„Der Islam und wir – nichts als Ärger ?“

Angriffe gegen Muslimin als Spiegelbild des Klimas in unserem Land ?

Udo Bachmair

„Werft sie aus der Sendung, am besten überhaupt aus dem Land…“ So und ähnlich die Facebook-Reaktionen auf die Teilnahme einer kopftuchtragenden jungen Muslimin in der jüngsten Servus-TV-Diskussion. Schon der Sendungstitel scheint die beabsichtigte Tendenz der Sendung gleichsam vorgegeben zu haben: „Der Islam und wir – nichts als Ärger ?“ Der offenkundige Versuch von Moderator Michael Fleischhacker, die Debatte auf antiislamischen Kurs zu bringen, ist allerdings nur teilweise gelungen..

Das Highlight der Runde im Hangar 7, Shirin Ebadi – als erste muslimische Frau Trägerin des Friedensnobelpreises – sorgte für eine wohltuend differenzierte Sicht der Thematik. Ebenso der ebenfalls eingeladene evangelische Bischof Michael Bünker. Diesen außerordentlich kompetenten Diskussionsteilnehmer ließ der Moderator allerdings zu wenig zu Wort kommen.

Freie Bahn hingegen hatte der islamophobe Rechtsaußen-Expolitiker Ewald Stadler. Er hat den ihm überlassenen Spielraum gut zu nutzen gewusst, gleichsam als Co-Moderator.. Opfer von Stadlers Angriffen war die erwähnte junge Muslimin Dudu Kücükgöl. Sie sieht sich nun im Internet mit einer Welle an Schmähungen und Hass konfrontiert. Ein weiteres Zeichen für weiter schwindende Medienkultur ..

Zur Islam-Diskussion im Hangar 7 die folgende uns soeben übermittelte Nachlese Dudu Kücükgöls :

„Die Zusammenarbeit mit ServusTV war wunderbar, die MitarbeiterInnen wunderbar, aber ich weiß wirklich nicht, ob ich mir so ein Sendungskonzept jemals wieder wirklich geben werde.

Ich bin Sendungen leid, in denen es von einer Seite nur um Polemik geht. Wer bitte kommt auf die Idee, dass zum Thema Zusammenleben ein rechtskräftig wegen Nötigung verurteilter Rechtspopulist und christlicher Fanatiker der beste Diskussionspartner ist?

Die Moderation empfand ich mir gegenüber als respektlos und mit dem Kommentar „Sie können nicht immer Probleme weglächeln“ grob sexistisch. Mit diesem Kommentar habe ich Herrn Fleischhacker direkt in der Sendung konfrontiert, aber es auch nach der Sendung deutlich als Feedback gegeben. Hier sieht man leider, was eine parteiische Moderation ausmachen kann: Obwohl in der Sendung Shirin Ebadi, Bischof Bünker und ich oft einer Meinung waren, der Herr Fastenbauer zwar wenige, aber auch gute Kommentare eingebracht hat, war die destruktive Stadler-Fleischhacker-Achse so stark, dass stellenweise keine sinnvolle Diskussion möglich war.

Mir rauben diese kontorversellen Diskussionen mit reißerischen Titeln, Videos und Diskussionen zu viel Energie und Kraft. In Zukunft ladet mich bitte zu vernünftigen Sendungen ein oder lasst es. Ich mache das nicht mehr mit. Ich konzentriere mich lieber auf die Arbeit in der Community mit jungen Menschen und die Arbeit mit Menschen, die an Zusammenarbeit interessiert sind und diese gibts zuhauf.

Danke allen lieben Menschen, die mir über FB, Twitter, SMS, Whatsapp nette Nachrichten und aufmunternde Worte geschickt haben und sich tagtäglich trotz dieser Stimmung unermüdlich für ein friedliches Miteinander einsetzen!“

 

 

Ein Gedanke zu „„Der Islam und wir – nichts als Ärger ?“

  1. Lustig, einer Sendung die überwiegend aus Islamapologeten bestand Islamfeindlichkeit vorzuwerfen.
    Stadler war der einzige Islamkritiker, kam aber aufgrund von Shirin Ebadis langatmigen Ausführungen (die sich auch durch den Moderator nicht einbremsen ließ) kaum zu Wort.
    Frau Kücükgöl gefiel sich darin ihm und anderen ständig ins Wort zu fallen, beschwerte sich aber darüber, wenn sie selbst mal unterbrochen wurde (eine bekannte Taktik in Diskussionen).
    Übrigens gehört Frau Kücükgöl zur Muslimischen Jugend Öst. (MJÖ), die über ihren europäischen und internationalen Ableger direkt den Wahabiten in Saudi Arabien unterstellt ist.
    Aktivisten der MJÖ fielen auch schon mal dadurch auf, dass sie in Spanien ohne Erlaubnis in einer Kirche den islamischen Gebetsritus vollziehen wollten.
    Man sollte sich halt informieren, mit wem man es da zu tun hat.
    Auch Frau Ebadi ist alles andere als unumstritten (vor allem unter regimekritischen Iranern).

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