Archiv für den Monat: Juni 2018

Antwort des ORF- Kundendienstes

Der ORF-Kundendienst

dankte uns  in einem persönlichen Schreiben für unsere Rückmeldungen zum ORF Programm. „Wir freuen uns, dass Sie sich kritisch mit dem Programm des ORF und den Aufgaben einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt auseinandersetzen und haben Ihre Anmerkungen zu unserer Berichterstattung in der „ZiB 2“, zum ORF im Allgemeinen sowie Ihre Programmwünsche vom 8. Juni 2018 verlässlich an die entsprechenden TV-Redaktionen übermittelt.

Für einen öffentlich-rechtlichen Sender wie den ORF sind Anregungen seines Publikums besonders wertvoll, bitte haben Sie auch Verständnis, dass der Umgang mit den Publikumsreaktionen und etwaige Konsequenzen im Ermessen unserer Redakteurinnen und Redakteure liegt. Bezüglich Ihrer Rückmeldung zum „Morgenjournal“ in Radio Ö1 haben wir Ihre Nachricht an die Kolleginnen und Kollegen vom Ö1 Service weitergeleitet.“

Freundliche Grüße.  Johanna Winter

 

Straffreiheit von Ämtern in Österreich – bei Verstößen gegen EU-Datenschutz

Hans Högl

Gert Scobel hob in einer Fachdiskussion Folgendes über den Umgang der Daten in Österreich hervor. Die EU-Datenschutz-Verordnung sieht sehr hohe Strafen vor, wenn dagegen verstoßen wird. Die jetzige österr. Regierung hebelte das Gesetz aus, schwächte die Strafen zum Teil völlig ab.

Wenn also österr. Ämter oder Behörden, so Gert Scobel, gegen die Datenschutz-Verordnung verstoßen, bleiben Behörden und Ämter „völlig straffrei“. Wenn also eine NGO gegen den Staat einen Prozess führt, bleibt sie auf den Prozesskosten sitzen ( 3sat/scobel. Der digitalisierte Mensch – 3. Mai 2018).

In der gleichen Sendung wurde darauf verwiesen, dass in Deutschland fast unbemerkt eine Organisation mit Namen „Die Schufa“ Daten von Individuen sammelt. Von diesen wird ein Scoring (Bewertung in Zahlen) angelegt, um z.B. deren Kreditwürdigkeit festzulegen. Damit wird der Einzelne ganau qualifiziert und als Zahl ausgedrückt. In diesem Kontext wird auf das Buch von Steffen Mau verwiesen – mit dem Titel „Das metrische Wir“.

Im Übrigen: China strebt ein solche Bewertung der Chinesen flächendeckend an…

 

RADIO Ö 1 als „Die Bildungsanstalt Österreichs“

Hans Högl. Befragung unserer Mitglieder über Medien 

Wir leiten Ihre, Deine Wünsche, Beschwerden an private Medien und den ORF weiter.  So rege ich ein kleine Befragung an. Senden Sie/Du mir Ihre/Deine  Antworten – eingefügt an die Fragen. Im Folgenden die Fragen und die Antworten eines Akademikers.

Was gefällt Dir am ORF besonders (welche Sendungen)? Was siehts Du, hörst Du besonders gern? Antwort: Radio Ö1 ist für mich DAS Medium – und DIE BILDUNGSANSTALT ÖSTERREICHS.

Was gefällt Dir an privaten TV-Sendern und Zeitungen besonders? Was siehts Du und liest Du besonders gern? Antwort: Radio 94.0 in Wien

Was wünschst Du besonders vom ORF und was missfällt Dir am ORF besonders? Welche Sendungen? Anregungen? Ich wünsche mir eine Verantwortung ähnlich wie bei der BBC: kein direkter Zugriff der aktuellen Regierungen, eher Fachleute  in den Steuerungsgremien

Die Beziehung ORF Niederösterreich und LH Pröll war alles andere als vorbildlich. Die Abberufung von Stiftungsrat Küberl ist in meinen Augen ein Skandal.

Was wünscht Du Dir besonders von privaten Sendern und Zeitungen? Was missfällt Dir besonders an ihnen?  Keine Antwort.

