Archiv der Kategorie: Good News

Vereinigung für Medienkultur: Generalversammlung 2017

Udo Bachmair

Wir wollen Sie als Mitglied der Vereinigung für Medienkultur an den Termin unserer nächsten Generalversammlung erinnern. Diese findet am kommenden Montag statt :
20. 2. um 18 Uhr im Presseclub Concordia, Bankgasse 8, 1010 Wien.
Ab 19 Uhr ist ein Gespräch mit dem Publizistikwissenschafter Fritz Hausjell geplant. Dazu sind auch Nicht-Mitglieder eingeladen.
Thema des Gespächs mit Diskussion ist Zustand und Entwicklung von Österreichs Medienlandschaft .
Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

Präsidium und Vorstand der Vereinigung für Medienkultur

 

Österreichs Maschinenbauer mit gutem Ruf

Hans H ö g l

Österreich wird von unseren deutschen Nachbarn als Tourismus- und Kulturland geschätzt. Viel weniger bekannt ist, das bestätigten mir deutsche Fachleute, die in Österreich leben, dass unsere Maschinenbauer einen hervorragenden Ruf haben.  Und es dürfte  bei unserem Nachbarn und anderswo sehr wenig bekannt sein, dass weltweit jeder zweite BMW mit einem Motor fährt, der in der  oberösterreichischen Stadt Steyr erzeugt wird. 

Die Kleine Zeitung hat am 16. Februar die Schlagzeile „BMW Österreich steuert weiter auf Rekordkurs“, und sie bezieht sich auf den neuen  5er BMW, der auch bei Magna in Graz gebaut wird.  Warum ich darauf verweise:  Der Hinweis trägt zum Verständnis zwischen Ländern bei,  und die Information hat Seltenheitswert, dass Österreich Industrieland ist.

Flexible Arbeitszeit: Pendler in den letzten Zügen..

Hans Högl

Im Feuilleton findet sich Zeitloses – so Gedichte. Der Weinviertler Rudi Weiss formuliert im Zug als  Pendler Gedichte. Mit seinen Worten erweisen wir  jenen Menschen Hochachtung, die jeden Arbeitstag  frühmorgens bis zu einer  Stunde und mehr verbringen – alleine – um aus der Steiermark, dem Burgenland und aus Niederösterreich nach Wien zu kommen und so  ihren Lebensunterhalt  verdienen. Und dann ebenso lange wieder zurückfahren. Ähnliches gilt für Linz und Graz. Die Verhandler über flexible Arbeitstage bis zu 12 Stunden sollten die Situation der Pendler nicht übersehen (H.Högl).

Rudi Weiss

jeden morgen kommen sie zum zug

weil sie sonst nicht zum zug kämen.

jeden abend liegen sie in den letzten zügen

während andere in vollen zügen genießen.

jeden tag verrollt sich unmerklich

ein Stückchen Heimat.

 

 

Demokratiepreis für das „Freie Radio Salzkammergut“

Udo Bachmair

Im Parlament in Wien ist der Demokratiepreis 2016 verliehen worden. Einer der Preisträger ist das „Freie Radio Salzkammergut“ mit Sitz in Bad Ischl. Etwa 100 Mitarbeiter aus allen Teilen der Bevölkerung gestalten ehrenamtlich das Programm. Der Sender sei ein „Belebungsmittel für Demokratie mit aktiver Bürgerbeteiligung“, so Klaus Unterberger ( ORF-Public Value ) in seiner Laudatio.

Mario Friedwagner, Chef der ausgezeichneten regionalen Radiostation, betonte in seiner Dankesrede, dass auch die freien Radios insgesamt „Österreichs Rundfunklandschaft demokratisiert“ haben. Nationalratspräsidentin Doris Bures sprach von wichtigen Initiativen, die „zur Medienvielfalt und Medienkultur in unserem Lande beitragen“.

Weitere Preisträger der „Margaretha Lupac-Stiftung für Parlamentarismus und Demokratie“ sind das Personenkomitee „Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz“ sowie das Ludwig Boltzmann-Institut für Menschenrechte mit dem Grundsatz „Alle Menschenrechte für alle“.

Menschen in der Provinz. Lob für Österreich

Hans Högl

Gestern formulierte ich den Beitrag „Tabu. Lob der Politiker“. Heute runde ich dessen Inhalt mit Worten der renommierten Journalistin Barbara Coudenhove-Kalergi ab – aus dem Interview von André Heller in der hervorragenden TV-ORF-Serie „Menschenbilder“.

