MEDIENKULTUR


Sehen - urteilen - handeln


Was Du auf den Kadaver des Löwen sagst, würdest du niemals angesichts des lebendigen Tieres aussprechen.

(Westafrikanisches Sprichwort)



Journalisten sollen möglichst sozial und rechtlich abgesichert sein, dann können sie frei und unabhängig arbeiten. Freie Mitarbeiter sind sozialem Druck ausgesetzt!

Wir haben zur Werbeflut an die Stadt Wien eine Eingabe per mail gemacht, dass immer und überall die Menschen mit einer Werbeflut zugedeckt werden. Zuerst bekam ich eine vorgefertigt Antwort auf etwas, was ich gar nicht gefordert hatte. Was ich wieder kommunizierte. Heute, am 10. Juni 2008 rief mich das Büro von Stadtrat Rudolf Schicker persönlich an und wir konnten die Standpunkte klarer darlegen. Wir anerkennen, dass sich die Stadt Wien sehr wohl Stellungnahmen der Bürger ernst nimmt.


Medienökologie – bezieht sich auf den Info- u. Werbemüll, die externen Kosten, welche uns belasten. Im städtischen und auch im ländlichen öffentlichen Raum erreichen die Passanten
zahllose Signale, haschen aufdringlich nach Aufmerksamkeit.
Nur ein Bruchteil wird wahrgenommen.


Gratiszeitungen, bunte Licht-Reklame, Handzettel, überall schreit uns Werbung entgegen, und die Autofahrer störende bewegliche Großbildreklame wird als Fortschritt gefeiert.


Auf 150 m der Wiener Dornbacherstraße zählte ich 48 Verkehrstafeln. Auf Sri Lanka sah ich fast keine!


Die Briefkästen sind übervoll, und Minister drohten mit maßloser Strafe (30.000 Euro !) die Anschaffung neuer Briefkästen an, damit ja noch mehr Werber die schon kriminalitätsgefährdeten Häuser betreten können. Das Höchstgericht schritt aber ein. Es besteht eine mediale Allpräsenz, und der öffentliche Raum wurde zu einer medialen Belästigung.


Definition: Mit den negativen Folgen dieser Medienflut im öffentlichen Raum, also mit diesen externen Kosten beschäftigt sich die Medienökologie. Der Haupttheorethiker der Marktwirtschaft, Adam Smith, trat für freien Handel ein und spricht von verantworteter Marktwirtschaft! Wagen wir schöpferische Vernunft und soziale Verantwortung. Sowohl Charles Darwin wie Adam Smith kennen neben Konkurrenz auch Kooperation und Mitgefühl.


Vieles hängt von eigener Entscheidung ab, anderes müsste öffentlich begrenzt werden im Sinne unserer Medienökologie. Wir brauchen abgesehen von beruflichen und privaten Räumen auch -dritte Räume, wo wir uns wohlfühlen und wo man nicht je und überall belästigt und belagert wird. Dies ist zu diskutieren und eine Balance zu finden zwischen öffentlichem Interesse und jenem privaten der Werber. Die Frauen haben sich schon Anti-Stalking-Gesetze erkämpft. Wir brauchen auch fernsehfreie Tage. (Hans Högl)