Bist Du für die Abschaffung der GIS (ORF-Gebühren) und dass der  ORF jedes 2. Jahr sein Budget direkt von der Regierung erbittet? ORF und die Qualitätszeitungen sollten eine Basisförderung aus Steuermitteln bekommen (auch Nicht- Autofahrer müssen die teuren Autobahnen und Strassen finanzieren).Die Inserate öffentlicher Stellen im Boulevard sollten gestrichen werden.

 

Mythos des Internet

Yuval Noah Harari – Texte aus seinem Buch „Homo Deus“

…..Und erlauben Sie Google und Facebook, all ihre E-Mails zu lesen, all ihre Chats und Nachrichten zu überwachen und all ihre Likes und Klicks zu speichern. Wenn Sie all das tun, dann werden Ihnen die Algorithmen sagen, wen Sie heiraten, welche berufliche Laufbahn Sie einschlagen und ob Sie einen Krieg anzetteln sollen (p. 531). 

Und Harari zeigt auf, dass uns Google und Facebook besser kennen als wir uns selbst. Und in diesem Fall – was politische Meinungen betrifft, so könnten somit Wahlen überflüssig werden und auch die Parlamente und die Demokratie; denn die Menschen würden erkennen, dass irgendwelche Kräfte die Welt bestimmen und nicht sie selbst.

Wim Wenders Film „Papst Franziskus“ (2018)

Hans Högl. Filmkritik

Als der Film „Papst Franziskus“ zu Ende ging, vernahm ich weit vorne im Saal ein intensives Beifall-Klatschen. Ein Behinderter im Rollstuhl drückte seine Begeisterung aus. Im zentral gelegenen Wiener Apollokino fanden sich zu guter Zeit (20:45) ganze sieben Kinobesucher ein. Offensichtlich reißt dieser Papst und Popstar das städtische Kino-Publikum „nicht vom Hocker“. Warum aber wird aber der Film dennoch diese Woche in 8 Kinos gezeigt?

Der Film zeigt eindrucksvolle Bilder von den Reisen des Papstes – in Flüchtlingszentren, vor der UNO, im amerikanischen Kongress und Wim Wenders lässt uns auf begeisterte und erwartungsvolle Massen in Afrika blicken. Dem Regisseur gelingt das Kunststück, die spirituell-ökologischen Gespräche packend darzustellen. Dieses Weltbild, vor allem die spirituelle Seite, wird heute kaum medial präsentiert. Die Mitmenschlichkeit von Franziskus wirkt glaubwürdig, umso weniger sind die Gesichter seiner Kardinäle einladend. Vielfach agierte der Filmregisseur wie ein Porträtmaler.

Der Papst vermeidet Dogmatisches, er hebt die Religionsfreiheit hervor, und es fällt ein Wort, das ich von ihm nie las: „Niemand darf versuchen, andere zu bekehren!“. Er äußert sich verständnisvoll zu Homophilen und verabscheut den Vertrauensbruch von Priestern, wenn sie junge Leute missbrauchen.

Wie konnte sich dieser Mann der Kirche soviel an Humor und Liebenswürdigkeit wahren? Vielleicht erscheint die Kirche von außen als zu negativ punziert- vor wegen der Enge in der „Moral“. Es lohnt, diesen Film zu sehen. Kritisch ist zu vermerken, dass der Papst bisher kaum strukturell-religiöse Reformen gegen das Establishment der Amtskirche durchzusetzte. Die Ausnahme: die Vatikanbank. Darum werden Christen ungeduldig. Es wird berichtet, dass der Papst seine Leute -und es gbit Widerstand gegen ihn – zuerst überzeugen will, bevor er konkrete Maßnahmen setzt.

Nachwort: Ich erlebte, dass an diesen Sommertagen auch in einem anderen Film sehr wenige Besucher in Wien waren. Und laut „Stern-Bestseller“ schneidet der Papstfilm überdurchschnittlich gut ab: Er liegt an der 4. Stelle der meistbesuchten Filme in Deutschland, nämlich in der letzten Woche sahen ihn 43.777 Personen. Diese Analyse zeigt,  sich auf Einzelfälle zu beziehen,  fragwürdig ist und Überblicksstatistiken wichtig sind.