Barbara Coudenhove-Kalergi:    „Ich war ….viel auf Lesereisen in Österreich“ und „war sehr angetan von der österreichischen Provinz, die ich eigentlich als junges Mädchen ein bißchen verachtet habe.“  „Wenn man sich fragt, warum Österreich so gut dasteht, dann weiß man das, wenn man in viele kleine Orte kommt, wo es total  gescheite, sympathische, tüchtige Leute gibt. Wenn man die Zeitung liest, glaubt man, man lebt in einem Land von korrupten Idioten. Dem ist überhaupt nicht so“.

„Es ist ein Land, wo es unglaublich viel Substanz gibt und unglaublich viele Leute gibt, die nicht nur ihre Arbeit gut machen, sondern das Herz am richtigen Platz haben. Ich glaube, wir würden eine bessere Elite verdienen. Aber was da sozusagen unterhalb ist, ist, finde ich, sehr gut“. (Barbara Coudenhove-Kalergi).

 

 

Hugo Portisch : „Sauberer Journalismus hat Zukunft“

Aus einem KURIER-Interview mit der Journalistenlegende Portisch

( Auswahl der Zitate: Udo Bachmair )

KURIER: Sind Sie für die Zukunft des Journalismus optimistisch?

Ja, wenn Journalisten den Drang haben, von Dingen so zu berichten, wie sie sind. Aber es gibt auch Medien, die wollen durch Verhetzung Auflage oder Quote machen.

KURIER: Kann sich der seriöse Journalismus behaupten?

Da bin ich voreingenommen, ich glaube an die Zeitung. Ordentlicher, sauberer Journalismus hat Zukunft.

KURIER: Warum haben Sie sich für Van der Bellen eingesetzt?

Ich habe es für wichtig gehalten, dass man sich gegen einen Populisten mit seriösen Argumenten durchsetzen kann. Im Ausland, besonders in Deutschland, schaut man mit Argusaugen auf Österreich. Wäre Hofer es geworden, wären wir schon wieder ein Naziland gewesen. Leider wurde der eindeutige Wahlsieg eines Demokraten und großen Europäers nicht stärker im Ausland gewürdigt. Hugo Portisch : „Sauberer Journalismus hat Zukunft“ weiterlesen

Ein Plädoyer für die Ö1-Journale

Udo Bachmair

Nunmehr bereits 5 Jahre sind vergangen, seit ich mich vom ORF verabschiedet habe. Den größten Teil meiner langjährigen Tätigkeit in diesem Unternehmen habe ich als Moderator und Regisseur der Ö1-Journale verbracht. Und ich blicke gern zurück.

Vom Attentat auf den Papst, der Revolution im Iran, der großen politischen Wende 1989, über innenpolitisch dominante Entwicklungen sowie Katastrophen unterschiedlichster Art, bis hin zum Bombenhagel auf Serbien, auf Libyen und den Irak und zu zahllosen weiteren Ereignissen war ich als ORF-Redakteur und Moderator journalistisch nahe am Geschehen. Spannungsreiche interessante Zeiten, die ich nicht missen möchte.

Als der längstgediente Moderator in ORF-Informationsbereichen mit an die 10.000 (!) live moderierten ORF-Sendungen, vorwiegend in Ö 1, fühle ich mich meinem alten Unternehmen nach wie vor verbunden. Dies verschleiert jedoch nicht meinen nunmehr seit 5 Jahren verstärkten medienkritischen Blick von außen.

Zweifellos gehören sie gehört: Die Ö 1- Journale. Deren Qualität erscheint im Lauf der Jahre weitgehend unverändert. Trotz der von Jahr zu Jahr bedrohlicher werdenden personellen und budgetären Ausdünnung. Ein bisschen Kritik sei dennoch erlaubt: Die außenpolitische Berichterstattung entspricht nahezu ausnahmslos dem westlichen Mainstream. Bei so komplexen Konflikten wie dem Ukraine- oder dem Syrien-Konflikt etwa dominiert die US-Sicht der Welt. Antirussische Reflexe lassen nicht selten Schwarz-Weiß-Malerei erkennen. Der Westen gut, Russland und Putin böse. Da fehlen manchmal schmerzlich differenzierende Reflexionen.

