Archiv der Kategorie: Medienschmankerl

Protestantismus und Kulturkrise

Eduard Spranger in „Lebensformen“ (1921). Kurz-Essay

“ Denn das Grundmoment des Protestantismus, wenn man seine 400-jährige Auswirkung verfolgt, ist die Freilassung des individuellen Wertsystems. In diesem sinngemäßen Fortschritt liegt zugleich  d i e   Ursache der letzten großen Kulturkrisen, mehr als im sogenannten Kapitalismus. Denn es ist auf diese Individualisierung keine wahrhaft umspannende Synthese mehr gefolgt. Alle großen Lebensprobleme müssen zuerst auf religiösem Boden gelöst werden. Die Zukunftsaufgabe des Protestantismus ist jene der Synthese.“ (Text: Hans  Högl)

Good News: Der Film „Die Zukunft besser als ihr Ruf“

Hans  H ö g l

Überall hören wir von Krisen, Medien schüren Verunsicherung. Wie reagieren wir darauf? Augen zu, Ohren zu? Oder lieber Ärmel aufkrempeln und was tun?  Sechs Beispiele erzählen im Film DIE ZUKUNFT IST BESSER ALS IHR RUF von der Möglichkeit, den Lauf der Dinge doch selbst mitzugestalten. 

Es ist ein  Film über Menschen, die etwas bewegen. Sie engagieren sich für lebendige politische Kultur, für nachhaltige Lösungen bei Lebensmitteln und Bauen, für soziale Gerechtigkeit.   
Vergangen Woche gab es 400 Kinobesucher im Gartenbaukino Wien.  Das war  ein großer Erfolg, auch  für das Marketing. Die Szene der Engagierten und die NGOs waren  reichlich vertreten. Wer hat dies erwartet? Und nun wird der Film auch kommende Woche gezeigt.  

 

Filmtipp: DIE ZUKUNFT IST BESSER ALS IHR RUF

Fritz Hinterberger, Geschäftsführer von SERI (Gastbeitrag):

„Ich hab den Film schon bei der Vorpremiere gesehen. SEHR sehenswert.  Ich würde mich freuen, viele von Euch im Gartenbaukino (Wien)  zu treffen.“

Die Zukunft ist besser als ihr Ruf

DIE ZUKUNFT IST BESSER ALS IHR RUF: Ein Film über Menschen, die etwas bewegen. Sie engagieren sich für lebendige politische Kultur, für nachhaltige Lösungen bei Lebensmittel und Bauen, für Klarheit im Denken über Wirtschaft, für soziale Gerechtigkeit.   Überall hören wir von Krisen, Medien schüren Verunsicherung. Wie reagieren wir darauf? Augen zu, Ohren zu? Oder lieber Ärmel aufkrempeln und was tun?  Sechs Beispiele erzählen von der Möglichkeit, den Lauf der Dinge doch selbst mitzugestalten. 

12.05.2017 Ein Doku-Film von Teresa Distelberger, Niko Mayr, Gabi Schweiger und Nicole Scherg – A 2017, Laufzeit: 85 min

Am 16.5. wird der Film im Gartenbaukino (Wien) gespielt in Kombi mit der Band Federspiel als Live-Act. Wir wollen mit hunderten aktiven Menschen aus ganz Österreich die Kraft der Zivilgesellschaft feiern! : Daher zahlen alle für Film mit Federspiel nur 13,- statt 16,-.

Ab 12. Mai zum Kinostart in 21 Kinos österreichweit! Wenn der Film am 12./13./14. Mai KRAFTVOLL IM KINO startet, dann wird er noch länger gespielt – so schaffen wir es gemeinsam, noch mehr Menschen Mut zu machen.  Alle Alle Startkinos:  http://www.diezukunftistbesseralsihrruf.at/#Termine

PREMIEREN: St. Pölten 8.5., Graz 8.5., Oberpullendorf 10.5., Linz 10.5., Salzburg 11.5., Innsbruck 11.5., Klagenfurt 12.5. und Bregenz 17.5.

Es gibt auch noch Plätze für Schulklassen bei der SCHULTOUR in Wien: http://www.diezukunftistbesseralsihrruf.at/#schulkino
Für Schulvorführungen an anderen Orten hilft Konradin Schuchter weiter: schule@polyfilm.at

Saint Exupéry: Ein großer Franzose und Nazigegner

Hans Högl – Kurzessay

Heute ist die entscheidende Wahl zum französischen Präsidenten. Ein Grund, an einen großen Dichter Frankreichs zu erinnern- an Saint-Exupéry. Und dies als kleiner Dank an dieses große Land Europas, das Deutschland die versöhnende Hand bot (vgl. unten: Europas Kurskorrektur).

