“PIONEERS OF CHANGE- GESTALTERINNEN DES WANDELS\””
Wien, Oktober 2010
“PIONEERS OF CHANGE – GESTALTERINNEN DES WANDELS”
war bei den “ERDGESPRÄCHEN” im Audimax vor einem halben Jahr “Zukunft denken” das
Motto, so war es bei dieser Veranstaltung wohl “Zukunft machen”, um dadurch den Wandel ins
Rollen zu bringen.
“Der gesellschaftliche Wandel schlummert schon in den Schubladen vieler Menschen. Was ihm
fehlt sind schwungvolle Impulse, die diesen Menschen Lust machen, ihn herauszuholen und ins
Leben zu bringen. Lebenslust statt erhobenem Zeigefinger, Tatenfreude statt Todo-Listen,
Spontaneität statt Regelungen eine pulsierende Bewegung, die den Wandel weiterträgt und an
allen Ecken und Enden anstößt” so lese ich in der Beschreibung eines der Gemeinschaftsprojekte
der PIONEERS 2010 es nennt sich CHANGE MOBS und es hat sich der MOB-ilisierung für
den Wandel verschrieben. Der Ideenvielfalt sind dabei keine Grenzen gesetzt: sie fordern auf, “mit
ihnen Pflanzen zu pflanzen, auf Straßen zu tanzen, Botschaften hinauszutragen, Sichtweisen zu
verrücken”. Sie wollen Bewusstseinbildung fördern für einen gesellschaftlichen Wandel, sie wollen
Menschen quer durch alle gesellschaftlichen Schichten ansprechen und sie zum selbst aktiv werden
einladen. Unter ihnen sind Techniker, Ökonomen und Wirtschaftsinformatiker, die sich alle sozial
engagieren wollen, ganz im Sinne der Prinzipien der ‘Nachhaltigkeit’.
Und ich glaube und hoffe nach dieser Performance vielfältiger Ideen (teils bereits auch ihrer
praktischen Umsetzung) besser zu verstehen, warum diese jungen Menschen Leitbilder für einen
Wandel sein könnten: sie verkörpern eine starke ethische Grundhaltung, und ich vermute, daß sie
sich in all ihrem Tun auf ihre Vernunft (Herz und Verstand) verlassen, weil dies primär ihrer
Selbsterhaltung dient, daß sie aber darüber hinaus nicht zuletzt in Folge vernünftiger Anleitung
im “Lern- und Werdegang” der Firma PLENUM, Gesellschaft für ganzheitlich nachhaltige
Entwicklung gmbh, intuitiv auch nach dem Nachhaltigkeitsgrundsatz handeln werden, weil dieser nicht nur die Dynamik der Selbsterhaltung impliziert, sondern auch die der Fortsetzung und der Steigerung.
Der Geschäftführer der Firma PLENUM ist DI Dr. Alfred Strigl (Studium der Biochemie u. -technologie,
sowie Aufbaustudium der Betriebs-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften an der Univ. Gra).
Alfred Strigl habe ich vor einigen Jahren als Präsidenten von ESD (European Sustainable
Development) kennengelernt und ich war und bin immer noch sehr beeindruckt von seiner Fähigkeit
die Notwendigkeit eines Wandels einsichtig zu machen – mutig den Versuch, den Untergang der
TITANIC zu verhindern, zu wagen.
Seither kreisen meine Gedanken immer mehr um dieses Thema: wie können wir die Schieflage
unseres Planeten (sozial-ökologisch) wieder in Balance bringen Was könnte ich tun, um hier
auch einen kleinen Beitrag zu leisten?!? Ein großes Problem ist, daß – so scheint es zumindest
viele Menschen diese Schieflage (noch) gar nicht als solche erkennen. Es scheint als hätten wir eine
“Krise der Erkenntnis”. Mein Großvater, von armen Bauern abstammend, hat sich zu einem
Professor für humanistische Fächer entwickelt und er war es wohl, der mir dieses Gefühl für ‘das
Ganze’ vermittelte, wie es die alten Griechen beschrieben haben: das Gute, das Schöne und das
Wahre – nur wenn alle drei harmonisch miteinander kommunizieren entsteht das Edle.
Mit diesem Gefühl ist wohl die Liebe zur Natur verbunden, und – was man liebt, möchte man schützen.
Es ging in diesem Jahr dabei weniger um Vermittlung von theoretischem Wissen in konventioneller Art , sondern dem Temperament von Entrepreneurs entsprechend um “Learning by Doing”, um handlungsorientiertes Lernen für die Umsetzung der eigenen Projekte und die Entwicklung von Organisationen für den Wandel. Die vermittelten Inhalte werden unmittelbar mit der Reflexion des praktischen Handelns verwoben und die Vortragenden sind demnach “PraktikerInnen”.
