Archiv der Kategorie: MEDIEN SPEZIAL

Aufwachen, aufwachen, aufwachen

Udo Bachmair

„Aufwachen, aufwachen, aufwachen“ – so der Titel eines empfehlenswerten Karikaturen-Buches, das kürzlich in der Volkshochschule Wien-Hietzing präsentiert worden ist. Autor des Werks ist Ali Kohlbacher, Ex-Abteilungsleiter im Bundeskanzleramt, u.a. aktiv in der Friedensbewegung, in der SPÖ-Bildungsarbeit sowie beim Bund Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer. Sein Spezialgebiet sind Zeichnungen, politische Karikaturen, in denen er sich engagiert mit Verwerfungen, Torheiten und Krisen unserer Zeit auseinandersetzt.

Der linke Sozialdemokrat Ali Kohlbacher übt mit seinen Karikaturen Kritik am Neoliberalismus und nimmt Partei für „Modernisierungsverlierer“, Ausgebeutete, für Enttäuschte und Getäuschte. Er prangert Egoismus, Gier, Engstirnigkeit und Menschenverachtung an.

Kohlbacher gelingt es auf originelle Weise, seinen schonungslosen, oft auch zornigen Aussagen und Botschaften auch ein humoriges Element zugrunde zu legen, das nachdenkliches Schmunzeln auslöst.

„AUFWACHEN, aufwachen, aufwachen-Karikaturen aus dem 21. Jahrhundert“ ist im ECHOMEDIA BUCHVERLAG erschienen.Preis 19,80

Wahlkampf : Politologe mit Sager der Woche

Kurz im Gleichklang mit dem Boulevard : Flüchtlinge und Migration an allem schuld

Udo Bachmair

Der Wahlkampf geht langsam ins Finale. Wenn sich die Aufregung rund um eine angeblich von der SPÖ finanzierte Facebook-Seite mit Verunglimpfungen von Sebastian Kurz gelegt haben wird, wird wieder das emotionale Reizthema Migration und Flüchtlinge dominieren. Dafür wird mit einiger Sicherheit das voraussichtliche Siegerduo Kurz / Strache sorgen. Andere Themenkomplexe, die die meisten Menschen tatsächlich direkt betreffen, wie Soziales, Bildung, Wirtschaft und Arbeit, werden in der Wahlkampf-Schlussphase eine bloß untergeordnete Rolle spielen..

Die Wahl dürfte also nahezu ausschließlich mit Emotionen und Hetze geschlagen werden. Nicht nur seitens des rechtspopulistischen Duos Kurz/Strache, sondern auch durch Unterstützung der Boulevardmedien. Mit der Fähigkeit, dem Boulevard und der vermuteten Mehrheit der Bevölkereung nach dem Mund zu reden, erweist sich Kurz als der geschicktere Strache. Der talentierte Jungstar hat es in TV-Diskussionen konsequent geschafft, unabhängig vom Thema nach kurzer Zeit sofort die Flüchtlings- und Migrationsfrage für nahezu alle Fehlentwicklungen verantwortlich zu machen.

Der Politikwissenschafter Professor Filzmaier hat die Kurz-Sicht(igkeit) in seiner Analyse nach dem ORF-Duell zwischen dem langjährigen Integrationsverantwortlichen und der grünen Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek mit einem Schuss Humor auf den Punkt gebracht :

„Sebastian Kurz hat ein Glück, dass es bei dieser Diskussion nicht um Verkehrspolitik gegangen ist. Weil da hätte er wahrscheinlich auch argumentiert, das verkehrspolitische Problem sind Burka-Trägerinnen, die illegal in zweiter Spur vor Islamkindergärten parken.“

Mut und Wut im Wahlkampf

Kerns Kampfansage an „Österreich“

Udo Bachmair

„Endlich!“-könnte man Christian Kern zurufen. Oder auch: “Mutig!“ Der Regierungs- und SPÖ-Chef hat sich also durchgerungen, die Boulevardgazette „Österreich“ zu boykottieren. Keine Interviews mehr, vor allem aber ein Aus für sündteure Inserate für das „Krawallblatt“. Höchste Zeit. Jedoch nicht ohne Risiko für den wahlkämpfenden Titelverteidiger. „Die Kampagne wird vielleicht jetzt noch wütender geführt“, prophezeit Kern.

Über Tage hinweg hatte Wolfgang Fellners „Österreich“ genüsslich über angebliche Schwächen des SPÖ-Spitzenkandidaten polemisiert. Die Gratiszeitung verunglimpfte den Kanzler zuletzt als mimosenhafte und eitle „Prinzessin“. In dieser Pose wurde er mit Tüll und Schminke der Lächerlichkeit preisgegeben. Und das trotz großzügiger Werbezuwendungen aus Partei und Ministerien.