 

Als Österreicher um 1968 an Universität bei Brüssel

Hans Högl: Leser-Anekdoten, die Österreicher prägten

Beitrag eingereicht bei Österreichs Staatsblatt, der "Wiener Zeitung, aber vielleicht als zu wenig spezifisch nicht angenommen. Ein Bekannter mutmaßte die Nicht-Annahme von vornherein. 
Studium um 1968 an französischer Fakultät in Löwen/Belgien. Ein hintergründiger Ländervergleich 
Ein seltsamer Protest am Semesterbeginn – im Umfeld der Uni in Leuven/Louvain. Da protestieren Studenten und hinter ihnen her die „Flics“. Was soll das soll, frage ich?  „Das ist Tradition – jedes Jahr im Herbst. Wir Flamen waren oft gegen Herrscher.“ Protest erfuhr unser Kaiser Josef II., als damals der Brabant zu Österreich gehörte. Josef II. schritt gegen die Belustigungen im wochenlangen Kermes ein. Maria Theresia war klüger – noch heute trägt ein College ihren Namen. 1968 entbrennt ein Konflikt um die Doppel-Universität, die flämische und französische. Die Flamen setzen sich durch, und die frankophone Universität wird südlich von Brüssel gebaut. Der Bibliotheksbestand wird halbiert, in solche mit gerader und ungerader Katalognummer! Ach Louvain! Stadt von Georges Lemaitre, der 1927 als erster den Urknall entdeckte.

Dieses kritische Belgien-Bild ist geläufig, doch im Alltag kommen Flamen und Wallonen miteinander aus. Auffallend sind die Sprachkenntnisse selbst „kleiner Leute“!“ Flamen sprechen Französisch, Deutsch, Englisch, sie drücken sich aus – ohne sprachlich erforderliche Finessen…..

Liberale Grundhaltung prägt Belgiens Alltag – mit irritierendem Individualismus – so im Straßenverkehr. Und Brüssel besteht aus vielen Einzel-Städten (!), deren Mangel an Koordination ist ärgerlich, und wer hier neuere Bauten sieht, ist schockiert vom Kontrast des Nebeneinanders. Da lob` ich die wachsamen Augen in Österreich für das Schöne.

Wir fünf Österreicher staunen über die Toleranz an der „Katholischen Universität“. Da lehrt der Priester und marxistische Religionssoziologe, F. Houtard, friedlich neben Empiristen, und man schätzt sich gegenseitig. Was Parteien betrifft, gilt es für Christen als normal, sich unterschiedlich zu engagieren.

Die zweitausend Latinos in Löwen prägen mein Leben und die stete Diskussion um den Vietnamkrieg. Und da entsteht meine Idee zum Vergleich der Vietnamberichte in „Le Monde“ und der „Frankfurter Allgemeinen“ auf der Basis der verratenen Pentagon Papers. Heute ruht meine Dissertation dazu in Wiener Archiven, in Deutschland ist jede zu publizieren. Mir fehlte dazu die Kraft. Die berufliche Eingliederung in Wien war schwierig, aber das ist eine eigene Geschichte. Ich danke dem österr. Bildungsministerium für Auslandsstipendien. Die vier Jahre an der französischen Fakultät bereicherten mich, und ich, der Xenophile, suchte dann gern heimatliches Flair.

Hans Högl, Medien- u. Bildungs-Soziologe, Hochschul-Prof., Dr.Mag.mult., lic.en communication sociale, aktiv in der „Initiative Zivilgesellschaft“und hier oft auf dem Blog www.medienkultur.at 

 

Die „Neutralisierung“ des ORF

„Worte, die den Boden für Taten bereiten“

Udo Bachmair

In den Reaktionen auf meine Karlsplatz-Rede mit dem Plädoyer für einen unabhängigen ORF ist immer wieder die Rede davon, dass es ja auch schon bisher parteipolitischen Einfluss auf den ORF gegeben habe.  Ja, aber..

Es ist freilich nicht zu leugnen, dass auch schon bisher Parteizentralen vor allem bei ORF-Postenbesetzungen mitzureden versucht haben. Dieses Mal jedoch ist der Druck auf den ORF, besonders auf dessen JournalistInnen im Informationsbereich, von neuer Qualität.

