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Kuba löscht das Wort „Kommunismus“. Ö 1 bestätigt

Hans  Högl: Folgender Text wurde  tatsächlich sehr kurz in  Ö1 dargelegt

Das Parlament in Kuba hat am Sonntagabend eine neue Verfassung abgesegnet. Sie soll die bisherige Verfassung aus dem Jahr 1976 ersetzen, und ist geradezu revolutionär. Sie integriert Elemente des freien Marktes und verabschiedet sich vom Kommunismus als "Staatsziel". An seine Stelle tritt der Sozialismus.  Gestaltung: Verena Gleitsmann.

NB. Zum Hintergrund meiner Anfrage an Ö 1: Ich lese neben anderen Printmedien regelmäßig die „Wiener Zeitung“,  sie bietet mir, dem Leser,  eine Fülle  kurzer und längerer, sachlicher Informationen.  Ein Reisekollege aus Passau schätzt die „Wiener Zeitung“ als bestes Printmedien Österreichs.  Ich  stieß darin mehrmals auf Rumänienberichte, hörte davon aber nie in Ö 1. Ähnlich erging es mir mit Kuba. Im Unterschied davon berichtet Ö 1 im Übermaß von Ungarn und  vom Kuriosum Trump. Ja, es  gibt eben in jeder Redaktion Lieblingsthemen!  Vielleicht wird auch erkannt, dass Trump, der undiplomatische Geschäftsmann,  sich wie ein bellender Hund  verhält, der dann doch nicht zubeißt.

 

Ö 1-Journale über Rumänien, Kuba, Nicaragua?

H a n s    H ö g l

An die Leitung der Ö1 Journale!  

Nicht nur ich, sondern viele Menschen schätzen die Ö1- Journale im Österr.  Rundfunk.  Da ich auch Printmedien konsultiere,   erfuhr ich  Informationen, von denen, wie ich meine, dass sie in den Ö 1-Journalen nie aufgegriffen wurden. Oder   habe ich doch etwas überhört ? Ich ersuche um Auskunft.
Wann haben Ö 1- Journale über die Absetzung der mutigen Korruptionskämpferin in Rumänien berichtet? Wann darüber, dass Kuba das  Wort „Kommunismus“ aus der Verfassung streicht? Haben Sie über Ortega (Nicaragua)   berichtet?   Beste Grüße  Hans Högl

Sehr geehrter Herr Prof. Högl,  vielen Dank für Ihr E-Mail. Sehr gern geben wir Auskunft.  Über die Arbeit der Antikorruptionsbehörde von Laura Kövesi und über Kövesis Entlassung berichteten wir im Mittagsjournal und im Abendjournal am 9.7., über Kubas neue Verfassung berichteten wir etwa im Morgenjournal vor zwei Tagen (Sie können den Beitrag hier nachhören). Über die Geschehnisse in Nicaragua berichteten wir zuletzt am 20.7., diesen Beitrag können Sie hier noch nachhören. Freundliche Grüße. Antonia Löwe. Ö 1

Mein Kommentar: Es war wichtig, meine Vermutungen als Frage zu formulieren. Es zeigt sich eben, dass es  schwer ist, alle Infos zu überblicken und dass nicht vorschnell Urteile über Medien getroffen werden.

Auslandsberichterstattung mit Schlagseite ? Diskussion im Presseclub Concordia

Erläuterung und Details zur Podiumsdiskussion am 17.1. 

Udo Bachmair

Angesichts der Dominanz der 3 weltpolitisch ähnlich orientierten großen Nachrichtenagenturen entstehen für Journalist/innen besondere Herausforderungen. Können vor diesem Hintergrund Differenzierung und Objektivität vor allem bei so komplexen Fragen wie dem Syrienkonflikt etc. ausreichend garantiert werden ?

Die erwähnten Nachrichtenquellen ähneln einander in Themenauswahl, Inhalten und Formulierungen. Das begünstigt eine bestimmte (westliche)Sichtweise der Welt in internationalen Informationen. Eine inhaltliche Schlagseite kann auf Kosten von journalistischer Seriosität und Qualität gehen.

Inwieweit das medial gezeichnete Bild  bestimmter Länder und Konflikte der Realität nahekommt, soll anhand von Venezuela und Kuba erörtert werden.