Die „Österreich“-Attacken gegen ihn sieht Kern als „Angriff auf die politische Kultur im Land“. Und weiter: „Da wurden Grenzen überschritten“. Warum erst jetzt diese Erkenntnis ? Das Schüren von Ängsten und Hass, Hetze gegen Ausländer, im Speziellen gegen Flüchtlinge und Asylwerber, teils erfundene Geschichten und Interviews, hätten längst zu einer Verurteilung seitens der Sozialdemokratie und zum Stopp der Geldflüsse führen müssen.

Vor dem Hintergrund der Causa „Österreich“ wäre es nur höchst konsequent, Inseratengelder, die auf Kosten der Allgemeinheit auch für die Kronenzeitung fließen, zu stoppen. Das über weite Strecken rechtspopulistische Boulevard-Blatt, das seit Jahren auch mit einseitig ausgewählten Leserbriefen teils rassistischen Inhalts auffällt, erscheint sozialdemokratischen und humanitären Grundsätzen ferner denn je.

Doch die „Krone“, die ebenfalls mit sensationsheischender und emotional aufgeladener Demagogie alle nur gängigen rechten Klischees und Vorurteile bedient, kann offenbar weiter auf großzügige finanzielle SPÖ-Unterstützung hoffen. Ein Mitarbeiter von Ex- Kanzler Werner Faymann sagte mir einmal dazu : „ Ja, wir wissen um das Problem, aber wir können uns keine Negativschlagzeilen in der Krone leisten.“ Im Wahlkampf schon gar nicht..

Conchita hilf uns!

Hans Högl. Reportage

Zur abendlichen Saunarunde treffen sich je die Gleichen. Großstädter pflegen mehr an Tradition, als es den Anschein hat. Manche in der Sauna finden Gespräche störend. Ein Manager sieht bis in die späten Nachtstunden TV-Dokus diverser Ländern, und regt Gespräche an. Er reist häufig in arabische Länder und scheut nicht, zu erzählen, wie Aufträge per Bestechung ergattert werden. Das ist bei US-Firmen nicht anders oder doch: Die eigenen Leute, die „Amis“ verbrennen sich damit nicht die Finger, da schicken sie lieber Einheimische los. In der Runde ist auch ein Techniker, der uns bei PC-Fragen berät. Und ein kurzbeiniger Senior schleppt seinen fülligen Unterleib und schnaubt beim Erzählen von Anekdoten; denn er lenkte das Taxi eines Wiener Politikers.

Ein seltenes Exemplar ist ein Auto-Mechaniker: Für ihn brachte Kreisky die Wende, da verdiente er  endlich besser. Sein Haus ist jenseits der Donau in einem sozialen Brennpunkt. Er werkte früher in der Schweiz und in Afrika, er kann Französisch und liest fallweise das linksliberale Weltblatt Le Monde und regelmäßig die Wochenzeitung DIE ZEIT, die er seit Jahren stapelt. So zählt er zu jenem Drittel der ZEIT-Leser, die keine Akademiker sind.

Schon vor Jahren gab er mir einen Le Monde-Beitrag mit Worten der Verwunderung, dass sich Le Monde nicht scheut den Islam zu kritisieren, während er bis dato nichts dergleichen in Wiener Medien fand. „Ich kenn´ nur eine deutsche Zeitung, die anders schreibt als alle anderen, das ist die Schweizer Weltwoche.“

Heute griff ich Wiener Café Sperl nach diesem Magazin und las den Essay mit dem Titel: „Sind die Schweizer so unfreundlich?“, wie der Spiegel einmal schrieb. Der Beitrag vergleicht die Freundlichkeit in Österreichs und im Schweizer Gastgewerbe. Österreichs Tourismus sei mit der höfisch geprägten Gastlichkeit erfolgreicher. Beiläufig bringt die Weltwoche ein Medienschmankerl: wie Passagiere in der Londoner U-Bahn und in der britischen Eisenbahn angeredet werden- nämlich nicht mehr „Ladies and Gentlemen“. Das würde das dritte Geschlecht, die Transgender, beleidigen. Demzufolge lautet die Anrede an die Fahrgäste „Hello everyone“.

Ja, liebe Conchita, Du bist näher an der Sache, bring uns Österreichern doch eine progressivere Begrüßung bei. Da lob ich mir Indien, wo Transgender angeblich schon in Gesetzen Eingang gefunden hat.

