Betriebsräte seien für Werksvertrags-Arbeiter bei Tönnies nicht zuständig

Hans Högl: Medien berichten dann, „wenn es brennt“, also viel zu spät. Schon 2007 waren Skandale in der Tönnies-Fleischfabrik bekannt. Nichts geschah bis zur Corona-Krise. Die Aufklärungsfunktion von Medien ist relativ, wenn Ereignisse nicht besonders auffallen.

Der „Falter“ (Nr 27/2020) brachte den Beitrag „Von Sklaven und Schweinen“. Die Reporterinnen des „Falters“ berichten von einem Rumänen der „14 Stunden das Stück hackelt“. Aber die Tönnies-Betriebsräte seien für Werkvertrags-Arbeiter nicht zuständig!, heißt es in einem kurzen Satz im „Falter“. Nun-dann gute Nacht ihre Betriebsräte und Gewerkschaft, wenn Ihr den Sinn Eures Auftrages so auffasst. Die Arbeiterführer des 19.Jahrhunderts drehen sich im Grabe um.

Schon 2007 nannte der deutsche Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium Gerd Andres das Unternehmen Tönnies als Beispiel für unhaltbare Zustände in der Fleischindustrie, und er verwies auf 2000 osteuropäische Mitarbeiter.(Quelle Wikipedia).

In der Ems hinter der Kläranlage Rheda-Wiedenbrück wurde 2019 an zwei Stellen eine hohe Belastung mit multiresistenten, selbst gegen Reserveantibiotika gefeiten Bakterien nachgewiesen und ein Zusammenhang mit Tönnies-Abwasser vermutet (Wikipedia). Dass das Grundwasser im Raum der Tönnies-Betriebe relativ belastet wäre, darauf weist der obige Hinweis von 2019 hin. Aber dies würde in deutschen Medien gegenwärtig nicht thematisiert, erfuhren wir.

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