christen und Christinnen gegründet -und zwar ökumenisch-überkonfessionell und unabhängig vom Amt der christlichen Kirchen und hebt öko-soziale und politische Aspekte hervor.Ein Merkmal ist, dass sie auf gelungene Beispiele und engagierte Personen hinweist, gut lesbar ist, gern Lebensgeschichtliches bringt, und sie kann nach üblicher Diktion als „progressiv“ eingestuft werden. Sie bietet kostenlose Testexemplare an: www.publik-forum.de/pfplus

Mit Bedacht ackerte ich die letzten Hefte von Publik-Forum durch: Erfreulich ist die Vielfalt an Beiträgen: das Leben Dalai Lamas (Nr.12), Beiträge über Ökologie, die Mut machen (Kohleausstieg in Deutschland, Aufwertung der Bahn in Österreich, das erstaunliche Bild von Bäumen auf Mailands Hochhäusern).

Die Worte über die Opfer-Attituden von Matthias Lohre treffen ins Volle (Nr.13), ebenso das Thema angeblicher Mikro-Aggression, wenn freundlich nach ethnischer Herkunft gefragt wird. Der kritische Beitrag über das „Das System des Fleischbarons“ Tönnies ist solide. Aber es fehlt der Bezug auf Sigmar Gabriel. Dies ist eine Lücke im Abschnitt „Personen und Konflikte“.

Publik-Forum

Wirbelsturm und kein Massensterben. Indien: Katastrophenvorsorge

Hans Högl

Es gilt in der „Medienkultur“ auch davon zu berichten, was n i c h t geschehen ist, welche Katastrophe durch Klugheit verhindert wurde und wovon wir bestenfalls in Minimedien wie Zeitschriften erfahren. Ein Hauptfokus der „Medienkultur“ ist u.a. internationale Berichterstattung.

Es geht hier um den äußerst gefährlichen Wirbelsturm „Fani“ im Golf von Bengalen (Bangladesch und Indien). Bereits vor dem Auftreffen des Wirbelsturms u. a. in Kalkutta wurden von der Caritas an die Bevölkerung Nothilfepakete, sauberes Trinkwasser und Material für die Reparatur von möglichen Schäden an Häusern verteilt. Dies war eine Katastrophenvorsorge der Caritas international. Laut „Publik Forum“ wurde 1 Million Menschen in Sicherheit gebracht. Dies war die Frucht von Aufklärungsarbeit in Städten und Dörfern. Vor 20 Jahren hatte der letzte Zyklon in dieser Region 10.000 Menschen getötet. Vgl. www.caritas-international.de

Trommelfeuer von Katastrophen! Good News?

Hans Högl

Für diesen Text ließen wir uns von der Beilage „Journalisten Werkstatt“ im Fachorgan „Der österreichische Journalist“ 2018/ Nr 10 u. 11 inspirieren. Sicherlich: Medien berichten über Probleme, damit die Gesellschaft auf Abhilfe sinnen kann. Doch in Medien spiegelt sich eine kollektive Negativneigung. Ihre Überbetonung von Gewalt, Misslingen, Krise und Bedrohung ist wissenschaftlich belegt – so durch den Sozialpsychologen Roy Baumeister.

Fall a) 2016 gab es rund 40 Millionen Passagierflüge, und dabei ereigneten sich 10 Unfälle, bei denen Menschen umkamen. Wovon wird wohl berichtet?

Fall b) Das Grundgefühl vieler Bürger lautet: „Immer mehr Gewalt, immer mehr Kriminalität! “ Doch die Fakten der polizeilichen Kriminalstatistik zeigen ein völlig anderes Bild. Bestes Beispiel dafür ist ein Text von Beate Lakotta über „Die sicherste aller Welten“. Darin legte die Autorin die übertriebene Angst der Deutschen vor Gewaltkriminalität dar, die seit langem rückläufig ist. ( Spiegel-Beitrag Nr. 19/ 2018). Doch auch Medien verstärken vorhandene Ängste. Angst kommt von Enge. Verengte Wahrnehmung führt zu falschen Entscheidungen. Gleichzeitig entsteht Misstrauen gegen alle. Das ist die Stunde der Populisten (oft von rechts und auch von links).

In Medien soll nicht verschwiegen werden, was funktioniert. Wer nur im Scheitern wühlt, zeigt ein negativ verzerrtes Bild der Wirklichkeit. Das sucht konstruktiver, lösungsorientierter Journalismus zu drosseln, zu überwinden. Über die Wahrheit erfreulicher Botschaften hat der schwedische Globalstatistiker Hans Rosling das Buch geschrieben: „Factfullness – Wie wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie ist“. Ähnliches vertiefen Steven Pinker, Max Rosner und die Gapminder Stiftung.

Aber es gibt nicht nur Bücher darüber, sondern auch Praxisansätze. So die „Spiegel“-Rubrik: „Früher war alles besser“. Autoren stellen darin langfristige Entwicklungen zum Besseren vor. Oder es geht um Entlarven von publikumswirksamen Mythen. Claudia Spiewak, die NDR-Info-Chefredakteurin erfährt vom Publikum Dank für die Sendung „NDR Info Perspektiven“: Sie stellt Initiativen dar, die Mut machen, und weiß, dass viele Menschen das Trommelfeuer von katastrophalen und krisenhaften Nachrichten nicht mehr aushalten.

Linda Hinz, die stv. Chefredakteurin von „Focus Online“, berichtet von ähnlichen Bestrebungen. Doch es gilt intern Vorurteile zu widerlegen, nämlich: a) Kritischer Journalismus bliebe auf der Strecke b) schlechte Nachrichten würden ausgeblendet und c) dass Leser nicht auf gute, sondern auf alarmistische Nachrichten klicken. Doch Frau Hinz stellt fest, dass die Verweildauer der User bei Konstruktivem besonders hoch ist.

Auch die ZDF-Sendung „Plan b“ am Samstag um 17:35 bringt lösungsorientierte Beiträge. Wir verweisen ferner auf die Zeitschrift „Publik Forum“. Sie versteht sich als kritisch-christlich-unabhängig und bringt mutmachende Aktionen – primär humane, kirchliche und ökologische.

Angst produziert? Tatort Deutscher Rundfunk. Die Deutschen sind Krimi-versessen. Fast jede Woche läuft «Tatort» auf ARD, dazu Krimiserien aus europäischen Hotspots, also auch Zürich. Zur täglichen Verbrecherjagd bläst auch das ZDF. Das kostet Geld. 210 Euro beträgt die Rundfunkgebühr pro Haushalt. Unser Feuilletonredaktor Daniel Haas in Berlin findet: viel Geld für miese Ausstrahlung. Mein Tipp zum Sparen: Der «Zürich-Krimi» ist so unzürcherisch wie bei uns eine Bratwurst ohne Senf. Zum Artikel (nzz online 2019-03-06

NB. Man brauch ja nur irgendwann und bei irgendwelchem Sender gucken,  immer wieder sieht man Schießereien. Das Ungewöhnlich ist ja, dass dies völlig selbstverständlich hingenommen wird.