Trotzdem ein Plädoyer für Ö 1 und im Speziellen die Ö-1-Journale, die trotz der eben erwähnten Defizite nach wie vor zum journalistisch Besten in unserem Land gehören. Ohne Morgenjournal, Mittagsjournal, Abendjournal wäre Österreichs Medienlandschaft noch ärmer.

Ein Tipp: Unter www.journale.at sind mehr als 8000 Stunden Sendezeit digital in voller Länge abrufbar, der Schwerpunkt liegt hier bei den Mittagsjournalen. Das entspricht über 100.000 Einzelbeiträgen sowohl zu österreichischen als auch internationalen Themen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur der Jahre 1967 bis 2000.

Nähere Informationen auch bei der „Österreichischen Mediathek“ unter mediathek@mediathek.at oder www.mediathek.at

2017 Jahr der Hoffnung für Syrien ?

Gegen den Mainstream: „Berliner Zeitung“ würdigt Friedensbemühungen Russlands und der Türkei

Udo Bachmair

„Assad lässt weiter bombardieren, koste es, was es wolle“ – so gestern der Befund der Moderatorin des Ö1-Mittagsjournals.. Woher hat sie diese Informationen, fragt man sich. Sie und auch zahlreiche andere JournalistInnen erliegen offenbar immer wieder einseitiger westlicher Propaganda..

Sie machen sich’s leicht. Dabei ist gerade der Fall Syrien eine ungemein komplexe Causa. Mit einem „Bürgerkrieg“, der überwiegend von außen in das geschundene Land hineingetragen worden ist. Angeheizt durch unterschiedlichste Machtinteressen auf westlicher wie östlicher Seite.

Bei aller berechtigten Kritik an autoritären Entwicklungen sowohl in Russland als auch in der Türkei sei jedoch anzuerkennen, dass es den Präsidenten dieser Staaten gelungen zu sein scheint, tatsächlich einen Waffenstillstand zu erreichen. Bleibt zu hoffen, dass er hält.

Bei allem unermesslichen Leid, das der syrischen Bevölkerung wiederfahren ist, hat das Jahr für Syrien jedenfalls gut begonnen. Das würdigt etwa die „Berliner Zeitung“, die damit einen journalistischen Gegenpol zum Mainstream setzt.

Zum Thema folgende Zitate aus einer heute in diesem renommierten Blatt erschienenen Analyse von Götz Aly :

„Was führende Politiker der USA und der EU quälend lange Jahre nicht vermochten, gelang den Präsidenten Putin und Erdogan nun binnen weniger Wochen: einen Waffenstillstand für Syrien auszuhandeln. Das verdient Respekt. Russland konnte der Türkei abringen, dass die radikalislamische Al-Nusra-Front (mittlerweile als Fatah-Al-Scham-Front getarnt) und selbstverständlich der IS weiterhin bekämpft werden.

Beide Terrororganisationen wurden jahrelang von Saudi-Arabien, lange auch von der Türkei direkt unterstützt, indirekt mit US-amerikanischen und britischen Waffen beliefert, die auf kurzen Wegen in ihre Hände gelangten. Das störte die meisten westlichen Regierungen nicht, weil sie sich blindlings dem Ziel verschrieben hatten, die Regierung Assad zu stürzen. Auf solche Weise verliehen sie dem islamistischen Terror ungeahnten Auftrieb in Syrien – so wie zuvor im Irak und in Libyen. Russland trägt an diesen Entwicklungen keine Mitschuld. Bis heute konnten sich die Regierungen der USA und der EU nicht dazu bequemen, die Al-Nusra-Front als Terrororganisation einzustufen.“

Und weiter heißt es in der „Berliner Zeitung“ von heute:

„Am Ende kann sich herausstellen, dass das Eingreifen russischer Truppen einen für die meisten Syrer akzeptablen Friedensschluss ermöglicht hat. Noch im Herbst wurde in vielen deutschen Medien behauptet, die Einnahme Ost-Aleppos würde Hunderttausende weitere Flüchtlinge nach Europa treiben. Nichts davon geschah.

Kürzlich warf Angela Merkel Russland Kriegsverbrechen in Syrien vor. Dass die von ihr propagandistisch unterstützten „Rebellen“ schon lange Kriegsverbrechen begangen haben, blendet sie aus. Man kann das moralisch kritisieren und sagen, die Kanzlerin messe mit zweierlei Maß. Ich sehe ein gravierenderes Problem: Im Fall Syrien leiden unsere führenden Politiker (und viele Journalisten) an Geschichtsblindheit und Realitätsverlust.“

– Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/25469364 ©2017

 

Zusammenleben in „Freiheit und Verantwortung“

Beeindruckende ORF-Neujahrsrede von Bischof Bünker *

Udo Bachmair

Der evangelische Bischof Michael Bünker überzeugt immer wieder auch mit klaren Worten zu gesellschaftlichen und gesellschaftspolitischen Themen. So auch jüngst in seiner im Programm ORF 2 übertragenen Neujahrsansprache.

