Sprachdickicht. Österreichisches Deutsch

Hans H ö g l

Einem Gast im ORF-Publikumsrat empfahl ich das Buch dazu aus Schweizer Sicht, nämlich Roger Blum: Unseriöser Journalismus? Beschwerden gegen Radio und Fernsehen in der Schweiz (2016).  Den Bekannten aus dem Klub Logischer Denker, dachte ich, sollte es doch interessieren, beschwerte er sich doch, als Gast und ORF-Gebührenzahler kein Wort zur Diskussion im Publikumsrat beitragen zu können. Seine Antwort: „Ich habe daheim einen Stoß von Büchern, die ich noch nicht gelesen habe“.

Ja, mir geht es ähnlich. Endlich lese ich einige Kapitel aus dem überaus lesenswerten Buch: Robert Sedlaczek, Wenn ist nicht würdelos. Rot-weiß-rote Markierungen durch das Dickicht der Sprache, Ueberreuter 2010. Und da fand ich Bemerkenswertes zum Sprachwandel: Martin Luther war in seiner Bibelübersetzung um den sprachlichen Ausgleich zwischen Nord und Süd des deutschen Sprachraumes bemüht. „Der katholische Süden lehnte allerdings nicht nur Luthers Thesen ab, auch seine Rolle als Sprachreformer stieß auf wenig Gegenliebe.“ (S. 10). Und Maria Theresia holte einen Sprachlehrer aus Thüringen an das Theresianum, um den Schülern „gutes“ Deutsch beizubringen. Dieser Herr und vor allem ein Buch eines Leipziger Oberlehrers trugen zum sprachlichen Minderheitskomplex in Österreich bei.

Aber dies ist Sprach-Geschichte. Robert Sedlaczek  ist Kolumnist in der „Wiener Zeitung“ und erläutert, wie in strittigen Fällen umzugehen ist und dies oft humoristisch. Damit bietet er  mehr als Wörterbücher zur Rechtschreibreform, indem er Begründungen bietet.  Sein Brief an eine Journalistin wegen des Binnen-I ist recht amüsant. Andere Themen: Anglizismen / Spaß oder Spass – beides ist in Österreich möglich. Wer weiß, dass dieses Wort aus dem Italienischen „spasso“ (Vergnügen) kommt? (S. 23)/ wurst, Wurst/ deutsch oder Deutsch mit vielen Tücken/ Floskeln im TV; Spalten mit der Frage „Hätten Sie`s gewusst?“ …..

 

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