Schlagwort-Archive: Wien

Protestaufruf Kulturschaffender gegen Baumonster

Der Stadt Wien droht der Verlust des UNESCO-Weltkulturerbes. Warum? Wegen des geplanten Hochhauses beim Eislaufverein am Heumarkt. Dieses Projekt droht das Stadtbild empfindlich zu beeinträchtigen. Wird es tatsächlich realisiert, drohen weitere Baumonster.   
Daher rufen Kunst- und Kulturschaffende zu einer Demonstration gegen das Hochhausprojekt „Heumarkt“ auf. 
Wann? Am 11.3. von 15 – 17 in der Nähe des Konzerthauses (genauer: Beethovenplatz gegenüber Eislaufverein und Konzerthaus).  
Kontakt: Herbert Rasinger, Obmann des Vereins Initiative Stadtbildschutz, www.stadtbildschutz.at, mobil: 0664 / 419 75 73

Vortrag: Bespitzelung der Zivilgesellschaft

Verein gegen Tierfabriken

Dr. Eveline Lubbers wird am 23. Februar im WUK Projektraum ab 19 Uhr in ihrem Vortrag tatsächliche Infiltrations-Fälle beleuchten und erwägen, wie wir mit der Spitzel-Gefahr verantwortungsvoll umgehen können. Die Wissenschafterin, Journalistin und politische Aktivistin, Eveline Lubbers, hat in ihrem Buch vgl. oben Machenschaften multinationaler Konzerne aufgedeckt u. dokumentiert. Sie zeigt auf, wie Konzerne die legitime Arbeit und Recherche-Tätigkeiten von NGOs stoppen können und welche gravierende Bedrohung sich daraus für  politische Freiheiten ergibt. Z.B. Nestlé, Shell und McDonalds verwenden verdeckte Methoden, um sich ihrer Rechenschaftspflicht zu entziehen.

Lubbers Erkenntnisse sind für alle aktiven Menschen, die sich für Freiheit und Demokratie oder im Umwelt-, Natur- und Tierschutzbereich einsetzen, von großem Wert. Nicht zuletzt spielte diese Art der Infiltration auch im Wiener Neustädter Tierschutzprozess eine wesentliche Rolle.

Sie wird erzählen, wie sie mit ihrer Organisation Undercover Research Group den Polizeiskandal zu verdeckten ErmittlerInnen in England entdeckt hat und wie sie Leuten hilft, die den Verdacht haben, dass ihre Gruppen infiltriert wurden. Lubbers erklärt, was sie über den Ablauf von Infiltration herausgefunden hat und wie aktive Gruppen Gefahr laufen, Ziele von Spitzeln zu werden. Sie differenziert unter den Spitzeln: Unterwanderer, Informanten und Wirtschaftsspione und betrachtet auch die technischen Seiten von online- und Telefonüberwachung. Das Thema betrifft alle aktiven Gruppen.

Zeit:

Ort: WUK Projektraum, Währinger Str. 59, 1090 Wien

Der Vortrag ist kostenlos und wird auf englisch gehalten

Todesglöckchen für Afro-Asiatisches Institut. Eine Analyse

Hans H ö g l

Was haben sich die Verantwortlichen gerade jetzt gedacht, das Wiener Afro-Asiatische Institut mit Ende Juni aufzulösen? Und dies – obschon sich Kardinal Schönborn für Flüchtlinge einsetzt und Außenminister Sebastian Kurz für Fragen der Integration. Das Afro-Asiatische Institut in der Türkenstraße in Wien 9 strahlt in das universitäre Umfeld aus. Eine Schließung kommt zum denkbar ungeeignetsten Zeitpunkt.

Unverständlich bleibt, was es soll, dass jetzt eine  einzige Stelle für Interreligiösen Dialog ausgeschrieben wird, wo bisher vier Personen im Bildungsbereich tätig waren. Und ist es der Gipfel an Klugheit, wenn alles Chefsache am Stephansplatz wird, konkret an eine Stabsstelle im Generalvikariat ausgelagert? Und das bisherige Personal am AAI ist beruflich verunsichert.

Die Entscheidung kommt zu einem Zeitpunkt, wo das AAI-Team meinte, so der Geschäftsführer Nikolaus Heger, die finanziellen Probleme in den Griff zu bekommen. Es fehlen für den Betrieb jährlich 160.000 € an  Subventionen. Lobenswerterweise stockt das Außenministerium das Budget für Entwicklungskooperation massiv auf. Könnten da nicht je 80.000 Euro vom Außenamt und von der Kirche die Budgetlücke des AAI schließen?