„Auf zwei Dinge kommt es beim Zusammenleben von Menschen aus evangelischer Sicht besonders an: Freiheit und Verantwortung“, sagte Bünker auch mit Verweis auf das Leitmotiv der Reformation, deren 500-Jahr-Jubiläum die Evangelischen Kirchen 2017 feiern.

„Heute bin ich beeindruckt, wie auf engem Raum im städtischen Bereich Menschen unterschiedlicher Nationalität und Kultur, unterschiedlicher Religion und Sprache als Nachbarn zusammenleben. Dieses Zusammenleben ist eine besondere Herausforderung und ein besonderer Reichtum Europas, ein Geschenk, auf das wir zu achten haben.“

Für Christinnen und Christen sei es Aufgabe, die Freiheiten, wie sie in den Menschenrechten festgehalten sind, zu bewahren sowie diese zu schützen, wo sie bedroht und zu bewahren, wo sie eingeschränkt sind. Daraus folgert für Michael Bünker:

„Verantwortung für Menschen in Not, die unsere Hilfe brauchen, unsere Nachbarn und unsere Nächsten, aber auch Menschen auf der Flucht“, so Bünker. Aber auch gegenüber der Schöpfung sei der Mensch verantwortlich, betonte der Bischof angesichts der sichtbaren Folgen des Klimawandels.  Zusammenleben in „Freiheit und Verantwortung“ weiterlesen

ORF III : Alternative Neujahrsansprachen

Neujahrsbotschaften der etwas anderen Art

Udo Bachmair

Dieses Mal muss auf eine alte Tradition verzichtet werden: Auf die Neujahrsansprache des Bundespräsidenten. Sie fällt aus, da das neue Staatsoberhaupt Alexander Van der Bellen erst am 26. Jänner angelobt wird.

Für ungewöhnlichen Ersatz ist jedoch gesorgt: Der TV-Sender ORF III hat 18 heimische Kunst- und Kulturschaffende in die Wiener Hofburg eingeladen, wo sie ihre ganz persönlichen Neujahrsansprachen halten. Diese werden morgen (1.1.2017) und übermorgen (2.1.) über den ganzen Programmtag verteilt.

So erinnert Otto Schenk in seiner Neujahrsbotschaft daran, dass Österreich immer gut darin war, sich das Fremde zu eigen zu machen. Schriftsteller Michael Köhlmeier reflektiert, was der Mangel an Schönheit mit uns macht. Burgtheater-Doyenne Elisabeth Orth leiht der Demokratie ihre Stimme und Volkstheater-Direktorin Anna Badora erzählt eine Geschichte, die ermutigt, das Unmögliche zu wagen.

Ganz im Zeichen der Satire steht die „Übergangs-Bundeshymne“ von Michael Ostrowski und Gerald Votava.

Die „ORF III Neujahrsbotschaften“ im Überblick:

Sonntag, 1. Jänner:

10.00 Uhr: Rudolf Buchbinder 10.55 Uhr: Sabine Haag 11.50 Uhr: Lotte Tobisch 12.50 Uhr: Klaus Albrecht Schröder 13.45 Uhr: Wolf D. Prix 15.35 Uhr: Otto Schenk 17.25 Uhr: Bernhard Paul 18.15 Uhr: Wiener Sängerknaben 19.45 Uhr: Die Wiener Philharmoniker 22.45 Uhr: Michael Ostrowski und Gerald Votava

Montag, 2. Jänner:

9.30 Uhr: Anna Badora 11.20 Uhr: Michael Köhlmeier 13.35 Uhr: Ernst Molden 15.00 Uhr: Herr Hermes 16.45 Uhr: Gerald Votava 18.10 Uhr: Julya Rabinowich 19.40 Uhr: Ulrike Beimpold, 20.10 Uhr: Elisabeth Orth.

Die ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) stellt alle ORF-III-Sendungen, für die entsprechende Lizenzrechte vorhanden sind, als Live-Stream und als Video-on-Demand bereit.