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ORF : Fatale Entscheidung

Anhaltende Proteste gegen gegen geplante Absiedelung und „Verscherbelung“ des Wiener Funkhauses

Udo Bachmair

Mehrere hundert Menschen, unter ihnen zahlreiche Kulturschaffende und Medienleute (einige mutige auch aus dem ORF), waren zur „Rettung des Funkhauses“ in die Wiener Argentinierstraße gekommen. Die Demonstration vor dem Funkhaus richtete sich gegen die als „völlig verfehlt“ bezeichnete Entscheidung der ORF-Führung, das zentral gelegene Funkhaus und damit auch die Sender Ö1, Radio Wien und FM4 an den Stadtrand abzusiedeln. Die auch vom ORF-Stiftungsrat abgesegnete „fatale“ Entscheidung habe eine „Verscherbelung“ des Gebäudes zur Folge. Sie könnte zudem, wie befürchtet wird, zu schmerzlichen journalistischen Qualitätseinbußen führen sowie ein Ende der bisher gesunden redaktionellen Vielfalt bescheren.

Ich bin emotional stark betroffen„, bekannte etwa Schauspieler und Kabarettist Erwin Steinhauer. Er könne sich nicht vorstellen, „dass bei einer Übersiedelung auf den Küniglberg die Senderidentität von Ö1 gewahrt bleibt“. „Der „Goldstaub der Kreativität„, der in den Gängen dieses Hauses wehe, sei nicht zu transferieren.

Schriftsteller Robert Menasse sorgte mit Aktionismus für Aufmerksamkeit und kettete sich aus Protest an den Funkhaus-Eingang. Zunächst sei das noch ein symbolischer Akt, erklärte er. „Aber ich verspreche der ORF-Geschäftsführung, wenn sie diese geistesgestörte Entscheidung nicht zurücknehmen, werde ich mich auf Dauer anketten.“ Dabei zähle er auch auf die Unterstützung anderer Kulturschaffender – man werde abwechselnd in Ketten dafür sorgen, dass kein Investor das Haus betrete.

Viennale-Direktor Hans Hurch forderte den für Medien zuständigen Bundesminister Josef Ostermayer (SPÖ) auf, „seine Verantwortung zu übernehmen“. Bei der geplanten Übersiedelung handle es sich weniger um eine ökonomische als vielmehr um eine „Form des Disziplinierung“.

„Sie haben vor, das Funkhaus aufzugeben, Herr Wrabetz. Wir nicht“, zeigte sich der Geschäftsführer der IG Autoren, Gerhard Ruiss, vor den Demonstrant_innen kämpferisch. Die ORF-Führung habe irrtümlich geglaubt, der Protest sei bereits abgeebbt, aber, so Ruiss: „Wir stehen erst am Anfang…“

 

Funkhaus : Letzte Hoffnung

Demonstration für Verbleib der ORF-Radios im Wiener Funkhaus

Udo Bachmair

Am 11.11. beginnt der Fasching. Doch es wird ernst. Um 12 Uhr an diesem Tag endet die verdächtig kurze Anbotsfrist für den Verkauf des Funkhauses in der Wiener Argentinierstraße. Danach ist es kein Faschingsscherz mehr, dass die ORF-Geschäftsführung und der ORF-Stiftungsrat die ORF-Radios ( Ö 1, Radio Wien, FM 4 ) vom zentralen Standort Argentinierstraße an den Stadtrand auf den Küniglberg absiedeln wollen.

Eine krasse Fehlentscheidung, so die nun neu aufgeflammte Kritik. Ein optimal ausgestattetes Funkhaus mit einem vorbildlichen Newscenter im Herzen der Großstadt aufgeben zu wollen, erscheint tatsächlich höchst unverständlich, wenn nicht fahrlässig. Kommt hinzu, dass jüngsten Berechnungen zufolge mit der Absiedelung offenbar keine Kostenersparnisse zu erzielen sind.

Trotz aller Einwände dürfte das traditionell kreative Biotop in der Argentinierstraße realpolitisch betrachtet jedoch bald der Vergangenheit angehören. Qualitätsverluste werden befürchtet, besonders für den renommierten Informations-und Kultursender Ö 1. Autonomie und Eigenprofil stehen auf dem Spiel…

Doch die Hoffnung stirbt zuletzt. Um den Druck gegen die umstrittenen Pläne der ORF-Führung zu erhöhen, haben zahlreiche Initiator_innen aus dem Medien-und Kulturbereich zu einer Großdemonstration vor dem Funkhaus aufgerufen. Wann: Am 9. November ab 17 Uhr.  Damit soll für den Verbleib der ORF-Radios im Wiener Funkhaus und gegen den Ausverkauf dieses lebendigen Radio- und Kulturstandortes demonstriert werden.

Die Devisen :

Weitersenden können am Puls der Stadt !

Radio und Funkhaus gehören untrennbar zusammen ! 

Die Devisen : Weitersenden können am Puls der Stadt ! Radio und Funkhaus gehören untrennbar zusammen !

ORF: Keine Experimente auf Kosten von Ö 1 !

Mischen wir uns ein !        

Udo Bachmair

Die geplante Verlegung des Ö 1-Standortes Funkhaus in einen riesigen Newsroom im ORF-Zentrum mit mindestens 400 (!) Mitarbeiter/innen auch aus anderen ORF-Bereichen erhitzt weiter die Gemüter. Abgesehen von der fatalen Fehlentscheidung, die optimale Innenstadtlage aufzugeben, befürchten Kritiker vor allem Qualitätseinbußen für den renommierten Kultur- und Informationssender Ö1. ORF: Keine Experimente auf Kosten von Ö 1 ! weiterlesen

Sorge um Ö 1

Udo Bachmair

Redakteurssprecher, Betriebräte und zahlreiche Mitarbeiter/innen des ORF haben gestern in der Tageszeitung “Der Standard” einen Appell veröffentlicht, in dem sie den Verbleib von Ö1, FM4 und Radio Wien im Funkhaus in der Argentinierstraße fordern. Das ORF-Zentrum auf dem Küniglberg ist ja als alleinige ORF-Standort in Wien geplant. Eine innerhalb und außerhalb des ORF äußerst umstrittene Entscheidung. Die Proteste dagegen mehren sich. Die Kritiker befürchten journalistischen Qualitätsverlust.

Zum Thema mein heute im “STANDARD” ungekürzt veröffentlichter Kommentar: Sorge um Ö 1 weiterlesen