Erfahrungen in Graz, ebenfalls am AAI, zeigen, dass interreligiöser Einsatz sehr komplex, vielfältig und als Netzarbeit herausfordernd ist. Die AAI- Institute in Salzburg und Graz bleiben bestehen. Bestehen bleibt weiterhin in Wien die privat geführte Mensa, das Café afro und das Studentenheim, das vom Österreichischen Herbergswerk geführt wird. Dieses hat das Gebäude von der Stiftung auf 75 Jahre gepachtet. Im Studentenheim wohnen 102 Studierende aus 30 Nationen, oft aus Oststaaten, zu marktüblichen Preisen.

 

Friedensbewegung in ORF. In: Mediathek!

Hans Högl

Am Dienstag, 29. März 2016 ab 11.50 wurde die Gründonnerstag- Sendung „Vom Schauplatz“ von ORF II  über die Wiener Friedensbewegung wiederholt und kann über die Mediathek wohl noch abgerufen werden.  Titel:  Ein bisschen Frieden.

Diese  Sendung widerlegt ein wenig, dass vor allem ORF-Fernsehen generell  scheut, über bestimmte  Initiativen (NGOs) zu berichten.  Den Verdacht wird man nicht los.   

Zum Film: „Die Welt ist schlecht, aber was kann ich schon ändern?“ Diesen Satz
hört man oft, wenn es um Politik geht. Und dennoch gibt es immer noch
Menschen, die glauben, dass sich der Kampf für das Gute lohnt. Und dass
es keine verlorene Zeit ist, für den Frieden, für Frauenrechte, gegen
Atomkraft oder für offene Grenzen auf die Straße zu gehen. Manche von
ihnen, wie die Wiener Friedensaktivisten Alois Reisenbichler und Sonja
Jamkojian tun das seit Jahrzehnten. Dass die Umwelt sie bisweilen als
blauäugig und ‚Berufsdemonstrierer‘ verspottet, kann ihnen nichts
anhaben. „In der Welt würde nur noch Hass und Gewalt regieren, hätten
wir nicht für das Gute gekämpft“, sind sie überzeugt.

http://tvthek.orf.at/program/Am-Schauplatz/1239/Am-Schauplatz/12232611

Nachtquartiere für Hilfesuchende in Wien. VinziRast.

Cecily Corti – ihr Leben und Werk. Resumé: Hans Högl

„Wo ist das Buch?“ ruft meine Frau. „Ich bring`s Dir gleich!“ Ja, es ist ein Griss zwischen meiner Frau und mir um ein Buch von Cecily Corti, der Gattin von Axel Corti. Der Titel des Buches: Cecily Corti, „Man muss auf dem Grund gewesen sein“. Jede Zeile ist fesselnd, klar, gehaltvoll und spiegelt das gar nicht immer so harmonische Leben des Paares wider und dann die Gründung der VinziRast in Wien.

Wir erfahren von ihrer Herkunft- ich hatte den Salon ihrer Mutter Gräfin Herberstein in der Salesianergasse fallweise besucht, wir erfahren, wie Cecily ihren künftigen Mann Axel in Alpbach kennen lernt, wie sie ihr gemeinsames Leben gestalten und Spannungen erleben.

Besonders interessierte mich, wie allmählich, nach dem Tode von Axel Corti, ihr Anliegen, anderen Menschen zu helfen, wuchs, und wie sich die VinziRast entwickelte und wie sie diese Häuser organisierte. Die Quartiersuchenden dürfen in der Regel nur 30 Tage bleiben und pro Nacht werden 2 Euro erbeten, können aber später entrichtet werden, was fast immer geschieht.

Ein Obdachloser in Paris erzählte einmal, wie gerade Mitleid ihm ein Stück der Würde raubte und er mied alle Notschlafstellen, weil er sich erst dort als Obdachloser fühlte.

Abendessen in den Vinzihäusern ist von 18:30 – 21.00. Alle erhalten ein Infoblatt, das in 15 Sprachen abgefasst ist. Es gibt ein gesundes Abendessen, Nahrungsmittel sollen in die Schlafräume nicht mitgenommen werden. Die Erfahrung der Stille in der Nacht ist wichtig.

Alles hat Struktur, aber nicht zu viel Reglement. Die Mitarbeit ist nur ehrenamtlich. Der Bauunternehmer Haselsteiner unterstützte das Werk.