Der Druck wird verstärkt durch unsägliche Äußerungen aus der Regierungspartei FPÖ. Sie reichen von generellen Lügenvorwürfen, Geißelung „unbotmäßiger“ Interviews bis hin zu Kündigungsdrohungen gegenüber ORF-Auslands-Korrespondenten. Die größere Regierungspartei ÖVP schweigt und lässt gewähren..

Vor diesem Hintergrund ist es salonfähig geworden, jedenfalls demokratiepolitisch in höchstem Maß bedenklich, dass ein FPÖ-Landesrat unter dem Jubel seiner rechten deutschen AfD-Kameraden allen Ernstes die „Neutralisierung“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks fordert.

Dazu ein in den Oberösterreichischen Nachrichten veröffentlichter Kommentar des Autors Ludwig Laher :

Von der Neutralisierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks

Als Elmar Podgorschek und ich vor gut 60 Jahren auf die Welt kamen, hatte sich der Begriff „Neutralisieren“ im politisch-kriegerischen Diskurs längst dahingehend gewandelt, dass er vornehmlich, wie der Duden schreibt, das Ausschalten, das Unschädlichmachen, das Beseitigen, das An-einer-weiteren-Einflussnahme-Hindern ausdrückt.

Etwas später sinnierte man bereits intensiv über Formen begrenzter Kriegsführung, etwa die Neutralisierung feindlicher Städte mittels Neutronenbombe. Wenn also Landesrat Podgorschek vor AfD-Publikum die Neutralisierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks einfordert, der in Österreich schlimmer sei als seinerzeit in der DDR, weiß er genau, welche Diktion er im Mund führt. Dummstellen gehört zum Repertoire gewiefter Burschenschafter, der Mann wird beteuern, damit nur objektive Berichterstattung statt Demontieren verlangt zu haben, „auch auf die Gefahr hin, dass uns eine sogenannte Orbanisierung vorgeworfen wird.“

Podgorschek denkt offenbar permanent in Kategorien der Vernichtung und Zerstörung. Dem politischen Mitbewerber gehe es um Vernichtung, schärft er in der erwähnten Rede den konzentriert lauschenden AfDlern ein, die Grünen etwa, als würdige Nachfolger der Jakobiner, „würden, wenn sie könnten, uns alle an die Guillotine schicken.“ Kein Wunder, dass da die Freiheitlichen selbst nicht zimperlich sein dürfen, alles nur Notwehr. Für den Schriftsteller steht außer Frage, dass bewusst gesetzte Worte den Boden bereiten für Taten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Österreicher wirklich wieder, wie vor dem Krieg, bürgerkriegsähnliche Szenarien statt respektvoller politischer Auseinandersetzung haben wollen, die ja durchaus hart sein kann, wenn gute Argumente geliefert werden. Vernichtungsphantasien und angedrohte präventive Erstschläge aus dem Mund eines Milizoffiziers sind ein Alarmzeichen. Wer gebietet solchen politischen Verantwortungsträgern Einhalt, wer gebietet ihnen den sofortigen Rücktritt?

Karin Kneissl. Porträt im „Standard“

Hans Högl

Mein Schreiben bezieht sich auf Ihren Beitrag, Herr Prantner, „Eine gegen alle“ im Standard vom 26. Mai 2018. Ein Porträt von Karin Kneissl

Früher hielt Frau Karin Kneissl auf der Friedensburg in Schlaining Vorträge bei den Sommerwochen. Da lernte ich Sie kennen und schätzen. Es war unkompliziert, mit ihr ins Gespräch zu kommen. Ihr Auftreten: schlicht, unprätentiös. 

Darüber hinaus ist Karin Kneissl all die Jahre gut im Publikum angekommen. Hämmerle (stellv. Chefredakteur der „Wiener Zeitung“) schreibt in seinem neuen Buch, dass wir in Österreich nicht gelernt haben, produktiv zu streiten und dass die Publikationen zur jetzigen Regierung einem Null-Summen-Spiel gleichkommen – entweder total für die Regierung oder dagegen-ohne Differenzierungen.

Es ist eigentlich ein sanfter „Bürgerkrieg“ mit Worten, der polarisierende Zuschreibungen bringt – ob sie nun zutreffend sind oder nicht – je nach parteilicher Nähe usw.