 

 

Porträt von Sebastian Kurz

Hans Hö g l (Quelle: Wikipedia)
Wir präsentierten hier politische Porträts. Die Quelle waren Bücher. Siehe zu  Van der Bellen, Christian Kern,  Peter Pilz.   Zu Sebastian Kurz greife ich auf die Wikipedia zurück und hebe weniger Bekanntes hervor.
Sebastian Kurz (geb. 1986 in Wien) ist Sohn einer AHS-Lehrerin und eines Technikers. Kurz wuchs im 12. Wiener Gemeindebezirk Meidling auf, wo er heute noch lebt.] Er besuchte die Volksschule auf der Anton-Baumgartner-Straße in Wien-Liesing[], dann das Gymnasium in der Erlgasse[5] . 2004 Matura mit Auszeichnung. (Nach Selbstdarstellung hat die Schule einen hohen Ausländeranteil, bietet soziales Lernen und Hilfe bei Stören im Unterricht).-

Präsenzdienst 2004-05. Studium der Rechtswissenschaft, ohne es zu beenden.  
Seine politische Laufbahn bringen wir nur gekürzt, da sie weitgehend bekannt ist. Er ist seit 2009 Bundesobmann der Jungen Volkspartei, war 2010 – 2011  im Wiener Gemeinderat, 2011-13 Staatssekretär für Integration, seit 2015 ist  er Vorsitzender der Politischen Akademie………… Ende 2016 wurde bekannt, dass das Außenministerium dem Verein Südwind Entwicklungspolitik die Förderung für das Südwind-Magazin strich. Dieser Schritt sorgte für Kritik von verschiedenen Seiten.  –
Kurz sprach sich bei der UNOP  für nukleare Abrüstung und den Schutz verfolgter Christen aus.[68][65]

Am 1. Juli 2017 wurde Kurz beim Bundesparteitag mit 98 % der Delegierten  zum neuen ÖVP-Vorsitzenden gewählt.  Bemerkenswert ist laut Wikipedia

die  internationale Rezeption:   

Die Frankfurter Allgemeine  bewertete Kurz im Rahmen seines ersten offiziellen Besuches in  Berlin als „höchst eloquent“, „prägnant“ und um „keine Antwort verlegen“.[83] Die Deutsche Presse-Agentur sah im Dezember 2014 Kurz als einen von „sieben Gewinnern auf der politischen Weltbühne 2014“.[84]

Die bürgerliche österreichische Tageszeitung Die Presse sah Kurz Ende 2015 während der Flüchtlingskrise in Europa als jemanden, der „Ecken und Kanten bekommen“ habe und in der österreichischen Öffentlichkeit neben Johanna Mikl-Leitner die Rolle des „Hardliners“ spiele.[85]

86][87] Franz Schandl bezeichnete im März 2016 in der linksliberalen Zeitung der Freitag Kurz als jemanden, der ein „freundliches Gesicht“ aufziehe, die inhaltlichen Unterschiede zu den rechtspopulistischen Konkurrenten seien jedoch „marginal“.[88]

Anna von Bayern schrieb im Focus, man merke dem Außenministerium ein neues Selbstbewusstsein an, Kurz habe ihm neue Relevanz verliehen. Wien sei ein Ort des Dialoges geworden, zuerst mit dem Ukraine-Gipfel 2014, später bei Verhandlungen zum Atom-Deal mit dem Iran. Im Herbst 2015 begannen in Wien die Syrien-Gespräche.[89]

Betont kritisch äußerte sich wiederholt der frühere tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg. In einem profil-Interview meinte er, Kurz sei „sein Erfolg doch etwas zu Kopf gestiegen“ und dass im österreichischen Außenministerium kein Interesse an einer Zusammenarbeit mit der Visegrád-Gruppe bestehe.[90] Gegenüber der Tageszeitung Die Presse warf er ihm im Zusammenhang mit seiner Türkei-Haltung Populismus vor.[91] .[92]

Das US-amerikanische Nachrichtenmagazin Time listete Kurz im Jahr 2017 als einen von zehn „Next Generation Leaders“. Der „Staatsmann der neuen Art“ habe einen neuen Weg gefunden, um mit der Flüchtlingskrise umzugehen. Der „pragmatische Weg“ habe funktioniert und wurde von anderen europäischen Politikern übernommen.[93]

 

 

 

Schutz für die Fischer Perus

Hans Högl

Die peruanische Sardelle ist klein, rund 15 cm lang und findet sich an der Küste von Peru und Chile. Für Peru hat sie eine große Bedeutung; denn sie ist eine bedeutende Einnahmequelle. Nämlich Peru ist weltweit der Hauptexportateur von Fischmehl. Das Fischmehl dient der Viehzucht und dem Ackerbau. Die peruanische Regierung hat die Fischfangflotte stark reduziert zugunsten der kleinen Fischer und damit die Arbeitslosigkeit vermindert. Dies schreibt die Zeitschrift Ecos. Einfach besser Spanisch (Juni 2017).