Obwohl Saint-Exupéry ein eindeutiger Gegner der Nazis war, wurden seine Bücher in Deutschland weiterhin verkauft. Und aus dem Buch „Flug nach Arras“ wurde 1942 im besetzten Frankreich nur ein einziger Satz gestrichen: Hitler ist ein Idiot. Die Zeit war – über politische Grenzen hinweg – empfänglich für die ambivalente Melange aus modernen und antimodernen Elementen in St. Exupérys Büchern. Er feierte einerseits die Fliegerei emphorisch als den Traum, die Menschen der Welt näher zu bringen. Aber der Verehrung moderner Welt standen alte Werte gegenüber: Opferbereitschaft, treue Pflichterfüllung, Heldentum und Kameradschaft.

Saint Exupéry wollte mit der modernen Massengesellschaft nichts zu tun haben: Mit dem Flugzeug verlässt man die Städte und ihre seelenlose Rechnerei und findet auf anderem Weg die bäuerliche Wahrheit wieder. Man lebt mit Winden, Sternen, Nacht und Sand.

Der Dichter suchte buchstäblich das Weite: im Himmel, in der mächtigen Leere der Wüste und in den mystischen Gefühlen universaler Menschenverbundenheit. In seinem letzten Brief schrieb er – wir greifen auf das ZEIT-Magazin vom 6. Mai 1994 zurück: „Sollte ich abgeschossen werden, werde ich nicht das geringste Bedauern empfinden. Mir graut vor dem Termitenhaufen der Zukunft“. Die Zeit des Prinzen der Lüfte war vorbei.

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NGOs als Avantgarde. Staat hinkt hinterher

Hans Högl
Wir – die Vereinigung für Medienkultur – sind Mitglied des Dachverbandes Initiative Zivilgesellschaft.  In diesem Kontext erhielten wir folgendes Schreiben von
Doris Brandel und Franz Nahrada :
               „Die Zivilgesellschaft hat sich zunächst als Feuerwehr der Gesellschaft verstanden, überall dort intervenierend, wo die Not groß und das staatliche System träge oder tatenlos schien. So entstand die Armenhilfe, die private Fürsorge (besser: Sozialarbeit!). So entstand die Bewegung gegen den Hunger in der Welt und für Entwicklungsprojekte. Dann kam die Umweltbewegung, zugleich dann die wahrscheinlich kurzfristig größte der Bewegungen, die Friedensbewegung.
            Im Lauf dieser Interventionen entdeckte die Zivilgesellschaft schrittweise ihre Kraft und auch ihre Ohnmacht. Organisationen wie Amnesty entstanden, die Augenmerk auch nach innen, auf die zunehmend wahrgenommenen Schatten in unserer Gesellschaft, richten. Es wurde zunehmend klarer dass wir uns den Spielregeln dieser Welt zuwenden müssen – es genügte nicht mehr, Löcher zu stopfen. Organisationen wie ATTAC entwarfen neue Regeln für das Finanzsystem, die Gemeinwohlökonomie für das Wirtschaften.
       Doch wir stehen jetzt an einer neuen Schwelle: Wir müssen feststellen, dass auch der Prozess der Zielfindung in unserer Gesellschaft selbst erodiert und mangelhaft ist. Wir müssen uns dem Feld der Politik zuwenden. Es geht jetzt nolens volens – ums Ganze!“ Eine derartige Geschichte der Zivilgesellschaft zu schreiben wäre eigentlich notwendig, wenn wir die Dynamik und Entwicklung wirklich verstehen wollen …“
(Gastbeitrag von Doris Brandel und Franz Nahrada)

Blick zurück auf eine Wahlprognose

Hans Högl

Manchmal lohnt es, ältere  Zeitungsausschnitte aufzubewahren. So zu einer Prognose  zur Präsidentschaftswahl – zumal zu jener von Prof. Filzmaier – dargelegt in der Krone am 27. Dezember 2015.  Nun: Es  ist schon die  Rede von Erwin Pröll, weiters von Van der Bellen und von Rudolf Hundstorfer. Dessen Beliebtheit sei jenseits der Gewerkschaft und Wiener Stadtgrenzen enden wollend.  Prof. Filzmaier sah damals die FPÖ in einem Dilemma – und das war wohl zutreffend: Es war noch nicht klar, ob Ursula  Stenzel oder Norbert Hofer kandidieren würde.

