Schlagwort-Archive: Katastrophismus

„Alles wird gut“

„Zur Dialektik der Hoffnung“

Hans Högl

Für mich ist der Titel des künftigen 26. Philosophicums wie ein Faustschlag gegen die Medienwelt und die allgemeine Tristesse, die herrscht. Ich schrieb einem Nur-Katastrophisten: „Soll ich mich alle 14 Tage umbringen oder genügt es einmal im Monat?“

Folgendes sind die ersten Sätze im Programm der genannten Tagung. Es sind Erläuterungen und Motive vom wissenschaftlichen Leiter Konrad P. Liessmann: „Was dürfen wir hoffen? Immanuel Kants berühmte Frage müsste heute umformuliert werden: Dürfen wir überhaupt noch hoffen? Angesichts der krisengeschüttelten, in der sich Nachrichten über Klimakatastrophen, Kriege, zusammenbrechende Versorgungssysteme und Pandemien überbieten, scheint kein Platz mehr zu sein für jene Hoffnungen, die sich in optimistischen Erwartungen, lichtvollen Utopien und Visionen vom ewigen Frieden zeigten.Hoffnung war immer schon ein zweischneidiges Schwert“….

Text aus dem Einladungsheft des künftigen Philosophicum in Lech am Arlberg vom 19.-24.Sept. 2023.

Nachwort: „Ich finde, wir brauchen in Österreich wieder einen optimistischeren Zugang zu Problemen. Das Resümee ist, dass die Gesundheitsversorgung (in der Pandemie) funktioniert hat und dass wir so gut durch die Krise gekommen sind.“ Aber es gibt auch Schwachstellen, sagt die Präsidentin des Rechnungshofes Margit Kraker (Interview von Conny Bischofsberger in der „Krone“ am 2.April 2023). Die oft sichtbare Haltung „Koste, was es wolle“ verleite zur Annahme, dass man alles mit Geld abgelten kann, so Kraker.

Katastrophen-Tsunami. Sind wir noch zu retten?

Hans Högl. Eine Zeitdiagnose

„Klima-Notstand! Sind wir noch zu retten?“ Darüber diskutierte der sehr verdienstvolle Ö-1-Redakteur Johannes Kaup mit der Klimaexpertin Helga Kromp-Kolb und einer Sprecherin von „Fridays for Future“. Das war „Im Zeitraum“ am 12. Februar im Wiener Radiokulturhaus. Ja, was war das für eine Zeit! In diesen Greta-Wochen versank die Welt in dem Klima-Medien-Tsunami. Jetzt prasselt auf uns wochen-, monatelang die Corona-Katastrophe in all ihren Facetten. Was ist die nächste Katastrophe? Die Budgetkrise kann sich dafür eignen.

Mein Sukkus: Vielleicht gibt es trotz des Katastrophismus andere Themen? Wie wär`s, Herr Chefredakteur, indem sie diverse Themen für ihre Mitarbeitern anregen? Auch wir als Publikum können dies ändern: Indem wir nicht jedes Detail, jede Sendung dazu rezipieren. Die Publikumsforschung kennt dies am nächsten Tag, und Medien ändern ihre Strategie. Wir sind Medien!

Ich erinnere an das Geschrei eines Militärs vor Weinachten 2019. Er warnte vor dem Untergang des Bundesheeres, wenn nicht schleunigst Milliarden dem Heer zugeschanzt werden. Wir taumeln von einem Extrem in das nächste. Ja, es gibt große Klima-und Corona-Probleme; doch systemisches Denken ist gefragt.