 

 

Christian Kern – Buch über Österreichs Kanzler. Informativer als ORF-Sommergespräch?

Hans Högl. Eine Rezension

Schicksal von Büchern ist es, davon gehört zu haben….Gestern fand ich in der Bücherei der Stadt Wien den Bestseller „Christian Kern“. Der Verfasser: Robert Misik. Für die Historikerin Dr. Barbara Toth ist es „absolut lesenswert“. Im Prinzip stimmt das wohl.

Ich las die 191 Seiten, die inhaltlich gut sind, auch wenn sie ein persönlicher Freund von Kern schrieb. Und es ist teilweise niveauvoll und nicht einfachhin vor der Wahl hingeschmissen. Unterschwellig findet sich Nachdenkliches zum Politiker Kern, der angeblich Grundsätze über politische Strategie stellt.

Christian Kern wuchs im Wiener Randbezirk Simmering auf. Sein Vater war Arbeiter (Installateur), die Mutter besuchte eine Handelsschule, war Sekretärin und tat alles, damit ihr Sohn eine gute Ausbildung erhielt, obwohl die Volksschul-Lehrerin ihn zuerst als nicht reif für das Gymnasium beurteilte.

Das Buch gibt ein schlüssiges Portrait vom Kanzler – von seiner Studienzeit, der Tätigkeit als Wirtschaftspublizist, dann in der E-Wirtschaft und Bundesbahn: Und es spart nicht mit kritischen Notizen zur Partei. Es legt Interna dar, die Medien nicht aufgreifen – so nennt Misik die Namen eines Strategiekreises, so erfahren wir, dass Kerns frühere ÖBB -Sekretärin nun das Dr. Karl-Renner-Institut, die Partei-Akademie, leitet.

Differenziert legt Kern seine Solidarität mit Flüchtlingen dar und nimmt auch Abstiegsängste und kulturelle Irritationen der kleinen Leute ernst. Es klingt an, dass liberal-soziale Intellektuelle sich bisher zu sehr den Genderfragen und ethnischen Minderheiten widmeten.

Erst am Buchende finden sich die brisanten Texte: „Wenn Migration nicht nur Bereicherung ist“ und „Wie patriotisch dürfen Progressive sein?“. Verlegenheit des Autors. Dazu füge ich ein Wort, das den gordischen Knoten löst – vom russischen Philosophen W. Solowjow: Liebe deine Volk und achte die anderen Völker (Politisch korrekt: „Ethnien!“…). Mit dem belasteten Wort Heimat befasse ich mich im Buch Bin kein Tourist, ich wohne hier. Das war 2002 –zu früh. Ja ein Buch…Vergiss es und amusiere Dich, Publikum, mit dem köstlichen Film „Monsieur Claude und seine Töchter“! Jede heiratet „ mulitkulturell“, und da entsteht hintergründige Komik.

 

 

Dinge auf den Punkt bringen. Irren können.


Kardinal Franz König (Gastbeitrag).

Folgende Gedanken und Gebete einer Ordensfrau aus dem 17. Jahrhundert, aufgegriffen vom großen verstorbenen Wiener Kardinal, sind nicht nur für Einzelne zutreffend, sondern auch für die Medienlandschaft (Hans Högl). Broschüre Hg.: Kardinal Könighaus, Bildungshaus in Wien 13.

Bewahre mich vor der Aufzählung endloser Einzelheiten und hilf mir die Dinge auf den Punkt zu bringen.

Lehre mich die wunderbare Weisheit, dass ich mich irren kann.

Erlöse mich von der großen Leidenschaft, die Angelegenheiten anderer regeln zu wollen.

Book for trees. Afrika: Projekt Wiederaufforstung

Heini Staudinger (Gastbeitrag in Brennstoff Nr. 48/2017)

Bernhard Wagenknecht ist Lehrer an der Gartenbauschule Schönbrunn. Er hatte die Idee, die Wiederaufforstung Afrikas zu unterstützen. Schüler pflegen die jungen Bäume so lange, bis diese stark genug sind, die Verpflanzung in ihre afrikanischen Heimatdörfer auszuhalten. Sylvia Kieslinger und Heini Staudinger waren dort. Alle – die Schüler, die Lehrer, die Eltern- arbeiten mit. Das Projekt ist supererfolgreich. Die „Früchte“ unserer Aktion sieht man sogar auf Google Earth. Für diesen Dienst an Mutter Erde bekommen die Schüler die Schulbücher gratis.