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Schüler ohne Deutschkenntnisse: Späte Reaktion von Politik und Medien.

Hans Högl
Politik und maßgebliche  Medien kommen reichlich spät – um  Jahrzehnte. Jetzt wird es Thema, dass in Wien die Hälfte aller  Schüler Deutsch nicht als Umgangssprache hat. Schon 2006 sprach ich  in der Wiener Zeitung   und in der Zeitschrift Soziologie heute  dieses  Problem an- auf Basis einer Studie,  sprach im Stadtschulrat persönlich vor. Und das Ministerium verfügte längst über meine 30-seitige Fallstudie.

„Ich kann das Wort Integration nícht mehr hören“. Schulheimat für Migrantenkinder“. Publiziert  2006 für die „Wiener Zeitung“.

Hinter einem Paravent verstecken sich ein paar Tische und eine Schultafel, einzelne Schulbänke fügen sich in Nischen. Auch Blumenstöcke lassen in den Hintergrund treten, dass hier auf dem Gang Stütz- bzw. BegleitlehrerInnen ihre Kleinstgruppen unterrichten. Alles wirkt gepflegt, wie eine zweite Heimat. Die Schule wurde gebaut, als es in Wien kaum Migranten gab, dann kamen sie zahllos. Und bei der Adaptierung wurden die Pläne leider nicht geändert. Darum der Unterricht auf dem Gang.

Ein Junglehrer schmückt und gestaltet mit Kindern die langen Gangwände. Laut Direktorin bereiten die meisten Lehrerinnen in einem Ferienmonat ihre Schultätigkeit vor und erstellen Lernspiele.

Diese für das Bildungsministerium verfasste Fallstudie fußt auf einem Dutzend zeitversetzten Gesprächen –primär zum Lehrerdienstgesetz, die auf Tonband aufgenommen wurden. Lehrerinnen empfinden geballte Belastungen und fühlen sich allein gelassen zu werden – so von den Behörden.  Aber das Kollegium steht wacker zusammen und versucht, so gut es geht, mit der Situation adäquat umzugehen. Schüler ohne Deutschkenntnisse: Späte Reaktion von Politik und Medien. weiterlesen