Diese Balance ist heute mehr denn je einzufordern – gesellschaftspolitisch wäre es eine “neue”
Balance von Staat, Markt und Zivilgesellschaft. Mit Projekten wie jenen der ‘Pioneers of Change’
(www.pioneersofchange.at) ist sicherlich ein weiterer Schritt in diese Richtung getan.
Es erscheint mir aber unerläßlich, immer wieder darauf zu pochen, daß Voraussetzung für größere
Schritte die Umsetzung von politischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen möglichst globalen
Rahmenbedingungen notwendig wären. Dies kann aber wohl nur erreicht werden, wenn alle
Menschen tatsächlich gleiche Rechte am Verbrauch der verfügbaren Ressourcen eingeräumt
werden.
Nur durch gründliche “Bewußtseinsschulung” (u.a. für Kostenwahrheit) könne man einen
sozial-ökologischen Erfolg erzielen. Ich glaube, es wäre für uns, die weitgehend gesättigte
Gesellschaft, interessant zur erfahren wie Genügsamkeit keine Bedrohung, sondern einen Zuwachs
an Lebensqualität bedeuten könnte (Zu diesem Thema empfehle ich euch die Beteiligung an der
ZfS-Informations- und Arbeitsplattform – Kurz-Infoseite im WEB: http://members.chello.at/zfsnet).
Meines Erachtens hat ‘nachhaltige Entwicklung’ nicht nur ökologische Aspekte, sondern auch solche
der Menschenrechte, der Einhaltung von Sozialstandards bei der Produktion von Waren und anderes
mehr. Es ist bedauerlich, daß Menschen wie Josef Riegler bei uns in Österreich und Ernst, Ulrich
von Weiszäcker in Deutschland, die in der Politik lange tätig waren, keinen Wandel der Ökonomie
zu einer Politik “sozial-ökologischer Gerechtigkeit” erringen konnten. Wann endlich wird es ein
Politiker schaffen, das Prinzip “Verantwortung” allen Menschen und Institutionen so zu vermitteln,
daß es endlich wahrgenommen und umgesetzt wird ? – denn erst dann können wir von einem Erfolg
der öko-sozialen Marktwirtschaft sprechen. Hier wäre natürlich auch die Mithilfe aller etablierten
MEDIEN einzufordern!
Alfred Strigl schreibt “die wachstumskritische Stimme wird lauter nicht nur in der Zivilgesellschaft,
sondern auch in der Wirtschaft. Die daraus entstandene Bewegung ist überzeugt, daß Wachstum wie
bisher weder ökonomisch, noch sozial, noch ökologisch länger haltbar ist” .......
Daraus ergeben sich viele Fragen. Eine davon ist die nach dem Verhältnis von Überwinden von
Wachstum zu Glück und zu gelingenden Lebenswegen.
Seine Erkenntnis, daß “die Menschheit nicht nur Bewohner auf diesem Planeten ist, sondern daß wir
Menschen die Erde sind”, führt mich weiter zu jener von J.J. Rousseau, der als Philosoph der
Aufklärung meinte: “Die Früchte dieser Erde gehören euch allen, aber der Boden gehört
niemandem”. Ein starkes Wort – aktueller denn je, denkt man an die Methoden der Großkonzerne
(Kosmoskraten, Jean Ziegler) sich in ungebührlichem Maß Boden nutzbar zu machen und
neuerdings sich Land in großem Ausmaß anzueignen.
Es ist m.M. die äußerst dringende Aufgabe der “verantwortungsbewußten” Zivilgesellschaft (einer
Netzwerk-Gesellschaft) der Bevölkerung die Komplexität der Mißstände (vorrangig im globalen
Finanzsystem!) aufzuzeigen, was ja auch schon vielfach geschieht. (Stefan Schulmeister u.a.).
Ein Lichtblick ist das völlig neue Potential für politisches Linking, das nicht mehr braucht als eine
führende Idee, eine Kommunikationsplattform für das gemeinsame Interesse und das Bedürfnis der
Zughörigkeit. Hier ist ja ‘attac’ ein tolles Vorbild – und das gibt Hoffnung!
Demokratie verstanden als ein Prozess braucht den kritischen, wachsamen Geist der Bürger und – ihr Gewissen! Die Waffe gegen Menschen- und Naturverletzungen ist das Wort. Sich einzumischen,
das wäre höchste Bürgerpflicht.
Auch ich fühle mich als Mitglied des Vereins Initiative Zivilgesellschaft als Akteurin des Wandels
auf einer Plattform für Begegnung, Verständigung und Zusammenarbeit zwischen Organisationen
und Initiativen der Zivilgesellschaft. Als Marksteine auf dem Weg zu mehr Gemeinsamkeit und
Einheit findet zweimal jährlich die Konferenz Zivilgesellschaft statt. Heuer ist es schon die achte,
vom 19. bis 21.November in Zell an der Pram wäre schön Sie (dich) dort zu treffen!!!
Ilse Kleinschuster www.initiative-zivilgesellschaft.at