9. Mai 1950 – Kriegsende u. Montan-Union. Schuman-Erklärung

Hans  H ö g l

Der 2. Weltkrieg war für Europa ein kollektiver Selbstmord. Eine konstruktive Antwort darauf war die Montan-Union: Feierlich erklärt am 9. Mai 1950. Dieser Tag wird in Medien völlig übersehen. Die Vereinigung der Medienkultur erinnert daran.
Medien starren auf das Kriegsende von 1945, auf den schrecklichen Holocaust, aber nicht auf die Klugheit und den unglaublichen Mut, Kriege in Europa zu bannen: durch die Montan-Union. Übersehen wird, dass auch heute Zivilcourage not-wendig ist, an der es im Dritten Reich so oft gefehlt hat.

„Das heutige Europa geht direkt aus der Schuman-Erklärung“ vom 9. Mai 1950 hervor. Robert Schuman war französischer Außenminister und Lothringer.

Stahlindustrie und Kohle sind für Frieden und Krieg sehr wichtig. Und die Stahlindustrie verdient bis heute bestens an Kriegen. Kohle und Stahl wurden vor allem in den seit langem kriegsverwickelten Ländern Deutschland und Frankreich durch die Montan-Union unter e i n e   Oberhoheit gestellt.

Robert Schuman schreibt: Nationale Antagonismen werden natürlich immer bestehen. Vom politischen Standpunkt aus musste Frankreich 1950 schmerzliche Erinnerungen überwinden. Seine Sache war es, mit seinem Nachbarn Deutschland  Initiativen zu ergreifen und ihm Vertrauen zu schenken – durch ein konkretes Angebot. An die Stelle der traditionellen Rivalität und des Misstrauens sollte eine Interessensgemeinschaft treten, welche die Ursache des anscheinend unheilbaren Antagonismus verschwinden ließ.

Es gab um 1945 den Vorschlag einer Zerstückelung Deutschlands mit dem Verbot, ein Kaiserreich oder zentrale Regierung zu errichten. In der Montanunion wurde ein Friede gesucht, der nicht nur eine Beendung des Krieges, sondern der Aufbau der Zukunft ist.

Die Montan-Union wird nach einem Statut verwaltet, dessen Beobachtung den Sanktionen einem unparteiischen und unabhängigen Gerichtshof  unterliegt, sie wurde einer hohen Behörde übertragen, die im Rahmen des Statuts über eine von jeder nationalen Regierung oder gesetzgebenden Autorität unabhängiges Entscheidungsrecht verfügt.

Auch daran sollten wir am 9. Mai 2015 erinnern und in Menschen Hoffnung erwecken, Kriege nicht als Naturereigniszu sehen – im Sinne von Sagern wie Kriege hat es immer gegeben.

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