Schmerzlicher Verlust für den ORF

Stiftungsrat Küberl muss weichen

Udo Bachmair

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass die Regierung die totale Kontrolle über den ORF anstrebt, dann wäre er nun erbracht: Franz Küberl muss gehen. Ein ORF-Stiftungsrat, wie er sein sollte. Unabhängig und den Interessen des ORF und den Hörern und Sehern verpflichtet. Eine charakterstarke Persönlichkeit, die parteipolitischen Spielchen und Begehrlichkeiten weitgehend widerstehen konnte, auch wenn er von der früheren Regierung bestellt worden war.

Die neuen Machthaber jedoch lassen mit sich nicht spaßen. Offenbar nach ungarischem und polnischem Vorbild wollen sie den ORF gefügig machen. Der Verzicht auf ein derart verdienstvolles und kompetentes Stiftungsratsmitglied wie Ex-Caritas-Präsident Franz Küberl lässt erahnen, was denn da personell und substantiell alles noch auf dieses so wichtige öffentlich-rechtliche Medium zukommen wird.

In der gegenständlichen Causa Küberl spricht die Kleine Zeitung von einem Deal zwischen Kardinal Schönborn und ÖVP-Medienminister Blümel. Was auch immer da „ausgemauschelt“ wurde,  sei die Schlussfolgerung erlaubt: Hätte der Kardinal ein einziges „Machtwort“ gesprochen, wenn er nur gewollt hätte, wäre der weitere Verbleib Küberls im wichtigsten ORF-Gremium gesichert.

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