 

 

Sport – Kommentar. Skispringer Stefan Kraft

Kleine Zeitung  2017-03-27 Interview.

Stefan Kraft ist zur Zeit Österreichs König im Skisprung. Ein sympathischer Salzburger.  Unkommentierter Auszug aus einem Interview:

Was macht Sie so stark? Antwort von Stefan Kraft: „Ich bin seit Längerem verletzungsfrei, konnte jedes Training mitmachen. Ich bin bei Rückenwind noch stabiler, kann mit dem Hintern noch tiefer in die Hocke gehen und komm trotzdem gut hinaus. Ich denke, das war mein Erfolgskonzept.“

Diese Sprechweise erinnert an die endlosen Kommentare zu unseren Skiläufern, wie sie sich in die Kurven begeben, also würde davon die Weltgeschichte abhängen. (Resumé H. Högl).

 

EU-Idee und Zukunft / Soziale Marktwirtschaft – Medientipps

Hans H ö g l

ARTE: Dienstag-  21.März: Europa. Was nun? Was ist aus der Idee geworden? 20:15 Kampf um Europa. 22:00 Am Anfang waren`s Sechs. Geschichtsdoku

ORF 1: Mittw.  22. März  „Voll verzuckert“. Wieviel  Zucker steckt eigentlich in „gesunden Lebensmitteln?“ 20:15 Doku

3-sat:  Donnerstag:  Soziale Marktwirtschaft „scobel“ 21:00

ZIB 2: Freitag  History. 22:35 Zur EU-Gründungsidee u. Zukunftsszenarien

NB. Wir haben Anregungen in der „Kleinen Zeitung“ (Graz) aufgegriffen. Sie empfiehlt auch ARTE-Sendungen,  obgleich sie in Massenblatt ist.

 

Entwicklungspolitik – Medientipps

 

 Wenn dieser Medientipp nicht korrekt dargestellt wird, klicken Sie bitte auf folgenden Link:
http://medientipps.baobab.at
Medientipp BAOBAB KW 12-2017 (20.3.2017 bis 26.3.2017)

BAOBAB wertet jede Woche das Fernseh- und Kinoprogramm nach Filmen zu entwicklungspolitischen Themen aus. Wir stellen diese Filmtipps als wöchentliche kostenlose Serviceleistung zur Verfügung.
Unsere Tipps berücksichtigen Arte, 3sat, ORF 1, ORF 2, ORF III, SRF 1, SRF 2, SRF info, ARD, ZDF, Servus TV und PHOENIX. Unser neuer YouTube Channel bietet von BAOBAB empfohlene internationale Kurzfilme. Viel Spaß beim Sichten der Playlisten!

 

 

Ohne Hoffnung keine Zukunft

Gastbeitrag aus Zeitschrift „Publik Forum“

 Der aktuellen Resignation zum Trotz: Menschen stehen immer wieder auf. Sie verändern, streiten und leben für eine gerechtere Zukunft. Was treibt sie an, was ist das Geheimnis ihrer Hoffnung? ….

Die guten Nachrichten werden gerne übersehen oder von den Medien nicht weitergegeben. Dabei gibt es weltweit viele positive Entwicklungen. Es ist schon paradox: Da kommen Menschen aus Syrien, Somalia und dem Irak nach Deutschland, mit nichts als der Hoffnung im Gepäck, dem Krieg zu entfliehen und in Europa ein besseres Leben zu finden. Und dann treffen sie im reichen Deutschland Menschen, die oft wenig Hoffnung haben.

»Zukunft wird als Problem wahrgenommen«, erläutert der Schweizer Zukunftsexperte Andreas M. Walker. »Die meisten Menschen glauben, dass wir in der bestmöglichen aller Zeiten leben. Also wird viel investiert in die Stabilität der Gegenwart, damit alles so bleibt, wie es ist.« »German Angst« regiert offensichtlich das Land, nicht der Wunsch, etwas zu verändern und die Zukunft zu gestalten. Dieser hier etwas gekürzte Text stammt von der Webseite https://www.publik-forum.de/Politik-Gesellschaft/ohne-hoffnung-keine-zukunft-2?idw=20169908#