Die Podiumsdiskussion am 17.1.  ist eine Veranstaltung der Vereinigung für Medienkultur und der Österreichisch-Kubanischen Gesellschaft.

 

„Tendenzen und Probleme außenpolitischer Berichterstattung
am Beispiel Kubas und Venezuelas“

 Zeit:  Presseclub Concordia, Bankgasse 8, 1010 Wien

 Ort:  Mittwoch, 17. Jänner 2018, 19 Uhr

Am Podium:

Verena Gleitsmann, ORF-Redakteurin Ressort Außenpolitik Ö1

Fritz Hausjell, Publizistikwissenschafter, Beirat der Vereinigung für Medienkultur

Hermine Schreiberhuber, freie Journalistin, ehem. stv. Außenpolitikchefin der APA

Erhard Stackl, Journalist u.a. des Standard, Chefredakteur „Jüdisches Echo“

Carlos Troger, Venezuela-Experte, Vorstandsmitglied österr.-kuban. Gesellschaft

Michael Wögerer, Kuba-Experte, Gründer der Internetzeitung „Unsere Zeitung“

Moderation:

Udo Bachmair, Präsident der Vereinigung für Medienkultur

Anmeldung erbeten an stifter@medienkultur.at

 

Kuba u. USA. Medien-Manipulation 1962

 

Hans  H ö g l
Am 11. April 2015 reichten sich Barack Obama und Raul Castro (Kuba) erstmals die Hand. Ein Grund für die Medienkultur an eine Super-Manipulation im Jahr 1962 zu erinnern. Die Welt stand im Juli 1962 vor einem atomaren Abgrund zwischen den USA und Russland. Wer legte die Basis für diesen Konflikt? Doch wohl die bösen Russen! Es war nicht so! Unser Leser wünscht Belege: Unsere Quellen sind Historiker der Diplomatischen Akademie und ein Wikipedia-Text (vgl. unten,  gekürzt).
Ein Überblick: 1959 stationierten die  USA Atomwaffen in der Türkei. Für die Russen- das ist evident: eine Gefahr! Ihre Antwort: Sie bringen im Juli 1962  Atomraketen nach Kuba. Und die Welt erlebt unglaubliche Drohungen und Todesängste. Und dann: die Russen ziehen ihre Atomraketen von Kuba ab!    Also es war J.F. Kennedy`s Sieg.  Aber unsere Medien verheimlichten uns den ganzen Deal: Die Russen hatten den Abzug der US-Atomwaffen von der Türkei verlangt. So blieb uns der Russe im Gedächtnis als besiegter Böser….
Im Detail: Von 1959 an stationierten die USA in Italien eine Staffel mit 25 und in der Türkei zwei Staffeln mit je 25 nuklear bestückten Mittelstreckenraketen vom Typ Jupiter, die auf die UdSSR gerichtet waren.  Im  Oktober 1960 starteten die USA Aufklärungsflüge über Kuba. Am 5. September 1961 wurden erstmals Aufnahmen von Flugabwehrraketen und von Kampfflugzeugen gemacht. Im April 1962 wurden die amerikanischen Thor– und Jupiter-Atomraketen in der Türkei einsatzbereit gemacht.  Sie konnten  zu einem atomaren Erstschlag genutzt werden. Zudem fuhren auf den Meeren US-U-Boote mit Polaris-Atomraketen. Diese Submarine Launched Ballistic Missiles konnten auch unter Wasser abgefeuert werden und waren entsprechend schwer zu treffen.

Die Sowjetunion hatte zu dem Zeitpunkt nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen. Ab dem 10. Juli 1962 begann die UdSSR  auf Kuba heimlich mit der Stationierung von Militär. Die sowjetische Marine und Handelsflotte transportierten über 42.000 Soldaten und 230.000 Tonnen Ausrüstung nach Kuba, darunter 40 R-12– und 24 R-14Mittelstreckenraketen mit dazugehörigen Atomsprengköpfen von 0,65 MT (R-12) bzw. 1,65 MT (R-14) (die über Nagasaki abgeworfene Fat Man hatte 0,024 MT). Diese Raketen wurden offensichtlich nicht nur zum Schutz Kubas installiert, sondern dienten vor allem dazu, ein militärisches Drohpotential aufzubauen, welches die Schwäche des sowjetischen Arsenals an ICBM kompensieren sollte.[3]