Es ist eigentlich beschämend, dass ein Blatt wie der „Standard“ mit einem solch` einseitigen Porträt über Karin Kneissl seine Leser „befriedigen“ muss und Sie als Redakteur im Sinne dieses Auftrages fungieren. Vielleicht erginge es anderen in ihrer Redaktion ebenso wie Ihnen. Ja – das ist traurig für dieses Land und ein Qualitätsmedium. 

Private Medien und ORF. Publikums-Beurteilung

An Mitglieder und Interessierte der Vereinigung für Medienkultur !

Von Hans Högl

Wir leiten Ihre, Deine Wünsche, Beschwerden an private Medien und den ORF weiter.  Senden Sie/sende Du mir Ihre/Deine  Antworten – eingefügt an die Fragen.  Dazu schrieb eine Interessentin der Medienkultur.

  1. Was gefällt Dir am ORF besonders ? Was siehst Du, hörst Du besonders gern? : ZIB, ZIB 2, Weltjournal, Weltjournal+, konkret, Universum, Universum History, kreuz & quer, 2.
  2. Was gefällt Dir an privaten TV-Sendern und Zeitungen besonders? Was siehts Du und liest Du besonders gern? Politiksendungen, amerikanische Krimiserien, Falter, Der Standard
  3. Was wünschst Du besonders vom ORF und was missfällt Dir am ORF besonders? Welche Sendungen? Positive Anregungen? Wissenschafts- und Informationssendungen, für Kinder so etwas wie „Die Sendung mit der Maus“, KEINE Werbung während eines Films oder einer Sitcom. Negativ:  Volksmusik-Shows, einfallslose Familienshows am Samstag Abend
  4. Was wünscht Du Dir besonders von privaten Sendern und Zeitungen? Was missfällt Dir besonders an ihnen? : Weniger Werbung mitten in den Sendungen! Objektiven und unabhängigen Journalismus, weniger Hetze, mehr Tatsachenberichte, mehr Expertenmeinungen, weniger politische Anbiederei.
  5. Bist Du für die Abschaffung der GIS (ORF-Gebühren) und dass der  ORF jedes 2. Jahr sein Budget direkt von der Regierung erbittet?  Nein:  Begründung. Bitte nicht das ORF Budget in die Hände der jeweiligen Regierung legen! Auf keinen Fall! Die relative Unabhängigkeit der ORF-Berichterstattung ist dadurch stark gefährdet. „Wird nicht positiv über unsere Arbeit berichtet, dann gibt’s weniger Geld“. Der ORF verkommt zum Regierungsfernsehen. Nur erwünschte Meldungen werden gesendet, kritische Fragestellungen ist dann nicht mehr möglich. Unerschrockene Redakteure wie Armin Wolf sind dann nicht mehr beim ORF tätig.
  6. Sonstige Detail-Wünsche und Kritiken versus ORF und privaten Medien:  Bitte das Funkhaus behalten, das Radiostudio nicht auf den Küniglberg übersiedeln. Direkte Berichterstattung aus der Stadt wird dann schwierig. Gäste kommen nicht mehr so gerne und häufig in die Studios. Ein Radio sollte mitten unten den Menschen sein und nicht abgehoben am Berg.

 

Wissenschaft in Medien. Eine Evaluation

Hans Högl

Ein weites Feld ist die Wissenschaftspublizistik. Mir bot sich die Chance zu einem Gespräch mit einem deutschen Naturwissen-schafter. 

Dies ist seine Evaluation der Sparte Wissenschaft in Medien: Als Spitzenprodukt auf diesem Sektor nennt er die Zeitschriften "Spektrum der Wissenschaft" und auch "Bild der Wissenschaft" sei "sehr gut" und zu 95 % sind die Inhalte letzterer zuverlässig. Die Zeitschrift "PM" habe die "beste und anschaulichste Graphik- und Bildredaktion", aber inhaltlich habe sie Schwächen. Die Wissenschaft in "Profil" wird  relativ gut bewertet. 

Als "hervorragend" beurteilt der Experte Wissenschaftsberichte in "ARTE" und in "Phönix", doch jene von "Newton"im ORF sei eher "schwach". Harald Lesch im ZDF sei "hervorragend". Es gilt zu sehen, über welche Vorbildung Redakteure im Bereich Wissenschaft verfügen. Und diese ist nicht immer optimal.