Nachtquartiere für Hilfesuchende in Wien. VinziRast.

Cecily Corti – ihr Leben und Werk. Resumé: Hans Högl

„Wo ist das Buch?“ ruft meine Frau. „Ich bring`s Dir gleich!“ Ja, es ist ein Griss zwischen meiner Frau und mir um ein Buch von Cecily Corti, der Gattin von Axel Corti. Der Titel des Buches: Cecily Corti, „Man muss auf dem Grund gewesen sein“. Jede Zeile ist fesselnd, klar, gehaltvoll und spiegelt das gar nicht immer so harmonische Leben des Paares wider und dann die Gründung der VinziRast in Wien.

Wir erfahren von ihrer Herkunft- ich hatte den Salon ihrer Mutter Gräfin Herberstein in der Salesianergasse fallweise besucht, wir erfahren, wie Cecily ihren künftigen Mann Axel in Alpbach kennen lernt, wie sie ihr gemeinsames Leben gestalten und Spannungen erleben.

Besonders interessierte mich, wie allmählich, nach dem Tode von Axel Corti, ihr Anliegen, anderen Menschen zu helfen, wuchs, und wie sich die VinziRast entwickelte und wie sie diese Häuser organisierte. Die Quartiersuchenden dürfen in der Regel nur 30 Tage bleiben und pro Nacht werden 2 Euro erbeten, können aber später entrichtet werden, was fast immer geschieht.

Ein Obdachloser in Paris erzählte einmal, wie gerade Mitleid ihm ein Stück der Würde raubte und er mied alle Notschlafstellen, weil er sich erst dort als Obdachloser fühlte.

Abendessen in den Vinzihäusern ist von 18:30 – 21.00. Alle erhalten ein Infoblatt, das in 15 Sprachen abgefasst ist. Es gibt ein gesundes Abendessen, Nahrungsmittel sollen in die Schlafräume nicht mitgenommen werden. Die Erfahrung der Stille in der Nacht ist wichtig.

Alles hat Struktur, aber nicht zu viel Reglement. Die Mitarbeit ist nur ehrenamtlich. Der Bauunternehmer Haselsteiner unterstützte das Werk.

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