Raiffeisen erweitert Medienmacht

Raiffeisen will sein Imperium offenbar vergrößern. Damit verbunden erscheint auch der Ausbau der Macht des Konzerns über Medien.

Hans Högl

Laut einem „Standard“-Bericht wird Raiffeisen auch den Agrarverlag übernehmen, falls die Kartellbehörde zustimmt.

Im Agrarverlag wird die Zeitung für die Landwirte „Der Bauernbündler“ herausgegeben. Der Raiffeisenkonzern besitzt bereits einen Gutteil der Tageszeitung „Kurier“, und was viele nicht wissen, hält er auch Anteile an der Wochenzeitung „Niederösterreichischen Nachrichten“(NÖN).

Mit anderen Worten: Es ist sicherlich nicht zu begrüßen, dass eine Bank eine derartige Kontrollfunktion über Medien ausübt.

Ein Gedanke zu „Raiffeisen erweitert Medienmacht

  1. Eigene Ergänzung. Bei einer Recherche stieß ich auf folgenden Information aus dem Jahr 2014

    Die Veränderungen im Management der “Kleinen Zeitung” werden in politischen Zirkeln faktisch nicht diskutiert. Vor allem in Wien nicht, wo Graz in Zeitungsdingen so weit entfernt ist wie Zagreb geografisch. Tatsächlich hat die Berufung eines Raiffeisen-Chefs an die Spitze der “Styria” auch eine enorme machtpolitische Bedeutung. Seit Monaten bereits wird an einer Bank-Achse zwischen Oberösterreich und der Steiermark gebastelt. Die Raiffeisen-Organisationen der beiden Bundesländer sollen sich gegen die Vorrangstellung von Wien und Niederösterreich positionieren. Da Wien und NÖ mit dem “Kurier” auch eine Zeitung zur Verfügung haben, die Raiffeisen-Gedanken unter der Leserschaft verbreitet, soll die “Kleine Zeitung” für die Nord-Süd-Achse die selbe Rolle spielen. Damit (im Sinne des Inseratenaufkommens) die Wirtschaft nicht vergrämt ist, hat man jetzt auch einen Manager der steirischen Wirtschaftskammer als dritten Geschäftsführer der “Styria” ins breite Boot geholt. Im Vergleich mit der Ära des legendären Chefredakteurs Fritz Csoklich und dem katholisch-konservativen Generaldirektor Hanns Sassmann, die nahezu die gesamte zweite Hälfte des 20.Jahrhunderts geprägt haben, gibt es keine Affinität zur katholischen Soziallehre mehr. Und keine zur Sozialdemokratie. NB: a) Dass nun ein Raiffeisenmann CEO des Styria Verlages ist , wird in der kommenden Zeit bedeutsam für „Die Presse“ und „Die Furche“, diese gehören ebenfalls zum Styria Verlag. Der Verlag Styria hat großen Einfluss auf eine Reihe von Printmedien in Slowenien und Kroatien, wo ja auch Raiffeisen massiv sich positioniert hat. Und da kann Raiffeisen im Konfliktfall geschützt werden. (Hans Högl) b) Als Vereinigung für Medienkultur sind wir ebenfalls sehr kritisch gegenüber der massiven Inseratenvergabe von Seiten Bundeskanzler Faymanns für die KRONE und Heute. (Hans Högl)

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